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BIBB REPORT Ausgabe 2/07

Deutlich längere Dauer bis zum Ausbildungseinstieg

Schulabsolventen auf Lehrstellensuche

Ursula Beicht, Michael Friedrich, Joachim Gerd Ulrich

Ausbildungsanfänger unter 18 Jahren sind zu einer Minderheit geworden. Denn Haupt- und Realschulabsolventen benötigen immer mehr Zeit, bis ihnen der Einstieg in die Lehre gelingt. Besondere Probleme haben Schulabgänger mit weniger guten Noten, und dies vor allem in Regionen mit schlechter Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Aber auch das Geschlecht, die soziale Einbindung der Jugendlichen vor Ort sowie ihre familiäre Herkunft beeinflussen die Übergangszeit.

Maßgebliche Ursachen für den verzögerten Übergang sind das qualitative und quantitative Auseinanderdriften zwischen Angebot und Nachfrage: Die Ausbildungsanforderungen nahmen zu, doch die Ausbildungsreife der Jugendlichen sank aus Sicht von Experten. Der Umfang des bereitgestellten Ausbildungsplatzangebots nahm ab, aber die Zahl der Schulabgänger wuchs. Bereits seit mehreren Jahren gibt es selbst für ausbildungsreife Bewerber zu wenig Lehrstellen. Seit 2006 entspannt sich die Situation wieder etwas. Die Zahl der Altbewerber verharrt jedoch weiterhin auf hohem Niveau.

Ausbildungsanfänger immer älter

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1993 waren bundesweit noch knapp 53 % aller Jugendlichen, die eine Lehre begannen, nicht volljährig. Bis Ende 2006 sank ihr Anteil um gut 18 Prozentpunkte auf nunmehr 34 %. Umgekehrt stieg die Quote der mindestens 20-Jährigen von gut 20 % auf 33 % (vgl. Übersicht 1). Das Durchschnittsalter aller Ausbildungsanfänger lag 2006 bereits bei 19,3 Jahren.1

Die Veränderung bis Ende 2006 zugunsten älterer Ausbildungsanfänger lässt sich nur zum Teil dadurch erklären, dass nun vermehrt Jugendliche mit Fachhochschul- oder Hochschulreife als Auszubildende eingestellt wurden. Vielmehr kam es zu einer zunehmenden Verzögerung des Ausbildungsbeginns der nichtstudienberechtigten Schulabsolventen aus dem Bereich der Sekundarstufe I. Für diese Jugendlichen ist der Übergang in eine Ausbildung deutlich schwieriger geworden.2 Wie lange es bis zum Eintritt in die betriebliche Lehre dauert, ist Thema des folgenden Abschnitts.

Dauer des Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung

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Basis der Analysen ist eine repräsentative Befragung von 7.230 Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren, die rückblickend über ihre Bildungs- und Berufsentwicklung berichteten. Die Datenerhebung erfolgte im Rahmen des BIBB-Forschungsvorhabens "Bildungswege und Berufsbiografien von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Anschluss an die allgemein bildende Schule" (sog. "BIBB-Übergangsstudie").3 Sie fand von Juni bis August 2006 statt. Mittels computergestützter Telefoninterviews (durch infas, Bonn) wurde die gesamte Bildungs- und Berufsbiografie seit Eintritt in die Grundschule erfasst. In die hier vorgenommenen Analysen sind ausschließlich jene 2.656 Jugendliche einbezogen, die bei Schulende unmittelbar einen betrieblichen Ausbildungsplatz suchten. Von den Absolventen mit mittlerem Abschluss traf dies auf 65 % zu, von denjenigen mit maximal Haupt-schulabschluss waren es 74 %.

Übersicht 2 lässt erkennen, wie sich in den Monaten nach Schulende der kumulierte Anteil derjenigen erhöht, die in eine betriebliche Berufsausbildung übergegangen sind.4 Die nach dem Kaplan-Meier-Verfahren ermittelten Ergebnisse werden getrennt für Schulabgänger mit maximal Hauptschulabschluss und für Absolventen mit mittlerem Abschluss ausgewiesen. Die Grafik basiert auf gewichteten, die Teststatistik in der Tabelle darunter auf ungewichteten Daten.5 Wie aus den Teststatistiken hervorgeht, unterscheiden sich beide Schulabgängergruppen signifikant voneinander: Im gesamten Beobachtungszeitraum von fünf Jahren fällt die kumulierte Einmündungsquote für die Jugendlichen mit einem niedrigen Abschluss geringer aus als für diejenigen mit mittlerem Schulabschluss.

Die ausgeprägtesten Abweichungen sind unmittelbar nach Schulende.6 zu finden: So haben nach drei Monaten immerhin 61 % der Absolventen mit mittlerem Abschluss eine betriebliche Ausbildung begonnen, aber nur 43 % der Jugendlichen mit maximal Hauptschulabschluss. Rund ein Jahr nach Schulende verkleinern sich die Unterschiede zumindest ein wenig. Nun sind bei einem mittlerem Abschluss 73 % und bei niedrigerem Abschluss 62 % der Jugendlichen eingemündet. In der nachfolgenden Zeit steigen die kumulierten Übergangsquoten beider Schulabsolventengruppen insgesamt langsamer an: Sie betragen nach zwei Jahren 81 % bei mittlerem und 69 % bei niedrigem Schulabschluss. Nach drei Jahren erreichen sie 86 % bzw. 75 %. Zum Beobachtungsende, nach Ablauf von 60 Monaten, haben 91 % der Jugendlichen mit mittlerem Abschluss ihr Ziel erreicht, jedoch nur 77 % derjenigen mit einem niedrigen Schulabschluss. Bei knapp einem Viertel der Ausbildungsplatzsuchenden mit maximal Hauptschulabschluss ist somit die Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung nicht erfolgt.

