Kompetenzstandards in der Berufsausbildung
Kompetenzstandards in der Berufsausbildung
Im Rahmen des Forschungsprojektes "Kompetenzstandards in der Berufsausbildung" wurde ein Konzept entwickelt, wie zukünftig Ausbildungsordnungen kompetenzbasiert gestaltet werden können. Im Mittelpunkt stand dabei die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen theoretischen Kompetenzbegriffen und deren Operationalisierung.
In der beruflichen Bildung hat sich ein Kompetenzbegriff durchgesetzt, der die Handlungsfähigkeit der Individuen in den Focus nimmt. Handlungskompetenz bedeutet in der Lage zu sein, Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich unter Berücksichtigung des Kontextes und der in diesem handelnden Personen gestalten zu können. Handlungskompetenz wird in Arbeits- und Lernsituationen erworben und für die berufliche und persönliche Entwicklung genutzt. Handlungskompetenz entfaltet sich in den Dimensionen Fach-, Methoden-, Sozial- und personale Kompetenz.
In der Diskussion um die Umsetzung von Kompetenzbasierung im beruflichen Bereich steht die Frage nach geeigneten Kompetenzmodellen zur Erfassung von Kompetenzen und zur Gestaltung von Curricula, .
Im Projekt wurden ausgewählte Ausbildungsordnungen dahingehend untersucht, inwieweit die grundlegenden Dimensionen beruflicher Handlungskompetenz - Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und personale Kompetenz - bereits verankert sind.
Auf Basis der theoretischen Erkenntnisse wurde ein Kompetenzmodell entwickelt und erprobt, das berufsübergreifend angelegt ist und dazu beitragen soll, die Gestaltung von Ausbildungsordnungen einheitlich und transparent am Leitprinzip der Kompetenzorientierung auszurichten (siehe Abbildung1).

Abbildung 1: Kompetenzmodell zur Gestaltung kompetenzbasierter Ausbildungsordnungen
Das Kompetenzmodell bildet die Grundlage für das "Konzept zur Gestaltung kompetenzbasierter Ausbildungsordnungen", in dem in vier Teilschritten der Prozess zur Gestaltung kompetenzbasierter Ausbildungsordnungen beschrieben wird (siehe Abbildung 2)

Abbildung 2: Prozess der Gestaltung kompetenzbasierter Ausbildungsordnungen
Das Konzept unterbreitet Vorschläge, wie Struktur und Inhalt der Ausbildungsordnung systematisch in Richtung Kompetenzorientierung weiterentwickelt werden können.
Mit der kompetenzorientierten Neuausrichtung der Berufsbildung verbunden ist die Erwartung
- einer nachvollziehbaren theoretischen sowie einheitlich konzeptionellen Verortung der Ordnungsarbeit,
- einer Förderung der Anschlussfähigkeit der deutschen Berufsbildung im europäischen Bildungsraum,
- einer einheitlichen Systematik zur Gestaltung aller Ordnungsmittel,
- der Schaffung von Voraussetzungen für mehr Vergleichbarkeit der Ordnungsmittel und
- der Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses über die Leitprinzipien und Grundlagen der Curriculumentwicklung in der Berufsbildung.
Transfer
Im Anschluss an das Forschungsprojekt "Kompetenzstandards in der Berufsausbildung" wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ein Entwicklungsprojekt zur Umsetzung der Projektergebnisse initiiert. Im Rahmen des Entwicklungsprojektes wird das "Konzept zur Gestaltung kompetenzbasierter Ausbildungsordnungen" exemplarisch in zwei Berufen - einer aus dem gewerblich-technischen Bereich einer aus dem kaufmännisch-verwaltenden Bereich - erprobt
(http://www.bibb.de/de/wlk54984.htm). Im Verfahren sollen sowohl das Konzept erprobt als auch Inhalt und Struktur kompetenzbasierter Ordnungsmittel auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden. Dies geschieht unter Mithilfe von Berufeexperten, die von den Spitzenverbänden der Sozialpartner benannt werden sowie Vertreter/-innen der berufsschulischen Seite.




