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Seite drucken Seite empfehlen Seite vorlesen Kooperative Gestaltung von Wissenstransfer in der Berufsbildungsforschung

Dr. Franz Schapfel-Kaiser     und Bernd Kuehn  

Die Erschließung von Wissensbeständen am Beispiel des Projekts "KIBB - Kommunikations- und Informationssystem Berufliche Bildung" und des Online-Portals des Bundesinstituts für Berufsbildung1

 

Einleitung

Der Transfer von Wissen und Arbeitsergebnissen im Kontext der Berufsbildungsforschung schafft die Voraussetzung, um neue Erkenntnisse zu gewinnen, die Praxis weiter zu entwickeln und administrativ politische Entscheidungen zu fällen. Mit dem Online-Portal des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und dem Projekt "Kommunikations- und Informationssystem Berufliche Bildung" (KIBB)2 werden Instrumente entwickelt und bereitgestellt, die das auf die Berufsbildung bezogene Wissen für Forschung und Praxis aufbereiten. Der folgende Beitrag umfasst die Entwicklung, Erfahrungen aus der Zusammenarbeit und einen Ausblick.

Das BIBB als zentrale Stelle für die Entwicklung von Standards (Ausbildungsordnungen) und Erforschung der beruflichen Bildung in Deutschland verfügt über einen sehr umfangreichen Vorrat an Wissen von Expertinnen und Experten. Ziel des Portals www.bibb.de ist es, einen komfortablen Zugang auf Fachinformationen und Wissensbestände des Bundesinstituts zu ermöglichen. Darüber hinaus wird das wissenschaftliche Publizieren von Arbeitsergebnissen im Internet unterstützt und das BIBB im Internet repräsentiert.3

Das institutionelle Angebot des BIBB wird seit dem Jahr 2003 durch das Projekt KIBB im Bundesinstitut erweitert. Dieses hat zum Ziel, Expertenanfragen zur beruflichen Bildung (vorerst aus den Fachressorts) zu beantworten, ein übergreifendes Rechercheportal zu Ergebnissen der Berufsbildungsforschung aufzubauen und die Kommunikation der Expertinnen und Experten (AG BFN - Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz) zu unterstützen.

Neben vielen Aktivitäten, die bei KIBB durchgeführt werden (Implementierung eines Anfragenworkflows, Beantwortung Anfragen seitens Expertinnen und Experten, Integration der AG BFN, Entwicklung eines Klassifizierungssystems für die Berufsbildung), wird über beide Portale mit gemeinsamem Zugriff eine Wissenslandkarte der beruflichen Bildung aufgebaut, in die vorhandene und neu entstehende Datenbanken und Informationssysteme integriert werden.

 

Ausgangspunkt

1. Von der Selbstdarstellung zur Transferplattform - Das BIBB im Internet
Der Internetauftritt des BIBB www.bibb.de hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Damit wurde zum einen auf die allgemein wachsende Bedeutung des Mediums Internet und zum anderen auf gestiegene Anforderungen im Wissenschaftsbetrieb beziehungsweise Praxistransfer reagiert.

  • Phase 1 (vor 1999)
    In der Anfangszeit des Internets stand im Vordergrund, überhaupt in diesem neuen Medium präsent zu sein. Aufgrund der sehr geringen Übertragungsgeschwindigkeiten wurden zunächst lediglich Basisinformationen ohne besonderes Layout angeboten.
  • Phase 2 (1999 bis 2003)
    Die höhere Geschwindigkeit des Internets ermöglichte schließlich eine Selbstdarstellung im Internet, die auch das Corporate Design stärker berücksichtigen konnte. Zunehmend wurden Arbeitsergebnisse und Informationen aus Projekten und Vorhaben über das Internet zugänglich. Im Rahmen von Forschungsaktivitäten entstanden eine ganze Reihe von Online-Portalen des Bundesinstituts mit teilweise sehr unterschiedlichen Anforderungsprofilen, Funktionalitäten und Layouts ("Insellösungen"). Es wurden aber nicht nur mehr Informationen im Internet angeboten, auch die Nachfrage vervielfachte sich. Allein das institutionelle Portal www.bibb.de zählte 2003 bereits knapp 1,4 Millionen Besucher (zum Vergleich 2001: 558.888 Besucher, 2002: 1.015.927 Besucher).
  • Phase 3 (ab 2003)
    Der Trend wachsender Bedeutung der Internetangebote setzt sich bis heute fort. Inzwischen können über 28.000 HTML-Seiten mit Fachinformationen in den circa 30 Portalen und Informationssystemen des Bundesinstituts abgerufen werden.4

    Entscheidend  für den Ergebnis- und Wissenstransfer ist aber weniger die Quantität, sondern vor allem die Qualität der Inhalte, der Recherchesysteme und allgemein des Zugangs zu den Wissensbeständen.


