Ausbildungsberufsbezeichnung
Pharmakant/ Pharmakantin
Ausbildungsbereich
Industrie und Handel
Ausbildungsdauer
3 ½ Jahre
Struktur des Ausbildungsberufs
Die Ausbildung umfasst Pflichtqualifikationseinheiten sowie Wahlqualifikationseinheiten, die aus einer Auswahlliste mit 16 Einheiten auszuwählen sind.
Zur Neuordnung 2001
Die Ausbildungsordnung schafft neue Möglichkeiten, Schwerpunkte und Erfordernisse des Ausbildungsbetriebs in der Ausbildung zu berücksichtigen. Zwei Fünftel der Ausbildungszeit sind für Wahlqualifikationseinheiten vorgesehen, die aus einer Liste von sechzehn Einheiten ausgewählt werden; drei Fünftel der Zeit dienen einer breit angelegten Pflichtqualifikation. Ein wichtiges Ausbildungsziel ist es, Pharmakant(inn)en zu befähigen, einen störungsfreien Fertigungsablauf zu gewährleisten. Hierzu wurden Vorbereitung und Wartung von Geräten, Maschinen und Anlagen sowie Fehlererkennung und beseitigung in die Ausbildung einbezogen. Technisches Prozesswissen und handeln erhalten zusammen mit Qualitätssicherung und kontrolle einen erhöhten Stellenwert
Die Ausbildung umfasst Pflicht- und Wahlqualifikationseinheiten. Die Pflichtqualifikationseinheiten schaffen die Grundlage für eine breite berufliche Verwendung und zielen auf prozessorientiertes Arbeiten ab.
Durch die Wahlqualifikationseinheiten werden die Inhalte der Pflichtqualifikation entsprechend den besonderen Anforderungen des ausbildenden Betriebes vertieft oder erweitert. Die Auswahlmöglichkeiten tragen dabei der sehr differenzierten Firmenlandschaft in der pharmazeutischen Industrie Rechnung. Für die Vermittlung von Wahlqualifikationseinheiten sind 72 Wochen Ausbildungszeit vorgesehen. Die Regeln für die Auswahl der Wahlqualifikationseinheiten verbinden hohe Flexibilität in den Inhalten der Ausbildung mit der Wahrung eines einheitlichen Berufsbilds für alle Pharmakant(inn)en.
Wahleinheiten, die nicht in der beruflichen Erstausbildung vermittelt werden, können später Gegenstand der beruflichen Weiterbildung sein.
Inkraft seit: 1. August 2001
Ausbildungsprofil
| 1. Berufsbezeichnung Pharmakant / Pharmakantin 2. Ausbildungsdauer 3 1/2 3. Arbeitsgebiet Pharmakanten und Pharmakantinnen arbeiten team- und prozessorientiert in der pharmazeutischen Industrie. Zu ihren Tätigkeiten gehört vor allem die Herstellung, aber auch Entwicklung von Arzneimitteln. Dabei planen, kontrollieren und dokumentieren sie die in der Fertigung und im Technikum ausgeführten Arbeiten. Bei ihren Arbeiten müssen sie mit hoher Verantwortung neben den Vorschriften und Regelungen des Arzneimittelrechts, zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheits- und Umweltschutz vor allem die Regeln der guten Herstellungspraxis zur Qualitätssicherung berücksichtigen, durch Kontrollen absichern und dokumentieren. 4. Berufliche Qualifikationen Pharmakanten und Pharmakantinnen verfügen sowohl über breit angelegte naturwissenschaftlich-technische und verfahrenstechnische Kenntnisse und Fertigkeiten als auch über technisches Prozesswissen und Kenntnisse und Fertigkeiten der Anlagen- und Prozessleittechnik. Im letzten Drittel ihrer Ausbildung haben sie abhängig von den betrieblichen Schwerpunkten Spezialkenntnisse und internationale Kompetenz erworben, die es ihnen ermöglichen, in unterschiedlichen Bereichen der Arzneimittelherstellung team- und projektbezogen zu arbeiten. Pharmakant/innen
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Inhalte der Berufsausbildung
Ausbildungsberufsbild
1. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht;
2. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes;
3. betriebliche Maßnahmen zum verantwortlichen Handeln (Responsible Care):
3.1 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
3.2 Umweltschutz,
3.3 Qualitätsmanagement,
3.4 Einsetzen von Energieträgern,
3.5 Umgehen mit Arbeitsgeräten und -mitteln einschließlich Pflege und Wartung,
3.6 kostenbewusstes Handeln;4. Arbeitsorganisation und Kommunikation:
4.1 Planen von Prozess-, Betriebs- und Arbeitsabläufen,
4.2 Aufgaben im Team lösen,
4.3 Informationsbeschaffung,
4.4 Kommunikations- und Informationssysteme;5. Umgehen mit pharmaspezifischen Arbeitsstoffen;
6. Bestimmen von Stoffkonstanten und Stoffeigenschaften;
7. pharmazeutische Verfahrenstechnik;
8. Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik;
