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Austausch mit der Schweiz zur Gestaltung kaufmännischer Berufe

Franz Kaiser

In den letzten fünfzehn Jahren wurden in Deutschland zwölf neue kaufmännische Ausbildungsberufe entwickelt und die bestehenden überwiegend neu geordnet. Anders als in Deutschland wird  in der Schweiz die kaufmännische Ausbildung (dort spricht man von Grundbildung) weitgehend in einer einzigen Verordnung geregelt, die Spezifizierungen für 21 Branchen vorsieht. Heißt das, dass in der Schweiz völlig andere Kaufleute ausgebildet werden als in Deutschland?

Bereits seit 6 Jahren wird der Meinungsaustausch zwischen dem Kaufmännischen Verband der Schweiz (KV-Schweiz) und dem Arbeitsbereich 4.2 des BIBB, der für kaufmännische Berufe zuständig ist, gepflegt. Im Februar dieses Jahres wurde nun eine Kooperationsvereinbarung zwischen BIBB und KV Schweiz abgeschlossen, die diesen wechselseitigen Austausch langfristig absichert. Themen sind der Strukturvergleich zwischen den Ländern, neue Anforderungen an kaufmännische Tätigkeiten, Fragen nach geeigneten Forschungsmethoden und die Bedeutung und Struktur der kaufmännischen Berufe.

 

Von links nach rechts: Dr. Franz Kaiser (BIBB); Dr. Franz Bluntschli (KV-Zürich), Prof. Michéle Rosenheck (KV Schweiz), Anke Kock (BIBB), Claude Meier (KV Schweiz), Rainer Brötz, Isabelle Noack, Benedikt Peppinghaus, Silvia Annen (BIBB)

Von links nach rechts: Dr. Franz Kaiser (BIBB); Dr. Franz Bluntschli (KV-Zürich), Prof. Michéle Rosenheck (KV Schweiz), Anke Kock (BIBB), Claude  Meier (KV Schweiz), Rainer  Brötz, Isabelle  Noack, Benedikt Peppinghaus, Silvia Annen (BIBB)

 

Beim jüngsten Treffen zwischen KV Schweiz und BIBB am 2. und 3. Mai (s. Foto) spielten die Arbeiten an den Nationalen Qualifikationsrahmen und  der Vergleich der grundlegenden Anforderungen an Kaufleute eine große Rolle. Obwohl der Entwicklungsprozess der neuen kaufmännischen Bildungsverordnung in der Schweiz und die dabei verwendeten Forschungsmethoden auf völlig anderen Ansätzen beruhten als in Deutschland, gibt es eine hohe Übereinstimmung hinsichtlich der grundlegenden Qualifikationsanforderungen. Auch beim detaillierten Vergleich der Anforderungen an Kaufleute in den Bereichen Banken, öffentliche Verwaltung und im Funktionsbereich Büro-Administration gab es hohe Übereinstimmungen. Bei diesem Vergleich wurde eine Analyse-Instrument aus dem kaufmännischen Forschungsprojekt "GUK" des BIBB (http://www.bibb.de/de/wlk52110.htm) herangezogen.
Im nächsten Jahr stehen die Fortbildungsberufe und die Frage nach neuen Anforderungen an das Duale System, das in beiden Ländern breite Anerkennung findet, auf der Tagesordnung.

Letzte Änderung: 29.05.2012

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