Abbildung 1: Internetauftritt des BIBB - 1996


Abbildung 2: Internetauftritt des BIBB - 2000


Abbildung 3: Internetauftritt des BIBB - 2004

Im Vordergrund der Weiterentwicklung steht daher, die umfangreichen Wissensbestände besser nutzbar zu machen. Gefragt ist der ungehinderte und schnelle Zugriff auf relevante Informationen. Diese Informationen sollen bedarfsgerecht und kontextbezogen zur Verfügung gestellt werden sowie qualitativ abgesichert sein. Die Nutzerinnen und Nutzer suchen Wissen aus einer Hand, ohne sich in einer Vielzahl von Angebotsinseln auskennen zu müssen, die von ihnen jeweils neue Orientierungsleistungen abfordern würden.5

Die daraus resultierende Strategie einer standardisierten Wissenslandkarte (siehe folgender Abschnitt) wird flankiert durch ein Bündel begleitender Aktivitäten, die an dieser Stelle beispielhaft genannt werden:

  • Integration der Systeme und Datenbanken,
  • Verbesserung des BIBB-internen Wissensmanagements,
  • Standards für das wissenschaftliche Publizieren im Internet,
  • Einheitliche Bestelloberfläche für die Verlagsprodukte des BIBB,
  • Englischsprachige Version der Online-Plattform,
  • Professionalisierung Internetredaktion/Qualifizierung von Internetbeauftragten.

Einige der oben genannten Aktivitäten werden gemeinsam von der Internetredaktion des Bundesinstituts und KIBB realisiert. Zentrales Projekt der Zusammenarbeit ist die Entwicklung und Ausgestaltung einer gemeinsamen Wissenslandkarte für das BIBB und darüber hinaus für den Wissenstransfer in der Berufsbildungsforschung insgesamt.


Abbildung 4: Wissenslandkarte im Portal www.kibb.de


Abbildung 5: Screenshot einer "Blattseite"


Abbildung 6: Struktur der "Blattseite" - Verknüpfung vorhandener Informationen

 

Entwicklung und Schnittstellen

2. Aufbau einer gemeinsamen Wissenslandkarte der Berufsbildungsforschung
Die Zielsetzung von KIBB, die Wissensbestände der bundesdeutschen Berufsbildungsforschung zugänglich zu machen, traf sich mit der Zielsetzung der Internetredaktion, einen thematischen Zugang zu den Wissensbeständen des Bundesinstituts zu schaffen. Für die Umsetzung wurde ein gemeinsamer Zugriff auf ein Content-Management-System (CMS) realisiert, der die gemeinsame Strukturierung, Programmierung und Pflege möglich macht.

Eine Wissenslandkarte ("knowledge map", "yellow pages") ist eine Methode zur Wissensrepräsentation.6 Anhand von Wissenslandkarten lassen sich Wissensbestände und Wissensressourcen abbilden. So wird deutlich, wer in welcher Ausführlichkeit über welches Wissen in welchem Kontext verfügt.

Damit wird erreicht, dass auf Informationen unabhängig vom Menschen, der sie schafft und nutzt, zurückgegriffen werden kann. Eine Wissenslandkarte zeigt darüber hinaus die Kernkompetenzen und die Entwicklungsmöglichkeiten der abgebildeten Community oder Institution auf. Sie kann daher auch als strategisches Instrument genutzt werden. Wissensmanagement schafft so die organisatorischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für eine lernende Organisation.7

Lernende Organisationen orientieren sich an den Prozessketten der Wertschöpfung und verlassen die traditionellen Strukturen von Abteilungen und Bereichen. Dies spiegelt sich analog im Bundesinstitut in den Strukturen der mittelfristigen Forschungsplanung, den so genannten Forschungskorridoren wider, die sich abteilungsübergreifend an den bearbeiteten Inhalten orientieren.8 Dementsprechend wurden diese auch zur inhaltsbezogenen Grundlage für die Wissenslandkarte und die thematischen Hauptüberschriften der Wissenslandkarte.

Die Unterthemen wurden aus den gebündelten Themen der Korridore gewonnen und kommunikativ evaluiert (siehe Abschnitt 3 Kommunikationsprozesse).

Für die konzeptionell-strukturelle Umsetzung der Wissenslandkarte wurde ein Zwei-Ebenen-Modell mit Katalogseiten gewählt.Wie man Abbildung 4 entnehmen kann, werden immer zwei Ebenen einer weit verzweigten Wissenslandschaft auf einen Blick sichtbar. Auf der Einstiegsseite wird so das Gesamtspektrum der Themen im Bundesinstitut abgebildet. Mit einem weiteren Mausklick auf eines der Unterthemen erscheint eine neue Katalogseite mit zwei Ebenen, von der aus man auf die so genannten "Blattseiten" (siehe Abbildung 5) gelangt.

So gelingt es den Nutzerinnen und Nutzern mit nur zwei "Klicks", von der Startseite der Wissenslandkarte zu den Fachinformationen eines Themas zu gelangen. Diese thematische Verknüpfung von verstreuten Informationen sowie das Aufzeigen von Verbindungen ist der Beginn der Transformation von Information in Wissen.

