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Gläserne Fachtagung - didacta 2007

Vom Wald lernen - und nachhaltig leben. Gläserne Fachtagung zum Thema Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung

Im Rahmen des Forums Ausbildung/Qualifikation, das vom BIBB in Zusammenarbeit mit dem didacta Verband bei der didacta 2007 durchgeführt wurde, stand der 28.2.07 unter dem Motto: "Vom Wald lernen und nachhaltig leben". Gezielt eingeladen waren Mitarbeiter aus Projekten, die im Rahmen des Forschungsprogramms FONA (Forschung für Nachhaltigkeit) mit Fragen der Bildung bzw. insbesondere der Berufsbildung befasst sind. Angesprochen werden sollten darüber hinaus aber auch alle Messebesucher/ innen, die sich für die Fachtagungsthemen interessieren und sich informieren und mitdiskutieren wollten.
Impulsvorträge, die unterschiedliche Aspekte des Themenfeldes Nachhaltigkeit und Wald ansprachen, sollten die Grundlage bilden für eine Diskussion zwischen Fachleuten und Messebesuchern. Durch das Programm führte Solvig Wehsener, die ihre Moderation mit Bildern aus dem Film "You can believe - a globalisation saga" illustrierte und damit auf die globale Herausforderung der Umsetzung des Leitbildes der Nachhaltigkeit aufmerksam machte. 
(Foto: Axel Krähenbrink vom Bundesinstitut für Berufsbildung und die Moderatorin, Solvig Wehsener)
Moderation der Veranstaltung: Solvig Wehsener, Berlin
Fotos: M.Hilgers (6), BIBB/ES (2)

In der Fachtagung wurden folgende Vorträge gehalten:

Prof. Dr. Michael Suda und Renate Kirmeier (TU München): "Alles, überall aber sofort. Von den Helden der Alltagsbeschleunigung zur Ruhe das Waldes". Gespielte Szenen statt Worte des Vortrags
Dagmar Winzier (BIBB): "Vom Förster im Silberwald zum Harvester-Piloten mit GPS-Kompetenz". Berufe in der Wertschöpfungskette Wald-Holz-Verarbeitung
Axel Krähenbrink (BIBB): "Vom Wald lernen heißt nachhaltig leben". Von der Systemtheorie zur Personalwirtschaft. Von der elementaren Waldpädagogik zur Wald-Wirtschaftspädagogik
Dr. Nina Katz (Uni Lüneburg) und Matthias Hilgers (IUB Hannover): "Was die Waldpädagogen für das nachhaltige Bewußtsein leisten können". Zur Professionalisierung eines Berufs - mit guten Praxisbeispielen.
Barbara Töpfer (Institut für Qualitätsentwicklung, Wiesbaden): "Der Perspektivwechsel als didaktisches Leitmotiv der Nachhaltigkeit".



Prof. Dr. Michael Suda und Renate Kirmeier (TU München)
Alles, überall aber sofort. Von den Helden der Alltagsbeschleunigung zur Ruhe des Waldes.

"Wieviel müssen wir eigentlich arbeiten, damit wir uns den Urlaub noch leisten können, den wir brauchen, um uns von der Arbeit zu erholen?" So lautete die erste Leitfrage, die Prof. Michael Suda und Renate Kirmeier aufwarfen. In einem kurzweiligen Wechsel von szenischem Spiel, Publikumsbefragung und Vortrag machten sie deutlich, dass der Wald ein geeigneter "Entschleunigungsort" zur zunehmenden Beschleunigung sämtlicher Alltags- und Arbeitsprozesse ist. Dass dies auch von vielen Menschen so gesehen und insbesondere erlebt wird, zeigten sie anhand einer empirischen Untersuchung, die sie mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung und einer großen Anzahl von Waldbesuchern durchgeführt haben. Dabei zeigte sich, dass das Bild des Waldes in der Bevölkerung sehr stark von in den Medien verbreiteten Katastrophenszenarien beeinflusst ist, dieser Einfluss aber von dem tatsächlichen Erleben im Wald annähernd vollständig neutralisiert wird. 
Vortragsfolienpdf Datei (1,6 MB)  Text eines ähnlichen Vortrages: pdf-Datei (234 kB)



Dagmar Winzier (BIBB)
Vom Förster im Silberwald zum Harvester-Piloten mit GPS-Kompetenz.