Individuelle Determinanten der Übergangsdauer

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Neben dem Schulabschluss gibt es eine Reihe von weiteren Determinanten, die auf die Dauer des Übergangs in eine betriebliche Berufsausbildung Einfluss nehmen, diese verkürzen oder verlängern. In Übersicht 3 sind Aspekte der individuellen Qualifikation, soziodemografische und ausbildungsmarktrelevante Merkmale, Aspekte des familiären Hintergrundes und der sozialen Einbindung des Jugendlichen vor Ort aufgeführt. Die Aufzählung beschränkt sich auf jene Merkmale, deren Effekte sich im Rahmen einer Cox-Regression als statistisch bedeutsam erwiesen haben.

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Die hier berücksichtigten Determinanten sind zum Teil voneinander abhängig. Deshalb wird in Übersicht 4 überprüft, ob und wie stark diese miteinander korrelieren. Mit dieser Korrelationsmatrix können im Zusammenspiel mit Übersicht 3 auch indirekte Effekte auf den Übergangsverlauf in betriebliche Ausbildung identifiziert werden. So kann zum Beispiel überprüft werden, ob der familiäre Hintergrund zu besseren Schulleistungen führt und sich diese dann positiv auf die Bewerbungschancen auswirken.

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Aus den in den Übersichten 3 und 4 aufgeführten Ergebnissen ergibt sich zusammenfassend folgendes Bild:

  • Schulabgänger, die bereits unmittelbar nach Verlassen der allgemein bildenden Schule mit einer betrieblichen Berufsausbildung beginnen möchten, haben vor allem dann Chancen, ihr Ziel in möglichst kurzer Zeit zu erreichen, wenn ihre individuelle Qualifikation überdurchschnittlich ist. Dies bedeutet keineswegs nur, einen höheren Schulabschluss vorweisen zu können. Entscheidender ist oft ein möglichst guter Notendurchschnitt.
  • Eine wichtige Rolle spielt der familiäre Hintergrund. Kinder höher gebildeter Eltern sind nicht nur in der Schule erfolgreicher (vgl. die entsprechenden Korrelationskoeffizienten in Übersicht 4) und haben dadurch mehr Ausbildungsplatzchancen, sondern sie profitieren offenbar auch darüber hinaus. Denkbar ist zum Beispiel, dass diese Kinder von ihren Eltern in Fragen der Berufswahl, Lehrstellensuche und Bewerbungsstrategie intensiver und besser beraten werden. Nachweislich ist ein offenes, problemorientiertes Gesprächsklima zu Hause von Nutzen. Denn auch damit steigt die Wahrscheinlichkeit, rascher den Wunsch nach einer Ausbildungsstelle realisieren zu können (vgl. Übersicht 3). Zudem scheint es so zu sein, dass besser qualifizierte Eltern ihren Kindern häufiger unmittelbare Zugangswege in Ausbildungsstellen eröffnen. Damit ließe sich jedenfalls erklären, warum die Kinder von Vätern, die einer qualifizierten Erwerbstätigkeit nachgehen, weniger lange auf den Beginn einer Berufsausbildung warten müssen.

    Übersicht 5 zeigt, wie sich günstige und ungünstige Bedingungen im Elternhaus modellhaft auf den Übergangsverlauf in eine betriebliche Berufsausbildung auswirken (abgeleitet aus den in Übersicht 3 berichteten Ergebnissen der Cox-Regression). "Günstige Bedingungen" heißt: a) beide Elternteile verfügen über einen Schul- und Berufsabschluss, b) der Vater geht einer qualifizierten Erwerbstätigkeit nach und c) über schulische Probleme wurde im Elternhaus stets und uneingeschränkt offen gesprochen. "Ungünstige Bedingungen" bedeutet, dass keiner der drei Aspekte a) bis c) gegeben ist. Alle anderen Einflussgrößen (Geschlecht, Schulabschluss etc.) sind dabei rechnerisch konstant gehalten, d.h., die Ausprägungen der übrigen Einflussgrößen entsprechen ihren jeweiligen Durchschnittswerten. Somit handelt es sich bei dem in Übersicht 5 dargestellten Kurvenabstand um den reinen Effekt der familiären Situation.

