BIBB berät Kolumbien zum Aufbau eines nationalen Forschungszentrums für Berufsbildung
Diana Cáceres-Reebs

v.l.n.r. Diana Cáceres-Reebs (BIBB), Prof. Dr. Reinhold Weiß (BIBB), Luis Hoyos, Generaldirektor des SENA (zum 1.03.2012), Pater Camilo Bernal, Generaldirektor (Vorgänger), Gloria Acevedo (Vizedirektorin und Leiterin des Nationalen Systems für technische Berufsausbildung im SENA)
Im Rahmen der bestehenden Kooperationsvereinbarung zwischen dem BIBB und dem SENA (Servicio Nacional de Aprendizaje = Nationaler Dienst für Berufsbildung in Kolumbien) fand am 15./16. Februar 2012 in Bogotá ein Strategieworkshop beider Institute statt. Der Workshop befasste sich mit dem Thema "Berufsbildungsforschung" und dem Aufbau eines nationalen Forschungszentrums für Berufsbildung. Innerhalb eines Jahres soll dieses entstehen, also 2013 offiziell gegründet werden.
Vertreter des BIBB waren Prof. Dr. Reinhold Weiß (Forschungsdirektor des BIBB und Ständiger Vertreter des Präsidenten) und Diana Cáceres-Reebs (Projektleiterin für Lateinamerika, Arbeitsbereich 1.2 Internationale Zusammenarbeit und Beratung). Auf der kolumbianischen Seite waren neben dem SENA auch das Bildungsministerium, das Arbeitsministerium, das Ministerium für Tourismus, Industrie und Handel, der nationale Industrieverband, der nationale Klein- und Mittelunternehmerverband, nationale (Wirtschafts-)Gremien, der nationale Bauernverband und die Wissenschaft vertreten.
Der Workshop diente dem Informationsaustausch hinsichtlich der Ausbildungsmodelle, Anforderungen, Akteure und rechtlichen Grundlagen der Berufsbildung beider Länder. Das BIBB informierte die Teilnehmer insbesondere zur Berufsbildungsforschung in Deutschland, den Forschungsaufgaben des BIBB, seinen Forschungsfeldern und -projekten sowie über Organisationstypen von Berufsbildungsforschung. Zudem ging es in dem Workshop darum, die politische Einbettung des angestrebten Forschungszentrums für Berufsbildung zu diskutieren und seine strategische Ausrichtung festzulegen.

Um Anforderungen und Bedarf des kolumbianischen Arbeitsmarktes gerecht zu werden, soll das Forschungszentrum für Berufsbildung folgende Aufgaben übernehmen: Als nationale Einrichtung für die berufliche Bildung soll es Beiträge zur Formulierung von politischen Zielen leisten, den Ministerien gegenüber Empfehlungen aussprechen und die Qualität der beruflichen Bildung verbessern, sowohl durch wissenschaftliche Daten- und Informationsanalysen als auch durch eigene oder in Partnerschaft zu erstellende gemeinsame Studien und Forschungsarbeiten.
Die Aufgaben des Forschungszentrums werden zunächst u.a. in den folgenden Bereichen liegen:
- Forschung hinsichtlich der Struktur (politisch/rechtlich) des Berufsbildungssystems (einschl. Finanzierung, Begleitung, Zertifizierung und Evaluation)
- Methodologische Grundlagen (einschl. Methoden und Instrumente sozio-wissenschaftlicher Grundlagen, zielgruppenbezogene Ausbildung)
- Arbeitsmarktanalysen (einschl. statistischer Verfahren, Früherkennung von Berufs- und Qualifikationsbedarfen)
- Kompetenzmodell (einschl. Standardisierung, Bedarfsanalysen und Berufsfeldorientierung)
- Innovation in der beruflichen Bildung und Technologietransfer

SENA-Mitarbeiter und Vertreter des BIBB
In der weiteren Zusammenarbeit zwischen dem SENA und dem BIBB soll langfristig eine stärkere Beteiligung von Unternehmen an der kolumbianischen Berufsbildung erreicht werden. Konkrete Projektideen sowie Best Practices der Berufsbildungsforschung werden voraussichtlich Gegenstand weiterer Aktivitäten sein.