Dagmar Winzier vom Bundesinstitut für Berufsbildung stellte in ihrem Vortrag die Berufe in der Wertschöpfungskette Wald-Holz-Produkt vor. Als Einstieg klärte sie einige grundsätzliche Fragestellungen bzw. definierte die Begriffe, die (wie z.B. Forst, Holz, Wertschöpfungskette) in diesem Zusammenhang verwendet werden. Dies und die Vorstellung des Systems, wie in Deutschland Berufe geordnet sind, diente ihr als Grundlage einer differenzierten Darstellung der Ausbildungsinhalte und des notwendigen Qualifizierungsbedarfs. Neben der notwendigen Vermittlung einer Schnittstellenkompetenz in der Wertschöpfungskette Forst-Holz-Brett sieht sie einen Diskussionsbedarf in der Frage, inwieweit der Manager für Sustainable Development ein Beruf der Zukunft sein könnte.
Vortragsfolien: pdf Datei (1 MB)



Axel Krähenbrink (BIBB)
Vom Wald lernen heißt nachhaltig leben.

Axel Krähenbrink spannte in seinem Vortrag den Bogen von der Systemtheorie zur Personalwirtschaft, von der elementaren Waldpädagogik zur Wald-Wirtschaftspädagogik. Nach einer Darstellung der wichtigsten grundlegenden Ziele von Bildung und Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung und deren Umsetzung in der Waldpädagogik stellte er die These auf, dass die Personalwirtschaft direkt von der Waldwirtschaft lernen kann. Er verglich einen Monokultur-Wald mit einer Personalwirtschaft, die sich allein auf eine Alters- oder Ausbildungsstandstruktur gründet und eine naturgemäße Waldwirtschaft mit einer Personalwirtschaft, die durch eine größere Varietät krisenresistent und effektiv ist.
Vortragsfolien: pdf Datei (2 MB)



Dr. Nina Katz (Uni Lüneburg) und Matthias Hilgers (IUB Hannover)
Was die Waldpädagogen für das nachhaltige Bewußtsein leisten können.

Dr. Nina Katz und Matthias Hilgers  machten mit ihrem Vortrag den Versuch, den Erkenntnisstand zur Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung vor dem Hintergrund einer empirischen Untersuchung der Uni Lüneburg (Zum Stand der Waldpädagogik in forstlichen Einrichtungen Deutschlands, Uni Lüneburg, Januar 2007) für die Waldpädagogik zu konkretisieren und so zu zeigen, inwieweit die Waldpädagogik eine Möglichkeit darstellt, Nachhaltigkeit zu lehren. Illustriert mit kurzen Filmspots des "Nachhaltigen Filmblicks" und mit der konkreten Anwendung auf gelungene Praxisbeispiele, die zur Zeit im Rahmen eines BIBB-Projektes aufbereitet werden, konnten Hinweise dafür gegeben werden, in welche Richtung aktuelle Professionalisierungstendenzen entwickelt werden sollten.  
Vortragsfolien: pdf Datei (1,4  MB) , 
Studie: Zum Stand der Waldpädagogik in forstlichen Einrichtungen Deutschlands: pdf Datei (434 kB) 
 


Barbara Töpfer (Institut für Qualitätsentwicklung, Wiesbaden)
Der Perspektivwechsel als didaktisches Leitmotiv der Nachhaltigkeit.

Barbara Töpfer stellte in ihrem Beitrag heraus, wie wichtig ein Perspektivwechsel für das Verständnis des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung ist und dass der Perspektivwechsel somit den Charakter eines didaktischen Leitmotivs einer Bildung für nachhaltige Entwicklung hat. Sie baute ihren Vortrag als einen "Spaziergang" auf, der von den Zuhörern selber mehr als einmal einen Perspektivwechsel verlangte. Dabei zeigte sie, dass ein Perspektivwechsel grundlegend für interkulturelles und globales Lernen ist und eine Aufgabe der Bildung für nachhaltige Entwicklung sein muss, interkulturelle und intrakulturelle Begegnungssitutationen als Lernsituationen aufzubauen.
Vortragsfolien: pdf Datei (3,2 MB) 

Letzte Änderung: 10.11.2008


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