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BIBB REPORT Ausgabe 11/09

Verbesserung der Ausbildungschancen oder sinnlose Warteschleife?

Ursula Beicht

Im deutschen Berufsbildungssystem haben die Schwierigkeiten beim Übergang von der allgemeinbildenden Schule in eine Berufsausbildung in den vergangenen 15 Jahren drastisch zugenommen. Viele Schulabgänger/-innen, vor allem, wenn sie maximal über einen Hauptschulabschluss verfügen, münden inzwischen zunächst in einen Bildungsgang, der lediglich eine berufliche Grundbildung vermittelt. Weitgehend unbekannt ist bisher, wie hoch der Anteil der Jugendlichen ist, die vor Eintritt in eine vollqualifizierende Ausbildung eine oder mehrere solcher Übergangsmaßnahmen besuchen und welchen zeitlichen Umfang diese insgesamt einnehmen. Vor allem fehlen auch Informationen über die Wirksamkeit der betreffenden Bildungsgänge: Wie häufig wird ein Schulabschluss nachgeholt bzw. ein höherwertiger Abschluss erreicht? Wie ist der Verbleib nach der Übergangsmaßnahme? Gelingt die Aufnahme einer vollqualifizierenden Ausbildung und wie lange dauert es bis dahin? Der vorliegende Beitrag geht diesen Fragen auf der Datenbasis der Übergangsstudie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) nach.

Das Übergangssystem: Entwicklungen und Einschätzungen

Seit Anfang der 1990er-Jahre folgt in Deutschland der Weg ins Berufsleben immer seltener dem Verlaufsmuster der traditionellen "Normalbiografie": Allgemeinbildende Schule - Berufsausbildung - Erwerbstätigkeit (vgl. Dietrich/Dressel/Janik 2009). Inzwischen besucht ein erheblicher Teil der Jugendlichen nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule zunächst Bildungsgänge, in denen nur eine berufliche Grundbildung, nicht jedoch ein vollwertiger Berufsabschluss erworben werden kann (vgl. Kroll 2009): So hat sich die Zahl der Jugendlichen, die in eine berufsvorbereitende Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit (BA) einmündeten, von 1992 bis 2007 mit einer Zunahme um 111 % mehr als verdoppelt (von 70.400 auf 148.819). Die Zahl der Schüler/-innen im Berufsvorbereitungsjahr stieg um 67% (von 37.156 auf 62.077), im Berufsgrundbildungsjahr um 47% (von 31.325 auf 46.031) und im ersten Schuljahr von Berufsfachschulen, die eine berufliche Grundbildung vermitteln, um 72% (von 110.252 auf 189.892). Für die im Jahr 2004 neu eingeführte betriebliche Einstiegsqualifizierung Jugendlicher (EQJ/EQ) waren 2007 insgesamt 37.233 Eintritte zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der Anfänger/-innen in den teilqualifizierenden Bildungsgängen (vgl. hierzu auch die nebenstehenden Kurzbeschreibungen) lag 2007 damit bei 484.052.(01) Im gleichen Jahr betrug die Gesamtzahl der Neuzugänge in der vollqualifizierenden betrieblichen, außerbetrieblichen und schulischen Berufsausbildung 807.756 (vgl. Kroll 2009).

Angesichts der beträchtlichen quantitativen Bedeutung der teilqualifizierenden Bildungsgänge wurde im Nationalen Bildungsbericht 2006 das System der beruflichen Ausbildung unterhalb der Hochschulebene nicht mehr in zwei, sondern in drei Sektoren unterteilt. Neben dem dualen System der Berufsausbildung (betriebliche und außerbetriebliche Ausbildung nach Berufsbildungsgesetz bzw. Handwerksordnung mit begleitendem Berufsschulunterricht) und dem Schulberufssystem (Ausbildung in einem gesetzlich anerkannten Beruf in vollzeitschulischer Form) wird das berufliche Übergangssystem nun als drittes Teilsystem bezeichnet. Dieses umfasst Bildungsgänge, "die unterhalb einer qualifizierten Berufsausbildung liegen bzw. zu keinem anerkannten Ausbildungsabschluss führen, sondern auf eine Verbesserung der individuellen Kompetenzen von Jugendlichen zur Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung zielen und zum Teil das Nachholen eines allgemeinbildenden Schulabschlusses ermöglichen" (Konsortium Bildungsberichterstattung 2006, S. 79). "Hierunter fallen auch teilqualifizierende Angebote, die auf eine anschließende Ausbildung als erstes Jahr angerechnet werden können oder Voraussetzung zur Aufnahme einer vollqualifizierenden Ausbildung sind", ergänzt der Nationale Bildungsbericht 2008 die Definition (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2008, S. 99).(02)