    Der Effekt ist durchaus bedeutsam: Während die durchschnittliche Dauer (Median) bis zum Übergang in eine Berufsausbildung bei einer günstigen Konstellation nur drei Monate beträgt, verlängert sie sich bei einer ungünstigen Konstellation auf zwölf Monate.
  • Jugendliche können sich über eine soziale Einbindung vor Ort mehr Zugangswege in Ausbildung verschaffen: Wer bereits während der Schulzeit aktiv bei der örtlichen Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk (THW), einem Rettungsdienst oder Ähnlichem mitarbeitet, findet später nachweislich rascher als andere einen Ausbildungsplatz (vgl. Übersicht 3).
  • Die Jugendlichen und ihre Eltern haben ihr Schicksal jedoch nicht alleine in der Hand. Wenn der Ausbildungsmarkt enger wird, haben es alle Jugendlichen schwerer, in eine betriebliche Lehrstelle einzumünden. Dementsprechend länger dauert es, bis das Ziel erreicht wird. Da das Ausbildungsplatzangebot 2001/2002 stark einbrach, haben sich für die jüngeren Schulabsolventenjahrgänge seit 2002 höhere Hürden aufgetan als für frühere Jahrgänge.7 Daneben kommt es darauf an, in welcher Region man wohnt. Chronisch angespannt war bislang der Ausbildungsstellenmarkt im Osten Deutschlands. Deshalb münden ostdeutsche Jugendliche seltener und später in eine betriebliche Ausbildung ein.8
  • Überdurchschnittlich lang gestaltet sich der Übergangsprozess für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Ein wichtiger Grund ist sicherlich, dass diese häufiger als andere Jugendliche lediglich über einen Hauptschulabschluss verfügen und auch ihre Noten im Schnitt etwas schlechter ausfallen. Zudem sind ihre Eltern weniger gut qualifiziert, und ihre soziale Einbindung vor Ort fällt schlechter aus (vgl. die Korrelationskoeffizienten in Übersicht 4). Doch reichen diese Beobachtungen alleine nicht aus, um den negativen Einfluss eines Migrationshintergrunds auf den Übergang Schule-Berufsausbildung (vgl. Übersicht 3) zu erklären. Es spricht einiges dafür, dass ein Migrationshintergrund bereits für sich allein genommen bei der Lehrstellensuche von Nachteil ist. Welche Gründe dabei im Einzelnen eine Rolle spielen (z.B. mögliche Vorbehalte der Betriebe), lässt sich an dieser Stelle nicht entscheiden.
  • Merklich schlechtere Chancen auf eine betriebliche Ausbildungsstelle haben auch junge Frauen, und dies, obwohl sie bessere Schulabschlüsse und bessere Noten aufweisen (Übersicht 4).

Allgemeine Ursachen für den verzögerten Einstieg

Im vorausgegangenen Abschnitt wurden individuelle Merkmale identifiziert, die darüber entschieden, wie lange Jugendliche in jüngerer Zeit bis zum Übergang in eine betriebliche Ausbildung benötigten. Hierdurch wird jedoch noch nicht erklärt, warum der Übergang seit den 1990er-Jahren allgemein schwieriger wurde. Die maßgebliche Ursache für den insgesamt verzögerten Übergangsprozess der Schulabsolventen ist das Auseinanderdriften zwischen Angebot und Nachfrage. Dies gilt sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht: wie nachfolgend anhand weiterer Datenquellen aufgezeigt werden soll.

In qualitativer Hinsicht stehen steigende Ausbildungsanforderungen einer - aus Sicht der meisten Betriebe und Berufsbildungsexperten - gesunkenen Ausbildungsreife der Schulabgänger gegenüber, in quantitativer Hinsicht ein bis 2005 stark gesunkenes Ausbildungsplatzangebot einer stetig wachsenden Zahl von Schulabsolventen.

Gestiegene Ausbildungsanforderungen, gesunkene Ausbildungsreife

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Zunächst ist auf die gestiegenen Ausbildungsanforderungen im Zusammenhang mit dem Wandel in der Arbeitswelt hinzuweisen. In einem im Herbst 2005 durchgeführten BIBB-Expertenmonitor sagten 97 % der 482 befragten Berufsbildungsfachleute, die Komplexität der Berufswelt sei in den letzten 15 Jahren gestiegen. 90 % gingen davon aus, dass auch die theoretischen Ansprüche an die Lehrberufe gewachsen seien (vgl. Übersicht 6). Zugleich äußerten die meisten Fachleute die Ansicht, dass sich die Qualifikation der Ausbildungsstellenbewerber in den letzten 15 Jahren eher verschlechtert habe. Mehr als drei Viertel der Experten meinten, die Beherrschung der deutschen Rechtschreibung, die schriftliche Ausdrucksfähigkeit, das einfache Kopfrechnen, die Konzentrationsfähigkeit, die Fähigkeit zur Prozent- und Dreisatzrechnung sowie die Grundkenntnisse der Längen-, Flächen- und Volumenberechnung hätten nachgelassen. Auffallend war dabei, dass diese Ansicht gerade von den Lehrern dezidiert vertreten wurde (vgl. Eberhard/Ehrenthal/Ulrich, 2006). Damit weisen die Ergebnisse auf eine wachsende qualitative Schere zwischen Anforderungs- und Eignungsprofil hin. Und dies könnte einer der Gründe sein, warum viele Schulabgänger nicht mehr unmittelbar den Übergang in eine betriebliche Berufsausbildung schaffen. Sie wären vielmehr auf zwischengeschaltete Bildungsgänge angewiesen, mit denen sie ihre Qualifikation verbessern.

Gesunkenes Ausbildungsangebot, gestiegene Schulabgängerzahlen

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Eine immer größere Schere hat sich in den letzten Jahren auch in quantitativer Hinsicht aufgetan. Denn bis 2005 schrumpfte in Folge der negativen Beschäftigungsentwicklung der Umfang der Ausbildungsplatzangebote massiv, während aus demografischen Gründen die Zahl der Schulabgänger noch deutlich anstieg. Zwischen 1992 und 2005 sank das Ausbildungsplatzangebot um 159.000 Plätze; die Zahl der Absolventen aus den allgemein bildenden Schulen nahm dagegen um 179.500 Personen zu. Das duale Berufsbildungssystem war deshalb bereits seit längerem nicht mehr in der Lage, die stetig wachsende Ausbildungsplatznachfrage der Jugendlichen zu befriedigen. Dies gilt selbst dann, wenn man das Nachfragevolumen quantitativ ausschließlich auf ausbildungsreife Jugendliche beschränkt (vgl. Eberhard/Krewerth/Ulrich, 2006). Der Rückgang des Ausbildungsplatzangebots hatte insbesondere für die Jugendlichen mit Hauptschulabschluss Folgen. Denn das Angebot verringerte sich nicht in allen Berufssegmenten gleichmäßig. Während in den Dienstleistungsberufen bei starken Ausschlägen nach oben und unten insgesamt sogar ein positiver Trend erkennbar ist, sank die Zahl der Lehrstellen im Bereich der Fertigungsberufe drastisch (vgl. Übersicht 7). Besonders negativ war die Entwicklung in den Bau- und Baunebenberufen (vgl. Übersicht 8). Somit waren vom Ausbildungsplatzabbau insbesondere jene Berufssegmente betroffen, in denen die Hauptschüler noch weitgehend unter sich um die Ausbildungsplätze konkurrieren, denn die Jugendlichen mit höheren Abschlüssen bevorzugen in der Regel "Weiße-Kragen-Berufe".

