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BWP 2/2006

Transparenz und Durchlässigkeit von Bildungswegen


Im Zentrum dieser Ausgabe steht das Thema Transparenz und Durchlässigkeit von Bildungswegen. In insgesamt acht Beiträgen und einem Kommentar widmen sich verschiedene Autoren diesem aktuellen Thema der Berufsbildung. Professor Dr. Reinhold Weiß, Forschungsdirektor des BIBB, eröffnet das Heft mit seinem Kommentar „Durchlässigkeit: Es gibt noch viel zu tun!“ und führt damit in das Thema ein. Gleich mehrere Beiträge widmen sich dem Europäischen Qualifikationsrahmen und seiner Bedeutung für die deutsche Berufsbildung aus verschiedenen Perspektiven. Außerdem werden Möglichkeiten des dualen Studiums sowie der „ProfilPASS“ zur Erfassung informeller Kompetenzen eingehend beleuchtet. In der Rubrik „Berufe aktuell“ werden die beiden neuen Berufe Servicefachkraft und Kaufmann/Kauffrau für Dialogmarketing“ vorgestellt. Ein weiterer Beitrag widmet sich dem Thema Kompetenzentwicklung in der Zeit.

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Inhalt der Ausgabe BWP 2/2006

Kommentar

  • Weiß, Reinhold
    Durchlässigkeit: Es gibt noch viel zu tun!Für die berufliche Bildung und ihren Stellenwert ist die Verzahnung mit dem allgemein bildenden Bereich aber auch den Hochschulen von besonderer Bedeutung. Der Ständige Vertreter des Präsidenten des BIBB und Leiter des Forschungsbereiches, Prof. Dr. Reinhold Weiß, stellt in zehn Punkten Überlegungen zu den vielseitigen Facetten der Durchlässigkeit in der beruflichen Bildung an.


Thema: Transparenz und Durchlässigkeit von Bildungswegen

  • Mucke, Kerstin
    Durchlässigkeit durch Anrechnung!Nationale Bemühungen, die Durchlässigkeit zwischen Bildungswegen zu fördern, gibt es schon lange, allerdings mit schwacher Wirkung. Europäische Entwicklungen zur Etablierung von Leistungspunkten in allen Bildungsbereichen könnten nun unterstützend wirken für die Schaffung einer besseren Durchlässigkeit durch Anrechnung vorhandener Kompetenzen. Worin diese neue Orientierung besteht, welche Voraussetzungen für eine Umsetzung notwendig wären, wie der Stand der Entwicklungen ist und welche Themenfelder in diesem Zusammenhang noch zu bearbeiten sind, zeigt dieser Beitrag.


  • Küßner, Karin; Seng, Esther
    Der Europäische Qualifikationsrahmen - eine deutsche StellungnahmeDer europäische Integrationsprozess erfordert ein auf alle Bildungssysteme in Europa anwendbares gemeinsames Bezugssystem für Qualifikationen. Im November 2004 setzte deshalb die Europäische Kommission eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines Konzeptes für einen bildungsbereichsübergreifenden Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) ein. Der im Juli 2005 vorgelegte Entwurf wurde in einem sog. Konsultationsprozess der breiten Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt. In einer ersten deutschen Stellungnahme wird die Entwicklung eines solchen EQR, der Lernergebnisse und Kompetenzen mit wenigen Deskriptoren und Niveaustufen beschreibt, grundsätzlich begrüßt; es werden aber auch Bereiche thematisiert, in denen aus Sicht des Bundes und der Länder noch Überarbeitungs-, Forschungs- und Erprobungsbedarf besteht.


  • Kloas, Peter-Werner; Brunner, Sonja; Esser, Friedrich Hubert
    Der Europäische Qualifikationsrahmen - Bewertung durch die Spitzenverbände der deutschen WirtschaftDie Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben den Entstehungsprozess des Vorschlags für einen Europäischen Qualifikationsrahmen intensiv begleitet und sich in ausführlichen Konsultationen mit politischen Entscheidungsträgern, den Sozialpartnern und der Fachöffentlichkeit über dieses Thema auseinandergesetzt. Sie haben gemäß dem derzeitigen Wissens-, Diskussions- und Entwicklungsstand auf die im Konsultationsdokument gestellten Fragen gezielt geantwortet und sich zum Arbeitspapier der EU-Kommission "Auf dem Weg zu einem Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen" mit einer eigenen Stellungnahme positioniert. Die Ziele, die mit seiner Einführung verfolgt werden, werden grundsätzlich von der deutschen Wirtschaft mitgetragen; er müsse jedoch am Bedarf der Wirtschaft und am Nutzen für die Unternehmen ausgerichtet sein und Prämissen erfüllen, die im Beitrag dargelegt und erläutert werden.