Bildungsgänge des Übergangssystems

Berufsvorbereitende Maßnahmen der BA (BvB)
Bereits seit den 1970er-Jahren werden im Auftrag der BA Maßnahmen zur Berufsvorbereitung durchgeführt (vgl. Dressel/Plicht 2006). Von der ursprünglichen Zielsetzung her sind diese vorwiegend für lernbeeinträchtigte sowie sozial benachteiligte Jugendliche vorgesehen, die zur Ausbildungsreife geführt und deren Übergangschancen in Ausbildung verbessert werden sollen. Seit längerem gehören nun aber auch sogenannte marktbenachteiligte Jugendliche, denen allein aufgrund der schlechten Ausbildungsmarktsituation die Aufnahme einer Berufsausbildung nicht gelang, zum Teilnehmerkreis (vgl. Dietrich 2008). An den Maßnahmen teilnehmen können nur Personen unter 25 Jahren, die ihre Schulpflicht erfüllt und noch keine Ausbildung abgeschlossen haben. Anfang 2004 wurde die Struktur der BvB grundlegend geändert: Während sich vorher einzelne Lehrgangstypen an bestimmte Zielgruppen richteten (BBE-Lehrgänge für nicht ausbildungsreife, G-Lehrgänge für ausbildungsreife, F-Lehrgänge für behinderte Jugendliche), gibt es seitdem zielgruppenübergreifende Qualifizierungsebenen (Grundstufe: Berufsorientierung und Berufswahl; Förderstufe: Vermittlung beruflicher Grundfertigkeiten; Übergangsqualifizierung: berufs- und betriebsorientierte Qualifizierung), in die alle Teilnehmer/-innen entsprechend ihres jeweils festgestellten individuellen Förderbedarfs flexibel ein- und umsteigen können (vgl. BA-Fachkonzept). Es erfolgt eine sozialpädagogische Unterstützung. Eine Vorbereitung auf den nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses ist möglich. Allerdings konzentrieren sich in den Maßnahmen inzwischen Jugendliche, die bereits über einen Hauptschulabschluss bzw. mittleren Abschluss verfügen (vgl. Antoni u.a. 2007). In der Übergangsqualifizierung sollen vertiefende Qualifikationen vermittelt werden, die dem gewählten (Ausbildungs-)Beruf entsprechen und gegebenenfalls auf die spätere Ausbildung angerechnet werden können. Während es früher keine strikte Begrenzung der Förderdauer gab, wurde diese mit dem neuen Fachkonzept grundsätzlich auf maximal 10 Monate (11 Monate für behinderte Jugendliche) limitiert. Die Maßnahmen haben sowohl in West- als auch in Ostdeutschland große Bedeutung.
Schulisches Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)
Das BVJ wurde in den Ländern ab Mitte der 1970er-Jahre als einjähriger Bildungsgang an beruflichen Schulen eingerichtet, und zwar vor allem für Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Sonderschulabschluss. Diese sollen durch Vermittlung einer beruflichen Orientierung sowie berufsbezogener Fähigkeiten und Fertigkeiten in einem oder mehreren Berufsfeldern auf eine berufliche Ausbildung vorbereitet werden. Oft findet eine sozialpädagogische Unterstützung statt. In vielen Ländern können Jugendliche unter 18 Jahren mit dem Besuch des BVJ ihre (Berufs-) Schulpflicht erfüllen. Die genaueren Zielsetzungen und Zielgruppen sowie die Ausgestaltung des BVJ unterscheiden sich zwischen den Ländern relativ stark, zum Teil wird auch eine andere Bezeichnung verwendet (vgl. Buchholz/Straßer 2007, Fertig u.a. 2009, Neubauer 2006, Werner/Neumann/Schmidt 2008). Die Durchführung erfolgt überwiegend in vollzeitschulischer Form, in einigen Ländern zusätzlich auch in Teilzeitform. Meistens kann durch eine Zusatzprüfung ein Abschluss erworben werden, der dem Hauptschulabschluss gleichwertig ist. Das BVJ hat eine besonders hohe Verbreitung in den neuen Ländern, mit Ausnahme von Brandenburg, wo es nicht angeboten wird.
Berufsgrundbildungsjahr (BGJ)
Die ursprüngliche Konzeption des ebenfalls ab Mitte der 1970er-Jahre eingeführten BGJ war, das erste Ausbildungsjahr der dualen Berufsausbildung durch eine vollzeitschulische, breit angelegte berufliche Grundbildung in einem der 13 definierten Berufsfelder zu ersetzen. Dies scheiterte jedoch vor allem an der geringen Akzeptanz durch die ausbildenden Betriebe. Auch das in einigen Ländern zusätzlich eingeführte BGJ in kooperativer Form (d.h. gemeinsam von Betrieben und Schulen durchgeführt) löste dieses Problem nicht. Inzwischen hat das BGJ im Wesentlichen die Funktion, Jugendliche zumeist mit Hauptschulabschluss, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, aufzunehmen, diesen eine breite berufliche Grundbildung zu vermitteln und damit ihre Übergangschancen in eine Ausbildung zu verbessern (vgl. z.B. Galetzka/Stein 2008). Mit einer Zusatzprüfung kann im Rahmen des BGJ zum Teil ein mittlerer Schulabschluss erworben werden. Die Anrechnung des BGJ auf die Dauer einer Berufsausbildung, die früher durch Rechtsverordnungen (auf Bundesebene bis zur Novellierung des Berufsbildungsgesetzes im Jahr 2005, seitdem ausschließlich auf Länderebene) zumindest teilweise verbindlich vorgeschrieben war, ist seit 1. August 2009 nur noch auf gemeinsamen Antrag von Betrieb und Auszubildendem möglich (§ 7 Abs.2 BBiG). Das BGJ hat regional eine sehr unterschiedliche Bedeutung: Relativ stark verbreitet ist es in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, dagegen wird es in Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Thüringen nicht (mehr) angeboten.
Teilqualifizierende Berufsfachschule (BFS)
Die BFS hat eine sehr lange Tradition, ihr Ursprung reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Das ein- oder zweijährige vollzeitschulische Bildungsangebot zur Vermittlung einer beruflichen Grundbildung ist sehr vielfältig und richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen. Die weitaus größte Bedeutung haben Bildungsgänge der Fachrichtung "Wirtschaft und Verwaltung" (z.B. Handelsschule, höhere Handelsschule). In der Regel wird mindestens der Hauptschulabschluss vorausgesetzt, es gibt aber auch viele Bildungsgänge, für die der mittlere Schulabschluss erforderlich ist. Der Erwerb eines höherwertigen Schulabschlusses (mittlerer Schulabschluss, Fachhochschulreife) ist je nach Bildungsgang oftmals möglich und für einen Teil der Schüler/-innen auch das vorrangige Ziel. Die Ausgestaltung der BFS differiert zwischen den Ländern sehr stark (vgl. Schmidt/Walter 2008). In einigen Ländern (z.B. Baden-Württemberg) kann der erfolgreiche Besuch bestimmter Bildungsgänge der BFS auf die Ausbildungszeit einer dualen Berufsausbildung angerechnet werden (vgl. Werner/Neumann/Schmidt 2008); aber auch hier gilt ab 1. August 2009 die Regelung von § 7 Abs. 2 BBiG. Obwohl es außer in Mecklenburg-Vorpommern in allen Ländern die BFS gibt, ist ihr Stellenwert regional äußerst unterschiedlich. Mit Abstand am stärksten ausgebaut ist sie in Baden-Württemberg, aber auch in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat sie relativ große Bedeutung.
Einstiegsqualifizierung Jugendlicher (EQ)
Bei der im Jahr 2004 im Rahmen des Ausbildungspakts eingeführten EQ (zunächst mit EQJ abgekürzt) handelt es sich um das neueste Maßnahmeangebot im Übergangssystem. Die 6- bis 12-monatigen ausbildungsvorbereitenden Praktika in Betrieben sind für Jugendliche vorgesehen, die auch nach den jährlichen bundesweiten Nachvermittlungsaktionen noch ohne Ausbildungsplatz geblieben sind. Die Zielgruppe deckt sich damit weitgehend mit derjenigen der marktbenachteiligten Jugendlichen der BvB. Die in der EQ zu vermittelnden Kenntnisse und Fertigkeiten sollen auf einen dualen Ausbildungsberuf vorbereiten. Der Betrieb zahlt den Teilnehmern und Teilnehmerinnen eine Vergütung von derzeit bis zu 212 Euro monatlich, die einschließlich der Sozialversicherungsbeiträge von der BA erstattet wird. Die EQ zeichnet sich durch eine vergleichsweise hohe Übergangsquote in Ausbildung direkt im Anschluss an die Teilnahme aus (vgl. Becker/Grebe/Asmus 2008, Fertig u.a. 2009, Kühnlein 2009). Es besteht die Möglichkeit einer Anrechnung der EQ auf eine anschließende Ausbildung, die allerdings kaum umgesetzt wird. Die EQ hat in allen Ländern Verbreitung gefunden.

Über die Gründe für die beträchtliche Ausweitung des Übergangssystems ist viel und kontrovers diskutiert worden (vgl. u.v.a. Baethge/Solga/Wiek 2007, Euler/Severing 2006, Neß 2007, Ulrich 2004, 2008). Unbestritten ist, dass zum einen der erhebliche Mangel an Ausbildungsplätzen, der vor allem durch stark gestiegene Schulabgängerzahlen bei zeitweise rückläufigem Lehrstellenangebot der Betriebe verursacht wurde und nicht durch vollqualifizierende schulische oder außerbetriebliche Bildungsmöglichkeiten kompensiert werden konnte, entscheidend hierzu beigetragen hat (vgl. Ulrich/Eberhard 2008). Bildungsgänge des Übergangssystems haben die Funktion übernommen, erfolglose Ausbildungsplatzbewerber/-innen zwischenzeitlich - bis zur Aufnahme einer regulären Berufsausbildung - zu versorgen. Zum anderen dürfte aber auch eine Rolle gespielt haben, dass die Qualifikationen der Schulabgänger/-innen für die gestiegenen Anforderungen in der Ausbildung teilweise nicht mehr ausreichen und daher eine mangelnde Ausbildungsreife beklagt wird (vgl. Ulrich 2008). Verantwortlich gemacht werden hierfür u.a. Defizite der allgemeinbildenden Schulen "in der Vermittlung elementarer individueller Voraussetzungen für die Aufnahme einer qualifizierten Berufsbildung" (Konsortium Bildungsberichterstattung 2006, S. 81f.). Die Maßnahmen des Übergangssystems, insbesondere die berufsvorbereitenden Bildungsgänge, sollen diese Versäumnisse ausgleichen und den Jugendlichen die für eine Berufsausbildung erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln.

Folge dieser Entwicklungen ist, dass sich für viele Jugendliche der Übergang von der allgemeinbildenden Schule in eine vollqualifizierende Berufsausbildung erheblich schwieriger und vor allem langwieriger gestaltet (vgl. Beicht/Friedrich/Ulrich 2007, Beicht/Ulrich 2008a/2008b, Friedrich 2009). Insbesondere Schulabgängern und -abgängerinnen mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss gelingt es nur noch relativ selten, unmittelbar nach Beendigung der allgemeinbildenden Schule eine reguläre Ausbildung zu beginnen (vgl. Reißig/Gaupp/Lex 2008). Aber auch für Schulabsolventen und -absolventinnen mit mittlerem Abschluss ist die direkte Aufnahme einer Berufsausbildung oft nicht mehr realisierbar. Nur etwa die Hälfte (51%) von ihnen mündet innerhalb von drei Monaten in eine vollqualifizierende Ausbildung ein, bei maximal einem Hauptschulabschluss trifft dies lediglich auf zwei Fünftel (40%) zu (vgl. Beicht/Ulrich 2008b). Die leichte Besserung auf dem Ausbildungsstellenmarkt in den Jahren 2007 und 2008 hat die Situation nicht entscheidend verändert: So haben sich z.B. von den bei der BA registrierten Ausbildungsplatzbewerbern und -bewerberinnen des Geschäftsjahres 2007/ 2008 immerhin 40% bereits in früheren Jahren erfolglos um einen Ausbildungsplatz beworben (vgl. Beicht/Eberhard 2009). Bei über einem Viertel (27%) der Altbewerber/-innen liegt die Erstbewerbung schon zwei Jahre zurück und bei einem weiteren Viertel (26%) sogar noch länger(03) Für das aktuelle Ausbildungsjahr 2009/2010 wird infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise mit einem Rückgang des Ausbildungsplatzangebots um voraussichtlich rund 50.000 Plätze gerechnet (vgl. Friedrich/Schöngen/Walden 2009). Dies würde bedeuten, dass es trotz der demografisch bedingten Verringerung der Schulabgängerzahlen nicht zu einer weiteren Entspannung auf dem Ausbildungsstellenmarkt käme, sondern zumindest in Westdeutschland wieder eine Verschlechterung eintreten würde (vgl. Krekel/Ulrich 2009).