Für die Hauptschüler bedeutete diese Entwicklung, dass sie sich nun verstärkt auf Ausbildungsangebote in Dienstleistungsberufen bewerben mussten. Zwar hatte es in diesen Berufen, wie Übersicht 7 zeigt, absolute Angebotszuwächse gegeben. Doch stieg zugleich die Zahl der Schulabgänger mit mittlerem Abschluss zwischen 1994 und 2005 um 22 % bzw. 69.800. Dies hatte zur Folge, dass selbst für die Realschulabsolventen die Bewerbungssituation in den kaufmännischen und sonstigen Dienstleistungsberufen schwieriger wurde (vgl. Ulrich, 2007). Das Dilemma für die Hauptschulabsolventen bestand somit darin, dass sie verstärkt auf ein Marktsegment ausweichen mussten, das eigentlich keine zusätzlichen Räume für sie eröffnete. Im Gegenteil: Da auch für Absolventen mit mittlerem Abschluss die Bewerbungsmöglichkeiten in den Dienstleistungsberufen abnahmen, mussten sie sich verstärkt gewerblichen Berufen zuwenden.

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Vielen Betrieben dürfte diese Entwicklung angesichts der gestiegenen Anforderungen auch in den Fertigungsberufen durchaus gelegen gekommen sein. Für Jugendliche mit maximal Hauptschulabschluss war sie allerdings fatal. Ohne gute Schulzeugnisse waren und sind ihre Bewerbungschancen auf eine Berufsausbildungsstelle relativ gering (vgl. auch Friedrich/Hall, 2007).

Um auch Jugendliche ohne Ausbildungsplatz aufzufangen, wurden die Berufsbildungsangebote des so genannten Übergangssystems beträchtlich erhöht. Mündeten 1992 noch insgesamt 272.300 Jugendliche in berufsvorbereitende Maßnahmen, in das schulische Berufsvorbereitungsjahr, das schulische Berufsgrundbildungsjahr, in teilqualifizierende Berufsfachschulen und in die 11. Klasse der Fachoberschulen ein, waren es 2005 bereits 558.500 (vgl. Eberhard/Krewerth/Ulrich, 2006). Da diese Jugendlichen danach in den meisten Fällen weiter an einer Berufsausbildung interessiert waren, stieg die Zahl der Altbewerber -und damit auch das Durchschnittsalter der eine Ausbildung suchenden Jugendlichen - stark an. Im Jahr 2006 dürfte die Zahl der Altbewerber auf mehr als 300.000 Personen angewachsen sein (vgl. dazu Ulrich/Krekel, 2007b).

Zusammenfassung und offene Fragen

Das Durchschnittsalter der Ausbildungsanfänger ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Diese Entwicklung ist jedoch weniger einer fortdauernden Bildungsexpansion geschuldet als einer Verzögerung des Übergangs nichtstudienberechtigter Schulabsolventen in eine Berufsausbildung (vgl. dazu auch Hillmert, 2001). Angesichts eines chronisch defizitären Ausbildungsplatzangebots, aber auch aufgrund von gestiegenen Ausbildungsanforderungen und wachsenden Problemen mit der Qualifikation bei einem Teil der Schulabgänger dauert es im Vergleich zu Anfang der 1990er-Jahre merklich länger, bis ausbildungssuchende Jugendliche mit einer betrieblichen Berufsausbildung beginnen können. Von dieser Entwicklung sind Hauptschulabsolventen noch stärker als Absolventen mit mittlerem Abschluss betroffen.

Im verschärften Marktwettbewerb um betriebliche Ausbildungsplätze haben jene Jugendlichen weiterhin überdurchschnittlich gute Chancen, die gute Schulzeugnisse vorweisen können. Zwar gestehen fast alle Berufsbildungsfachleute zu, dass auch jemand mit schlechten Noten ausbildungsreif sein kann (Eberhard, 2006), doch mindert dies nicht die stark selektive Funktion der Schulnoten. Das Dilemma für ausbildungsreife Schulabsolventen mit schlechten Zeugnisnoten scheint darin zu bestehen, dass sie bei einem starken Nachfrageüberhang häufig erst gar nicht zu Bewerbertests und Einstellungsinterviews eingeladen werden.

Sofern nicht über andere Wege (z. B. Praktika, Einstiegsqualifizierung) ein unmittelbarer Kontakt zu den Betrieben hergestellt werden kann, ist es somit für diese Jugendlichen schwierig, ihre Ausbildungsreife unter Beweis zu stellen. Dass andererseits die Betriebe bei einem starken Bewerberandrang gerade die schulische Vorbildung (Abschlussniveau und Schulnoten) als eines der Vorauswahlkriterien nutzen, ist nachvollziehbar. Zum einen korrelieren die Schulnoten recht deutlich mit den Ergebnissen in der Ausbildungsabschlussprüfung (Fintrup/Kämper/Mussel, 2007), zum anderen dürfte eher von einer - leicht - positiven Korrelation zwischen Schulleistungen und Ausbildungsreife auszugehen sein als von einer negativen.

