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Konferenz "Fortbildung schafft Chancen"

BIBB-Präsident Esser betont wachsende Bedeutung der beruflichen Weiterbildung

BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser hat auf einer Konferenz des Bundesbildungsministeriums unter dem Motto "Fortbildung schafft Chancen" die Bedeutung der beruflichen Weiterbildung betont. "Mit Hilfe der beruflichen Weiterbildung verwirklichen viele Fachkräfte ihre Höherqualifizierung und ihren beruflichen Aufstieg. Sie tragen dadurch entscheidend dazu bei, die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu sichern", so Esser. Er zeigte sich davon überzeugt, dass die Bedeutung der beruflichen Fortbildung künftig zunehmen wird. Gründe hierfür lägen im demografischen Wandel, im drohenden Fachkräftemangel und in der Verlängerung der Lebensarbeitszeit.

In seinem Vortrag zur "Aufstiegsfortbildung" hob Esser insbesondere die permanente "Rückverortung zur beruflichen Praxis" hervor. Dies sei ein Alleinstellungsmerkmal der beruflichen Aufstiegsfortbildung. Mit der jüngsten Vereinbarung zum Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) hätten insbesondere die beruflichen Fortbildungsabschlüsse einen großen Attraktivitätsschub erhalten. "Dass Meister, Techniker und Fachwirte künftig im DQR mit dem Bachelor gleichwertig auf der Niveaustufe 6 stehen, ist ein großer Erfolg für die berufliche Bildung und die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems. Es verdeutlicht zudem die hohe Qualität der beruflichen Weiterbildung und der Fortbildungsabschlüsse."

 


Foto: Pedro Becerra, STAGEVIEW

In seinem perspektivischen Ausblick sprach Esser sich dafür aus, die "Aufstiegsfortbildung" weiterzuentwickeln. So sollten

  • Angebote stärker auf die wachsenden interkulturellen Anforderungen ausgerichtet werden,
  • Curricula und Prüfungsanforderungen anschlussfähig zu Hochschulangeboten gemacht werden,
  • Lehr- und Lernmedien für die Verbesserung zielgruppengerechter Unterrichtsformen weiterentwickelt werden,
  • die Aufstiegsfortbildung als Instrument der Personalentwicklung in Betrieben und Unternehmen verstärkt etabliert werden,
  • die Aufstiegsfortbildung auf der Basis von Qualitätskriterien am Konzept des lebensbegleitenden Lernens ausgerichtet werden.

Daraus ableitend sprach der BIBB-Präsident an die Akteure der beruflichen Weiterbildung folgende Handlungsempfehlungen aus:

  • Die duale Berufsausbildung und die Aufstiegsfortbildung sollten in Zukunft stärker als integriertes Modell und als gleichwertiger Karriereweg zu "Abitur und Studium" beworben werden.
  • Die Verzahnung von Berufsbildung und Hochschulbildung sollte auf der Basis qualitativer und bundeseinheitlicher Standards vorangetrieben werden. Insbesondere gelte es, Angebote zur Förderung der Studierfähigkeit für Berufstätige flächendeckend sicherzustellen sowie die Kultur der Zusammenarbeit unter den Akteuren im Berufsbildungssystem weiter auszubauen beziehungsweise mit den Akteuren des Hochschulsystems zu entwickeln.
  • Bundesweit sollte ein Beratungssystem unter dem Aspekt "Karriereberatung" ausgestaltet werden.
  • Die Aufstiegsfortbildung sollte in ein ganzheitliches Qualitätssicherungssystem eingefasst werden.
  • Die Rahmenbedingungen für Angebot und Nachfrage von Aufstiegsfortbildungen sollten träger- und kundenorientiert weiter verbessert werden.

Abschließend sprach Esser die Hoffnung aus, dass sich die nächsten zehn Jahre auch zu einer "Dekade der beruflichen Weiterbildung"  entwickelten und dass die "Aufstiegsfortbildung" eine "Renaissance" erlebe. Er verband diese Aussagen zudem mit der Hoffnung, dass  auch die Zahl der Fortbildungsprüfungen in den nächsten zehn Jahren "deutlich" ansteigen werde. Esser regte zudem an, den "sperrigen" Begriff der "Aufstiegsfortbildung" durch eine modernere Bezeichnung, wie zum Beispiel "Karrierefortbildung" oder "Karriere im Beruf", zu ersetzen. Dies, so zeigte er sich überzeugt, würde auch bei potenziellen Zielgruppen auf positive Resonanz stoßen.

 


Foto: Pedro Becerra, STAGEVIEW

 

Die Konferenz "Fortbildung schafft Chancen" wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am 20. März 2012 in Berlin veranstaltet. Sie hatte das Ziel, die Bedeutung der beruflichen Aufstiegsfortbildung hervorzuheben und diese noch besser zu positionieren und weiterzuentwickeln.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Letzte Änderung: 04.04.2012

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