Da das Übergangssystem die rasche Integration der Schulabgänger/-innen in das duale System oder das Schulberufssystem offensichtlich nicht bzw. nur bedingt zu leisten vermag, ist es in der Vergangenheit oft und heftig kritisiert worden. Nachfolgend einige Beispiele: Baethe/Solga/Wieck (2007) sind der Auffassung, "dass ca. eine halbe Million Jugendlicher in Maßnahmen mit wenig beruflichen Perspektiven und hoher Arbeitsmarktunsicherheit aufgefangen wird - mit bedenklichen Folgen für Arbeitsmarkt und Sozialstruktur" (S. 7). Beim Übergangssystem handele es sich "weniger um eine ‚Vorbereitung' auf eine voll qualifizierende (insbesondere duale) Ausbildung, sondern überwiegend um den Einstieg in eine Phase der Unsicherheit, die oft von ‚Maßnahmekarrieren' geprägt ist" (S. 51). Nach Münk (2008, S. 44) leidet das Übergangssystem darunter, dass "nach wie vor ein erheblicher Teil von jungen Menschen (...) in diesem Labyrinth herumirrt, weil er herkunfts- und qualifikationsbedingt ganz offenkundig nicht in dieses Duale System integrierbar ist". Nach Euler (2009, S. 1) führt dies "bei den Jugendlichen zu schwierigen Übergängen im Ausbildungsverlauf, zu einer längeren Ausbildungsdauer und zu einem beträchtlichen Motivationsverlust. Gesellschaftlich bedingt es einen hohen Ressourcenaufwand für Bildungsmaßnahmen, die letztlich nicht ausreichend produktiv werden". Als Konsequenz fordert Zimmer (2009, S. 26): "Das ‚berufliche Übergangssystem' gehört komplett abgeschafft, weil es die Jugendlichen nur in ‚Warteschleifen' festhält, oft zu Maßnahmekarrieren und schließlich in längere Arbeitslosigkeit führt, den Erwerb eigenständiger qualifizierter Erwerbsfähigkeiten eher verhindert und zu selten in eine qualifizierte Berufsausbildung mündet".

Die Frage, inwieweit die Kritik am Übergangssystem Berechtigung hat, ist Ausgangspunkt für die nachfolgenden Analysen, die auf der BIBB-Übergangsstudie basieren. Hierbei handelt es sich um eine im Sommer 2006 durchgeführte, repräsentative Befragung von Jugendlichen im Alter von 18 bis 24 Jahren, die retrospektiv Auskunft über ihre gesamte Bildungs- und Berufsbiografie gaben (vgl. Beicht/Friedrich 2008). Auf dieser Datengrundlage wird zunächst der Gesamtumfang der Teilnahme an Maßnahmen des Übergangssystems dargestellt. Anschließend folgt eine Untersuchung der Wirksamkeit von drei bedeutenden Arten teilqualifizierender Bildungsgänge.(04) Hierbei wird vorab der Teilnehmerkreis beschrieben, kurz auf die Teilnahmegründe eingegangen sowie aufgezeigt, wie häufig und warum ein Maßnahmeabbruch erfolgt und wie die Teilnehmer/-innen, die die Maßnahme bis zum Ende durchlaufen haben, den Nutzen einschätzen. Dann werden Analyseergebnisse zu zentralen Erfolgskriterien(05) - erworbene Schulabschlüsse, Übergangsdauer in vollqualifizierende Ausbildung und ihre Determinanten, typische Verlaufsmuster nach der Teilnahme - vorgestellt. Zum Abschluss wird ein Fazit aus den Befunden gezogen.

Gesamtumfang der Teilnahme an Übergangsmaßnahmen

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Wie viele Jugendliche durchlaufen das Übergangssystem, und wie lange verbleiben sie dort, bis sie eine vollqualifizierende Ausbildung beginnen? Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Die Einmündungszahlen in die unterschiedlichen teilqualifizierenden Bildungsgänge geben hierüber keinen Aufschluss, da relativ häufig mehrere Übergangsmaßnahmen nacheinander besucht werden. Daher wurde auf Basis der BIBB-Übergangsstudie eine entsprechende Berechnung vorgenommen. Einbezogen sind dabei ausschließlich Jugendliche, die die allgemeinbildende Schule mit maximal mittlerem Schulabschluss verlassen haben, da diese in den Bildungsgängen des Übergangssystems hauptsächlich vertreten sind - studienberechtigte Schulabgänger/-innen stellen eher Ausnahmen dar. Darüber hinaus erfolgt eine Eingrenzung auf Jugendliche, die zum Befragungszeitpunkt bereits mindestens 20 Jahre alt waren und sich damit in einem Alter befanden, in dem die Übergangsprozesse in vollqualifizierende Berufsausbildung in der Regel weitgehend abgeschlossen sein sollten.

Die Auswertungen wurden differenziert nach den Maßnahmearten "berufsvorbereitende Maßnahmen, Berufsvorbereitungsjahr (BvB/BVJ)",(06) "Berufsgrundbildungsjahr (BGJ)", "teilqualifizierende Berufsfachschule (BFS)" sowie "betriebliche Praktika bzw. betriebliche Einstiegsqualifizierung (Praktikum/EQ)" durchgeführt.(07) Generell wurde dabei die Teilnahme an einer Übergangsmaßnahme nur dann berücksichtigt, wenn sie nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule erfolgte (also z.B. keine Betriebspraktika während der allgemeinbildenden Schulzeit) und vor Abschluss einer vollqualifizierenden Ausbildung stattfand (also keine Praktika oder Bildungsmaßnahmen nach der Ausbildung). Somit wird ausschließlich die Übergangsphase von der allgemeinbildenden Schule in eine (erfolgreiche) vollqualifizierende Berufsausbildung betrachtet.

Insgesamt nimmt demnach knapp ein Drittel (32%) der nichtstudienberechtigten Schulabsolventen und -absolventinnen in der Übergangsphase von allgemeinbildender Schule zu regulärer Berufsausbildung an mindestens einer teilqualifizierenden Bildungsmaßnahme teil (vgl. Übersicht 1). Die größte Bedeutung hat dabei die BFS, die von 14% der Schulabgänger/-innen mit maximal mittlerem Schulabschluss besucht wird. 10% absolvieren ein betriebliches Praktikum bzw. eine EQ und 9% eine Berufsvorbereitung (BvB/BVJ). Die geringste Verbreitung hat das BGJ mit 6%.(08)

Relativ viele Jugendliche durchlaufen zwei oder mehr teilqualifizierende Bildungsgänge, die durchschnittliche Zahl beträgt 1,3 Maßnahmen pro Teilnehmer/-in. Im Durchschnitt verbleiben die Teilnehmer/-innen insgesamt für annähernd 17 Monate im Übergangssystem. Von dieser Zeit entfällt fast die Hälfte (47%) auf Bildungsgänge der BFS und knapp ein Fünftel (19%) auf BvB/BVJ. Betriebliche Praktika bzw. EQ nehmen einen zeitlichen Anteil von durchschnittlich 17 % ein und das BGJ 15%.

Differenziert nach Schulabschluss zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Der Anteil der Schulabgänger/-innen, der zunächst einen teilqualifizierenden Bildungsgang besucht, beträgt über zwei Fünftel (42%), wenn maximal ein Hauptschulabschluss vorliegt, dagegen weniger als ein Viertel (23%) bei einem mittleren Schulabschluss. Diejenigen, die in das Übergangssystem einmünden, verweilen dort allerdings - mit durchschnittlich 18 Monaten bei maximal Hauptschulabschluss und 14 Monaten bei mittlerem Abschluss - fast eine ähnlich lange Zeit. Auch die Anzahl der Maßnahmen pro Teilnehmer/-in unterscheidet sich im Durchschnitt mit 1,4 (maximal Hauptschulabschluss) bzw. 1,3 (mittlerer Abschluss) kaum.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Übergangssystem sowohl von der Zahl der Teilnehmer/-innen als auch vom zeitlichen Umfang her erhebliche Bedeutung erlangt hat, vor allem für Jugendliche, die bei Beendigung der allgemeinbildenden Schule maximal über einen Hauptschulabschluss verfügen.(09)

Wirksamkeit von unterschiedlichen Bildungsgängen des Übergangssystems

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Die nachfolgenden Analysen, in denen es hauptsächlich um eine Untersuchung von Erfolgskriterien gehen soll, konzentrieren sich auf die Berufsvorbereitung (BvB/BVJ), das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) und die Bildungsgänge in teilqualifizierender Berufsfachschule (BFS). Die betrieblichen Praktika bzw. die Einstiegsqualifizierung werden ausgeklammert, da hier zum einen die Inhalte und die Art der Vermittlung wesentlich weniger formalisiert sind und zum anderen der zeitliche Umfang stark variiert; sie sind daher weder untereinander noch mit den anderen Maßnahmearten richtig vergleichbar. Ausgangspunkt der Analysen bildet ausschließlich die erste Teilnahme an einem Bildungsgang des Übergangssystems, eventuelle weitere Übergangsmaßnahmen werden nur bei Untersuchung des Verbleibs berücksichtigt. Einbezogen sind Jugendliche, die die allgemeinbildende Schule mit maximal mittlerem Schulabschluss verlassen haben und die zum Befragungszeitpunkt 18 bis 24 Jahre alt waren.

