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Relative Bedeutung der Sektoren im Ausbildungsgeschehen (iABE)

Indikatoren zur Bildungsbeteiligung - Relative Bedeutung der Sektoren im Ausbildungsgeschehen (iABE)

Name 
Relative Bedeutung der Sektoren des Ausbildungsgeschehens

Kernaussage
Im Jahre 2009 verteilen sich die Anfänger im Ausbildungsgeschehen wie folgt auf die Sektoren

  • 35,9% Berufsausbildung,
  • 17,1% Integration in Berufsausbildung (Übergangsbereich),
  • 25,9% Erwerb einer Hochschulzugangsberechtigung und
  • 21,1% Studium.

(Datenstand 21.06.2011)

Aktualität
Auf Basis der sogenannten "Schnellmeldung" (STATISTISCHES BUNDESAMT 2011), kann der Indikator zum Berichtsjahr für die Merkmale Bundesland und Geschlecht bereits im März des Folgejahres berechnet werden. Ausdifferenzierte Daten zum Berichtsjahr stehen jeweils im Oktober/November des Folgejahres zur Verfügung.

Bedeutung für die berufliche Bildung
Die Angebote der verschiedenen Bildungssektoren entwickeln sich nicht unabhängig voneinander; daher ist es erforderlich, das gesamte Ausbildungsgeschehen in den Blick zu nehmen. Der Indikator gibt an, wie groß die Bedeutung der Sektoren

  • Berufsausbildung,
  • Integration in Berufsausbildung (Übergangsbereich),
  • Hochschulreife und
  • Studium

für das Ausbildungsgeschehen ist,  beschreibt unterschiedliche Anfängergruppen in den Sektoren des Ausbildungsgeschehens, woraus sich möglicher Förderbedarf ableiten lässt und  beschreibt vergangene und aktuelle Entwicklungen.

Bezugsgrößen
Zähler: Anfänger/-innen des jeweiligen Sektors

  • Berufsausbildung
  • Integration in Berufsausbildung (Übergangsbereich)
  • Hochschulreife
  • Studium

Nenner: Summe aller Anfänger/-innen im Ausbildungsgeschehen

Berechnungsformel


(Anfänger des jeweiligen Sektors )/( Summe der Anfänger im Ausbildungsgeschehen) *100

Mögliche Differenzierungen

  • Berichtsjahr (ab 2005)
  • Geburtsjahr
  • Geschlecht
  • Konto
  • Bundesland
  • Staatsangehörigkeit (deutsch/nicht deutsch)
  • Staatsangehörigkeit/Geschlecht
  • Vorbildung (höchster allgemeinbildender Abschluss)
  • Vorbildung/Geschlecht
  • Vorbildung/Nationalität/Geschlecht

Hinweis: Da die iABE auf Aggregatdaten zurückgreift, sind nur die oben genannten Merkmalskombination auswertbar.

Datenquellen
Integrierte Ausbildungsberichterstattung (iABE):

  • Statistik der allgemeinbildenden Schulen (Destatis)
  • Statistik Berufliche Schulen (Destatis)
  • Hochschulstatistik (HIS)
  • Personalstandstatistik (Destatis)
  • Förderstatistik (BA)

Stichtag/Betrachtungszeitraum
Der Indikator ist stichtagbezogen. Die Stichtage variieren zwischen den (Bildungs-)Sektoren, entsprechend der genutzten Datenquelle. Auch innerhalb der Konten, welche durch die "Statistik Berufliche Schulen" abgebildet werden, variieren die Stichtage . Die Stichtage aller genutzten Statistiken liegen in der zweiten Jahreshälfte (vgl. STATISTISCHES BUNDESAMT 2011, S. 40).
Durch die unterschiedlichen Stichtage kann es sowohl zu Übererfassung (Mehrfachzählung), als auch zu Untererfassung (Nicht-Zählung) kommen. Beispielsweise werden Jugendliche zweimal gezählt, wenn sie sich im Oktober in einer dualen Berufsausbildung befinden, diese abbrechen und im Dezember desselben Jahres eine Einstiegsqualifizierung (EQ) starten: Im Konto duale Berufsausbildung und im Konto EQ. Andererseits werden Jugendliche nicht erfasst, die sich im Januar in einer EQ befinden und diese im Juni abschließen, weil der Stichtag für EQ-Maßnahmen am Jahresende liegt.

