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Seite drucken Seite empfehlen Seite vorlesen Ausbildung junger Frauen in IT-Berufen*

Anteil von Frauen niedrig

Nach unseren Befragungsergebnissen lag der Anteil der weiblichen Ausbildungsplatzbewerberinnen für IT-Berufe, im Jahre 2000 bei rund einem Fünftel. Allerdings waren sie geringfügig weniger erfolgreich als ihre männlichen Kollegen. Der Anteil von Frauen an den eingestellten Auszubildenden - ebenfalls auf das Jahr 2000 bezogen - lag mit 16% rund 4 Prozentpunkte darunter. Diese 16% entsprechen in etwa dem Anteil von weiblichen Auszubildenden, der jährlich vom Statistischen Bundesamt für die IT-Berufe festgestellt wird. Trotz zahlreicher bildungspolitischer Initiativen hat sich hieran in den letzten Jahren kaum etwas geändert,was auch die Berufsberatungsstatistik der Bundesanstalt für Arbeit zeigt. Vor allem in den weniger kaufmännisch ausgerichteten Berufen scheint es schwierig zu sein, den Frauenanteil zu erhöhen. Das ist um so bedauerlicher, da es sich hier um ein außerordentlich stark wachsendes Segment des Ausbildungsmarktes handelt. Denn Betriebe, die bereits jetzt in einem der fünf IT-Berufe ausbilden, planen für das im Herbst 2001 beginnende Ausbildungsjahr mehr als doppelt so viel Auszubildende einzustellen wie im Jahr 2000 tatsächlich eingestellt wurden.

IT-Ausbildungsbetriebe kritisieren die mit Männlichkeit verknüpfte Darstellung der IT-Berufsbilder

Betriebe, die in IT-Berufen ausbilden, sehen in der Veränderung der einseitig geprägten männlichen Berufsbilder der neuen IT-Berufe offensichtlich eine wichtige Chance, zukünftig mehr junge Frauen für die Ausbildung zu gewinnen. 40% der Nennungen beziehen sich darauf, gegenüber 33% von Betrieben, die nicht in IT-Berufen ausbilden. Insgesamt bewerten Betriebe, die in IT-Berufen ausbilden, die geringe Ausbildungsquote von Frauen in diesen Berufen als ein Problem mangelnder Information, Motivierung und fehlenden Interesses junger Frauen. Ausbildungsbetriebe in IT-Berufen schlagen daher ebenso wie alle anderen Betriebe vor, die Kontakte zu möglichen Bewerberinnen während der Phasen von Berufsorientierung und Berufswahl zu verbessern. Hierzu gehört auch ein höheres Angebot von entsprechenden Berufspraktika für junge Frauen.

IT-Ausbildungsbetriebe setzen zudem auf die Abkehr von einseitig technik-geprägten männlichen Orientierungen, die mit IT-Berufen verknüpft zu sein scheinen. Dazu sollen insbesondere Führungskräfte geschult werden. Frauen in Führungspositionen werden von IT-Ausbildungsbetrieben als sehr wichtig angesehen. Vermutlich zielt dies auf die damit verbundene Vorbildfunktion für junge Frauen. Eine hohe Anzahl von Frauen in Führungspositionen  kann jedoch auch ein Hinweis für insgesamt frauenfreundlichere Betriebsstrukturen sein, durch die junge Frauen zusätzlich motiviert werden können, sich zu bewerben.

Fußnoten

* Auszüge aus "Information Nr. 19 des BIBB - Referenz-Betriebs-System (RBS), April 2001

Zum Jahresende 2000 wurde die RBS-Umfrage 3/2000 begonnen, die sich mit dem Thema "Ausbildung junger Frauen in den IT-Berufen" beschäftigt. Es soll der Frage nachgegangen werden, warum der Anteil von weiblichen Auszubildenden in den Berufen Fachinformatikerin, Informatik-Kauffrau, IT-System-Elektronikerin, IT-System-Kauffrau und Informations-Elektronikerin vergleichsweise gering ist. Von den angeschriebenen 1.900 Betrieben haben 758 Ausbildungsbetriebe geantwortet, deren Fragebogen diesem RBSInfo zugrunde liegen. (Das RBS stellt eine Stichprobe dar, in der die Großbetriebe überproportional vertreten sind; deshalb werden die Befragungsergebnisse nach Betriebsgrößenklassen im alten und neuen Bundesgebiet gewichtet. Alle Ergebnisse im Bericht sind nach Beschäftigten gewichtet. Gewichtungen nach Betrieben werden ausdrücklich angegeben.)

Letzte Änderung: 15.06.2004


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