Welche Jugendlichen münden in Übergangsmaßnahmen?
Zunächst wird der Personenkreis der nichtstudienberechtigten Teilnehmer/-innen an den drei Maßnahmearten des Übergangssystems näher betrachtet. Wie sich diese Jugendlichen im Hinblick auf wichtige Merkmale verteilen, ist in Übersicht 2 ausgewiesen. Zum Vergleich sind dort auch die Verteilungen für die nichtstudienberechtigten Jugendlichen enthalten, denen die Aufnahme einer regulären Ausbildung ohne einen solchen teilqualifizierenden Bildungsgang gelungen ist. In Übersicht 3 ist dargestellt, ob es zwischen den Merkmalen der Jugendlichen und der Einmündung in die jeweiligen Bildungsarten statistisch bedeutsame Zusammenhänge gibt und in welche Richtung diese gehen. Die Ergebnisse aus beiden Übersichten lassen sich wie folgt zusammenfassen:

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In der Berufsvorbereitung (BvB/BVJ) sind die Jugendlichen mit den ungünstigsten schulischen Voraussetzungen vertreten: Sie haben nicht nur besonders häufig keinen Schulabschluss, sondern auch die schlechtesten Noten auf dem Schulabgangszeugnis. Wie Übersicht 3 zeigt, korreliert die Durchschnittsnote signifikant und am stärksten positiv mit der BvB/BVJ-Teilnahme (tau = ,140; = 0,001). Die Jugendlichen kommen überwiegend aus bildungsschwächeren Familien mit niedrigerem sozioökonomischem Status, d.h., die Eltern haben sehr häufig keinen Schul- oder Berufsabschluss, und der Vater übt meist keine qualifizierte Tätigkeit aus. Junge Männer nehmen zwar einen deutlich größeren Anteil ein als junge Frauen, dieser ist aber im Vergleich der Bildungsgänge nicht überproportional hoch. Jugendliche mit Migrationshintergrund sind relativ stark vertreten. Viele Jugendliche haben bei Beendigung der Schule nach einer betrieblichen Ausbildungsstelle oder überhaupt nach einer regulären Ausbildungsmöglichkeit gesucht. Ein Teil hat sich allerdings von vornherein nicht um einen Ausbildungsplatz bemüht - wohl oft aufgrund der als gering eingeschätzten Erfolgsaussichten.

Die Jugendlichen, die das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) besuchen, verfügen über merklich günstigere schulische und familiäre Voraussetzungen als BvB/BVJ-Teilnehmer/-innen. Sie haben weit überwiegend einen Hauptschulabschluss erreicht, und ihre Schulnoten sind besser. Die Eltern haben häufiger einen Schul- und Berufsabschluss, der Vater geht öfter einer qualifizierten Tätigkeit nach. Junge Frauen sind im BGJ nur schwach vertreten. Sehr häufig haben die Teilnehmer/-innen bei Schulende eine betriebliche oder eine andere vollqualifizierende Ausbildung angestrebt.

In der teilqualifizierenden Berufsfachschule (BFS) bringen die Teilnehmer/-innen nochmals bessere schulische Voraussetzungen mit. Relativ viele haben einen mittleren Schulabschluss und recht gute Schulnoten. Ihr familiärer Hintergrund unterscheidet sich allerdings kaum von dem der Teilnehmer/-innen des BGJ. Anders als dort bilden in der BFS jedoch junge Frauen die Mehrheit. Jugendliche mit Migrationshintergrund nehmen häufig die Bildungsangebote der BFS wahr. Ostdeutsche Jugendliche besuchen diese dagegen nur selten. Im Vergleich zu den anderen Bildungsarten haben die BFS-Besucher/-innen bei Verlassen der allgemeinbildenden Schule seltener eine betriebliche Ausbildungsstelle gesucht, auch insgesamt war der Wunsch nach unmittelbarer Aufnahme einer vollqualifizierenden Ausbildung etwas geringer ausgeprägt.

Klare Unterschiede zeigen sich bei einem Vergleich mit den Jugendlichen, denen die Einmündung in eine vollqualifizierende Ausbildung ohne eine Übergangsmaßnahme gelang. Diese Jugendlichen waren in der Schule eindeutig am erfolgreichsten, wozu auch ihr günstigerer familiärer Hintergrund beigetragen haben dürfte. Sie erreichten erheblich öfter einen mittleren Schulabschluss und bessere Schulnoten. Diese Vorteile dürften sich wiederum positiv bei der Ausbildungsplatzsuche ausgewirkt haben.

Festzuhalten bleibt, dass Jugendliche, die nach der allgemeinbildenden Schule in einen der drei Bildungsgänge des Übergangssystems einmünden, insgesamt gesehen ungünstigere Voraussetzungen mitbringen. Aber dies trifft nicht auf alle zu, sondern es gibt jeweils auch einen mehr oder weniger großen Anteil, der durchaus über ausreichende Ressourcen verfügt - zumindest soweit dies aufgrund der hier betrachteten Merkmale beurteilt werden kann. 

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Welches sind die Gründe für eine Teilnahme?
Obwohl die weitaus meisten Jugendlichen, die zunächst in einen Bildungsgang des Übergangssystems einmünden, bei Schulende eine reguläre Ausbildung anstrebten, gibt mehr als die Hälfte von ihnen an, dass die Teilnahme dem eigenen Wunsch entsprach (vgl. Übersicht 4). Dieses zunächst überraschende Ergebnis ist aber wohl eher so zu interpretieren, dass die gewählte Übergangsmaßnahme nur unter den gegebenen Umständen - nämlich ohne Ausbildungsplatz geblieben zu sein - und verglichen mit den sonstigen Alternativen als die beste Lösung akzeptiert worden ist. So nennen denn auch über vier Fünftel der BvB/BVJ-Teilnehmer/-innen und immerhin drei Fünftel der BFS-Schüler/-innen als weiteren Teilnahmegrund, keine andere Ausbildungsmöglichkeit gefunden bzw. für sich gesehen zu haben. Bei rund der Hälfte der BvB/BVJ- und gut einem Viertel der BGJ-Teilnehmer/-innen hat zudem ein entsprechender Rat der Arbeitsagentur eine ausschlaggebende Rolle gespielt.

Die Jugendlichen, die erstmals einen der betreffenden Bildungsgänge des Übergangssystems besuchen, beginnen mit der Teilnahme in den allermeisten Fällen innerhalb von drei Monaten nach Beendigung der allgemeinbildenden Schule (87%). Lediglich 5% münden erst nach über einem Jahr in die Übergangsmaßnahme ein.

Wie oft werden die Maßnahmen abgebrochen und warum?
Bei Weitem nicht alle Jugendlichen nehmen an den Maßnahmen bis zum regulären Ende teil. In der Berufsvorbereitung (BvB/ BVJ) brechen 18% vorzeitig ab, beim BGJ sind es 12% und in der BFS sogar 22%.(10)  Bei den BvB/BVJ-Bildungsgängen findet der Abbruch in gut einem Viertel der Fälle (27%) innerhalb der ersten drei Monate statt, meistens allerdings erst nach über einem halben Jahr (56%). Im BGJ kommt ein rasches Abbrechen seltener vor, in drei Vierteln der Fälle (77%) erfolgt die Beendigung nach mehr als sechs Monaten. Auch die BFS wird größtenteils erst relativ spät abgebrochen, und zwar zur Hälfte (51%) nach einem halben bis einem Jahr und zu einem Drittel (34%) nach über einem Jahr.

Begründet wird die vorzeitige Beendigung der Übergangsmaßnahmen(11) oft damit, dass eine andere Ausbildungsmöglichkeit angestrebt wurde oder bereits in Aussicht war, und zwar am häufigsten bei der Berufsvorbereitung (49%), etwas weniger bei der BFS (40%) und dem BGJ (30%). Der Bildungsgang sagte nicht zu bzw. sei nicht das Richtige gewesen, stellt den meistgenannten Abbruchgrund beim BGJ (57%) und der BFS (47%) dar, wird aber auch bei BvB/BVJ relativ oft (32%) angeführt. Zum Teil wurden aber auch die Anforderungen als zu hoch empfunden, vor allem bei der BFS (28%) und dem BGJ (25%), weniger bei der Berufsvorbereitung (11%). Probleme mit Lehrern und Lehrerinnen oder Mitschülern und Mitschülerinnen spielten ebenfalls häufiger eine Rolle (BvB/ BVJ: 22%, BGJ: 25%, BFS: 24 %), ebenso wie persönliche, finanzielle oder gesundheitliche Schwierigkeiten (BvB/BVJ: 20%, BGJ: 31%, BFS: 23%). Öfter erfolgte ein Abbruch aber auch deshalb, weil eine Arbeitsstelle gefunden wurde oder in Aussicht stand (BvB/BVJ: 27%, BGJ: 7%, BFS: 21%).