  • Ehrke, Michael
    Der Europäische Qualifikationsrahmen – eine Herausforderung für die GewerkschaftenDas Konsultationsverfahren zum Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR/EQF) macht vielen schlagartig klar, dass die europäische Bildungspolitik mehr und breitere Aufmerksamkeit verdient, als dies bisher in Berufsbildungskreisen üblich war. Durch den Maastrichter Vertrag sind den EU-Institutionen in Sachen Bildung weitgehend die Hände gebunden, war das gängige Urteil. In der Tat: Bildung ist und bleibt nationales Recht. Tatsächlich hat die Europäische Kommission aber nicht nur durch Förderprogramme wie Leonardo und Sokrates, sondern auf vielfältige Weise in den letzten Jahren bildungspolitische Projekte in Gang gesetzt, die auch für die nationale Bildungsdebatte wichtig sind. Im Zentrum stehen der Bologna-Prozess und der Brügge-Kopenhagen-Prozess, deren Aktivitäten und Ergebnisse auf nationale Bildungspolitiken ausstrahlen. Der Beitrag widmet sich dem Thema EQF aus gewerkschaftlicher Sicht. Im Zentrum stehen Fragen wie: EQR kontra duales System? Erzwingt Outcome-Orientierung die Modularisierung? Sind Outcome-Orientierung und Input-Orientierung unvereinbar? Wer stuft wen wie ein? Welche Bedeutung haben Sektorrahmen?


  • Le Mouillour, Isabelle
    Das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung: Stand und PerspektivenWährend bisher Leistungspunktesysteme vorwiegend die Hochschulbildung betrafen, beziehen die neu entwickelten Credit-Systeme alle Lernmodalitäten sowohl in der Berufs- als auch in der Hochschulbildung ein und tendieren dazu, auch die des lebenslangen Lernens zu umfassen. Die Kopenhagener Erklärung von 2002 gab den Startschuss für die Entwicklung eines European Credit (transfer) system for Vocational Education and Training (ECVET). Im Juli 2005 wurde der Vorschlag eines ECVET-Modells den Generaldirektoren für Allgemeine und Berufliche Bildung in Brüssel vorgestellt. Zur Zeit wird der Vorschlag verfeinert, nicht zuletzt auf der Grundlage von zwei europäischen Forschungsprojekten, an denen sich das BIBB beteiligt. Im Beitrag werden der bildungspolitische Kontext von ECVET vorgestellt, Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Umsetzung dargelegt sowie zukünftige Entwicklungen aufgezeigt.


  • Bretschneider, Markus; Hummelsheim, Stefan
    ProfilPASS – Weiterbildungspass zur Identifizierung, Erfassung und Anerkennung von informellem LernenMit dem "ProfilPASS" liegt ein leistungsfähiges Instrument zur Identifizierung, Erfassung und Anerkennung von informellem Lernen in Deutschland vor. Der "ProfilPASS" ist das Ergebnis eines mehrstufigen Verbundprojektes der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung, dem eine Analyse der europäischen und deutschen Passaktivitäten im Rahmen einer Machbarkeitsstudie sowie eine sich daran anschließende Entwicklung, Erprobung und Evaluation vorausgegangen ist. Derzeit wird im Kontext der Implementierung des Passkonzeptes das Ziel verfolgt, den bildungsbereichs- und zielgruppenübergreifenden "ProfilPASS" und das darauf bezogene Beratungskonzept breitenwirksam in Deutschland zur Anwendung zu bringen.


  • Kloas, Peter-Werner
    Zugang zum Studium für beruflich Qualifizierte - ein notwendiger Schritt zur Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher BildungDie Forderung nach Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung ist seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland ein Dauerthema. Gegenwärtig erlangt das Thema neuen Auftrieb durch den Konsultationsprozess zum europäischen Qualifikationsrahmen, durch die Förderung des BMBF von Initiativen zur "Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge" sowie durch die kontrovers geführte Diskussion um die ergänzende Bezeichnung "Bachelor Professional" für hochwertige berufliche Fortbildungsabschlüsse. In diesem Beitrag geht es um einen spezifischen Aspekt der Gleichwertigkeit, nämlich um die Frage des Zugangs zur Hochschule für berufliche Qualifizierte, die keine schulische Zugangsberechtigung aufweisen. Der Zugang zur Hochschule ist der entscheidende erste Schritt, dem die weiterführende Frage nach der studienzeitverkürzenden Anrechnung von beruflichen Qualifikationen folgt.