Hinweise zur Güte des Indikators
Der Indikator spiegelt die Nachfrage in die Sektoren des Ausbildungsgeschehens im sogenannten "Kernbereich" der iABE wider. Konten "außerhalb des Kernbereichs" wie die Branchen- und unternehmensspezifischen Berufe sowie die Berufsausbildungsvorbereitung nach §§ 1 Abs. 2 und 68ff. BBiG oder die Jugendberufshilfe (§ 13 Abs. 2 KJHG) werden nicht berücksichtigt, weil derzeit keine belastbaren Daten zur Verfügung stehen. Auch die Teilhabe an besonderen Maßnahmen für junge Menschen mit Behinderung (BA) wird aus Gründen der Vergleichbarkeit mit dem Bildungsbericht Deutschland sowie zur Vermeidung von Doppelzählungen nicht berücksichtigt.
Es ist zu beachten, dass sich ein Großteil der Jugendlichen - insbesondere in den jüngeren Altersklassen - noch in Allgemeinbildung (Sek. I) befindet.
Weiter muss berücksichtigt werden, dass mit steigendem Alter der Anteil der jungen Menschen, die über eine abgeschlossene Qualifizierung verfügen, steigt.

Die iABE greift auf Daten unterschiedlicher Quellen zurück, in denen sich sowohl die Stichtage als auch die Anfängerdefinitionen unterscheiden (vgl. Stichtag/Betrachtungszeitraum). Unter dem Begriff "Anfänger/-innen" werden in der "Statistik Berufliche Schulen" i. d. R. Schüler/-innen zusammengefasst, die zum ersten Mal in dieser Schulform unterrichtet werden oder die erste Klassenstufe besuchen. Ab dem Jahr 2009 wurde die Definition vereinheitlicht, Anfänger/-innen sind seither i. d. R. Schüler/-innen, die zum ersten Mal in der Schulform unterrichtet werden (Statistik Beruflichen Schulen). Als Anfänger/-innen in der Sekundarstufe II gelten Schüler/-innen, die die elfte Klassenstufe an Gymnasien, integrierten Gesamtschulen und Waldorfschulen oder die Eingangsphase der gymnasialen Oberstufe besuchen (Statistik der allgemeinbildenden Schulen).

Weiterhin umfasst die Zahl der Anfänger/-innen Auszubildende zur Beamtin/zum Beamten im mittleren Dienst (halbierte Jahreszahl des Bestandes, Personalstandstatistik) sowie Studienanfänger/-innen im ersten Hochschulsemester im Berichtsjahr (Hochschulstatistik). Für die Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit (Förderstatistik) wird stellvertretend der Bestand am Jahresende genutzt, weil für die unterjährigen Maßnahmen davon ausgegangen werden kann, dass gilt: Eintritte = Bestände = Austritte. Da das Ausbildungsjahr im September beginnt und bis Dezember auch die unvermittelten Ausbildungsplatzbewerber/-innen alternativ eingemündet sein sollten, wurde der Stichtag für Maßnahmen der BA am Jahresende gewählt (DESTATIS 2011, S. 71).

Durch die unterschiedlichen Stichtage kann es sowohl zu Übererfassungen (Mehrfachzählungen), als auch zur Untererfassung (Nicht-Zählung) kommen (vgl. Stichtag/Betrachtungszeitraum).

