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Vorstellung der Curricula
 

Die Integration der Ausbildungsgänge

der beiden Leitberufe des Berufsbereichs „Pflege“ – Altenpflege und Krankenpflege – gilt als eine der Möglichkeiten, um die Attraktivität der Berufsausbildung im Gesundheitswesen zu steigern und den unabweisbar vorhandenen hohen Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich nachhaltig zu sichern.

Die Berufsausbildung in der Alten- und Krankenpflege steht angesichts der demografischen Entwicklung und der Gesundheitsverläufe in der Bevölkerung vor einer großen Herausforderung. Traditionelle Lösungsmuster oder der Einsatz von Optimierungsansätzen bestehender Ausbildungsverfahren führen hier nicht weiter.

Das vom Bundesinstitut für Berufsbildung entwickelte Konzept einer integrierten Ausbildung von Altenpflege- und Krankenpflegekräften will die berufliche Bildung im Berufsbereich „Pflege“ aus der Fixierung auf traditionelle Leitbilder herauslösen. Deshalb steht das bis in die jüngste Gegenwart hinein genutzte Fixierbett als bildliches Motto über der Dokumentation dieses Qualifikationsprozesses.

Allerdings: Die Tatsache, daß das Bett leer, die Krankenakte unbeschrieben und der Stuhl des „Aufsehers“ verwaist ist, scheinen bereits jetzt dafür zu sprechen, daß die „Pflegeausbildung“ – mit freundlicher Unterstützung des BIBB – offenbar auf dem Wege der Besserung ist.

Allerdings ist der Prozess der Annäherung bis hin zur Integration beider Ausbildungsgänge eine Herausforderung für die berufspädagogische und die didaktische Gestaltung des beruflichen Bildungsprozesses:

In den neuen Ausbildungsgrundlagen für Altenpflege und Krankenpflege sind zwar Themen und Inhalte des schulischen Abschnitts der Ausbildung beschrieben – die praktische Ausbildung aber ist inhaltlich nicht gefüllt, obwohl sie den größten Teil der Ausbildung in Anspruch nimmt. Hier fehlen alle nachvollziehbaren Grundlagen, um über die Praktikabilität einer Integration von Ausbildungsabschnitten zu entscheiden.

Die schulischen Teile der Altenpflege- und Krankenpflegeausbildung sind in den Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen nicht „strukturkompatibel“ beschrieben, so daß eine Entscheidung, welche Ausbildungsabschnitte mit welcher Zielstellung für das berufliche Lernen gemeinsam vermittelt werden könnten, auf Vermutungen angewiesen ist.

Vor diesem Hintergrund soll in einem vom BIBB konzipierten Modellversuch in Brandenburg jetzt die integrierte Ausbildung von Altenpflege- und Krankenpflegekräften auf eine berufspädagogisch verlässliche Grundlage gestellt werden. Altenpflege und Krankenpflege erhalten ein allen modernen Ausbildungsstandards entsprechendes Curriculum für Schule und Praxis, das über die fachlichen Unterschiede beider Berufe keinen Zweifel aufkommen läßt: Altenpflege erhält ein gerontologisches Profil, während die Krankenpflege ihren fachlichen Schwerpunkt in der Gesundheitsförderung findet. Und: Integration findet – im Gegensatz zu allen traditionellen Konzepten – nicht am Beginn, sondern am Ende der Ausbildung, in der Anbahnung funktionsfähiger beruflicher Kooperationen statt.

Die integrierte Ausbildung von Altenpflege- und Krankenpflegekräften in Brandenburg hat am 4. August 2003 begonnen und wird auf diesem Portal in allen Details dokumentiert und zur fachlichen Diskussion freigegeben.