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Internationales Seminar zu 15 Jahren KRIVET

Reinhold Weiß

Am 18. Oktober 1997 war KRIVET als nationales Forschungszentrum gegründet. Es untersteht dem Premierminister und ist dem Nationalen Rat für Wirtschafts-, Human- und Sozialwissenschaften angeschlossen. Die Aufgabe von KRIVET besteht in der Durchführung von Forschung zu Fragen der beruflichen Bildung und der Berufsbildungspolitik, der Entwicklung und Umsetzung von Trainingsprogrammen sowie der Übergänge aus dem Bildungsbereich in den Arbeitsmarkt.
KRIVET beschäftigt aktuell 171 Mitarbeiter, darunter 78 promovierte Wissenschaftler. Sie betreuen ein Projektbudget in Höhe von 28,3 Mio. koreanischen Won. Die wichtigsten Geldgeber sind das Arbeits- und das Erziehungsministerium. KRIVET wird derzeit als Präsident geleitet von Dr. Young-bum Park.

Auditorium des internationalen Seminars beim KRIVET

 

Das internationale Seminar aus Anlass des 15jährigen Bestehens von KRIVET war dem Thema Jugendarbeitslosigkeit gewidmet. In den Grußworten der koreanischen Gastgeber wurde die große Sorge um ein Auseinanderdriften des Bildungs- und des Beschäftigungssystems und folglich einem zunehmendem Mismatch als wichtiger Wachstumsbremse für die künftige Entwicklung Koreas deutlich. Grußworte gesprochen haben

  • Mr. Chin-Keun Park, Vorsitzender des koreanischen Rates für Wirtschafts-, Human- und Sozialwissenschaften,
  • Mr. Eung-Gweon Kim, Vizeminister für Erziehung, Wissenschaft und Technologie, 
  • Mr. Jaep-Kap Lee, Vizeminister für Beschäftigung und Arbeit.

Prof. Dr. Reinhold Weiß, Stellvertretender Direktor des BIBB,  bei seinem Vortrag

Referenten aus verschiedenen Ländern (Deutschland, Vereinigtes Königreich, USA, China, Taiwan, Japan, Korea) berichteten dazu aus ihren Ländern. Als gemeinsames Merkmal in allen diesen Ländern -außer Deutschland - stellte sich heraus, dass die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen deutlich höher ist als bei älteren Menschen und junge Menschen durch die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise wesentlich stärker betroffen sind. Zu der Gruppe der Jüngeren wurden nicht allein die unter 25jährigen gerechnet, sondern zum Teil auch die unter 30jährigen und sogar die unter 34jährigen. Darüber hinaus gibt es jeweils spezifische Phänomene in den einzelnen Ländern. In China beispielsweise bereitet die Landflucht und der Zustrom einer großen Zahl von gering Qualifizierter in die Städte große Probleme. In Korea ist es der hohe Anteil von Hochschulabsolventen (über 80 Prozent), die keine ihren Erwartungen entsprechende Stelle finden können.

Von der beruflichen Bildung wird erwartet, dass Sie diese Probleme in Zukunft - besser - löst. Es bestand Einvernehmen zwischen den Referenten, dass dazu die Qualität und das Ansehen der Berufsbildung in der Öffentlichkeit wie auch bei Arbeitgebern verbessert werden müssen. Notwendig ist auch eine intensivere Kooperation der Bildungseinrichtungen mit den Arbeitgebern, um besser dem Bedarf der Wirtschaft Rechnung tragen können. Dabei besteht allerdings das grundsätzliche Problem, dass Großbetriebe daran nicht unbedingt interessiert sind, weil sie aufgrund ihres Images ohnehin die Möglichkeit haben, jeweils die besten Absolventen von den angesehensten Hochschulen zu rekrutieren und Kleinbetriebe aufgrund ihres sehr spezifischen Profils als Partner für Bildungseinrichtungen oder gar Hochschulen von vornherein ausscheiden.

Speziell in Korea werden unter anderem folgende Strategien verfolgt, um ein bessere Abstimmung des Bildungssystems auf das Beschäftigungssystem zu gewährleisten:

  • Bessere Berufsorientierung und Information über den Arbeitsmarkt während des Schul- und Hochschulbesuchs, 
  • Finanzielle Förderung der Zusammenarbeit mit Arbeitgebern bzw. Abhängigkeit der Finanzierung von Kooperationen,
  • Aufbau einer Fachschule für "Meister",
  • Evaluation und Qualitätssicherung der Hochschulausbildung,
  • Förderung der unternehmerischen Selbständigkeit von Absolventen des Bildungssystems,
  • Nachqualifizierungsprogramme für Hochschulabsolventen.

KRIVET plant eine Dokumentation der Veranstaltung.

Letzte Änderung: 12.11.2012

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