In der jetzigen Umsetzungsphase lassen sich alle circa 300 Themen- und Forschungsfelder des BIBB so erschließen. Die Wissenslandkarte ist flexibel und wird in ihrem thematischen Katalog permanent erweitert.

Auf der "Blattseite" werden alle relevanten Wissensbestände zu einem thematischen Zugang (Wissens- beziehungsweise Forschungsgebiet) zusammengeführt (siehe Abbildungen 5 und 6). Neben Standardinformationen zu Themen und Projekten werden auf der "Blattseite" auch zum Thema zugehörige Informationen aus Datenbanken und Informationssystemen angezeigt. Aufgrund der unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen der "Blattseiten" erscheinen nicht alle Kategorien auf jeder Seite, sind aber in den programmierten Templates als Platzhalter angelegt.

Exkurs: Automatische Einbindung vorhandener Informationen/Entwicklung eines Klassifizierungssystems Berufliche Bildung
Die Wissenslandkarte ist ein dynamisches System zur Präsentation von Wissen. In ihrem Hintergrund befindet sich ein Klassifizierungssystem, dass die gesamten Informationen im Bereich der Berufsbildungsforschung und -entwicklung klassifiziert. Das heißt, mittels dieses Systems lassen sich die "Blattseiten", Modellversuche, Veröffentlichungen, Forschungsprojekte, aber auch Programme und Institutionen, sowie Expertinnen und Experten über Klassifizierungsbegriffe beschreiben.9

Dieses System erlaubt es, eingetragene Informationen in Datenbanken mit einem Schlüssel zu versehen und mittels dieses Schlüssels abzugleichen. Auf diese Weise werden aktuell die Modellversuche zur betrieblichen Berufsbildung mit der Wissenslandkarte verknüpft und je nach thematischem Bezug auf der Blattseite angezeigt.10

Für die integrierten Datenbanken steht eine Internetapplikation zur Verfügung, die eine standardisierte Nutzung des Systems unterstützt, erste Anwenderschulungen wurden bereits im Bundesinstitut durchgeführt, die Entwicklung erfolgte unter Beteiligung der für die Datenbanken verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.11

 

Kommunikationsprozesse

3. Forschende für Transparenz und Wissensmanagement gewinnen
Die Erkenntnis, dass für die Erschließung und Verarbeitung des Wissens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr geschehen muss als das Zurverfügungstellen von informationstechnischen Systemen und Strukturen zur Systematisierung von Informationen, ist nicht mehr ganz neu. Übliche Redewendungen in diesem Zusammenhang sprechen beispielsweise von der "Verwandlung der Betroffenen zu Beteiligten", also jenen Managementideen, die bei allen organisatorischen Veränderungen zu Tage treten und den Erfolg eines neuen Ziels durch eine "Bottom-up-Strategie" unterstützen sollen.12 Dennoch scheitern viele Wissensmanagementkonzepte gerade an der Vernachlässigung der lebendigen Kommunikation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und stellen technische Lösungen zu sehr in den Vordergrund. Der Erfolg eines Wissenstransfers ist jedoch abhängig von einem veränderten Umgang mit Wissen im Sinne eines beteiligungsorientierten Gestaltungsprozesses, der ein gemeinsames Produkt zum Ziel hat.

Im Fall des Bundesinstituts treten ähnliche Problemsituationen zutage wie in anderen Institutionen und Unternehmen auch13, obwohl sich hier das Ziel, ein Rechercheportal für externe Nutzerinnen und Nutzer aufzubauen, an die gesetzlichen Aufgaben des Instituts anlehnen lässt ("die wesentlichen Ergebnisse der Berufsbildungsforschung sind zu veröffentlichen" BerBiFG Kapitel 2, § 6, Abs. 2,2). Die Tradition war und ist bislang auch im wissenschaftlichen Sektor, den Transfer und die Vermarktung des Wissens mit dem Namen der Erzeugerin oder des Erzeugers zu verbinden und auf diese Weise auch Selbstmarketing zu betreiben14, also eher ein in hohem Maße individualisierter Umgang mit durch Forschung erzeugtem Wissen, der zudem auch in der Community (beispielsweise bei der Vergabe von Hochschulprofessuren) honoriert wird.15

Es galt also zweierlei beim Aufbau einer Wissenslandkarte zu gewährleisten:

  1. Eine an den inhaltlichen Themenfeldern der Institution und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern orientierte Struktur zu entwickeln, in der sich die Wissensbestände und Forschungsergebnisse der Beteiligten darstellen lassen und die zugleich für externe Nutzerinnen und Nutzer sowohl begrifflich als auch in der Logik der Struktur nachvollziehbar ist.16
  2. Mit konkreten Vorschlägen für eine internetfähige Umsetzungsvariante in den Kommunikationsprozess einzusteigen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Gestaltungsmöglichkeiten, bezogen auf die Struktur und die inhaltliche Zuordnung, einzuräumen.

