Ausbildung der Kompetenzen für erfahrungsgeleitetes Arbeiten im Handwerk am Beispiel des Friseurberufs
Hintergrund: Auch im Handwerk, nicht zuletzt in den traditionellen humanzentrierten Handwerksberufen, ist heute die Interpretation des beruflichen Handelns als Dienstleistung unerlässlich. Das Verständnis des Friseurs etwa kann sich nicht mehr nur auf die Rolle des "Haarschneiders" beziehen, sondern die Kernaufgabe des Friseurberufs besteht heute verstärkt darin, die Individualität und Persönlichkeit eines jeden Kunden zum Ausdruck zu bringen (vgl. Trend-, Typen-Beauty-Beratung). Unter den gegebenen Bedingungen von Individualisierung und Selbststilisierung sowie eines sich verschärfenden Wettbewerbs müssen sowohl handwerklich-technische wie auch personenbezogene Bestandteile der Berufstätigkeit des Friseurs systematisch als erfahrungsgeleitetes berufliches Handeln verfügbar gemacht werden.
Ziel dieses Modellversuchs ist zum einen, ein tiefer gehendes Verständnis für die Rolle des Erfahrungswissens im beruflichen Handeln des Friseurs zu gewinnen. Zum anderen geht es darum, die berufliche Ausbildung erfahrungsgeleitet zu gestalten. Unter anderem bedeutet dies, Antworten für die Frage zu finden: Wie kann man systematisch und von Anfang an lernen, körperlich-sinnliche Wahrnehmung als Informationsquelle zu erschließen und systematisch zu nutzen, dialogisch-explorativ und interaktiv vorzugehen, assoziatives Denken und ästhetische Urteilsfähigkeit auszubilden oder soziale Sensibilität und persönliche Kundenbeziehung zu entwickeln? Hierzu müssen neue methodisch-didaktische Wege be-schritten und eine Vernetzung der gegebenen Lernorte hergestellt werden.
Ergebnisse des Modellversuchs werden in praxisorientierten Handreichungen für die betriebliche und schulische Ausbildung zusammengefasst.