Jugendliche, die sich in örtlichen Organisationen wie der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk oder einem Rettungsdienst engagieren, verschaffen sich damit einen Wettbewerbsvorteil auf dem Ausbildungsmarkt. Mit einem solchen Engagement dürften gleich drei übergangsförderliche Faktoren verbunden sein:

Denn a) üben die Jugendlichen im Rahmen ihres Engagements wichtige soziale Fertigkeiten ein, die zugleich ihre Ausbildungsreife fördern ("Qualifizierungsfunktion"). Da sie in der Regel gehalten sind, in ihren Bewerbungen auch außerschulische Freizeitaktivitäten anzugeben, dürfte b) das Engagement der Jugendlichen vor Ort ein wichtiges und positives Zeichen für Personalentscheider darstellen ("Signalfunktion"). Und c) bauen sich die Jugendlichen mit ihrem Engagement bei der Feuerwehr, dem THW oder einem Rettungsdienst breite soziale Netzwerke auf, lernen generationen-übergreifend wichtige Personen vor Ort kennen und dürften sich darüber auch mehr Möglichkeiten für einen informellen Zugang zu einer betrieblichen Ausbildungsstelle verschaffen ("Vernetzungsfunktion").

Mit anderen Worten: Die Jugendlichen mehren durch ihre ehrenamtliche Arbeit ihr qualifikationsgebundenes, kulturelles und soziales Kapital. Die besondere Bedeutung des Engagements in Vereinen und sonstigen Organisationen vor Ort für die Entwicklungschancen von jungen Menschen verdient mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit als bislang (vgl. dazu auch Lerner/Alberts/ Bobek, 2007).

Auch für das duale Berufsbildungssystem gilt offenbar, dass Bildungschancen milieuabhängig "vererbt" werden (vgl. dazu auch Alt, 2006; Friebel u.a., 2000). Es ist jedenfalls auffällig, dass Jugendliche aus bildungsschwachen Elternhäusern signifikant geringere Chancen auf einen möglichst raschen Übergang in Berufsbildung haben. Sie weisen zum einen tendenziell schlechtere Schulleistungen auf. Zum anderen scheinen ihre Eltern ihnen seltener unmittelbare Hilfestellung bei der Ausbildungsplatzsuche geben zu können.

Besorgniserregend sind die geringeren Ausbildungschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Diese können nur zum Teil mit der Wohnregion, dem familiären Hintergrund und einem insgesamt unterdurchschnittlichen Bildungsniveau in Verbindung gebracht werden. Im Rahmen der hier vorgestellten Analysen wurde keine weitere Binnendifferenzierung innerhalb der Jugendlichen mit Migrationshintergrund vorgenommen. Doch zeigen andere Untersuchungen, u.a. das Übergangspanel des Deutschen Jugendinstituts (DJI), dass sich die Probleme vor allem auf die Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund konzentrieren (vgl. Reißig/Gaupp, 2006; Granato/Skrobanek, 2006).

Auffallend sind die insgesamt geringeren Übergangschancen der jungen Frauen - zumindest im Hinblick auf eine betriebliche Ausbildung. Die Gründe sind u.a. in der Berufsstruktur des dualen Ausbildungssystems und in den Berufsvorlieben der Mädchen zu suchen. Auch wenn es heute bereits mehr Lehrstellen im Dienstleistungssektor als im Fertigungsbereich gibt, entfallen immer noch zwei von fünf Lehrstellen auf den Fertigungsbereich. Dafür interessieren sich die Mädchen aber nur selten. So hatten z. B. im Jahr 2005 lediglich knapp 11 % der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerberinnen einen Fertigungsberuf als erstes Berufsziel angegeben. Bei den Jungen lag der Anteil bei 61 % (vgl. Bundesagentur für Arbeit, 2006).

Die relativ einseitige Konzentration der Mädchen auf die Dienstleistungsberufe führt dazu, dass sich die Hälfte aller weiblichen Auszubildenden in nur zehn Berufen wiederfindet. Bei den Jungen konzentriert sich lediglich ein Drittel auf die zehn am stärksten besetzten Berufe (Granato, 2006, S. 143). Die Folge: Die jungen Frauen verteilen sich ungünstig auf die bestehenden Ausbildungsangebote und treffen in den von ihnen favorisierten Berufen auf besonders viele Mitbewerber beiderlei Geschlechts. Sie bleiben dann häufiger erfolglos - trotz insgesamt besserer schulischer Vorbildung.

Für ausbildungssuchende Schulabsolventen, denen der Übergang in eine betriebliche Berufsausbildung im ersten Schritt nicht gelungen ist und die damit zum "Altbewerber" werden, stellt sich die Frage nach den besten zwischenzeitlichen Alternativen. Diese ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn schulische bzw. außerbetriebliche Berufsausbildungsgänge nicht in Betracht kommen. Da sich auch in allen weiteren Bewerbungsrunden die Auswahlkriterien kaum ändern und dabei die individuelle Qualifikation eine entscheidende Rolle spielt (vgl. Ulrich/Krekel, 2007a), sind all jene Zwischenstationen von Vorteil, die diese Qualifikation merklich verbessern. Dabei dürfte die subjektive Sicht der Personaleinsteller das entscheidende Kriterium dafür sein, welche Bildungsgänge des Übergangssystems diesem Ziel am meisten dienlich sind. Aus den Ergebnissen der BA/BIBB-Bewerberbefragung 2006 ist bekannt, dass der Erwerb höherer Schulabschlüsse (z.B. Fachhochschulreife für Jugendliche mit bislang mittlerem Abschluss) besonders positiv mit den weiteren Bewerbungschancen von Altbewerbern korreliert. Aber auch praxisnahe berufsvorbereitende Maßnahmen wie etwa eine Einstiegsqualifizierung verbessern die Übergangschancen deutlich (vgl. Ulrich/ Krekel, 2007b). Eine weitere wichtige, hier jedoch nicht näher behandelte Frage ist, welche Auswirkungen eine längere Dauer der erfolglosen Ausbildungsplatzsuche auf die Jugendlichen hat, wie Erfahrungen des "Marktversagens" auf die Bildungsmotivation rückwirken (vgl. Solga, 2006). Die Gefahr ist groß, dass Jugendliche ab einem bestimmten Zeitpunkt resignieren, vor allem dann, wenn sie auf sich allein gestellt sind.