Gerade dieser zweite Aspekt wird als entscheidend für den Erfolg und die Akzeptanz der entwickelten Struktur angesehen, wie sich auch an der theoretischen Konstruktion des Evaluationsmodells von STOCKMANN (2003) und dessen Umsetzung in der Evaluation des Projekts KIBB sowie dessen interne Wirkungsfelder nachvollziehen lässt.17

Für die Kommunikation zwischen der Internetredaktion und dem Projekt KIBB auf der einen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BIBB auf der anderen Seite wurde in diesem Zusammenhang eine Vielzahl von Kanälen zur Verfügung gestellt und genutzt:

Bevor die Wissenslandkarte als Gestaltungsinstrument in die gemeinsame Umsetzung gebracht werden konnte, wurde sie mit ihren Zielen und als grobe Struktur in Form von Mind Maps in der Implementierungsarbeitsgruppe18 vorgestellt und diskutiert. Des Weiteren wurde die Wissenslandkarte, da an den Forschungskorridoren des BIBB orientiert, mit deren Sprechern diskutiert und überarbeitet. Anschließend wurde sie bereits mit konkreten Inhalten exemplarisch aus Forschungsprojekten und Vorhaben unterlegt, in den einzelnen Arbeitsbereichen präsentiert und nach deren Anregungen erneut in minimalen Aspekten überarbeitet, ehe die Struktur in das CMS übertragen und dort mit weiteren Informationen aus Datenbanken (Forschungs- und Modellversuchsdatenbank) angereichert wurde.19 Am Ende des Prozesses wurden die "Blattseiten" als Screenshots den einzelnen für ihren Inhalt verantwortlich zeichnenden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Kenntnis und gegebenenfalls Ergänzung zugestellt. Hier erfolgten letzte Ergänzungen, so dass dann die "Blattseite" der Wissenslandkarte online gestellt werden konnte.

Dieser zugegebenermaßen aufwändige und beteiligungsorientierte Kommunikationsprozess (innerhalb eines Jahres wurden circa 70 Abstimmungstreffen unter Beteiligung der Internetredaktion und KIBB im Haus durchgeführt) diente der transparenten Entwicklung einer dauerhaften dezentralen Informationsstruktur20, die einer hohen Akzeptanz bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedurfte.21

 

Ausblick

4. Dezentralisierung und Erweiterung der Wissenslandkarte und Aktivitäten des Kommunikations- und Informationssystems KIBB
Nach der intensiven Entwicklungsphase im Jahr 2003/2004 geht nun das Informationsangebot der Wissenslandkarte online und steht parallel unter www.bibb.de und www.kibb.de seit Sommer 2004 zur Verfügung. Bereits jetzt sind in den "Blattseiten" die Forschungsdatenbank und die Modellversuchsdatenbank des Bundesinstituts integriert. Noch in diesem Jahr wird die Literaturdatenbank Berufliche Bildung22 in das Angebot aufgenommen. Die Integration dieser Systeme beruht auf der Anwendung des entwickelten Klassifizierungssystems (siehe Exkurs Kapitel 3).

Für die Gewährleistung der Aktualität und der Qualität ist es sinnvoll und notwendig, den Zugang zur Pflege und Weiterentwicklung zu dezentralisieren. Dies geschieht durch die Berufung von Internetbeauftragten für jeden Arbeitsbereich im Bundesinstitut, die mittels einer Schulung für den Umgang mit der Wissenslandkarte und dem damit verbundenen CMS qualifiziert werden. Sie übernehmen die Aufgabe, die jeweilig verantwortlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die Blattseiten nach Aktualisierungen zu fragen und diese dann auch einzustellen. Ferner machen sie die Internetredaktion und KIBB auf eventuelle Erweiterungen und thematische Veränderungen der Wissenslandkarte aufmerksam, die aus den Arbeitsbereichen gewünscht werden. Die Entscheidung über strukturelle Veränderungen der Wissenslandkarte obliegt der Internetredaktion und dem KIBB-Team in wechselseitiger Abstimmung.

Die Qualitätssicherung der eingestellten Inhalte wird über ein Rechte/Rollen/Workflow-Konzept durch die Internetredaktion geleistet. Darüber hinaus werden die Internetbeauftragten bei der Aufbereitung komplexer Inhalte wie zum Beispiel der Präsentation statistischer Daten durch die Internetredaktion unterstützt.

