Erfolgsquote I - teilnahmebezogene Erfolgsquote (EQ I)
Indikatoren zur Effizienz der dualen Berufsausbildung - Erfolgsquote I - teilnahmebezogene Erfolgsquote (EQ I)
Name
Erfolgsquote I (EQ I) - teilnahmebezogene Erfolgsquote
Kernaussage
Im Jahr 2009 sind 90,2 % aller durchgeführten Abschlussprüfungen erfolgreich.
Aktualität
Die Daten sind mit etwa einem Jahr Zeitverzug verfügbar.
Bedeutung für die berufliche Bildung
Der Indikator
- zeigt an, wie groß im Berichtsjahr der Anteil der bestandenen Abschlussprüfungen an allen durchgeführten Abschlussprüfungen - einschließlich der Wiederholungsprüfungen - ist;
- ermöglicht Vergleiche im Zeitverlauf und zwischen verschiedenen Berufen, Zuständigkeitsbereichen u. a. m;
- kann zur Abschätzung der Leistungsfähigkeit der dualen Berufsausbildung herangezogen werden.
Bezugsgrößen
Zähler:
Anzahl der im Berichtsjahr bestandenen Abschlussprüfungen
Nenner:
Anzahl aller im Berichtsjahr durchgeführten Abschlussprüfungen, einschließlich der Wiederholungsprüfungen (= Prüfungsfälle)
Anmerkung zur Bezugsgröße:
Im Nenner steht damit die Zahl der Prüfungsteilnahmen, nicht die der Prüfungsteilnehmer.
Berechnungsformel

Mögliche Differenzierungen
Bis zum Jahr 2006 wurden die Prüfungsdaten in der Berufsbildungsstatistik als Aggregatdaten erfasst, wodurch sich die Differenzierungsmöglichkeiten im Wesentlichen auf die Merkmale
- Geschlecht,
- Zuständigkeitsbereich,
- Region (u. a. Ost/West; Bundesland) und
- Erhebungsberufe (und darüber gebildete Aggregate) beschränkte.
Seit der Umstellung der Berufsbildungsstatistik auf Individualdaten bestehen umfassende Differenzierungsmöglichkeiten nach allen Merkmalen der Berufsbildungsstatistik. So sind etwa auch Differenzierungen nach allgemeinbildendem Schulabschluss oder Staatsangehörigkeit möglich. Derzeit konzentrieren sich die Differenzierungen allerdings noch weitgehend auf die bisherigen Merkmale (vgl. hierzu auch BIBB 2009).
Datenquellen
Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder zum 31.12.
Stichtag/Betrachtungszeitraum
Der Indikator ist zeitraumbezogen und spiegelt die Situation in einem bestimmten Berichtsjahr wider, das mit dem Kalenderjahr übereinstimmt.
Hinweise zur Güte des Indikators
Es ist zu beachten, dass es sich bei der EQ I um einen teilnahmebezogenen, nicht um einen teilnehmerbezogenen Indikator handelt, d. h., bei Wiederholungsprüfungen können Personen in einem Kalenderjahr mehrfach gezählt werden, beispielsweise dann, wenn sie im Berichtsjahr an Wiederholungsprüfungen zu einer ebenfalls im Berichtsjahr nicht bestandenen Prüfung teilnehmen. Bis 2006 wurden alle Prüfungsteilnahmen einer Person im Kalenderjahr gezählt, d. h., es wurden bis zu zwei Wiederholungsprüfungen erfasst. Nach der Umstellung auf eine Individualstatistik wurde in den Berichtsjahren 2007 bis 2009 je Person nur noch maximal eine (die letzte) Wiederholungsprüfung pro Berichtsjahr erfasst. Damit wurde die Zahl der Prüfungsfälle zwischen 2007 und 2009 unterschätzt und die EQ I fiel tendenziell höher aus. Ab 2010 werden wieder alle Wiederholungsprüfungen erfasst.
Ferner ist zu berücksichtigen, dass bis 2006 zu den Teilnahmen an Abschlussprüfungen auch die Teilnahmen an sogenannten Externenprüfungen und im Handwerk auch die Umschulungsprüfungen gezählt wurden. Erst seit der Umstellung der Berufsbildungsstatistik auf Individualdaten werden "sonstige Prüfungen", zu denen auch die Externenprüfungen und Umschulungsprüfungen gehören, getrennt erfasst.
Sonstige Interpretationshinweise/(Häufig gestellte Fragen)
Aufgrund der Umstellung der Berufsbildungsstatistik von Aggregat- auf Individualdaten sind ab 2007 Vergleiche des Indikators mit den Vorjahren nur eingeschränkt möglich.
Ist eine EQ I von 100 % möglich?
Grundsätzlich kann die EQ I den Wert von 100 % annehmen. Dafür müsste die Zahl der Prüfungsteilnahmen gleich der Zahl der Prüfungsteilnehmer sein, von denen alle die Prüfung erfolgreich ablegen. Faktisch dürfte dieser Fall aber kaum eintreten.
Auszug aus: Dionisius, Regina; Lissek, Nicole; Schier, Friedel [Hrsg.]: Beteiligung an beruflicher Bildung - Indikatoren und Quoten im Überblick. - Bonn, 2012
(Wissenschaftliche Diskussionspapiere / Bundesinstitut für Berufsbildung ; 133)




