Berufliche Entwicklung junger Fachkräfte nach Abschluss der Ausbildung
Der Fokus des bildungspolitischen Interesses war in den letzten Jahren auf die Entwicklung des Ausbildungsstellenmarktes, der durch eine zunehmende Knappheit an Berufsausbildungsstellen gekennzeichnet ist, gerichtet. Im Vordergrund der Betrachtung standen somit Problemlagen der "ersten Schwelle", wie z. B. die Schwierigkeiten, Schulabgänger mit einer beruflichen Ausbildung zu versorgen. Die Entwicklungen an der sog. "zweiten Schwelle", dem Übergang junger Fachkräfte von der Ausbildung in die Erwerbstätigkeit, haben dagegen relativ wenig berufsbildungspolitische Aufmerksamkeit erfahren, obwohl die vorliegenden statistischen Befunde zum Verbleib junger Fachkräfte nach dualer Ausbildung seit Mitte der 90er Jahre auf größere Schwierigkeiten an der "zweiten Schwelle" hinweisen. So wurden 2004 beinahe 40 Prozent der Ausbildungsabsolvent/-innen in Deutschland im Anschluss an die Ausbildung für eine kürzere oder auch längere Zeit arbeitslos. Die Chancen eines direkten Übergangs von der Ausbildung in die Erwerbstätigkeit, insbesondere die betrieblichen Übernahmeangebote, haben seit Mitte der 90er Jahre deutlich abgenommen.