Neben dieser Zusammenarbeit zwischen dem Projekt KIBB, der Internetredaktion und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BIBB an der Schnittstelle Wissenslandkarte ist noch auf andere Aufgaben des Projektes KIBB zu verweisen, da sie den künftigen Ausbau des Wissenstransfers in der Berufsbildungsforschung betreffen.23

Neben dem Ausbau der Wissenslandkarte unterstützt KIBB den Ausbau von Informationsangeboten zu Ergebnissen der Berufsbildungsforschung. Hierbei ist der Onlinegang der Literaturdatenbank Berufliche Bildung und der Aufbau einer Berufsbildungsrechtsdatenbank zu erwähnen, wie auch die Realisierung einer Regionaldatenbank mit statistischen Angaben und die Überarbeitung der Modellversuchsdatenbank. Perspektivisch bietet sich eine Ergänzung des Informationsangebots um die schulischen Modellversuche wie auch eine Institutionendatenbank und eine Expertendatenbank an.24

Des Weiteren wird im KIBB-Portal die Wissenslandkarte durch Themen und Informationen außerhalb des Bundesinstituts ergänzt. Hierzu zählen insbesondere der gesamte schul- und arbeitsmarktbezogene Bereich der Berufsbildungsforschung und die damit verbundenen Institutionen, insbesondere die in der AG BFN zusammengeschlossenen Akteurinnen und Akteure.25

Eine für KIBB zentrale Aufgabe ist die Beantwortung von Anfragen zur Berufsbildung seitens Expertinnen und Experten. Im ersten Jahr der Aufbauphase von KIBB war ausschließlich das Bundesministerium für Bildung und Forschung berechtigt, Anfragen zu stellen.26 Hieraus entstand bereits ein Fundus von Antwortdokumenten, die in eine Anfragendatenbank überführt und so der Recherche zugänglich gemacht werden.27 Daneben qualifiziert sich das KIBB-Team in der Koordination von Expertinnen und Experten (vornehmlich aus dem Bundesinstitut), welche die Beantwortung unterstützen.

Integraler Bestandteil des KIBB-Portals ist deshalb auch ein Anfragenmodul, über welches der gesamte Workflow der Anfragenbearbeitung internetgestützt verfolgt und dokumentiert wird.28 Als dokumentierte Information werden die Ergebnisse der Anfragen mit der Wissenslandkarte auf den "Blattseiten" verbunden.

Zusätzlich wird es einen Community-Bereich für die Möglichkeit zur internetgestützten Kommunikation der Expertinnen und Experten der AG BFN geben. Das Angebot wird in enger Abstimmung mit den Nutzerinnen und Nutzern entwickelt und sieht eine behutsame Erweiterung der Kommunikationsmöglichkeiten vor. In das Modul integriert wird das neue System des Expertenmonitors, ein weiteres Produkt enger Entwicklungszusammenarbeit mit dem Bundesinstitut, das auf dem Berufsbildungsdelphi des BIBB aufsetzt und erlaubt, in regelmäßigen Abständen Onlinebefragungen mit Expertinnen und Experten der Berufsbildungsforschung durchzuführen.29

Das Projekt KIBB arbeitet auch im eigenen Kontext konsequent orientiert an Prinzipien des Wissensmanagements, hier dargelegt in vier Dimensionen:

  • permanente Information der Interessierten
    (via Intranet und Internet, Newsletter und wissenschaftlichen Publikationen);
  • partizipative Entwicklung von Strategie und Produkten
    (Gestaltungsbeteiligung im Beratenden Ausschuss [Kundensicht], in der Implementierungsarbeitsgruppe, bei der Entwicklung des Portals, des Klassifizierungssystems und der Wissenslandkarte);
  • Gewährleistung unabhängiger Projektfortschrittskontrolle
    (Evaluation des Projektes durch CEval);
  • Dokumentation des eigenen Entwicklungsprozesses
    (vierteljährliche Zwischenberichte, prozessbegleitendes internes Monitoring);

Durch diese Elemente wird eine nachhaltige Projektentwicklungsstrategie verfolgt, die bereits im Projektverlauf nachhaltige Produkte in Abstimmung mit der Anwendergruppe entwickelt und deren Implementierung begleitet. Durch die hohe Transparenz wird nicht nur das Vertrauen in das Projekt erhöht, sie erlaubt anderen Projekten ähnlicher Natur bereits im Entwicklungsprozess die Adaption von Erfahrungen.

 

Erwartungsfallen: Dämonen und Götter

5. Selbstkritik und Fazit
Die "globale NetzWerkGesellschaft"30 ist komplex. Sie ist durch eine hohe Innovationsgeschwindigkeit und damit Veränderungen und Risiken geprägt, die sich auch im sozialen Wandel widerspiegeln. Die Berufsbildungsforschung im Allgemeinen und das Management des vorhandenen Wissens im Besonderen können unterstützen, die neuen Anforderungen besser zu bewältigen. Dieser Beitrag wird jedoch häufig über- oder unterschätzt.

Die erste Erwartungsfalle, die Überschätzungsfalle, wurde bereits 1814 durch den französischen Mathematiker Laplace in einem Essay beschrieben: "Eine Intelligenz, welche für einen gegebenen Augenblick alle in der Natur wirkenden Kräfte sowie die gegenseitige Lage der sie zusammengesetzten Elemente kennte, und überdies umfassend genug wäre, um die gegebenen Größen der Analysis zu unterwerfen, würde in derselben Formel die Bewegungen der größten Weltkörper wie des leichtesten Atoms umschließen; nichts würde ihr ungewiss sein und Zukunft wie Vergangenheit würden ihr offen vor Augen liegen".31

Durch Wissensmanagement kann der Zugriff auf vorhandene Erkenntnisse verbessert werden, was in der Folge positive Auswirkungen auf die Problemlösungskompetenz und die Qualität von Forschungsergebnissen haben kann. Die Erwartung, unter dem Begriff Wissensmanagement einen "Laplaceschen Dämon" zu schaffen, der dank künstlicher Intelligenz das Weltwissen mit einem Male zur Verfügung stellt und sozialwissenschaftliche Forschungsfragen im Google-Format beantwortet, hält sich hartnäckig.

