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Moderne Ausbildungskonzepte

Auftragorientierte Ausbildung

Elektronikerin bei der Arbeit

Grundlegende Veränderungen in der Technik und der Wandel zur Informations- und Dienstlei-stungsgesellschaft führen zu erneuerten Arbeits-inhalten, -prozessen und -strukturen. Moderne Bildungskonzepte begleiten diesen Wandel und sollen jetzt die so genannte auftragsorientierte Ausbildung ermöglichen.

Von den Gesellen im Handwerk wird erwartet, dass sie zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beitragen und im Verlauf ihres Arbeitsprozesses eigenverantwortlich denken und handeln. Vorraussetzung hierfür ist, dass die Auszubildenden an den ihnen übertragenen Arbeits- und Kundenaufträgen ausgebildet werden. Dadurch lernen die Auszubildenden unter Berücksichtigung betrieblicher Gesamtzusammenhänge systematisch vorzugehen sowie effizient und wirtschaftlich zu arbeiten.

Die Grundform des betrieblichen Geschäftsprozesses im Handwerk ist der Kundenauftrag. Er ist Gegenstand der auftragsorientierten Ausbildung. Durch die Bearbeitung ganzheitlicher Kundenaufträge lernen Auszubildende wichtige betriebliche, fachsystematische sowie prozessrelevante Zusammenhänge kennen.

Ihre Mitwirkung an den Kundenaufträgen steigert sich mit Voranschreiten der Ausbildung.

 

Die Struktur des Kundenauftrags

Kundenaufträge durchlaufen in der Regel die Phasen:


Die Struktur des Kundenauftrags 


Innerhalb einer jeden Auftragsphase ist eine vollständige Handlung zu vollziehen, d. h. selbständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die konkreten Inhalte von Kundenauftrag zu Kundenauftrag variieren und in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden sein können.

Anhand dieser Kundenauftragsstruktur ist ersichtlich, wie vielschichtig und komplex Ausbildung sein kann. Auszubildende und Ausbilder erfahren dabei auch, welche Lehr- und Lernpotentiale in ganzheitlichen Kundenaufträgen stecken.

Während bei Reparaturarbeiten der Schwerpunkt bei der Analyse von technischen Systemen liegt (systematische Fehlersuche), decken komplexe Modernisierungsarbeiten und Installationen zumeist das gesamte Spektrum der Phasen eines Kundenauftrags ab.

 

Fortschreitende Handlungskompetenzen

Während des gesamten Ausbildungsverlaufs können sich unterschiedliche Schwerpunkte innerhalb der entsprechenden Auftragsphasen ergeben. So werden Qualifikationen zur Auftragsdurchführung schwerpunktmäßig zu Beginn erlernt; mit Voranschreiten der Ausbildung treten Tätigkeiten zur Planung und Auswertung hinzu.

Zum Ende der Ausbildung sind die Auszubildenden dann in der Lage, Kundenaufträge selbstständig und eigenverantwortlich zu bearbeiten.

 

Vertrauen in die Arbeit von Auszubildenden

Damit der Auszubildende ganzheitlich geschnittene Aufgaben eines Kundenauftrages übernehmen kann, muss der Betrieb den Geschäftsprozess zum Gegenstand der Ausbildung machen.

Dies bedingt in erster Linie Vertrauen in die Leistungsfähigkeit junger Menschen, aber auch die Notwendigkeit, betriebliche Arbeitsprozesse lernförderlich zu gestalten.

Letzte Änderung: 02.11.2006


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