  • Berwald, Ulrich; Walter, Hermann
    Meisterbrief und Diplom im dualen Studium simultan erwerben
    Weiterbildung am Studienort BetriebIm Modellversuch "Berufsbegleitende Weiterbildung zum Industrie-/Handwerksmeister und Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH) am Studienort Betrieb" wird seit 2001 an einer simultanen Entwicklung der Berufsfähigkeit von Facharbeitern zum Meister und Diplomwirtschaftsingenieur (FH) gearbeitet. Mit dem mehrfach qualifizierenden Karriereweg tragen Unternehmen des Maschinenbaus und der maritimen Wirtschaft in der Region Rostock/Ostmecklenburg-Vorpommern dazu bei, Arbeitnehmern im Berufsfeld Metalltechnik den Anschluss an ein Studium zu ermöglichen. Das Angebot entwickelt eine neue Abstimmungs-, Studienorganisations- und Abschlussqualität im Verhältnis der Dualpartner Unternehmen und Hochschule. Im Beitrag werden der Studiengang beschrieben und erste Ergebnisse vorgestellt.


Diskussion

  • Oppel, Wolfgang
    Exzellenzforschung nach Gutsherr(inn)enart - eine Alternative zur integrativen Aufgabenwahrnehmung?
    Eine Replik aus gewerkschaftlicher Sicht auf den Beitrag von Heike Solga und Gert G. Wagner: Zur Rolle der Forschung im BIBB in der BWP 1/2006Anfang 2005 hat der Wissenschaftsrat die Qualität der Forschung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) evaluiert und Empfehlungen zur Verbesserung der Forschung gegeben. Heike SOLGA und Gert G. WAGNER, beide gleichzeitig Mitglieder des Wissenschaftsrates und des neu eingerichteten Wissenschaftlichen Beirates des BIBB, haben in der Ausgabe 1/2006 dieser Zeitschrift die Ergebnisse des Wissenschaftsrates aus ihrer Sicht dargestellt. Im Beitrag würdigt der Autor, selbst Mitglied im Hauptausschuss des BIBB und beratendes Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat, die Leistungen der Forschung im BIBB aus gewerkschaftlicher Sicht. Gleichzeitig werden der Beitrag von SOLGA und WAGNER und die Ergebnisse der BIBB-Evaluierung durch den Wissenschaftsrat kritisch unter die Lupe genommen." Der Autor tritt in Übereinstimmung mit dem Wissenschaftsrat für eine Intensivierung der Forschung im BIBB ein, lehnt aber die Trennung von Forschung und Ordnungsarbeit sowie eine Abschaffung der integrativen Aufgabenwahrnehmung ab. Die Nachfrage von Politik und Berufsbildungspraxis nach forschungsbasierter Beratung durch das BIBB spreche für die Qualität von Forschung in der Kombination von Praxis- und Theoriefragen.


Zeitarbeit

  • Münchhausen, Gesa
    Förderung der Kompetenzentwicklung in der ZeitarbeitDie Frage der Kompetenzentwicklung in der Zeitarbeit wurde bisher in Forschung und Praxis vernachlässigt. Da diese Erwerbsform jedoch zunehmend expandiert, ist es notwendig, Konzepte zur Kompetenzentwicklung für diese Zielgruppe aufzuzeigen. Im Beitrag werden Forschungsergebnisse skizziert, die in einem BIBB-Forschungsprojekt zu diesem Thema erhoben wurden. Ergebnisse aus Fallstudien in den Niederlanden und in Frankreich, aus Befragungen deutscher Zeitarbeitnehmer wie auch der Zeitarbeitsunternehmen verdeutlichen, dass die Chancen für eine Kompetenzentwicklung in der Zeitarbeit selber liegen, nämlich im Lernen in der Arbeit und den dabei informell erworbenen Kompetenzen.


Berufe aktuell

Weiterbildung

Rezensionen

  • Fogolin, Angela
    Arbeitsmarktintegration junger Menschen
    Rezension zu: Sozialpädagogische Beschäftigungsförderung. Lebensbewältigung und Kompetenzentwicklung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter / Helmut Arnold, Lothar Böhnisch, Wolfgang Schröer (Hrsg.)
  • Krüger, Heinrich
    Leiharbeiter/-innen
    Rezension zu: Leiharbeit - Neue sozialwissenschaftliche Befunde zu einer prekären Beschäftigungsform / Berthold Vogel (Hrsg.) und Türöffner Zeitarbeit? Kompetenz und Erwerbsverlauf in der Praxis der Leiharbeit/ Axel Bolder, Stefan Naevecke, Sylvia Sch

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