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Deutsch-Chilenischer Expertenworkshop zur Berufsbildung eröffnet den Dialog zwischen Vertretern aus dem Bildungssektor und der Wirtschaft

Diana Cáceres-Reebs

Im Rahmen der bestehenden Kooperationsvereinbarung zwischen dem BIBB und dem chilenischen Bildungsministerium (MINEDUC) fand am 5.-6. Juni 2012 ein Expertenworkshop zum Thema "Normativer Rahmen und Prüfungswesen der dualen Berufsausbildung" in Santiago de Chile statt.
Dieser vom BIBB und MINEDUC konzipierte und organisierte Workshop hatte zum Ziel, Entscheidungsträger der chilenischen Ministerien für Bildung, Arbeit und den Bergbau, chilenische Bildungseinrichtungen, Unternehmervertreter (insbesondere aus dem Bergbausektor) und deutsche Experten zusammenzubringen, um den nationalen Dialog zur Modernisierung des chilenischen Berufsbildungssystems, insbesondere für den Bereich des Bergbaus, anzustoßen.
Zu diesem Zweck präsentierte das BIBB die Herausstellungsmerkmale der deutschen Berufsausbildung, den rechtlichen Rahmen, das Verfahren der Entwicklung von Ausbildungsordnungen und das Prüfungswesen. Exemplarisch wurde der inhaltliche Aufbau des Berufs des Bergbautechnologen vorgestellt. Arbeitsministerin Evelyn Matthei und der Staatssekretär im MINEDUC, Fernando Rojas, eröffneten den zweitägigen Workshop.

Foto: Evelyn Matthei
Evelyn Matthei, chilenische Bildungsministerin bei der Eröffnung des Expertenworkshops

Ca. 150 Teilnehmer haben den Workshop besucht. Von chilenischer Seite waren vertreten: Das Bildungsministerium, das Arbeitsministerium, das Bergbauministerium, die SEREMIs (Ministerialsekretariate für Bildung, Bergbau und Arbeit auf regionaler Ebene), Berufsschuldirektoren, Präsidenten und Vertreter regionaler Unternehmerverbände sowie einzelner Unternehmen, die chilenische Baukammer und weitere Bildungs- und Berufsbildungseinrichtungen. Zudem nahmen Vertreter der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer (CAMCHAL) in Santiago de Chile, der deutschen Botschaft und des deutschen kaufmännischen Berufsbildungszentrums (INSALCO) teil.

Der Expertenworkshop bestand aus Vorträgen, Paneldiskussionen und Diskussionen in Arbeitsgruppen. Zentrale Frage war, wie das System der dualen Ausbildung in Chile verstetigt werden kann und welche Rahmenbedingungen dafür zu schaffen sind. Die chilenische Seite zeigte reges Interesse am dualen Ausbildungssystem in Deutschland und eine hohe Bereitschaft, die aktuelle Problematik (u.a. hohe Jugendarbeitslosigkeit und steigender Fachkräftemangel) schnellstmöglich anzugehen.

Gruppenbild: Vertreter der Ministerien für Bildung, Arbeit und Bergbau
Vertreter der Ministerien für Bildung, Arbeit und Bergbau


Das Thema  "Duale Ausbildung" ist in Chile längst bekannt. Ausbildungsangebote, die einen dualen Charakter aufweisen, gab es bereits Anfang der 90er Jahre vor allem im Sekundarschulbereich. Hier stellen 229 Sekundarschulen, die duale Ausbildung anbieten, bereits ein relativ breites Spektrum dar. Nichtdestotrotz gilt die Berufsbildung in Chile weiterhin als wenig attraktiv und wird von vielen, die sich die hohen Studiengebühren an den Universitäten nicht leisten können, als Notlösung gesehen. Auch die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die 2011 bei ca. 19% lag, bereitet der Regierung große Sorgen. Zugleich rechnet Chile für die kommenden Jahre mit einem hohen und zunehmenden Bedarf an Fachkräften, besonders im Bergbau- und Bausektor. 

Foto: Auszubildende mit Ausbilder
Auszubildende und Ausbilder
(Sekundarschule "LICHAN"/Unternehmen "Weir Minerals")

Schwerpunkte der weiter bestehenden Kooperation mit dem BIBB werden auch in Zukunft die Unterstützung bei der Entwicklung von Ausbildungsordnungen und Ordnungsverfahren und die Förderung der Zusammenarbeit unter den Akteuren sein. Darüber hinaus streben  sowohl die chilenische als auch die deutsche Seite einen Wissenschaftler-Austausch an.

Die gesamte Dokumentation (auf Spanisch) finden Sie unter http://educaciontp.mineduc.cl/ bzw. http://www.mineduc.cl/index2.php?id_portal=37&id_seccion=4162&id_contenido=19206

Letzte Änderung: 09.07.2012

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