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Duale Berufsausbildung - Ausbildungsabsolventenquote (noch in Entwicklung) (AbsQ)

Indikatoren zur Integration von Personengruppen in die duale Berufsausbildung - Ausbildungsabsolventenquote (noch in Entwicklung) (AbsQ)

Name
Ausbildungsabsolventenquote (AbsQ) (noch in Entwicklung)

Kernaussage
Im Berichtsjahr 2009 beträgt der rechnerische Anteil einer (synthetischen) Alterskohorte in der Wohnbevölkerung, der eine duale Berufsausbildung mit Ausbildungsvertrag erfolgreich absolviert hat, 45,6 %; das Alter, in dem der Abschluss erfolgt, bleibt unberücksichtigt.

Aktualität
Der Indikator liegt mit ca. einem Jahr Zeitverzug vor.

Bedeutung für die berufliche Bildung

  • Indikator zur quantitativen Bedeutung der dualen Berufsausbildung gemessen (ohne sogenannten Externenprüfungen)
  • Indikator zur Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen
  • Vergleichbarkeit im Zeitverlauf und zwischen verschiedenen Personengruppen

 Mit dem Vergleich von Ausbildungsanfängerquote und Ausbildungsabsolventenquote kann künftig der Umfang des Drop-outs im dualen System quantifiziert werden.

Bezugsgrößen
Zähler:
Auszubildende mit bestandener Abschlussprüfung differenziert nach Alter, die zuvor noch keine duale Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben (Erstabsolventen).

Nenner:
Wohnbevölkerung differenziert nach Alter.

Anmerkung zur Bezugsgröße:
 Zu interpretieren ist die Quote dabei mit Bezug auf einen beliebigen Altersjahrgang, der irgendwann in seiner Bildungsbiografie eine duale Ausbildung erfolgreich abschließt (gleich in welchem Alter).
 Es handelt sich um eine rechnerische Quote: Daten aus der Berufsbildungsstatistik und der Bevölkerungsfortschreibung werden in Relation gesetzt.
 Mehrfachzählungen und damit eine Überschätzung der Quote werden vermieden, da nur die Personen in die Berechnung eingehen, die eine duale Erstausbildung abschließen (möglicherweise wurden aber auch andere Berufsausbildungen abgeschlossen).

 Für die Absolventen-Zahlen werden die Absolventen im Alter von maximal 19 und mindestens 27 jeweils zur oberen und unteren "Grenz-Gruppe" zusammengefasst. Die Wahl der Altersgrenzen orientiert sich an der Vorgehensweise der Berechnung der Ausbildungsbeteiligungsquote (AQ) und der Ausbildungsanfängerquote (AAQ) - zeitversetzt um drei Jahre (was der Ausbildungsdauer der meisten Ausbildungsordnungen entspricht) - sowie an der Altersverteilung der Absolventen.

Berechnungsformel

i = Alter#
# Erstabsolventen im Alter von "19 und jünger" werden in der unteren Altersgruppe zusammengefasst; diejenigen im Alter von "27 und älter" werden in der oberen Altersgruppe zusammengefasst.

Mögliche Differenzierungen

  • Geschlecht
  • Staatsangehörigkeit
  • Bundesgebiet insgesamt; weitere regionale Differenzierung nur mit Einschränkung (bislang wird die Quote durch das BIBB lediglich für West- und Ostdeutschland getrennt berechnet)
  • Jeweilige Kombinationen aus den genannten Merkmalen

Datenquellen
Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder
 Bevölkerungsfortschreibung (Destatis)

Stichtag/Betrachtungszeitraum
Erstabsolventen: alle erfolgreichen Abschlussprüfungen des Kalenderjahres ohne Vorliegen einer zuvor erfolgreich abgeschlossenen dualen Berufsausbildung
Wohnbevölkerung:  zum Stichtag 31.12.
Der Indikator kann als Schätzgröße für den Anteil der Wohnbevölkerung, der im aktuellen Berichtsjahr eine duale Ausbildung mit Ausbildungsvertrag im dualen System erfolgreich absolviert, betrachtet werden.