Für die zweite Falle, die Unterschätzungsfalle, gibt es auch Beispiele, eines davon erwächst aus einer Vorstellung, die Hegel 1833 poetisch beschrieb. Demnach kommen die Wissenschaft und damit auch Wissensmanagement grundsätzlich immer zu spät, weil sie Entwicklungsprozesse nie vorhersehen, sondern bestenfalls nachträglich beschreiben können:

"Wenn die Philosophie ihr Grau in Grau malt, dann ist eine Gestalt des Lebens alt geworden, und mit Grau in Grau lässt sie sich nicht verjüngen, sondern nur erkennen; die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug".32

Auch wenn nach dem kritischen Rationalismus heute Wissenschaft auf "nicht falsifizierten", vorhandenen Erkenntnissen beruht und damit Wissensmanagement eine ganz entscheidende Rolle für den Erkenntnisgewinn spielen könnte, hat auch die "Eule der Minerva" noch eine gewisse Anhängerschaft.

Vielleicht bleibt im Tempo der schnellen Informationsverarbeitung und deren Nutzung für neue informationsgestützte Produkte und Entscheidungen tatsächlich keine Zeit mehr für die kritische Einlassung.33 Wenn alles jetzt zur Verfügung stehen muss, wird die Gegenwart allmächtig, Anfang und Ende verschwinden.34 Damit allerdings auch Ursprung und Ziel.

 

Fazit
Der im BIBB eingeschlagene Weg der kooperativen Gestaltung von Wissenstransfer in der Berufsbildungsforschung fußt weder auf "Laplaceschen Dämonen" noch auf "Minervas Eulen". Es geht darum, ohne Über- und Untertreibungen neue Möglichkeiten bei der Gestaltung von Wissensprozessen zu erproben und zu evaluieren.

Es scheint, so der momentane Eindruck, dass in der Zusammenarbeit zweier Organisationseinheiten und "Projektteams" hilfreiche Schritte für ein verbessertes Wissensmanagement innerhalb des Bundesinstituts und darüber hinaus für die Berufsbildungsforschung in Deutschland initiiert wurden. Es scheint auch so, dass mitentscheidend für den Erfolg ein gutes Zusammenspiel zwischen Organisationseinheiten und die partizipative Gestaltung des Prozesses war und ist.

Es bleibt abzuwarten, wie stark sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Institutionen der Berufsbildungsforschung, zusammengefasst in der AG BFN, an der Weiterentwicklung der Wissenslandkarte beteiligen, die Standards annehmen und ihre eigene Perspektive einbringen. Mit dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft sind erste ermutigende Schritte getan.

Auch die Akzeptanz der internetgestützten Anfragenbearbeitung seitens der Nutzerinnen und Nutzer ist noch nicht abzusehen, wie auch die Nutzung der Wissenslandkarte als individuelles Rechercheinstrument. Dies alles wird ausschlaggebend für die Akzeptanz eines Wissensmanagements im BIBB, des Projektes KIBB und auch für Entwicklung eines überinstitutionellen Wissenstransfers in der Berufsbildungsforschung sein.

Ob mit der Optimierung der internetgestützten Informationszugänge, deren erfolgreichen Implementierung und der damit verbundenen Anforderung an Wissenschaft, Administration und Praxis tatsächlich ein Verlust einhergeht von lebendiger, kritisch konstruktiver Kommunikation im Sinne respektvollen Diskurses, bleibt abzuwarten.35 Die Autoren wünschen sich den kritischen Diskurs und erhoffen sich auf der Basis der dargestellten Prozesse auch die Förderung des wechselseitigen Gedankenaustauschs.


Abbildung 7: Internetapplikation des Klassifizierungssystems


Abbildung 8: Kommunikations- und Abstimmungsprozess


Abbildung 9: Aufgaben KIBB (in Anlehnung an Weis 2004)


Abbildung 10: Startseite des Anfragenmoduls im KIBB-Portal

Fußnoten

1 Der Beitrag basiert auf einem gemeinsamen Vortrag auf den Hochschultagen Berufliche Bildung im März 2004 an der Technischen Universität Darmstadt (siehe auch Bendig et al., 2003)

2 KIBB ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt im BIBB (http://www.kibb.de/).

3 Das Online-Portal des BIBB (http://www.bibb.de/) wird durch die Internetredaktion im Arbeitsbereich "Produktmarketing, Information der Fachöffentlichkeit, Informationssysteme" betreut. Primäre Zielgruppen sind Fachleute aus den Gestaltungsbereichen der Berufsbildung und Berufsbildungsforschung: Wissenschaft, Praxis, Politik und Sozialpartner. Darüber hinaus werden Vertreterinnen und Vertreter der Medien und Journalistinnen und Journalisten angesprochen sowie der Dialog mit einer interessierten (Fach-)Öffentlichkeit unterstützt.

