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Nach
vorsichtigen Schätzungen entwickeln
in der Bundesrepublik Deutschland jährlich
mehr als 400.000 Personen ein behandlungsbedürftiges
Druckgeschwür - in der Fachsprache
auch Dekubitus genannt. Vor allem immobile,
kranke sowie oft ältere Menschen und
damit Bewohner und Patienten in allen Einrichtungen
unseres Gesundheitswesens, aber auch Pflegebedürftige
in der häuslichen Umgebung erkranken
daran.
Gesicherte Fallzahlen liegen in Deutschland
erst in Ansätzen vor, dies gilt insbesondere
für den häuslichen Bereich. Die
unzureichende Datenlage lässt Berechnungen
der dem Gesundheitssystem durch Dekubitus
entstehenden Kosten kaum zu. Dekubitus geht-wenn
überhaupt-in der Regel nur als untergeordneter
Nebenbefund in medizinisch-pflegerische
Aufzeichnungen und gesundheitsökonomische
Statistiken ein.
Das Interesse der Öffentlichkeit an
der DekubitusProblematik wird immer wieder
durch Presseberichte über so genannte
Pflegeskandale geweckt. Auch Rechtsmedizin
und Rechtsprechung beschäftigen sich
zunehmend mit der Thematik. Dekubitus wird
in der gesundheitspolitischen Diskussion
als Qualitätsindikator für die
Pflege alter sowie kranker und somit durchaus
auch jüngerer Menschen gesehen, woran
sich Forderungen nach einem effizienten
Pflegemanagement sowie zeitlicher und finanzieller
Mehrausstattung von Einrichtungen des Gesundheitswesens
knüpfen.
Einmal entstanden sind Druckgeschwüre
für die Betroffenen sehr belastend,
ihre Behandlung aufwändig und teuer,
die Heilung langwierig. Aus medizinischer,
pflegerischer, ethischer und gesundheitsökonomischer
Perspektive muss das zentrale Anliegen daher
sein, Druckgeschwüre konsequent durch
erfolgreiche, kooperativ erbrachte Vorbeugemagnahmen
zu verhindern.
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