Hinweise zur Güte des Indikators
Die AbsQ gibt den Anteil in der Wohnbevölkerung wieder, der eine duale Berufsausbildung mit Ausbildungsvertrag erfolgreich absolviert hat; da bei der Berechnung nur solche bestandenen Prüfungen gezählt werden, bei denen die Auszubildenden zuvor nicht bereits einen dualen Berufsabschluss erlangt hatten, treten keine Mehrfachzählungen auf (wenn die Vorbildungsangaben korrekt gemeldet werden). Deshalb wird der Anteil der Personen an der Wohnbevölkerung, die irgendwann in ihrer Biografie eine duale Berufsausbildung erfolgreich absolvieren, nicht überschätzt.
 Regionale Differenzierungen sind nur mit Einschränkung möglich: Pendlerbewegungen verzerren die Quote bei regionalen Differenzierungen. Da in der Berufsbildungsstatistik der Wohnort der Auszubildenden nicht erfasst wird (Ausnahme: Brandenburg), können Pendlerbewegungen nicht berücksichtigt werden. Die Verzerrung resultiert daraus, dass Absolventen, die ihren Erstwohnsitz nicht am Ausbildungsort haben, bei den Absolventen-Zahlen für eine andere Region gezählt werden als bei der Wohnbevölkerung. Für Regionen mit einer hohen Anzahl an Einpendlern (Auspendlern) unter den Ausbildungsabsolventen wird die AbsQ deshalb überschätzt (unterschätzt). Deshalb berechnet das BIBB die Quote nur für das gesamte Bundesgebiet und in regionaler Differenzierung nur für Ost- und Westdeutschland, nicht aber für die einzelnen Bundesländer oder gar Gemeinden.

Grenzen der Aktualität:
Die Daten sind erst ein Jahr später verfügbar. Außerdem werden durch die Stellvertreter-Effekte im Rahmen des Quotensummenverfahrens Daten verschiedener Kohorten durchmischt, die in ihrem Ausbildungsverhalten voneinander abweichen können.

Sonstige Interpretationshinweise/(Häufig gestellte Fragen) 

  • Demografische Schwankungen sind kontrolliert, da der Bezug immer auf die Alterskohorten in der aktuellen Wohnbevölkerung hergestellt wird. Sich verändernde Bevölkerungsstrukturen fließen demnach immer direkt in die Berechnung mit ein.
  • Die Dauer des Übergangs in die duale Berufsausbildung sowie die Dauer der Ausbildung selbst bleiben unberücksichtigt.
  • Anhand der Differenz zwischen der Absolventenquote und der Ausbildungsanfängerquote (siehe Indikator Ausbildungsanfängerquote - Abschnitt 8.3) lässt sich die Größe des Drop-outs im dualen System bemessen. Hierzu kann die Absolventenquote des aktuellen Berichtsjahres (t) mit der Anfängerquote (z. B. aus dem Jahr t-3) verglichen werden. Da die Anfängerquote erst seit 2008 ermittelt wird, kann dieser Vergleich erst künftig erfolgen. Auf diese Weise kann jedoch nur eine ungefähre Abschätzung des Drop-outs erfolgen, da die faktische Ausbildungsdauer deutlich variiert.

Auszug aus: Dionisius, Regina; Lissek, Nicole; Schier, Friedel [Hrsg.]: Beteiligung an beruflicher Bildung - Indikatoren und Quoten im Überblick. - Bonn, 2012
(Wissenschaftliche Diskussionspapiere / Bundesinstitut für Berufsbildung ; 133)

 

Experts

  • Naomi Gericke
  • Dr. Alexandra Uhly

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Literature (not all in English)

GERICKE, NAOMI: Alter der Auszubildenden und Ausbildungsbeteiligung der Jugendlichen im dualen System. In: BUNDESINSTITUT FÜR BERUFSBILDUNG (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2011 : Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung. Bonn, 2011. S. 148-154
URL: http://datenreport.bibb.de/ [letzter Zugriff: 01-07-2011]

Hinweis: Indikator in Entwicklung. Erste Berechnung der Ausbildungsabsolventenquote im Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2011 (darin noch abweichend von dieser Darstellung). Ausführlichere und weiterentwickelte Berechnung der Ausbildungsabsolventenquote stehen im Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2012 zur Verfügung, der im April 2012 erscheint.

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Last modified on: 04.01.2012

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