Nationale Qualifikationsrahmen in England, Irland, Schottland - Konstruktion, Nutzung, Wirkung
In Lissabon wurden im Jahr 2000 von den Staats- und Regierungschefs gemeinsame Ziele für die Weiterentwicklung der Bildungssysteme formuliert, die bis 2010 umgesetzt werden sollen. Vor diesem Hintergrund wurde mit der "Brügge-Initiative" zur europäischen Öffnung der Berufsbildungssysteme und der "Kopenhagen-Erklärung" zur verstärkten Zusammenarbeit (2002) der Integrationsprozess im Bereich der Berufsbildung beschleunigt.
Im Kommuniqué von Maastricht vom Dezember 2004 haben sich deshalb die für die Berufsbildung zuständigen Minister, die Sozialpartner und die Europäische Kommission dafür ausgesprochen, einen europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) zu entwickeln und umzusetzen. In der Erklärung wird dies auch mit den Zielen verknüpft, die Qualität der Berufsbildung zu sichern und zu steigern sowie ihre Gleichwertigkeit gegenüber der schulischakademischen Bildung zu fördern. Gleichzeitig wird für die Berufsbildung eine enge Verknüpfung zwischen der Entwicklung eines EQR und eines europäischen Leistungspunktesystems (ECVET) angestrebt.
Nach der Beratung des ersten Entwurfs zum EQR (Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2005) im zweiten Halbjahr 2005 wird dieser nun von einer technischen Arbeitsgruppe überarbeitet; Mitte 2006 geht der revidierte Entwurf dann auf den Entscheidungsweg und soll unter deutscher Präsidentschaft im Frühjahr 2007 von Parlament und Ministerrat verabschiedet werden.
Eine Reihe von Ländern, namentlich England, Irland und Schottland, hat bereits seit Jahren Nationale Qualifikationsrahmen etabliert, die z.T. auch der Konstruktion des EQR zugrunde lagen. Bei der Entwicklung eines NQR für Deutschland sind deshalb auch diese NQRn zu prüfen, ihre Entstehung und Konstruktion wie ihre Wirkungen und Probleme.
Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Qualifikationsrahmen ist als ein Mittel konzipiert, um Qualifikationen unterschiedlicher Bildungsbereiche und Berufserfahrungen in einer gemeinsamen Sprache als Lernergebnisse darzustellen und vergleichbar zu machen, Lernergebnisse innerhalb eines Niveaus und zwischen unterschiedlichen Niveaus anzurechnen, in anderen Staaten erreichte Lernergebnisse einzuordnen und einen Transfer zwischen (Sub-)Systemen zu ermöglichen. Die europäische Initiative gibt Impulse für einen nationalen Qualifikationsrahmen.
Eine Reihe von Ländern, namentlich England, Irland und Schottland, hat bereits seit Jahren Nationale Qualifikationsrahmen etabliert, die z.T. auch der Konstruktion des EQR zugrunde lagen. Bei der Entwicklung eines NQR für Deutschland sind deshalb auch diese NQRn zu prüfen, ihre Entstehung und Konstruktion wie ihre Wirkungen und Probleme.