4 Einen Überblick erhält man unter: www.bibb.de/de/wlk7982.htm (Portale und Datenbanken im BIBB)

5 Vergleiche Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.): Informationen vernetzen - Wissen aktivieren. Strategisches Positionspapier zur Zukunft der wissenschaftlichen Information in Deutschland, Bonn 2002, S. 1 f.

6 Vergleiche die Ausführungen von Weis/Zinnen zur Wissensrepräsentation im vorliegenden Heft.

7 Vergleiche B. v. Guretzky, 2004

8 Vergleiche Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): KIBB relations. newsletter des Projektes Kommunikations- und Informationssystem Berufliche Bildung. Ausgabe 2/2003, veröffentlicht im Internet, URL: www.bibb.de/dokumente/pdf/kibb_newsletter_02_2003.pdf (Stand: 1.9.2004)

9 Vergleiche Rützel, J. et al., 2004

10 Diese Entwicklung erfolgte unter Federführung des Projektes KIBB mit Unterstützung von Prof. Dr. Rützel, TU Darmstadt, und in Abstimmung mit der AG BFN.

11 Vergleiche Schapfel-Kaiser, F. et al.: Das Klassifizierungssystem und die Vernetzung des Wissens, in: Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): KIBB relations. newsletter des Projektes Kommunikations- und Informationssystem Berufliche Bildung, Ausgabe 2/2003, veröffentlicht im Internet,URL: www.bibb.de/dokumente/pdf/kibb_newsletter_02_2003.pdf (Stand: 1.9.2004)

12 Vergleiche Engstler, M., 2002

13 ",Wissen ist Macht' wirkt als hinderliche Vorstellung, ist dabei zugleich sehr realistisch, da die Konkurrenz auch innerhalb derselben Organisation eine Realität ist. Widerstände gegen den Wandel von Organisationen haben durchaus ihre Berechtigung, wenn sie als Indikatoren für Prozessqualität und herrschende Kultur beachtet werden und die Reflexionsfähigkeit, Kritikfähigkeit, den professionellen Umgang mit Unsicherheit, Konflikten und Konkurrenz sowie Veränderungsbereitschaft einfordern" (Basel, Fasshauer 2002, S. 8)

14 Vergleiche Mruck, K. et al., 2004

15 Zum Diskussionszusammenhang zur Veränderung bezüglich wissenschaftlicher Publikationen vergleiche Björk, B. C., 2004, zur Verantwortung "Wissender" vergleiche Negt, O., 2003.

16 In diesem Zusammenhang darf die Vorarbeit im BIBB durch die systematische Forschreibung der Forschung in sieben Forschungskorridoren, die auch von Brosi (2002) in den Kontext des Wissensmanagements des BIBB gestellt wird, nicht unterschätzt werden.

17 Vergleiche CEval (Baltes, K. et al.), 2004

18 In der Implementierungs-Arbeitsgruppe für das Projekt KIBB sind die Arbeitsbereiche des Instituts vertreten. Sie dient der Unterstützung der BIBB-internen Kommunikation in Form von Quartalstreffen mit Berichten aus dem Projektstand und Rückmeldungen aus den Arbeitsbereichen.

19 Die Informationen aus den Datenbanken sind bereits zur Verfügung gestelltes Wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihrer Projekte, das nun mittels der Wissenslandkarte in einer zentralen Form für Nutzerinnen und Nutzer zugänglich wird, ohne dass diese sich jeweils mit neuer Orientierungsarbeit in einem anderen technischen System befassen müssen.

20 Vergleiche CEval (Baltes, K. et al.), 2004, S. 49

21 In der Implementierungs-Arbeitsgruppe für das Projekt KIBB sind die Arbeitsbereiche des Instituts vertreten. Sie dient der Unterstützung der BIBB-internen Kommunikation in Form von Quartalstreffen mit Berichten aus dem Projektstand und Rückmeldungen der Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen.

22 Ein gemeinsam von BIBB, IAB und AG BFN bestückte Datenbank mit Literatur der beruflichen Bildung.

23 Vergleiche hierzu und im Folgenden die beiden Newsletter zu KIBB, Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): Ausgaben 1/2003 und 2/2003

24 Allerdings sind hier Dopplungen zu vermeiden und Abstimmungen mit bereits vorhandenen Informationsangeboten noch zu vollziehen (Bildungsserver, CEDEFOP, IAB, dipf etc.). Siehe insbesondere - bezogen auf die europäische Dimension der Berufsbildungsforschung -: Mc Cullough, C., 2003

25 Nicht zuletzt hierfür war es notwendig, eine flexible Struktur und Technologie anzuwenden, die es erlaubt, Themen in der Wissenslandkarte zu erweitern, neu zu strukturieren, zu gruppieren und auch die "Blattseiten" ergänzungsfähig zu halten. Des Weiteren erforderte diese Perspektive eine Lösung, die bei all der intensiven Kooperation mit dem Bundesinstitut einen integrierten und zugleich separat gestaltbaren Teil der Wissenslandkarte im KIBB-Angebot erlaubt. Um diese Inhalte integrieren zu können, wurde unter Beteiligung der AG BFN das Klassifizierungssystem entwickelt.

