Strategien im Förderschwerpunkt
Vielfalt und Heterogenität erfordern ein Umdenken in der Berufsbildungspolitik, der Wissenschaft und in der Berufsbildungspraxis der Unternehmen, der Berufsschulen und bei Bildungsdienstleistern. Die Modellversuche beschreiten dazu vielfältige Wege.
Von besonderer Bedeutung sind folgende Aspekte:
- Der Umgang mit Vielfalt und Heterogenität der jungen Menschen und dem Ziel der Fachkräftesicherung durch eine zukunftsweisende Ausbildung erfordert neue praxisorientierte Konzepte, die auf die besonderen Anforderungs-, Ausbildungs- und Unterstützungserfordernisse ausgerichtet sind.
- In den Modellversuchen werden vorhandene Ansätze, Konzepte und Instrumente zur Verbesserung der Ausbildung und des Übergangs von der Schule in den Beruf überprüft und neue Angebote entwickelt, wie z. B. innovative Handlungsanleitungen, Leitfäden, Bedarfsermittlungen und Fortbildungskonzepte.
- Vor allem kleine und mittlere Unternehmen werden dabei unterstützt, den Herausforderungen von demografischem Wandel und zunehmender Heterogenität gerecht zu werden sowie die Qualifikations- und Kompetenzentwicklung der zukünftigen Fachkräfte zu sichern.
- Ausbildung und Personalentwicklung werden in den Projekten miteinander verzahnt.
- Neue Verfahrensweisen für die Zusammenarbeit in den Regionen und bei der Lernortkooperation werden erarbeitet, vorhandene Kooperationen im Hinblick auf das Thema "Neue Wege / Heterogenität" überprüft.
- Die Entwicklung des Ausbildungspersonals der verschiedenen Lernorte und auf allen Ebenen (ausbildende Fachkräfte, Ausbilder und Ausbilderinnen, Lehrerinnen und Lehrer) zu Lernprozessbegleitern und -begleiterinnen heterogener Gruppen wird angestrebt.
- In diesem Prozess und in der Zusammenarbeit mit den Betrieben gewinnen auch die Bildungsdienstleister und die Berufsschulen eine neue Rolle.
- Das Ausbildungsmarketing erfährt eine neue Qualität: die Modellversuche helfen den Betrieben umzudenken und einseitige Sichtweisen, wie z. B Orientierung auf die sogenannten "Bewerber mit besonders hohem Potenzial", zu überwinden,
- Methoden werden entwickelt, mit denen die Vielfalt der Stärken der Jugendlichen erkannt werden kann und Ausbilder/innen und ausbildende Fachkräfte befähigt werden, den Jugendlichen durch spezielle Förderung zu helfen, ihr Potenziale in der Ausbildung voll zu entfalten.
- Die angestrebten Ergebnisse werden im Forschungs- und Entwicklungsprozess auf eine Verstetigung und den Transfer ausgerichtet.
- Die Fachöffentlichkeit wird kontinuierlich informiert (Einsatz verschiedener Methoden und Medien).
Die 18 neuen Modellversuche kooperieren innerhalb des gesamten Förderschwerpunktes. Die Arbeit wird wissenschaftlich begleitet von dem ausgewählten Forschungskollegium (geleitet und koordiniert von der Forschungsgruppe SALSS, Berlin und Bonn). Die fachwissenschaftliche, administrative sowie finanzielle Betreuung und die Programmsteuerung liegen beim BIBB.
Es findet ein enger Austausch der Projekte untereinander und darüber hinaus statt, ausgehend von den ausgewählten Regionen mit dem Ziel einer nachhaltigen regionalen und überregionalen Vernetzung sowie einer Verstetigung und dem Transfer der tragfähigen Ergebnisse. Seit Beginn der Förderung fanden zwei überregionale Veranstaltungen statt:
- Auftaktveranstaltung, zu der das BIBB den gesamten Förderschwerpunkt mit allen 18 Modellversuchen die wissenschaftliche Begleitung und das BMBF eingeladen hat.
- Workshop 20 "Heterogenität" im Rahmen der 16. Hochschultage Berufliche Bildung in Osnabrück, an dem sich zahlreiche Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft, der Praxis und der Berufsbildungspolitik beteiligten.
Weitere Regionalkonferenzen werden von den einzelnen Modellversuchen gemeinsam mit der wissenschaftlichen Begleitung und dem BIBB ausgerichtet. Die Dokumentationen der bisherigen Tagungen finden sich auf den Homepages der Modellversuche.





