Früherkennung von Qualifikationsentwicklungen
Früherkennung von Qualifikationsentwicklungen im Bundesinstitut für Berufsbildung
Früherkennung von Qualifikationsentwicklung
Prozess-, Produkt- und Organisationsinnovationen in den Betrieben verändern die Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten. Empirisch fundierte Aussagen über den künftigen Qualifikationsbedarf sind entscheidend für die Modernisierung von Ausbildungsberufen und Fortbildungsregelungen. Veränderungen in den Qualifikationsanforderungen müssen möglichst im Entstehungsprozess erkannt werden, damit das Berufsbildungssystem den arbeitsorganisatorischen, technischen und strukturellen Wandel sowie den Übergang in die Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft rechtzeitig und wirksam unterstützt.
Das BIBB hat ein Beobachtungssystem mit mehreren Teilvorhaben aufgebaut, um qualifikationsrelevante Entwicklungen in den verschiedenen Branchen und Erwerbsberufen erfassen und analysieren zu können. In einem Berichtssystem, das eine Schriftenreihe zur Früherkennung sowie eine Online-Plattform umfasst, werden die Ergebnisse der Analysen für Beschäftigungsfelder, Branchen, Berufe und Qualifikationen dargestellt.
Neue Qualifikationsanforderungen werden im Arbeitsbereichs 2.2 "Früherkennung, neue Beschäftigungsfelder, Berufsbildungsstatistik" im BIBB mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Untersuchungsansätzen erfasst:
- Betriebsbefragungen dienen dazu, ein umfassendes Bild über technologische und organisatorische Entwicklungen in den Betrieben und die damit verbundenen Qualifikationserfordernisse zu gewinnen.
- Stellenanzeigenanalysen liefern empirisch abgesicherte Informationen über den Fachkräftebedarf am Stellenmarkt und die von den Betrieben gewünschten Qualifikationsprofile (Wunsch).
- Inserentennachbefragungen werden durchgeführt, um Informationen zur Besetzung bzw. zu den Gründen der Nichtbesetzung der ausgeschriebenen Stellen zu erhalten (Wirklichkeit).
- Befragungen von Beratern liefern Expertenwissen über betriebliche Veränderungs- und Qualifizierungskonzepte.
- Repräsentative Befragungen von Erwerbstätigen geben Hinweise auf subjektiv empfundene Kenntnisanforderungen, Tätigkeitsprofile, Arbeitsbedingungen sowie Weiterbildungsbedarf.
- Regelmäßige Befragungen von Weiterbildungsanbietern dienen dazu, Angaben zur Durchführung, zu Resonanzen und Modifizierungen von Kursangeboten zu erhalten sowie Erfahrungen und Trendeinschätzungen der Bildungseinrichtungen zu erheben.
- Der Weiterbildungs-Innovations-Preis (WIP) will auf direktem Wege innovative Weiterbildungsangebote ermitteln und Signale für neue Entwicklungen und eine zeitgemäße Gestaltung der beruflichen Bildung setzen.
- Struktur- und Längsschnittanalysen des beruflichen Weiterbildungsangebots in der Datenbank KURS geben Auskunft über Veränderungen und Trends beim Angebot an beruflicher Weiterbildung.
- Modellrechnungen zur Arbeitskräfteentwicklung und zum Arbeitskräftebedarf bis zum Jahr 2015 werden gemeinsam mit IAB, FIT und GWS durchgeführt, sowohl nach Berufsfeldern als nach Qualifikationen