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Wie schätzen die Teilnehmer/-innen den Nutzen ein?
Bevor auf die objektiven Erfolgskriterien eingegangen wird, soll kurz dargestellt werden, wie die Teilnehmer/-innen selbst den Nutzen der Bildungsgänge des Übergangssystems beurteilen. Wie aus Übersicht 5 hervorgeht, wird die Teilnahme von den Jugendlichen, die die Maßnahme bis zu ihrem regulären Ende besucht haben, im Rückblick weit überwiegend positiv bewertet. Über vier Fünftel geben an, dass sie gerne hieran teilnahmen, wobei es so gut wie keinen Unterschied zwischen den Maßnahmearten gibt. Der Umfang des fachlich Gelernten wird hingegen für die Berufsvorbereitung geringer eingeschätzt als für die beiden anderen Arten von Bildungsgängen. Ein ähnlicher Unterschied zeigt sich im Hinblick auf die Beurteilung dessen, was für die eigene persönliche Entwicklung gelernt werden konnte. Eine sehr positive Auswirkung auf den beruflichen Werdegang wird am häufigsten dem Besuch der BFS zugeschrieben, der Berufsvorbereitung dagegen etwas seltener.

Angesichts der Tatsache, dass die meisten Teilnehmer/-innen sich ursprünglich eigentlich eine vollqualifizierende Ausbildung gewünscht hatten, erstaunen die insgesamt sehr günstigen Bewertungen der Übergangsmaßnahmen. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass "viele Jugendliche das Bedürfnis haben, ihre eigenen berufsbiographischen Erfahrungen möglichst positiv zu deuten" und daher dazu neigen, die durchlaufenen Bildungsetappen im Nachhinein als nutzbringend zu begreifen (Ulrich 2008, S. 14). Trotzdem weisen die Ergebnisse auf eine recht hohe Akzeptanz der teilqualifizierenden Bildungsgänge durch die Jugendlichen hin.

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Wie oft wird ein (höherwertiger) Schulabschluss erworben?
Die in den Bildungsgängen des Übergangssystems erworbenen Abschlüsse gelten als wichtiges Erfolgskriterium. Übersicht 6 gibt Auskunft darüber, wie häufig Teilnehmer/-innen an einer (ersten) Übergangsmaßnahme einen Schulabschluss bzw. einen höherwertigen Schulabschluss erreichen und wie sich ihre Schulabschlüsse vor- und nachher insgesamt verteilen.(12) Einbezogen sind hierbei nur Jugendliche, die die Maßnahme bis zum Ende durchlaufen haben.  

Demnach können sich in der Berufsvorbereitung und im BGJ nur relativ wenige Teilnehmer/-innen in Bezug auf ihren Schulabschluss verbessern - lediglich etwa jedem/jeder Zehnten gelingt dies. In BvB/BVJ wird dabei in der Regel der Hauptschulabschluss nachgeholt, im BGJ wird öfter auch ein mittlerer Abschluss erworben. In den Bildungsgängen der BFS erzielen dagegen immerhin über 50% der Teilnehmer/-innen einen höherwertigen Schulabschluss, davon gut zwei Drittel einen mittleren Abschluss und etwa ein Drittel einen höheren Abschluss, d.h. meist die Fachhochschulreife.  

Die Unterschiede in der Verteilung der Schulabschlüsse sind infolgedessen nach Beendigung der Übergangsmaßnahmen noch größer als vorher: Während von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen an der Berufsvorbereitung anschließend immer noch über ein Viertel ohne Hauptschulabschluss ist, verfügen mehr als vier Fünftel der Absolventen und Absolventinnen der BFS nunmehr mindestens über einen mittleren Schulabschluss, 16% sogar über einen höheren Abschluss.  

Festhalten lässt sich, dass die Bildungsgänge der BFS vor allem Jugendlichen, die die allgemeinbildende Schule mit Hauptschulabschluss verlassen, gute Perspektiven für das Erreichen eines mittleren Abschlusses bieten. In einem - allerdings geringeren Umfang - trifft dies auch für Schulabsolventen und -absolventinnen mit mittlerem Abschluss zu, die hier teilweise die Fachhochschulreife erlangen können. Dagegen sind bei den Maßnahmearten BvB/BVJ und BGJ die Chancen, zu einem (höherwertigen) Schulabschluss zu kommen, vergleichsweise gering.

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Wie lange dauert der Übergang in eine Berufsausbildung?
Die Zeitspanne bis zur Einmündung in eine vollqualifizierende Ausbildung gilt als zentraler Maßstab für die Beurteilung der Wirksamkeit von Maßnahmen des Übergangssystems (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2008). In die nachfolgenden Analysen auf Basis von Kaplan-Meier-Schätzungen sind sowohl die Teilnehmer/-innen einbezogen, die die Maßnahme regulär beendet haben, als auch diejenigen, die sie abgebrochen haben, und es wird ein Zeitraum von drei Jahren nach Beendigung beobachtet.(13)

Da für Jugendliche mit maximal mittlerem Schulabschluss die betriebliche Berufsausbildung den größten Stellenwert besitzt, werden zunächst die Übergänge in diese Ausbildungsform untersucht. Dabei werden ausschließlich die Personen betrachtet, die während der Übergangsmaßnahme eine betriebliche Lehrstelle gesucht haben. Wie Übersicht 7 (linker Teil) zeigt, hat nach einem Jahr die Hälfte der betreffenden Teilnehmer/-innen an der Berufsvorbereitung eine betriebliche Ausbildung begonnen; bei den Bildungsgängen der BFS sind es 57% und beim BGJ 63%. Drei Jahre später sind von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen mit entsprechenden Suchaktivitäten bei BvB/BVJ 61% und bei den BFS-Bildungsgängen 69% in eine betriebliche Ausbildung eingemündet; das BGJ weist eine deutlich höhere Übergangsquote von 83% auf. (14)

Nun wird die Analyse ausgeweitet auf alle vollqualifizierenden Ausbildungsformen, d.h., es werden neben der betrieblichen Lehre auch die außerbetriebliche und schulische Ausbildung einschließlich eines Hochschulstudiums berücksichtigt sowie alle Teilnehmer/-innen einbezogen, unabhängig davon, ob sie einen Ausbildungsplatz gesucht haben oder nicht (vgl. Übersicht 7, rechter Teil). Die Übergangsquoten ein Jahr nach Beendigung der Übergangsmaßnahmen betragen bei der BFS 54%, bei der Berufsvorbereitung 58% und beim BGJ 65%. Nach drei Jahren haben sie sich dann bei der Berufsvorbereitung auf 70%, bei der BFS auf 76% und beim BGJ auf 81% erhöht. Hier macht sich bemerkbar, dass von den Jugendlichen, die an BvB/BVJ teilnehmen oder die BFS besuchen, relativ viele schließlich in außerbetriebliche oder schulische Ausbildungsgänge münden, während nach einem BGJ verhältnismäßig oft der Einstieg in eine betriebliche Ausbildung gelingt.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass nach der Teilnahme an einer Übergangsmaßnahme nur relativ wenige Jugendliche sehr rasch eine vollqualifizierende Ausbildung beginnen. Über einen längeren Zeitraum gesehen glückt der Übergang in eine Ausbildung dann jedoch einem großen Teil. Allerdings hat über ein Fünftel selbst nach drei Jahren noch keine Berufsausbildung aufgenommen, wobei es nach Art der besuchten Maßnahme keinen sehr großen Unterschied gibt.

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Welches sind die Determinanten für einen (raschen) Übergang?
Wovon hängt es ab, ob Jugendliche nach der Teilnahme an einer (ersten) Übergangsmaßnahme eine hohe oder niedrige Chance haben, rasch in eine vollqualifizierende Ausbildung einzumünden? Im Rahmen von statistischen Erklärungsmodellen (Cox-Regression) lassen sich Determinanten identifizieren, die - unter Kontrolle der jeweils anderen Einflussgrößen - einen eigenständigen Effekt auf die Übergangsrate haben, diese also erhöhen oder vermindern (vgl. Übersicht 8).

Zunächst wird wiederum der Übergang in eine betriebliche Berufsausbildung untersucht. Bezogen auf alle Teilnehmer/-innen mit entsprechenden Suchaktivitäten zeigt sich dabei, dass von dem Schulabschluss, der nach Beendigung der Maßnahme erreicht ist, ein hoher Einfluss ausgeht: Verfügen Jugendliche über einen mittleren oder höheren Abschluss, so sind ihre Chancen, schnell eine betriebliche Lehrstelle zu finden, erheblich besser, als wenn maximal ein Hauptschulabschluss vorhanden ist (vgl. Übersicht 8, Sp. 1). (15) Vermindert werden die Übergangschancen durch einen Wohnort in Ostdeutschland,(16) ein weibliches Geschlecht, einen Migrationshintergrund und ein höheres Alter bei Maßnahmeende. Ein Einfluss der Maßnahmeart ist dagegen nicht nachweisbar, ebenso keine positive Auswirkung einer regulär abgeschlossenen oder mit einem höherwertigen Schulabschluss beendeten Maßnahme.