Ein entscheidender Nutzen von Bildungsgängen wie etwa dem schulischen Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) beruht insofern in der damit verbundenen Möglichkeit, den Kontakt zu den Jugendlichen aufrechtzuerhalten und ihre Leistungsmotivation zu stabilisieren (vgl. Schreier, 2006). Übergangsquoten nach Beendigung des BVJ sind als dominierendes Nutzenkriterium insofern fragwürdig, als "das strukturelle Problem unzureichender Ausbildungsplätze und mangelnden Arbeitsangebots" der Übergangswirksamkeit des BVJ zwangsläufig Grenzen setzt (Rahn, 2005, S. 234; vgl. auch Skrobanek/Mittag, 2006).

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Die Arbeits- und Ausbildungsmarktlage sowie die demografische Entwicklung stellen maßgebende Rahmenbedingungen für den Verlauf und die Ergebnisse der Übergangsprozesse dar. Der Tiefpunkt wurde dabei 2005 erreicht, als die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Zuge einer lang andauernden wirtschaftlichen Wachstumsschwäche auf den niedrigsten Stand seit Anfang der 90er-Jahre fiel, während umgekehrt die Zahl der Schulabsolventen und der Altbewerber so hoch war wie bislang noch nie im wiedervereinigten Deutschland. Doch in Zukunft ist hier mit Veränderungen zu rechnen:

Bereits seit 2006 nehmen die Beschäftigung und das Ausbildungsplatzangebot wieder zu. Gegenwärtig kann zumindest für einen mittelfristigen Zeitraum von einer Fortdauer dieser Entwicklung ausgegangen werden (vgl. Deutscher Industrie- und Handelskammertag, 2007). Dagegen wird die Zahl der Jugendlichen sinken (vgl. Übersicht 9 und Übersicht 10). Die zukünftige Entwicklung lässt also auf eine Entspannung auf dem Ausbildungsstellenmarkt hoffen. Wie rasch es zu einer deutlich günstigeren Lage kommt, hängt allerdings auch von der Versorgung der Altbewerber ab. Gegenwärtig scheint ihre Zahl eher noch zuzunehmen. In den ersten zehn Monaten des laufenden Vermittlungsjahres9 sank zwar der Umfang aller bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerber um 17.100 bzw. um 2,4 %. Die Teilgruppe der Bewerber, welche die Schule bereits in früheren Jahren als 2007 verließen, stieg dagegen um 14.400 bzw. 4 %. Entsprechende Verschiebungen sind im Lebensalter der gemeldeten Bewerber zu erkennen. Deutliche Rückgänge bei den nicht volljährigen Bewerbern (um 43.100 bzw. 14 %) stehen ein leichter Zuwachs bei den 18- bis 19-Jährigen (um 2.800 bzw. 1 %) und eine kräftige Steigerung bei den 20-Jährigen und noch Älteren (um 23.200 bzw. 12 %) gegenüber. Aktuelle politische Initiativen zielen deshalb auf eine Chancenverbesserung der Altbewerber.10

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Sind die hier vorgestellten Ergebnisse zu den Übergangsproblemen nichtstudienberech-tigter Schulabsolventen mit dem Ausblick auf eine künftige Entspannung bald nur noch Makulatur bzw. allenfalls von historischem Wert? Davon ist sicherlich nicht auszugehen. Denn mit einem verbesserten Angebots-Nachfrage-Verhältnis dürfte sich zwar der Konkurrenzdruck der Jugendlichen untereinander etwas entspannen, doch wird der Marktcharakter bei der Besetzung der Ausbildungsplätze erhalten bleiben. Damit werden auch in Zukunft weiterhin diejenigen die besten Chancen auf die begehrtesten Ausbildungsplätze haben, die über gute Qualifikationen verfügen. Und auch andere hier untersuchte Faktoren (z.B. familiärer Hintergrund, Geschlecht, Migrationshintergrund, soziale Einbindung des Jugendlichen vor Ort) werden ihre Bedeutung für den Übergangserfolg nicht so rasch verlieren.
Hinzu kommt, dass Betriebe auch bei wachsendem Bewerbermangel ihre Auswahlstandards nicht unbegrenzt senken werden. Insofern dürften die Themen "Qualifikation der Schulabsolventen" und "Ausbildungsreife" nicht weniger wichtig werden, sondern im Gegenteil noch an Relevanz gewinnen. Denn während viele Betriebe heute noch fehlende Eignung bei einem Teil der Ausbildungsstellenbewerber relativ gelassen hinnehmen können, weil andere geeignete Bewerber zur Verfügung stehen, dürften diese Ausweichmöglichkeiten in den nächsten Jahren mehr und mehr entfallen. Umso stärker werden sie darauf drängen, dass die Schulabsolventen über eine ausreichende Qualifizierung verfügen. Ob dies erreicht werden kann, wird sich unter anderem an der Relation zwischen den unbesetzt gebliebenen Ausbildungsstellen und erfolglosen Bewerbern zeigen.

