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KMU als Partner in den Modellversuchen

KMU als Partner in den Modellversuchen des BIBB-Förderschwerpunkts "Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung"

Gabriele Marchl, Helmut Ernst

Der Förderschwerpunkt "Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung" soll innovative Wege in die Ausbildung entwickeln und fördern. Dabei wird die zunehmende Heterogenität der Jugendlichen als Herausforderung und Chance begriffen. Es gilt, übertragbare Konzepte, Instrumente und Methoden zu entwickeln und umzusetzen, um das Potenzial an Auszubildenden zu erweitern und den Fachkräftebedarf insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu sichern.

Nicht nur in Großunternehmen, auch in KMU, die in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, insbesondere in der Berufsausbildung im dualen System dominierend sind, führen immer kürzere Innovationszyklen zu einem wachsenden Qualifikationsbedarf der Beschäftigten. Das Gewinnen des eigenen Facharbeiternachwuchses entwickelt sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter - vor allem angesichts eines wachsenden Fachkräftemangels und der demografischen Veränderungen.   Gerade weil KMU aufgrund ihrer Größe und beschränkten Ressourcen in der Regel über keine systematische Personalentwicklung, Weiterbildungsplanung und nicht über innerbetriebliche Aus- und Weiterbildungsstrukturen verfügen, sind sie und ihre Beschäftigten auf partnerschaftliche Beziehungen zu den Trägern der Aus- und Weiterbildung angewiesen. Diese haben in den zurückliegenden Jahren vielfach die Entwicklung zu Bildungsdienstleistern und Kompetenzzentren vollzogen.

 

  Handlungsansätze der Modellversuche zur Unterstützung der Ausbildungsbetriebe:

Um insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen beim Umgang mit der zunehmenden Heterogenität der Jugendlichen vor und in der Ausbildung bedarfsgerecht unterstützen zu können, verfolgen die Modellversuche unterschiedliche Handlungsansätze. Analysen von Programmleitung, der wissenschaftlichen Begleitung und den Modellversuchen haben bereits ergeben, dass ausbildende KMU höchst unterschiedliche, also auch heterogene Merkmale und dementsprechend auch einen sehr unterschiedlichen Bedarf aufweisen. Dementsprechend differenziert sind auch die entwickelten Lösungsvorschläge. Die Demografie mit rückläufigen Zahlen bei Schulabsolventen, aber auch die regionale und örtliche Bevölkerungsentwicklung (Abwanderungs- und Migrationseffekte) fordern insbesondere von KMU, die traditionellen Strategien zur Gewinnung und Auswahl von Auszubilden zu überdenken und im Hinblick auf den aktuellen und zukünftigen Fachkräftebedarf zu verändern. Dabei benötigen die einen eine umfassende externe und interne Beratung zum Personalentwicklungsbedarf inklusive der Wahl der passender Ausbildungsberufe und Azubis; andere wieder eine spezifische  Kompetenzentwicklung von betrieblichen Fachkräften mit Ausbildungsaufgaben. 
Um auch solche Jugendliche aufzufangen, die auf den ersten Blick nicht als geeignete Ausbildungsbewerber/innen erscheinen, mit Hilfe einer gezielten Förderung im Betrieb aber dennoch erfolgreich ausgebildet werden können, kann u.a.

  1. ein spezifisches Ausbildungsmarketing die passgenaue Besetzung von Ausbildungsstellen fördern;
  2. in der Ausbildung durch konstruktives Lehren und Lernen in heterogenen Gruppen der Ausbildungserfolg gesichert werden: KMU gewinnen dadurch Fachkräfte, junge Menschen einen qualifizierten Einstieg ins Berufsleben.

Eine große Rolle spielt dabei die Individualisierung und Flexibilisierung der neuen Unterstützungs- und Beratungsangebote für KMU, da sie in jeder Phase deren Situation und Bedarf treffen müssen. Die neuen Wege, die dabei in den Modellversuchen beschritten werden, sind vielfältig. Sie lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Im Vorfeld der Ausbildung - für KMU die Phase der Ausbildungsvorbereitung, für Jugendliche "die erste Schwelle" - entwickeln und erproben die Modellversuche Strategien für ein neues Ausbildungsmarketing mit den Unternehmen. Dies schließt eine ganze Bandbreite von bedarfsgerecht unterstützenden Instrumenten, Methoden und Serviceleistungen ein: z.B.
    • die exakte Ermittlung der Qualifizierungsbedarfe vor Ort, um betriebsspezifische Bedarfsprofile für Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte zu erstellen;
    • die Aufnahme ansprechender Inhalte, Medien und Formen der Präsentation des Ausbildungsangebotes bei Schülerinnen und Schülern, Teilnehmer/innen an berufsvorbereitenden Maßnahmen sowie Altbewerbern, die schon länger eine Lehrstelle suchen;
    • ein neu auf die Herausforderungen der Heterogenität des Bewerberpotenzials ausgerichtetes externes Ausbildungsmanagement mit Verbundkoordinatoren, Service-Ausbildern und anderen Beratungs- und Betreuungsangeboten; 
    • im Prozess der Bewerberauswahl zur möglichst passgenauen Besetzung von betrieblichen Lehrstellen: für beide Seiten entscheidungsförderliche Kompetenzfeststellungsverfahren, die auch die Bildungsbiografien der Bewerber/innen in den Blick nehmen und diese mit den betrieblichen Anforderungsprofilen abgleichen.
  2. Im Ausbildungsprozess geht es den Modellversuchen darum, in enger Kooperation mit dem betrieblichen Ausbildungspersonal dieses in die Lage zu versetzen, konstruktiv und lernförderlich mit den heterogenen Ausbildungsvoraussetzungen sowie Stärken und Schwächen der Azubis umzugehen: in arbeitsintegrierten Lernprozessen sowie anderen kompetenzförderlichen Lern- und Ausbildungskontexten: z.B. mit
    • Lernmodulen, die unterschiedliche Voraussetzungen und individuelle Besonderheiten berücksichtigen und methodisch-didaktisch so konzipiert sind, dass sie den Azubis helfen, sowohl Prüfungsanforderungen (Beruflichkeit) als auch betriebliche Anforderungen an eine beschäftigungsfähige Fachkraft (Betrieblichkeit) zu bewältigen;
    • laufende Ausbildungsprozesse flankierenden Unterstützungsangeboten, die den Beteiligten die Bewältigung von Problemen und Konflikten erleichtern wie beispielsweise Coaching-Konzepte für Ausbildungspersonal und/oder Azubis; 
    • neuen Modellen der Lernortkooperation mit den beruflichen Schulen und insbesondere zwischen ausbildenden betrieblichen Fachkräften und berufs- und sozialpädagogisch spezialisierten externen (Bildungs)Dienstleistern.

 

Letzte Änderung: 30.05.2012

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