26 Der Kreis der Anfragenberechtigten wird in diesem Jahr auf alle Ressorts der Bundesregierung erweitert und soll langfristig auch den Sozialpartnern zur Verfügung stehen. Die Informationen auf der Wissenslandkarte sind öffentlich.

27 Vergleiche beispielhaft Ehrenthal, B.: Ein Anfragenbeispiel, in: Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): KIBB relations, Ausgabe 2/2003

28 Vergleiche Zinnen, H., 2003

29 Vergleiche Ehrenthal, B. et al.: Expertenmonitor Berufliche Bildung, veröffentlicht im Internet, URL: www.bibb.de/de/13154.htm (Stand: 24.5.2004)

30 Vergleiche Bendig et al., 2003

31 Laplace, P. S., 1932

32 Hegel, G.W. F., 1981, S. 28

33 "Je entwickelter das Kapital, je ausgedehnter daher der Markt, auf dem es zirkuliert, der die räumliche Bahn seiner Zirkulation bildet, desto mehr strebt es zugleich nach größerer räumlicher Ausdehnung des Markts und nach größerer Vernichtung des Raums durch die Zeit." (Marx, K: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie 1859, S. 438 zitiert bei Schapfel-Kaiser 1998)

34 Vergleiche Geißler, K. A., 1993

35 "Wissen ist ein anderes Gut als Autos oder Mikrochips. Es ist ein immaterielles und ein interaktives Gut. Interaktiv bedeutet, dass Wissen erst im Gebrauch von Informationen, also in Aktionen und Interaktionen, entsteht. Wenn die Wissensproduktion über viele Plätze weit verstreut stattfindet, wenn sie auf verschiedene Akteure, die alle daran beteiligt sind, aufgeteilt ist und wenn sie in unterschiedliche kognitive Perspektiven aufgespalten ist, dann scheint auf den ersten Blick eine Politik der Sammlung, Vereinheitlichung, Standardisierung und Modularisierung rational zu sein. Sie entspricht zwar den Erfahrungen mit der Rationalisierung der industriellen und ökonomischen Prozesse. Aber sie riskiert die Zerstörung gerade derjenigen Eigenschaften, die dem Wissen seinen besonderen Wert verleihen: Das sind der Reichtum der Aspekte und Assoziationen, der beschnitten würde, und der interaktive Charakter des Wissens, der verloren ginge, wenn es grenzenlos explizit gemacht und formalisiert würde." (Rammert, W., 2003, S. 502)


Literatur

Basel, D.; Fasshauer, U.: Wissensmanagement. Optimistische Relativierungen aus pädagogischer Sicht. In: Berufsbildung Heft 77, 2002, S. 3-8

Bendig, B.; Herzog, C.; Rützel, J. (Hrsg.): Berufsbildung in der globalen NetzWerkGesellschaft, 13. Hochschultage Berufliche Bildung 2004, Darmstadt 2003

Bestgen, J.; Meier, T.; Schmitt, C.: IT-Konzepte für das Wissensmanagement, Hannover 2000

Björk, B. C.: Open access to scientific publications - an analysis of the barriers to change. In: Information research, Information Research, Vol. 9 No. 2, January, 2004, veröffentlicht im Internet, URL: http://InformationR.net/ir/9-2/paper170.html (Stand: 1.9.2004)

Brosi, W.:Wissensmanagement im Bundesinstitut für Berufsbildung. In: LIMPACT, Heft 5, Bonn, 2002.

Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): Mittelfristiges Forschungsprogramm 2003 des Bundesinstituts für Berufsbildung, Bonn

Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): KIBB relations. newsletter des Projektes Kommunikations- und Informationssystem Berufliche Bildung. Ausgabe 1/2003, veröffentlicht im Internet, URL: www.bibb.de/dokumente/pdf/kibb_newsletter_01_2003.pdf (Stand: 1.9.2004)

Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): KIBB relations. newsletter des Projektes Kommunikations- und Informationssystem Berufliche Bildung. Ausgabe 2/2003, veröffentlicht im Internet, URL: www.bibb.de/dokumente/pdf/kibb_newsletter_02_2003.pdf (Stand: 1.9.2004)

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CEval (Baltes, K.; Krapp, S., Stockmann, R.): Erster Zwischenbericht - Begleitende Evaluation des Kommunikations- und Informationssystems Berufliche Bildung (KIBB) - Im Auftrag des BIBB. Unveröffentlichtes Manuskript, Mai 2004

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Letzte Änderung: 01.08.2007


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