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Grundlegendes zu Zusatzqualifikationen

Was genau sind Zusatzqualifikationen, welche Rolle spielen Sie in der beruflichen Bildung und was sind inhaltliche Schwerpunkte?

Im Bereich der Berufsausbildung ist in den letzten Jahren eine dynamische Entwicklung zu beobachten, die den gestiegenen Anforderungen der Arbeitswelt durch zahlreiche innovative Qualifizierungsmodelle begegnet. Hierzu zählen auch Zusatzqualifikationen. Entsprechend dem Berufsbildungsgesetz wird unter einer Zusatzqualifikation eine Maßnahme verstanden, die über das Ausbildungsberufsbild hinaus zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Zusatzqualifikationen richten sich an Auszubildende in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, finden während der Ausbildung statt und ergänzen die Ausbildung durch zusätzliche Inhalte.

Dauer von Zusatzqualifikationen

Der zeitliche Umfang der in der AusbildungPlus-Datenbank verzeichneten Zusatzqualifikationen ist sehr unterschiedlich: Die Spannweite reicht von unter 40 bis über 1.000 Stunden für den Erwerb einer Zusatzqualifikation. Die meisten Zusatzqualifikationen verteilen sich relativ gleichmäßig auf Angebote von 40 bis 500 Stunden. Den größten Anteil haben weiterhin die Modelle mit einer Dauer von 200 bis 499 Stunden: Sie machen 24,1 Prozent aus. Hierzu zählt etwa der/die Betriebsassistent/-in im Handwerk oder der/die Handelsfachwirt/-in, die nach § 53 BBiG anerkannte Fortbildungsberufe sind, in kaufmännischen dualen Berufsausbildungen aber auch als Zusatzqualifikation parallel zur Ausbildung vermittelt werden. Einen geringfügig kleineren Anteil machen Angebote unter 40 Stunden (21,8%) sowie solche von 40 bis 79 Stunden (21%) aus. Nur eine sehr geringe Anzahl (6,7%) der Zusatzqualifikationen erfordert einen zeitlichen Aufwand zwischen 500 und 999 oder gar mehr als 1.000 Stunden (2,5%).

Welche Zusatzqualifikationen gibt es?

Es gibt die Möglichkeit, entweder spezielle auf den eigenen Ausbildungsberuf zugeschnittene Qualifikationen zu erwerben oder übergreifende Qualifikationen. Auszubildende können z.B. zusätzlich Computer-Zertifikate erwerben oder in Kursen in der Berufsschule oder während eines Auslandsaufenthaltes ihre Fremdsprachenkenntnisse vertiefen. Lehrlinge in Handwerksberufen können zusätzlich betriebswirtschaftliche Kenntnisse erlangen und auf diese Weise schon während der Ausbildung einen Teil der Meisterprüfung absolvieren. Oder sie machen während ihrer Ausbildung die Fachhochschulreife nach.

Zusatzqualifikationen ermöglichen den Unternehmen eine flexible Ausgestaltung der betrieblichen Ausbildung im Hinblick auf die Qualifikationserfordernisse im Betrieb. Somit können sie zeitnah auf veränderten Qualifizierungsbedarf reagieren.

Auszubildende können ihr Fachwissen ausbauen, ihre Fertigkeiten verbessern und ihre Kompetenzen erweitern. Durch das erworbene Spezialwissen können sie sich neue und interessante Arbeitsfelder erschließen und damit ihre Arbeitsmarktchancen verbessern.

Außerdem besteht die Möglichkeit, mit Zusatzqualifikationen anerkannte Fortbildungsgänge oder Teile davon schon während der Ausbildung abzuschließen. Sie tragen damit ebenso wie duale Studiengänge (Link zu Themenseite) zu einer besseren Verzahnung von Ausbildung und Weiterbildung bei. Interessant sind z.B. aus dem Bereich der beruflichen Fortbildung der Betriebswirt, Handelsassistent bzw. Handelsfachwirt oder der Betriebsassistent im Handwerk, mit dem Auszubildende in Handwerksberufen sich parallel zur Ausbildung kaufmännisch qualifizieren und auf spätere Führungsaufgaben vorbereiten können.

Zusatzqualifikationen bleiben ein beliebtes Instrument zur beruflichen Qualifizierung: Zum Stichtag 30. April 2013 waren insgesamt 17.626 Angebote für Zusatzqualifikationen von 2.314 verschiedenen Anbietern in der Datenbank AusbildungPlus verzeichnet, in denen rund 85.500 Auszubildende qualifiziert wurden.

Inhalte von Zusatzqualifikationen

Einer der Schwerpunkte bei Zusatzqualifikationen liegt im Bereich der internationalen Qualifikationen; dazu zählen Fremdsprachenkurse, Auslandsaufenthalte und internationales Management. Etwa ein Drittel der Auszubildenden in Zusatzqualifikationen werden hierin zusätzlich geschult. Rund 30 Prozent aller Angebote sind diesem Bereich zugeordnet. Den größten Anteil machen mit 80 Prozent traditionell die Fremdsprachenangebote aus. Der Rest verteilt sich auf Auslandspraktika (12 %) und Angebote mit dem Schwerpunkt internationales Management/Außenhandel (8 %). Die Tabelle stellt die inhaltlichen Schwerpunkte aus April 2013 dar.

Anbieter

Zusatzqualifikationen werden in erster Linie von Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen angeboten. Dies sind die beiden Lernorte im dualen System der Berufsausbildung und damit die wichtigsten Akteure. Weiterhin zählen die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern und deren Bildungszentren zu den bedeutenden Anbietern von Zusatzqualifikationen.