Anders ist das allerdings, wenn ausschließlich die Jugendlichen betrachtet werden, die vor der Teilnahme maximal über einen Hauptschulabschluss verfügten (vgl. Übersicht 8, Sp. 2). Sie erhalten eher eine betriebliche Lehrstelle, wenn sie die Übergangsmaßnahme bis zum Ende besuchen, als bei einem Abbruch. Und die Chancen steigen nochmals weiter an, wenn ein (höherwertiger) Schulabschluss erreicht wird. Bei Jugendlichen, die vor Besuch der Übergangsmaßnahme bereits einen mittleren Schulabschluss besaßen, trifft dies dagegen nicht zu (vgl. Übersicht 8, Sp. 3). Ob sie die Maßnahme abbrechen, zu Ende führen oder einen höheren Schulabschluss erwerben, hat keinen nachweisbaren Effekt auf die Einmündungswahrscheinlichkeit in eine betriebliche Ausbildung.(17) Ein Migrationshintergrund wirkt sich bei beiden Schulabschlussniveaus negativ auf die Übergangschancen in eine betriebliche Ausbildung aus.

Wird die Analyse erweitert auf alle Ausbildungsformen (einschließlich Studium) und alle Teilnehmer/-innen an den Übergangsmaßnahmen, so sind folgende Ergebnisse hervorzuheben: Insgesamt zeigt sich, dass eine bis zum Ende besuchte Maßnahme positiven Einfluss auf die Übergangschancen hat, und diese wiederum umso besser sind, je höher der Schulabschluss bei Beendigung ist (vgl. Übersicht 8, Sp. 4).

Bei den Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die vor der Übergangsmaßnahme maximal einen Hauptschulabschluss hatten, werden auch hier die Vorteile einer regulär zu Ende geführten Teilnahme und des Erwerbs eines (höherwertigen) Schulabschlusses klar sichtbar (vgl. Übersicht 8, Sp. 5). Lag bereits ein mittlerer Schulabschluss vor, so bleibt es wiederum ohne Auswirkung, ob die Maßnahme abgebrochen, abgeschlossen oder mit einem höheren Schulabschluss beendet wird.(18) Der Besuch einer BFS ist hier im Vergleich zur Teilnahme an BvB/BVJ mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden, rasch in eine Ausbildung einzumünden. Ein Grund hierfür könnte u.a. sein, dass ein Teil der BFS-Absolventen und -Absolventinnen im Anschluss noch in die Fachoberschule wechselt, um einen höheren Schulabschluss zu erreichen.(19) Bei beiden Schulabschlussniveaus ist wiederum festzustellen, dass ein Migrationshintergrund die Chancen auf einen Übergang in eine vollqualifizierende Ausbildung vermindert.

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Welche typischen Verlaufsmuster gibt es nach Maßnahmeende?
Im Folgenden wird der Werdegang der Teilnehmer/-innen für den Zeitraum von zwei Jahren nach Beendigung der (ersten) Übergangsmaßnahme noch genauer analysiert.(20) Hierzu ist für jeden Monat nach Maßnahmeende(21) festgestellt worden, in welcher Art von Bildungsgang oder sonstigen Aktivität sich die betreffenden Jugendlichen gerade befanden, und zwar differenziert nach sieben Statusarten (vgl. Übersicht 9). Die berufsbiografischen Verläufe können auf diese Weise als zeitliche Abfolge verschiedener Zustände und damit als Sequenzen dargestellt werden. Unter Anwendung der Optimal Matching-Technik mit anschließender Clusterung ist es dann möglich, bestimmte Typen von Verlaufsmustern zu identifizieren.(22) Für die Teilnehmer/-innen an den Übergangsmaßnahmen haben sich drei Verlaufstypen ergeben. In Übersicht 9 sind für diese Typen beispielhaft die biografischen Muster von jeweils 20 zufällig ausgewählten Jugendlichen abgebildet. Die drei typischen Verläufe und die Personengruppen, die einen solchen Werdegang jeweils aufweisen, lassen sich wie folgt skizzieren:

Typ 1:  Es gelingt ein schneller Übergang in eine betriebliche Ausbildung

Diese Jugendlichen sind bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz rasch erfolgreich. Nach Beendigung der Übergangsmaßnahme können sie in den meisten Fällen sofort mit der Ausbildung beginnen, und diese wird in der Regel dauerhaft fortgeführt. Insgesamt ist knapp die Hälfte (47%) der Jugendlichen, die (erstmals) an einer der drei untersuchten Arten von Übergangsmaßnahmen teilnahmen, diesem Verlaufstyp zuzuordnen. Häufig verfügen die Jugendlichen bei Maßnahmeende über einen Hauptschulabschluss (45%), relativ oft aber auch über einen mittleren (42%) bzw. höheren Schulabschluss (6%). Nur vergleichsweise selten sind hier Jugendliche anzutreffen, die noch keinen Schulabschluss erreicht haben (7%). Ein Viertel der Jugendlichen hat einen Migrationshintergrund.

Typ 2:  Die Einmündung in eine nichtbetriebliche Ausbildung erfolgt relativ rasch

Hier nehmen die Jugendlichen nach der Übergangsmaßnahme in den meisten Fällen bald eine außerbetriebliche bzw. schulische Berufsausbildung auf. Ein kleinerer Teil hat etwas längere Such- oder Wartezeiten, absolviert vorher noch eine weitere Maßnahme des Übergangssystems oder jobbt zwischendurch. Die Ausbildung wird dann in der Regel auf Dauer durchgeführt. Ein solcher Verlauf ist bei knapp einem Viertel (23%) der Teilnehmer/-innen zu beobachten. Jugendliche, die bei Maßnahmeende noch ohne Schulabschluss sind, nehmen hier mit 17% einen relativ hohen Anteil ein. Einen Hauptschulabschluss haben 36%, einen mittleren Abschluss 42% und einen höheren Schulabschluss 5%. Jugendliche mit Migrationshintergrund sind mit 16% nur unterdurchschnittlich repräsentiert.

Typ 3: Der Übergang in eine vollqualifizierende Ausbildung glückt nicht oder ist (noch) nicht beabsichtigt

Diese Jugendlichen münden in den ersten zwei Jahren nach der (ersten) Übergangsmaßnahme größtenteils nicht in eine Berufsausbildung ein, und wenn doch, brechen sie diese nach sehr kurzer Zeit wieder ab. In den meisten Fällen wird eine weitere Übergangsmaßnahme besucht oder eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Oft bleiben die Jugendlichen aber auch zu Hause, entweder, weil sie nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsmöglichkeit suchen oder aus familiären bzw. privaten Gründen. Knapp ein Drittel (31%) der Teilnehmer/-innen an den Übergangsmaßnahmen sind diesem insgesamt gesehen sehr problematischen Verlaufstyp zuzurechnen. Jugendliche ohne Schulabschluss (nach der Übergangsmaßnahme) sind mit 25% sehr stark vertreten, und 39% verfügen über einen Hauptschulabschluss. Aber auch Personen mit mittlerem (33%) und höherem Schulabschluss (3%) sind hier anzutreffen. Einen weit überproportionalen Anteil haben junge Menschen mit Migrationshintergrund (42%).

Bei einem kleineren Teil der betreffenden Jugendlichen (13%) kann allerdings nicht ohne Weiteres von einem problematischen Verlauf gesprochen werden: Sie besuchen unmittelbar nach der Übergangsmaßnahme oder später die Fachoberschule oder ein Fachgymnasium. Bei fast der Hälfte (47%) von ihnen ist jedoch der ausschlaggebende Grund hierfür, dass sie keine andere Ausbildungsmöglichkeit gefunden oder für sich gesehen haben; die übrigen streben mit dem weiteren Schulbesuch von vornherein ausschließlich einen höheren Schulabschluss an und beabsichtigen somit vorerst noch keine Berufsausbildung. Sofern die Fachhochschulreife oder das Abitur tatsächlich erreicht werden, dürften die Einmündungschancen in eine vollqualifizierende Ausbildung für diese Jugendlichen dann besonders günstig sein.

