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Duale Berufsausbildung: Erfolgsformel für Europa

BIBB-Präsident Esser vor EP-Abgeordneten in Brüssel

Ausbilden lohnt sich - für alle Beteiligten. Vertreter aus Handwerk, Gewerkschaften, Europäischer Kommission und Europäischem Parlament haben während eines internationalen Frühstücks im Parlament die Vorzüge der dualen Ausbildung aufgezeigt. Eingeladen hatten der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), dazu die beiden Europaabgeordneten Dr. Anja Weisgerber und Dr. Andreas Schwab (beide CSU). Wissenschaftlich unterlegt wurde die Diskussion von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Gekommen waren zudem zahlreiche Parlamentarier aus Krisenländern wie Spanien und Portugal. Sie wollten wissen, was sie gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in ihren Heimatländern tun können. 

 

ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sagte:

"Die duale Ausbildung vereint erfolgreich praxisnahes Lernen im Betrieb mit theoriegeleitetem Lernen in der Schule. Im Handwerk ist das die Erfolgsformel für die Ausbildung der Fachkräfte von morgen. Und ein ganz wesentlicher Grund für die hohe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe: Das Handwerk bildet im Durchschnitt etwa dreimal so viele junge Menschen aus wie die sonstige Wirtschaft. Davon profitieren Unt ernehmer wie Beschäftigte. Denn wer ausbildet, bleibt auf dem neuesten Stand der Technologie und sichert so die Zukunftsfähigkeit seines Betriebes. Umfassend ausbilden kann jedoch nur, wer sowohl Fachkompetenz als auch arbeitspädagogische Grundlagen vermittelt. Im Handwerk ist der Schlüssel dafür die Meisterqualifikation. Dass rund zwei Drittel aller Lehrlinge nach der Ausbildung übernommen werden, belegt den Erfolg dieser umfassenden Ausbildung der Ausbilder. Darauf sollten wir aufbauen, gerade angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels."

Als ein wesentliches Element für das Erfolgsmodell duale Ausbildung nannte BIBB-Präsident Esser die Akzeptanz nationaler Standards:

"Die duale Ausbildung funktioniert in Deutschland sehr gut, weil es bundesweit einheitliche Regelungen für die Berufsbildung gibt. Das sichert die Mobilität von Fachkräften und beugt Arbeitslosigkeit vor. Kennzeichnend für das deutsche System ist die enge Kooperation von Staat und Wirtschaft sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Sozialpartner: Arbeitgeber wie Gewerkschaften wollen schließlich Fachkräfte sichern und den Standort Deutschland stärken. Hier finanzieren die Unternehmen den Großteil der Ausbildung. Rund 470.000 Betriebe bilden aus und übernehmen dabei mehr als 70 Prozent der gesamten Ausbildungskosten. Auch für die Finanzierung der überbetrieblichen Ausbildungszentren, die eine wichtige Rolle in der Qualitätssicherung spielen, kommen Staat und Wirtschaft gemeinsam auf.

 

Der Leiter des Brüsseler DGB-Büros, Stefan Gran, erklärte:

"Das Zusammenwirken von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Berufsschulen bildet die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche und qualitativ hochwertige Berufsausbildung. Allerdings gilt: Eine gute Ausbildung kostet Geld. Wer gute Fachkräfte haben will, muss daher auch bereit sein zu investieren. Die duale Ausbildung vereint Wissen und berufliches Können und basiert auf der Einsicht, dass man jeden Beruf erlebbar erlernen muss. Wer mit realen Kunden und Kollegen unter Zeitdruck und hohen Qualitätsanforderungen Produkte und Dienstleistungen erbringt, ist eben anders gefordert als in einem geschützten schulischen Raum. Das sind Erfahrungen, die einen fürs Leben prägen."

(Quelle: ZDH)

Letzte Änderung: 14.11.2012


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