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Transparenz beruflicher Qualifikationen für den Personaleinsatz in kleinen und mittleren Unternehmen

Hintergrund:

Lebensbegleitendes Lernen und Lernen am Arbeitsplatz sind für Beschäftigte zunehmend zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch die Dokumentation und Zertifizierung aller Aspekte dieser Lernprozesse ist bisher alles andere als selbstverständlich. Das, was in der Berufsausbildung gelernt wird, reicht nicht für das gesamte Berufsleben. Es ist vielmehr die Grundlage für kontinuierliche Lernprozesse. Diese Lernprozesse sind in der Regel sowohl formaler als auch nicht-formaler Natur. Sie finden sowohl am Arbeitsplatz als auch im Seminarraum statt. Bemerkenswert ist dabei die wachsende Bedeutung des Arbeitsplatzes als Lernort. 70 % des Wissenserwerbs finden nicht in Bildungseinrichtungen statt. Was am Arbeitsplatz gelernt wird, wird i.d.R. nicht zertifiziert und ist daher nur schwer nachweisbar. Zertifikate der berufsbegleitenden Weiterbildung haben den Wandel der Qualifizierungsstrategien nicht mitvollzogen, sie orientieren sich nach wie vor an traditionellen Lernformen, sind im Wesentlichen "Schulzeugnisse mit Noten" oder Auflistungen der behandelten Themen ohne Tätigkeitsbezug. Der individuell im realen Transfer in der Arbeitspraxis erworbene Qualifikationsanteil kommt nicht zur Dokumentation.


Ziele:

Vor diesem Hintergrund ist es die Zielsetzung des Modellversuchs, die Aussagekraft von Zertifikaten zu erhöhen. Betriebe, insbesondere Klein- und Mittelbetriebe, benötigen ein Zertifizierungsinstrument, das auf ihre Bedürfnisse eingeht. Die betriebliche Praxis erfordert eine praxisorientierte Vorgehensweise, die Inhalte und Ergebnisse verschiedener Lernformen integriert. Den Beschäftigten verschafft ein solches Verfahren ebenfalls mehr Sicherheit und bessere berufliche Perspektiven, auch im Hinblick auf spätere Bewerbungssituationen.


Ergebnisse:

Vor dem Hintergrund einer Betriebsbefragung und der kritischen Analyse vorhandener Zertifizierungsinstrumente wurde im Modellversuch ein Konzept entwickelt, das eine Kombination von Selbst- und Fremdevaluation darstellt. Das Verfahren dient dazu, die Ergebnisse nicht-formaler Lernprozesse am Arbeitsplatz, die im Anschluss an organisierte Weiterbildungsangebote stattfinden, zu dokumentieren. Zwei zentrale Fragen werden damit angegangen:

  • Transfersicherung: Was genau hat ein Weiterbildungsteilnehmer gelernt, das in konkrete Arbeitspraxis über führt werden konnte?
  • Praktikabilität: Wie lässt sich ein Dokumentationsverfahren gestalten, das möglichst unaufwändig ist, aber zugleich präzise Evaluationsschritte enthält, also für die betriebliche Anwendung ausreichend valide ist?

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