Fazit

Bildungsgänge des Übergangssystems, an denen vor allem Schulabsolventen und -absolventinnen mit maximal Hauptschulabschluss in erheblichem Ausmaß teilnehmen, haben drei zentrale Funktionen: Sie sollen zum einen dazu dienen, diejenigen, die noch nicht über die erforderlichen Voraussetzungen zur Aufnahme einer Berufsausbildung verfügen, zur Ausbildungsreife zu führen. Zum anderen bieten sie für Jugendliche, die nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule erst noch ihre schulischen Voraussetzungen weiter verbessern möchten, die Möglichkeit, einen Hauptschul- bzw. höherwertigen Schulabschluss zu erreichen. Insbesondere in den letzten 10 bis 15 Jahren haben Maßnahmen des Übergangssystems außerdem die Aufgabe übernommen, für ausbildungsreife Jugendliche, die aufgrund der schwierigen Ausbildungsmarktsituation keine Lehrstelle bekommen haben, eine Überbrückung bis zum Einstieg in eine Berufsausbildung zu schaffen.

Wird der Personenkreis der Jugendlichen im Übergangssystem betrachtet, zeigt sich, dass sie häufiger einen ungünstigeren familiären Hintergrund haben und in der Schule weniger erfolgreich waren als die Jugendlichen, denen der Übergang in eine Ausbildung ohne einen vorherigen teilqualifizierenden Bildungsgang gelang. Aber dies allein erklärt die Teilnahmenotwendigkeit an einer Maßnahme des Übergangssystems nicht in vollem Umfang.

Welche Funktion eine Übergangsmaßnahme im individuellen Fall hat, lässt sich oft nicht eindeutig bestimmen. So ist das Konstrukt der Ausbildungsreife eher unsicher und umstritten (vgl. Eberhard 2006, Ehrenthal/Eberhard/Ulrich 2005), zudem fehlt der Nachweis, dass die herangezogenen Kriterien (vgl. Nationaler Pakt 2009) alle notwendigerweise bei Eintritt in eine Berufsausbildung bereits erfüllt sein müssen und für den Ausbildungserfolg tatsächlich unabdingbar sind.(23) Und Jugendliche, die einen höherwertigen Schulabschluss anstreben, tun dies häufig nur deshalb, weil sie ihre Ausbildungschancen andernfalls als zu gering einschätzen (vgl. Birkelbach 2007). Hinzu kommt die Gefahr, Jugendlichen, die allein aufgrund der Mangelsituation bei der Ausbildungsplatzsuche leer ausgingen, dennoch persönliche Defizite zu unterstellen (vgl. Ulrich 2004). Die Frage, für wen es eigentlich notwendig und sinnvoll ist, der Ausbildung eine Maßnahme des Übergangssystems vorzuschalten, und für wen nicht, lässt sich somit nicht ohne Weiteres beantworten.

Wie kann vor diesem Hintergrund die Wirksamkeit des Übergangssystems beurteilt werden? In welchen Fällen führt es zur Verbesserung der Ausbildungschancen und in welchen zu überflüssigen oder sinnlosen Warteschleifen?

Wenn ein (höherwertiger) Schulabschluss erzielt wird, der vorher nicht vorhanden war, kann dies in jedem Fall als Chancenverbesserung gewertet werden, da den Jugendlichen ein "Mehrwert" durch die erweiterten Bildungsoptionen entstanden ist (vgl. Werner/Neumann/Schmidt 2008). Unter diesem Gesichtspunkt schneiden die teilqualifizierenden Berufsfachschulen (BFS) am besten ab: Hier erwirbt immerhin über die Hälfte der Absolventen und Absolventinnen einen höherwertigen Schulabschluss. Beim Besuch von berufsvorbereitenden Bildungsgängen (BvB/BVJ) oder dem Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) erreicht dies dagegen nur etwa jede/-r Zehnte.

Unabhängig davon sind der Verbleib der Jugendlichen nach der Maßnahme und vor allem die Dauer bis zum Übergang in eine vollqualifizierende Ausbildung wichtige messbare Erfolgskriterien. Hierin unterscheiden sich die drei untersuchten Arten von teilqualifizierenden Bildungsgängen nicht wesentlich: Eine rasche Aufnahme einer Ausbildung innerhalb von vier Monaten gelingt jeweils über der Hälfte der Jugendlichen, die an BvB/BVJ oder BGJ (jeweils 53%) teilnahmen, und 47% derjenigen, die eine BFS besuchten. Ob dies nun allerdings in jedem Fall als Erfolg der Übergangsmaßnahme gewertet bzw. kausal auf sie zurückgeführt werden kann, ist fraglich. Denn zum Teil gibt es unter den Teilnehmern und Teilnehmerinnen ja auch die bereits ausbildungsreifen Jugendlichen, die sofort nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule eine Berufsausbildung hätten beginnen können - wenn es denn für sie einen Ausbildungsplatz gegeben hätte.

Frühere Analysen zu den Übergängen von Schulabsolventen und -absolventinnen in eine betriebliche Ausbildung haben ergeben, dass sich für Jugendliche "Abschlüsse in den Bildungsgängen des Übergangssystems lohnen (...) - im Vergleich zu denjenigen, die nach erfolgloser Suche keinen entsprechenden Bildungsgang im Übergangssystem absolvierten bzw. diesen nicht beendeten" (Beicht/Ulrich 2008a, S. 291). Unbestritten ist es günstiger, zur Überbrückung an einer Bildungsmaßnahme teilzunehmen, als z.B. einfach zu Hause zu bleiben. Wie die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen, ist eine abgeschlossene Maßnahme des Übergangssystems im Vergleich zu einem Abbruch aber nur für die Jugendlichen von (statistisch nachweisbarem) Vorteil, die vor der Teilnahme maximal über einen Hauptschulabschluss verfügen. Besonders positiv wirkt es sich für sie auf die Übergangschancen aus, wenn sie zudem noch einen (höherwertigen) Schulabschluss erreichen. Dagegen ist es für Jugendliche, die bereits einen mittleren Schulabschluss besitzen, ohne Belang für die Einmündungswahrscheinlichkeit in eine betriebliche bzw. vollqualifizierende Ausbildung, ob sie die Übergangsmaßnahme zu Ende führen oder nicht. Einen Vorteil haben sie nur beim Erwerb eines höheren Schulabschlusses - allerdings ausschließlich im Hinblick auf eine Erweiterung ihrer Bildungsoptionen.

Ein nicht unbedeutender Teil der Jugendlichen, die nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule zunächst an einer Übergangsmaßnahme teilgenommen haben, ist auch drei Jahre danach noch nicht in eine Berufsausbildung eingemündet. Dies betrifft schätzungsweise 20% bis 30% der Teilnehmer/-innen. Sie besuchen häufig weitere Übergangsmaßnahmen, jobben, sind arbeitslos oder aus privaten Gründen zu Hause. Die Gefahr, dass sie auf Dauer ohne Ausbildung bleiben und ihnen somit eine tragfähige Integration ins Erwerbsleben nicht gelingt, ist groß (vgl. Beicht/Ulrich 2008c).

Welche Schlussfolgerungen sind nun hieraus zu ziehen? Ist die von vielen Seiten angeführte massive Kritik am Übergangssystem berechtigt, und was müsste geändert werden? Eine pauschale Antwort hierauf ist nicht möglich, sondern es ist eine differenzierte Bewertung erforderlich.

Wenn Jugendlichen die Ausbildungsreife nicht durch die allgemeinbildende Schule vermittelt werden konnte, obwohl dies eigentlich ihre Aufgabe wäre, so haben Maßnahmen des Übergangssystems, insbesondere die berufsvorbereitenden Bildungsgänge, eine unverzichtbare Funktion. Weitere Verbesserungen sind dabei allerdings erforderlich. So hat der Hauptausschuss des BIBB 2007 Handlungsvorschläge unterbreitet, in denen eine umfassende "Dualisierung" der beruflichen Förderung von Benachteiligten gefordert wird. Vor allem auch der weitere Ausbau eines regionalen Übergangsmanagements (vgl. Bertelsmann Stiftung 2008, Bylinski 2008, Ulrich/Krekel 2009) könnte zusätzlich dazu beitragen, problematische berufsbiografische Verläufe zu vermeiden.

Für Jugendliche, die nach Beendigung der allgemeinbildenden Schule noch einen höherwertigen Schulabschluss erreichen wollen, haben teilqualifizierende Bildungsgänge insbesondere der Berufsfachschulen nicht nur eine lange Tradition, sondern auch eine wichtige Funktion, die in vielen Fällen durchaus erfolgreich erfüllt wird.

Wenn Jugendliche die erforderlichen Voraussetzungen für eine Ausbildung in bestimmten Berufen besitzen - sei es nach der allgemeinbildenden Schule, sei es nach Absolvieren einer Übergangsmaßnahme - und sie sich klar für die Ausbildung in einem dieser Berufe entschieden haben, dann bedeutet die (unfreiwillige) Teilnahme an Bildungsgängen des Übergangssystems vor allem eine Notlösung und verlorene Zeit. Denn eine Anrechnung der Übergangsmaßnahmen auf eine nachfolgende Ausbildung, die zwar oft möglich wäre, erfolgt nur selten (vgl. Braun/Müller 2009). Allerdings wäre die Einführung einer Anrechnungspflicht hier eher kontraproduktiv, da die Bereitschaft der Betriebe, die Jugendlichen in ein (verkürztes) Ausbildungsverhältnis zu übernehmen, dann wahrscheinlich erheblich sinken würde. Die Lösung könnte hier nur darin liegen, den ausbildungs- und berufsreifen Jugendlichen unmittelbar eine vollqualifizierende Ausbildung zu ermöglichen - so wie z.B. auch im Leitbild 2015 der Bertelsmann Stiftung gefordert (vgl. Bertelsmann Stiftung  2009). Nur so könnten unnötige Warteschleifen vermieden werden.