9. Herstellen und Verpacken von Arzneimitteln;10. Lagern;
11. Wahlqualifikationseinheiten im Umfang von mindestens 72 Wochen aus der nachfolgenden Liste.
Diese Einheiten dauern je nach Inhalt zwischen 6 und 24 Wochen. Es müssen mindestens zwei Wahlqualifikationseinheiten aus Nr. 1 3 und mindestens eine aus Nr. 4 - 6 gewählt werden.Liste der Wahlqualifikationseinheiten:
- Herstellen und Verpacken fester Arzneiformen,
- Herstellen und Verpacken halbfester und flüssiger Arzneiformen,
- Herstellen und Verpacken steriler Arzneiformen,
- Galenik für feste Arzneiformen,
- Galenik für halbfeste und flüssige Arzneiformen,
- Galenik für sterile Arzneiformen,
- Instandhalten von Fertigungsanlagen sowie Steuerungseinrichtungen,
- instrumentelle Analytik,
- Planen, Entwickeln, Organisieren und Sicherstellen von qualitätssichernden
Maßnahmen,- elektrotechnische Arbeiten,
- Prüfen und Entwickeln von Packmitteln,
- Logistik und Lagerung,
- Herstellen und Verpacken von Diagnostika,
- biotechnologische Wirkstoffgewinnung,
- Herstellen und Verpacken von therapeutischen Systemen,
- internationale Kompetenz.
Ihr Ansprechpartner/Ihre Ansprechpartnerin im BIBB
Liste der Ansprechpartner für die anerkannten Ausbildungsberufe
Kontakt per Telefon: Wählen Sie bitte 0228 107- und dann die Durchwahlnummer.
Kontakt per E-Mail: Bitte an [Nachname (Umlaute als ae,oe,ue)] @bibb.de.Organisationen, die an der Neuordnung beteiligt waren:
Arbeitgeber
Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung
Baunscheidtstr. 2
53113 BonnBundesarbeitgeberverband Chemie e.V.
Postfach 1280
65002 WiesbadenArbeitnehmer
Deutscher Gewerkschaftsbund
Wallstraße 61 65
10179 BerlinIndustriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie
Königsworther Platz 6
30167 HannoverBund
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Referat II B6
53107 BonnBundesministerium für Bildung und Forschung
Referat 222
Heinemannstraße 2
53175 BonnLänder
Sekretariat der Ständigen Konferenz der
Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK)
Lennéstraße 6
53113 Bonn
Hinweise (u.a Verbindung zu anderen Berufen)Berufsfeldzuordnung
Berufsfeld VII Chemie, Physik und Biologie
Schwerpunkt B: Produktionstechnik
Berufsklassifikation:
Bundanstalt für Arbeit (BA) 1416
Statistisches Bundesamt (StBA) 1411Die Neuordnung der Berufsausbildung zum Pharmakanten/zur Pharmakantin erfolgt gleichzeitig mit der zum Chemikanten/zur Chemikantin. Beide Berufe sind einem gemeinsamen Berufsfeld zugeordnet und weisen gleiche Strukturelemente, aber voneinander abweichende zeitliche Gliederungen auf.
Infos/Grafiken/Veröffentlichungen
Anerkennungsdatum/Quelle
BGBl. Jg. 2001 Teil I Nr. 13 vom 26. März 2001, S. 419
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