Trotz der verbesserten Marktlage blieb es für einen größeren Teil der Jugendlichen schwierig, einen Ausbildungsplatz zu finden. Zum Stichtag 30. September - mehrere Wochen nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres - waren 84.600 (13,1%) Ausbildungsplatznachfrager immer noch auf Lehrstellensuche (2009: 92.800 bzw. 14,1%).

Übersicht 2: Ende September noch suchende Ausbildungsstellenbewerber und ihr Anteil an allen Ausbildungsplatznachfragern
Die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge setzen sich zusammen aus "betrieblichen" Ausbildungsverhältnissen, deren praktischer Teil ausschließlich oder überwiegend betrieblich finanziert wird, sowie aus "außerbetrieblichen" Ausbildungsverhältnissen, bei denen auch der praktische Teil (überwiegend) öffentlich finanziert ist. Die Differenzierung nach beiden Finanzierungsformen ergibt nun, dass 2010 allein das überwiegend öffentlich finanzierte Angebot zurückging (bundesweit um -4.800 bzw. -10,4% auf 41.000), während das ausschließlich oder überwiegend betrieblich finanzierte Angebot mit 519.000 leicht höher ausfiel als im letzten Jahr (+500 bzw. +0,1%).

Übersicht 3: Neu begründete Ausbildungsverhältnisse in den Berichtsjahren 2009 und 2010 nach Art der Finanzierung
Die West-Ost-Differenzierungen in den drei Übersichten zeigen, dass von den Rückgängen des Ausbildungsangebots allein der Osten betroffen war, wobei hier sowohl die Zahl der (überwiegend) öffentlich finanzierten Ausbildungsverhältnisse als auch die Zahl der betriebliche Ausbildungsverträge sanken. Dennoch entwickelten sich die Ausbildungschancen der ostdeutschen Jugendlichen noch positiver als im Westen. Dieses paradox anmutende Ergebnis ist Folge des drastischen Einbruchs der Schulabgänger- und Bewerberzahlen, den Ostdeutschland in den vergangenen Jahren erfahren musste. Registrierte die Bundesagentur für Arbeit 2001 noch 228.800 Ausbildungsstellenbewerber, waren es 2010 nur noch 94.700. Die Rückgänge waren so stark, dass die immer weniger werdenden Jugendlichen trotz sinkender außerbetrieblicher und betrieblicher Ausbildungsangebote bessere Chancen als in früheren Jahren und inzwischen auch bessere Chancen als ihre Altersgenossen in den alten Ländern haben. Zugleich wird es für die ostdeutschen Betriebe zunehmend schwieriger, ihre Ausbildungsplätze besetzen zu können. Die Zahl der unbesetzten Stellen stieg in den neuen Ländern und Berlin um 38,6% auf nunmehr 3.665. Somit blieben hier 4,8% des betrieblichen Angebots ungenutzt (2009: 3,4%), in Westdeutschland dagegen 3,4% (2009: 3,2%).

Übersicht 4: Ende September noch unbesetzte (betriebliche) Ausbildungsstellen und ihr Anteil an allen (überwiegend) betrieblich finanzierten Ausbildungsplatzangeboten