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Entwicklung der Leitprojekte

1. Die Ausschreibung

Auf der Basis einer gemeinsamen Erklärung von Spitzenvertretern der Wirtschaft und Wissenschaftsorganisationen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung wurde am 17.2.1997 der Ideenwettbewerb für Leitprojekte im Themenfeld "Nutzung des weltweit verfügbaren Wissens für Aus- und Weiterbildung und Innovationsprozesse" ausgeschrieben. Die Frist für die Einreichung der Ideenskizzen endete am 23.5.1997.
Ziel der Leitprojekte ist es, Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in enger Zusammenarbeit von Anfang an in den Forschungsprozess einzubinden, um marktrelevantes Innovationspotential schon im Prozess der Entstehung gemeinsam zu erkennen. Leitprojekte sollen Wissen zusammenführen, Kräfte bündeln und eine Schrittmacherfunktion in wichtigen, anwendungsrelevanten Forschungsfeldern übernehmen. Die Umsetzung in Produkte, Verfahren und/oder Dienstleistungen wird so ein integraler Bestandteil des gemeinsam gestalteten Innovationsprozesses.

2. Erste Auswahlrunde

Im Rahmen des Ideenwettbewerbs wurden 251 Ideenskizzen eingereicht, an denen insgesamt mehr als 1.500 Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft beteiligt waren. Der Ideenwettbewerb umfasste zwei Phasen. In der ersten Auswahlrunde wurden aus den eingegangenen Ideenskizzen mit Hilfe einer unabhängigen Jury aus Vertretern von Wissenschaft und Wirtschaft 15 Ideen ausgewählt. Diese erhielten in der zweiten Phase (Konkretisierungsphase) die Gelegenheit, ihre Projektskizze detailliert auszuarbeiten. Auch in dieser Bewertungsrunde wurden die in der Ausschreibung explizit ausgeführten Bewertungskriterien zugrunde gelegt.
Die 15 ausgewählten Ideenskizzen spiegelten das breite Spektrum der mit dem Thema der Ausschreibung angesprochenen Anwendungsgebiete von weltweitem Wissen wieder. Sie reichten von der Entwicklung strukturierter Informations- und Wissensangebote im Rahmen von Literaturdatenbanken, der Konzeptionierung internationaler, ganzheitlicher virtueller Studienangebote bis zur Anwendung neuer Informations- und Kommunikationstechniken zum Aufbau von branchen- und betriebsspezifischen sowie bereichsübergreifenden Informations- und Weiterbildungssystemen. Orientiert an den Erfordernissen einer Wissens- und Lerngesellschaft sollten z.B. in systemübergreifenden Ansätzen strukturierte und unstrukturierte Informationen für z.T. heterogene Nutzergruppen verfügbar gemacht werden.
Die einstimmig von der Jury empfohlenen Projektvorschläge zeichneten sich durch eine vielfältige Beteiligung von Projektpartnern aus Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen aus; bei 14 Projekten wirkten klein- und mittelständische Unternehmen mit.

3. Das Ergebnis

Aus diesen weiterentwickelten Projektvorschlägen wurden in der zweiten Auswahlrunde mit Hilfe derselben Jury folgende 5 Leitprojekte zur Realisierung vorgeschlagen :

  • Service-Netzwerke für Aus- und Weiterbildungsprozesse (SENEKA)
    (eingereicht von einem Konsortium unter Federführung der RWTH Aachen u. agiplan München)
  • MedicDAT : Media interface for content-based connection of scientific Documents, Abstracts and Text books
    (federführend eingereicht vom Universitätsklinikum Regensburg) 
  • Virtuelle Fachhochschule für Technik, Informatik und Wirtschaft
    (eingereicht von 11 FHn und 2 Universitäten unter Federführung der FH Lübeck) 
  • Vernetztes Studium Chemie
    (eingereicht unter Federführung des Fachinformationszentrums Chemie, Berlin) 
  • L³ : Lebenslanges Lernen - Weiterbildung als Grundbedürfnis
    (eingereicht von einem Konsortium unter Federführung des CEC der SAP AG, Karlsruhe )


Durch neue Infrastrukturen für netzgestütztes Studieren und Lernen, benutzerfreundlichere Zugriffsmöglichkeiten auf elektronisch gespeichertes Wissen und die innovationsorientierte Gestaltung betrieblicher Lernprozesse werden neue weitreichende Impulse für die Ausschöpfung der heutigen technischen Möglichkeiten gegeben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die o.g. Leitprojekte mit der Erwartung, dass diese einen deutlichen Beitrag zum Übergang von traditionellen Lern- und Studienformen zu einem selbstgesteuerten Lernen leisten werden. Darüber hinaus sollen durch die Leitprojekte auch neue Möglichkeiten für benachteiligte Personengruppen, sowie für diejenigen, die bisher für das Lernen von Neuem nicht gewonnen werden konnten, geschaffen werden.
Das Bundesministerium für Bildung, und Forschung wird die 5 Leitprojekte in den nächsten fünf Jahren mit mehr als 70 Mio. Euro fördern.
Die Projektträgerschaft hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) übernommen.

 

 

Last modified on: 30.11.2006

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