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Umfrage unter angehenden Medizinischen Fachangestellten zur Ausbildung während der Corona-Pandemie

19.01.2021

Da Medizinische Fachangestellte in ihrer Funktion direkt in die Bewältigung der Corona-Pandemie eingebunden sind, ergeben sich auch spezifische Herausforderungen für Auszubildende in diesem Beruf. Um einen Einblick in die pandemiebedingten Veränderungen in Betrieb und Berufsschule zu erhalten, wurde im Herbst 2020 eine Umfrage mit 1253 Auszubildenden durchgeführt, deren Ergebnisse nun vorliegen.

Umfrage unter angehenden Medizinischen Fachangestellten zur Ausbildung während der Corona-Pandemie

Einflüsse der Pandemie zeigen sich an beiden Lernorten. Der Unterricht an den Berufsschulen musste zeitweise ebenso wie an anderen Schulen entfallen, weshalb die Auszubildenden über die angebotenen Unterrichtsalternativen sowie ihre eigenen Lernaktivitäten befragt wurden. In den Ausbildungsbetrieben, überwiegend Arztpraxen, führten die notwendigen Anpassungen in den Betriebsabläufen zu veränderten Arbeitsprozessen, auch für die Auszubildenden. Deshalb wurden die Teilnehmenden der Umfrage um Auskunft hinsichtlich Veränderungen ihrer Lerngelegenheiten im Betrieb und zu veränderten Anforderungen, vor allem im Hinblick auf die Kommunikation mit Patienten und Patientinnen, gebeten. Des Weiteren waren die Teilnehmenden aufgefordert, Auslöser für besondere Belastungen und Maßnahmen zum Umgang mit diesen Belastungen für ihre eigene Situation einzuschätzen sowie ihr Befinden zu Beginn der Pandemie-Lage und zum Befragungszeitpunkt anzugeben.

Abschließend sollten die Befragten noch ein generelles Urteil über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre Ausbildungssituation abgeben. Hier gab die Mehrheit zwar einen negativen Einfluss an, gleichzeitig beabsichtigt aber ein Großteil zumindest tendenziell, auch nach der Ausbildung als Medizinische Fachangestellte bzw. Medizinischer Fachangestellter zu arbeiten. Die Pandemie hatte auf diese Absicht nur bei einem kleineren Anteil eine (negative oder auch positive) Auswirkung. Eine größere Beachtung und Wertschätzung für die Bedeutung ihres Berufs bei der Bewältigung der Pandemie wäre aber für viele ein positiver Beitrag zu ihrer Arbeitsmotivation.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Umfrage die gerade in dieser besonderen Situation große Bedeutung der Auszubildenden für die Aufrechterhaltung der Praxisabläufe. Die Qualität der Lernmöglichkeiten in Betrieb und Schule verlangt daher auch in Krisenzeiten gerade für systemrelevante Berufe besondere Aufmerksamkeit, damit die Auszubildenden auf die Herausforderungen ihres Berufs vorbereitet werden können.

Die vollständige Analyse der Umfrage wurde jetzt in Form eines Preprints veröffentlicht und steht im VET Repository zum Download bereit.