Sonstige Interpretationshinweise / (Häufig gestellte Fragen)
Wer wird gezählt?
Es werden altersunabhängig alle Anfänger/-innen erfasst, die eine Qualifizierung beginnen, unabhängig davon, wie lange diese Qualifizierung dauert.

Wer wird nicht gezählt?
Anfänger/-innen, die Bildungsangebote außerhalb des sogenannten Kernbereichs der iABE wahrnehmen (vgl. Hinweise zur Güte des Indikators).

Hat die Dauer der Qualifizierung einen Einfluss auf den Indikator?
Aufgrund der Stichtagszählung werden alle jungen Menschen i. d. R. (vgl. Stichtag) nur einmal erfasst - sowohl diejenigen, die an einer mehrjährigen Qualifikation teilnehmen (z. B. duale Berufsausbildung) als auch diejenigen, die sich in unterjährigen Maßnahmen befinden (z .B. EQ).

Wie wird sichergestellt, dass junge Menschen in unterjährigen Maßnahmen erfasst werden?
Da das Ausbildungsjahr im September beginnt und bis Dezember auch die unvermittelten Ausbildungsplatzbewerber/-innen alternativ eingemündet sein sollten, wurde der Stichtag für Maßnahmen der BA am Jahresende gewählt. Die Wahrscheinlichkeit der Untererfassung (Nicht-Zählung) ist hierdurch als gering einzustufen.

Welche Auswirkungen haben demografische Schwankungen?
Bei der altersunabhängigen Betrachtung werden alle Anfänger/-innen eines Bildungssektors in Relation gesetzt zur Summe der Anfänger/ innen im gesamten Ausbildungsgeschehen. Hierdurch wird der Indikator durch schwankende Anfängerzahlen beeinflusst, die beispielsweise durch doppelte Abiturjahrgänge oder einen Bevölkerungsrückgang verursacht sein können

Können Bildungsverläufe dargestellt werden?
Bildungsverläufe können nicht dargestellt werden. Hierfür sind personenbezogene Individualdaten in Verbindung mit einer Identifikationsnummer erforderlich. Auf Basis von Pseudokohortenverläufen können jedoch erste Hinweise auf Bildungsverlaufsmuster gewonnen werden.

Auszug aus: Dionisius, Regina; Lissek, Nicole; Schier, Friedel: Beteiligung an beruflicher Bildung - Indikatoren und Quoten im Überblick. - Bonn, 2012
(Wissenschaftliche Diskussionspapiere / Bundesinstitut für Berufsbildung ; 133)

Literaturhinweise

  • BAMMING, RUTH/ SCHIER, FRIEDEL: Ausbildungsberichterstattung - Mehr Transparenz durch einen integrierten Ansatz. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis  (2010)1, S. 39 - 42
  • DATENREPORT ZUM BERUFSBILDUNGSBERICHT 2011 : Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung [HTML-Version]. 2011. - URL: http://datenreport.bibb.de/
  • DIONISIUS, REGINA, LISSEK, NICOLE, SCHIER, FRIEDEL: Einmündungen im Übergangsbereich rückläufig. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis (2011)4, S. 4 - 5
  • SCHIER, FRIEDEL; DIONISIUS, REGINA; LISSEK, NICOLE: Integrierte Ausbildungsberichterstattung - Bildungsstatistik und Indikatorensystem. laufend. 2010. - URL: http://indikatorik.bibb.de/de/54573.htm
  • STATISTISCHE ÄMTER DES BUNDES UND DER LÄNDER (Destatis): Qualitäts- und Ergebnisbericht - Integrierte Ausbildungsberichterstattung. Wiesbaden 2011a
  • STATISTISCHE ÄMTER DES BUNDES UND DER LÄNDER (DESTATIS): Schnellmeldung integrierte Ausbildungsberichterstattung - Anfänger im Ausbildungsgeschehen nach Sektoren/Konten und Ländern - 2010. Wiesbaden 2011b

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Letzte Änderung: 26.09.2012


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