  • 1 Lediglich in Bayern waren Ende 2006 noch mehr als die Hälfte (57,3 %) der Ausbildungsanfänger unter 18 Jahre alt. Die geringsten Anteile der noch nicht Volljährigen unter den Auszubildenden mit neuem Ausbildungsvertrag fanden sich in den Stadtstaaten Hamburg (18,5 %), Bremen (18,8 %) und Berlin (20,0 %). Im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen waren es 23,1 %. In Nordrhein-Westfalen waren bereits 43,0 % der Ausbildungsanfänger 20 Jahre oder älter, in Bremen 48,0 %, in Berlin 48,6 % und in Hamburg 52,9 % (vgl. auch Statistisches Bundesamt, 2007).
  • 2 Von der Altersverschiebung zwischen 1993 und 2006 waren vor allem jene Ausbildungsgänge betroffen, die 1993 einen eher niedrigen Studienberechtigtenanteil aufwiesen, sich also über¬wiegend aus Jugendlichen mit Hauptschul- und mit mittlerem Schulabschluss rekrutierten. So sank der Anteil der Ausbildungsbeginner unter 18 Jahren im Beruf "Einzelhandelskaufmann/ -frau" um 30 Prozentpunkte, in der zweijährigen Variante "Verkäufer/-in" ebenfalls um 30, im Friseurberuf um 25 und im Beruf "Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r" um 24 Prozentpunkte.
  • 3 Wir berichten damit vorab aus einer Buchveröffentlichung, in der Durchführung und Ergebnisse der BIBB-Übergangsstudie ausführlich beschrieben sind: Beicht, Ursula; Friedrich, Michael; Ulrich, Joachim Gerd: Ausbildungschancen und Verbleib von Schulabsolventen in Zeiten eines angespannten Lehrstellenmarktes. Das Buch erscheint voraussichtlich zum Jahreswechsel 2007/2008.
  • 4 Dabei konzentrieren wir uns ausschließlich auf die betriebliche Ausbildung in Berufen, die nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. der Handwerksordnung (HwO) geregelt sind. Die stark reduzierte Fallzahl (gegenüber der Gesamtstichprobengröße von n = 7.230 Probanden) erklärt sich neben der Eingrenzung auf Jugendliche, die bei Schulende einen Ausbildungsplatz such¬ten, auch dadurch, dass viele Probanden zum Befragungszeitpunkt noch die allgemein bildende Schule besuchten oder aber die Schule erst 2006 verlassen hatten. Für die Schulabsolven¬ten des Jahres 2006 lagen im Sommer 2006 noch keine ausreichend belastbaren Informationen zum Übergang in Berufsausbildung vor. Deshalb blieben auch sie unberücksichtigt.
  • 5 Wie ein Vergleich der Mediane (Durchschnittswerte) der Zeitdauer zeigt, führen die gewichteten und ungewichteten Berechnungen zu leicht abweichenden Ergebnissen, deren Gründe jedoch an dieser Stelle vernachlässigen wollen.
  • 6 Für die Darstellung des weiteren Verlaufs sind jeweils Zeitpunkte im Zwölfmonatsabstand ab dem dritten Monat nach Schulende gewählt worden, d.h. der 15., 27. und 39. Monat, da dann in der Regel die häufigsten Zustandswechsel auftreten. Im Text wird dies vereinfachend als ein, zwei oder drei Jahre nach Schulende bezeichnet.
  • 7 Zwischen 1998 und 2001 lag das offiziell ausgewiesene Ausbildungsplatzangebot (= neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zuzüglich der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten, am 30.09. noch unbesetzten Ausbildungsstellen) mit Minimum/Maximum-Werten von 634.700 (2001) und 660.400 (1999) stets weit über 600.000. 2002 sank es auf 590.300 ab und blieb seitdem in jedem Jahr deutlich unter 600.000 (bei einem Minimalwert von 562.800 in 2005). Vgl. Ulrich/Eberhard/Krewerth, 2006.
  • 8 Das Bild ändert sich, wenn außerbetriebliche und schulische Ergänzungsangebote berücksichtigt werden. Unter Einbeziehung dieser Plätze fällt die Einmündungsquote der ostdeutschen Jugendlichen sogar signifikant höher aus als die der westdeutschen Altersgenossen.
  • 9 Das Vermittlungsjahr beginnt im Oktober und endet im September des nachfolgenden Jahres.
  • 10 Vgl. dazu Pressemitteilung 29/2007 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) vom 14. Juni 2007. Im Internet abrufbar unter http://bibb.de/de/pressemitteilung_896.php

Weiterführende Literatur

  • Alt, Christian
    Milieu oder Migration - was zählt mehr?
    In: Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Jugend und Migration (DJI-Bulletin 76-3/2006), S.10-11
  • Bundesagentur für Arbeit
    Arbeitsmarkt in Zahlen. Ausbildungsvermittlung. Berichtsjahr 2005/06.
    Nürnberg: Bundesagentur für Arbeit, 2006
  • Beicht, Ursula; Friedrich, Michael; Ulrich, Joachim Gerd
    Steiniger Weg in die Berufsausbildung - Werdegang von Jugendlichen nach Beendigung der allgemein bildenden Schule.
    In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 36, Heft 2, 2007, S. 5-9
  • Deutscher Industrie- und Handelskammertag
    Ausbildung 2007. Ergebnisse einer Online-Unternehmensbefragung im April 2007.
    Berlin: DIHK, 2007
  • Eberhard, Verena
    Das Konzept der Ausbildungsreife (Wissenschaftliche Diskussionspapiere, Heft 83).
    Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2006
  • Eberhard, Verena; Krewerth, Andreas; Ulrich, Joachim Gerd (Hrsg.)
    Mangelware Lehrstelle (Berichte zur beruflichen Bildung, Heft 279).
    Bielefeld: Bertelsmann, 2006
  • Ehrenthal, Bettina; Eberhard, Verena; Ulrich, Joachim Gerd
    Ausbildungsreife aus Sicht der Ausbilder und sonstiger Experten.
    In: Ausbilder-Handbuch, Kap. 3.1.11, S. 1-35 (83. Erg.-Lfg., März 2006)
  • Fintrup, Andreas; Kämper, Matthias; Mussel, Patrick
    Auswahl von Auszubildenden - multiple Bewerbungschancen durch Berufsprofiling.
    In: Wirtschaftspsychologie aktuell 14, Heft 2, 2007, S. 52-55
  • Friebel, Harry
    Bildungsbeteiligung: Chancen und Risiken.
    Opladen: Leske + Budrich, 2000
  • Friedrich, Michael; Hall, Anja
    Jugendliche mit Hauptschulabschluss: Weniger Wahlmöglichkeiten und geringere Chancen auf eine vollqualifizierende Berufsausbildung.
    In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 36, Heft 4, 2007
  • Granato, Mona
    Junge Frauen an der ersten Schwelle im Ost-West-Vergleich.
    In: Granato, Mona; Degen, Ulrich (Hrsg.): Berufliche Bildung von Frauen (Berichte zur beruflichen Bildung, Heft 278). Bielefeld: Bertelsmann, 2006, S. 136-150
  • Granato, Mona; Skrobanek, Jan
    Junge Muslime auf dem Weg in eine berufliche Ausbildung.
    In: Wensierski, Hans-Jürgen von; Lübcke, Claudia (Hrsg.): Junge Muslime in Deutschland. Opladen: Verlag Barbara Budrich, 2007 (im Druck)
  • Hillmert, Steffen
    Ausbildungssysteme und Arbeitsmarkt.
    Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2001
  • Hillmert, Steffen
    Übergänge zwischen Schule und Arbeitsmarkt: Ergebnisse der Westdeutschen Lebensverlaufsstudie.
    In: Friedrich-Ebert-Stiftung, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (Hrsg.): Übergänge zwischen Schule und Beruf und darauf bezogene Hilfesysteme in Deutschland. Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2006, S. 10-20
  • Lerner, Richard M.; Alberts, Amy E.; Bobek, Deborah L.
    Engagierte Jugend - lebendige Gesellschaft (Expertise zum Carl-Bertelsmann-Preis 2007).
    Bielefeld: Bertelsmann-Stiftung, 2007
  • Rahn, Peter
    Übergang zur Erwerbstätigkeit. Bewältigungsstrategien Jugendlicher in benachteiligten Lebenslagen.
    Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, 2005
  • Reißig, Birgit; Gaupp, Nora
    Schwierige Übergänge? Junge Migrantinnen und Migranten an der Schwelle zur Arbeitswelt.
    In: INBAS (Hrsg.): Jugendliche mit Migrationshintergrund im Übergang Schule -Beruf (Berichte und Materialien, Bd. 15). Offenbach: INBAS, 2006, S. 20-31
  • Schreier, Kerstin
    FSTJ und BBE - eine vergleichende Analyse von Teilnehmern und Effekten der Förderung.
    In: Förster, Heike; Kuhnke, Ralf; Skrobanek, Jan (Hrsg.): Am Individuum ansetzen. Strategien und Effekte der beruflichen Förderung von benachteiligten Jugendlichen (Übergänge in Arbeit, Bd. 6). München: DJI-Verlag, 2006, S. 184-209
  • Skrobanek, Jan; Mittag, Hartmut
    Ist mehr auch gleich besser? Ein quasi-experimenteller Vergleich zwischen FSTJ und BBE.
    In: Förster, Heike; Kuhnke, Ralf; Skrobanek, Jan (Hrsg.): Am Individuum ansetzen. Strategien und Effekte der beruflichen Förderung von benachteiligten Jugendlichen (Übergänge in Arbeit, Bd. 6). München: DJI-Verlag, 2006, S. 210-232
  • Solga, Heike
    Ohne Abschluss in die Bildungsgesellschaft.
    Opladen: Verlag Barbara Budrich, 2005
  • Statistisches Bundesamt
    Bildung und Kultur. Berufliche Bildung. Berichtszeitraum 2006 (Fachserie 11, Reihe 3).
    Wiesbaden: Statistisches Bundesamt, 2007
  • Ulrich, Joachim Gerd
    Trendwende auf dem Ausbildungsmarkt? Die aktuelle Lage im Spiegel der Statistik.
    In: Ausbilder-Handbuch, Kap. 3.1.12, S. 1-26 (91. Erg.-Lfg., März 2007)
  • Ulrich, Joachim Gerd; Krekel, Elisabeth M.
    Welche Ausbildungschancen haben "Altbewerber"?
    In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 36, Heft 2, 2007a, S. 11-13
  • Ulrich, Joachim Gerd; Krekel, Elisabeth M.
    Zur Situation der Altbewerber in Deutschland. Ergebnisse der BA/BIBB-Bewerberbefragung 2006.
    In: BIBB REPORT, Heft 1, 2007b
BIBB REPORT
1. Jahrgang, Heft 2, September 2007
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