Dies bedeutet aber: Solange nicht genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen, um alle ausbildungs- und berufsreifen Jugendlichen zu versorgen, wäre die Schaffung zusätzlicher öffentlich finanzierter außerbetrieblicher Ausbildungsmöglichkeiten erforderlich. Denkbar wäre z.B. eine Förderung nach dem Vorbild der betriebsnahen Ausbildung des Ausbildungsplatzprogramms Ost (vgl. Berger u.a. 2007).(24) Die Mittel, die im Übergangssystem einzusparen wären (vgl. Werner/Neumann/ Schmidt 2008), könnten dafür eingesetzt werden. Alle Jugendlichen hätten dann die Sicherheit, dass ihre Bildungsanstrengungen mit einem Ausbildungsplatz "belohnt" werden (vgl. Kowalski 2009). Einem aus Resignation erfolgenden frühzeitigen Bildungsausstieg, der mit hohen individuellen Lebensrisiken und beträchtlichen gesellschaftlichen Kosten verbunden ist, könnte so entgegengewirkt werden.

  • 1 Darüber hinaus gibt es noch weitere berufsvorbereitende Angebote der Länder und Kommunen, z.B. im Rahmen der Jugendhilfe oder der Jugendsozialarbeit, über die jedoch ein systematischer Überblick fehlt (vgl. Dietrich/Dressel/Janik 2009, Neubauer 2006).
  • 2 Im vorliegenden Beitrag wird die in den Nationalen Bildungsberichten verwendete Begriffsdefinition zugrunde gelegt.
  • 3 Die Ergebnisse basieren auf der BA/BIBB-Bewerberbefragung 2008.
  • 4 Bisher liegen Untersuchungen zur Wirksamkeit von ­Bildungsgängen des Übergangssystem nur für einzelne Maßnahmearten, Schulabsolventengruppen und/oder begrenzt auf einzelne Bundesländer vor (vgl. z.B. Becker/Grebe/Asmus 2008, Dietrich 2008, Fertig u.a. 2009, Galetzka/Stein 2008, Kühnlein 2009, Reißig/Gaupp/Lex 2008, Schmidt/Walter 2008).
  • 5 Der Nationale Bildungsbericht 2008 führt hierzu aus: "Der beste Maßstab für Effektivität wären die in den Maßnah­men vermittelten Kompetenzen. Da diese nicht gemessen werden, sind als Annäherung Merkmale wie durch die Maßnahmen erworbene Abschlüsse, Verbleib der Teilnehmer nach Beendigung der Maßnahme (vor allem Einmündung in eine vollqualifizierende Ausbildung) und - übergreifend für die Effizienz des gesamten Übergangssystems - die Dauer des Übergangs in qualifizierte Ausbildung heranzuziehen." (Autorengrup­pe Bildungsberichterstattung 2008, S. 167).
  • 6 Die Zusammenfassung von "berufsvorbereitenden Maßnahmen (BvB)" und "Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)" erfolgte wegen der vergleichsweise geringen Fallzahlen, die in der Erhebung bei diesen Bildungsgängen realisiert werden konnten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Personen mit niedrigem Bildungsniveau deutlich seltener bereit sind, an Befragungen teilzunehmen, als Personen mit höherer Bildung - um dies nach Möglichkeit auszugleichen, erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe (vgl. Beicht/Friedrich 2008).
  • 7 Zu beachten ist, dass das "Programm zur Einstiegsqualifizierung Jugendlicher" erst im Oktober 2004 aufgelegt wurde. EQ-Maßnahmen sind daher in der Übergangsstudie relativ gering repräsentiert.
  • 8 Der für BvB/BVJ errechnete Anteil erscheint angesichts der in der Statistik ausgewiesenen hohen Eintrittszahlen allerdings eher zu gering, der Anteil für das BGJ dagegen zu hoch. Der Grund hierfür liegt wahrscheinlich zum einen in der Untererfassung bildungsschwächerer Jugendlicher (vgl. auch Fußnote 6), was auch durch die Gewichtung nicht vollständig ausgeglichen werden konnte, zum anderen aber auch darin, dass die Maßnah­mearten von den Befragten vermutlich nicht immer treffend zugeordnet werden konnten. Insgesamt dürften die Ergebnisse eher eine "Untergrenze" darstellen.
  • 9 Bei den Schulabsolventen und -absolventinnen mit mittlerem Abschluss ist allerdings zu beachten, dass ein relativ großer Teil nach der allgemeinbildenden Schule in die Fachoberschule oder das Fachgymnasium wechselt. Diese zählen zwar zu den beruflichen Schulen, werden aber nicht zum Übergangssystem gerechnet. Meist steht hier der Erwerb eines höheren Schulabschlusses im Vordergrund, zum Teil werden Fachoberschulen und Fachgymnasien aber auch von erfolglosen Ausbildungsstellenbewerbern und -bewerberinnen mit dem Ziel besucht, ihre Chancen im dualen System zu verbessern.
  • 10 In die Berechnung der Abbruchquoten gingen nur solche Maßnahmen ein, die entsprechend ihrer regulären Dauer zum Befragungszeitpunkt hätten beendet sein können. Damit wurde vermieden, dass Maßnahmeabbrüche überproportional berücksichtigt werden (gewichtete Ergebnisse; ungewichtete Fallzahl: 893).
  • 11 Bei Angabe der Abbruchgründe waren Mehrfachnennungen möglich.
  • 12 Betrachtet werden dabei nur die Stufen Hauptschulabschluss, mittlerer und höherer Schulabschluss, nicht jedoch Zwischenstufen, wie z.B. ein qualifizierter Hauptschulabschluss, da es diese nicht in allen Ländern gibt und die Regelungen zudem von Land zu Land variieren.
  • 13 Bei den Kaplan-Meier-Schätzungen können auch Teilnehmer/-innen in die Berechnungen eingehen, die noch nicht den gesamten Beobachtungszeitraum von 36 Monaten nach Beendigung der Maßnahme durchlaufen haben (zensierte Fälle). Eine genaue Beschreibung des Verfahrens findet sich z.B. in Beicht/Ulrich 2008, S. 181 ff.
  • 14 Die Einmündung in eine außerbetriebliche oder schulische Ausbildung wird hierbei als sogenanntes "konkurrierendes Ereignis" gewertet, d.h., die betreffenden Fälle werden ab diesem Zeitpunkt als "zensiert" behandelt. Die Unterschiede in den Kurvenverläufen zwischen den Maßnahmearten sind nach den verschiedenen Testverfahren (Log Rank, Breslow, Tarone-Ware), die mit den ungewichteten Daten durchgeführt wurden, nicht signifikant.
  • 15 Der erhebliche Einfluss des Schulabschlusses zeigt sich generell bei den Übergängen von der allgemeinbildenden Schule in eine betriebliche Ausbildung (vgl. Beicht/Ulrich 2008a).
  • 16 Dieser Effekt dürfte sich inzwischen aufgrund der stark sinkenden Zahl der Jugendlichen in Ostdeutschland abgeschwächt, wenn nicht sogar umgekehrt haben (vgl. Große Deters/Ulrich/Ulmer 2008).
  • 17 Hier zeigt sich lediglich für die Variable "Migrationshintergrund" ein signifikanter Effekt. Das gesamte Modell ist nicht signifikant.
  • 18 Dass die vorzeitige Beendigung einer Übergangsmaßnahme hier nicht zu einer längeren Wartezeit bis zur Aufnahme einer Berufsausbildung führt, dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass sich die Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss den Abbruchzeitpunkt gut überlegen. Das heißt, sie verbleiben oft so lange im teilqualifizierenden Bildungsgang, bis sie eine vollqualifizierende Ausbildung konkret in Aussicht haben und kurzfristig beginnen können.
  • 19 Ein weiterer Grund könnte auch darin liegen, dass sich bei einem mittlerem Schulabschluss an die BvB/BVJ-Teilnahme relativ häufig eine außerbetriebliche Ausbildung anschließt.
  • 20 Bei dieser Analyse mussten die Personen bereits den gesamten Beobachtungszeitraum durchlaufen haben. Die Begrenzung auf zwei Jahre war notwendig, da sonst keine genügend große Fallzahl erreicht worden wäre.
  • 21 Die ersten beiden Monate nach Maßnahmeende sind nicht einbezogen, da diese sehr häufig auf "normale" Wartezeiten entfallen.
  • 22 Zum Verfahren der Sequenzmusteranalyse vgl. u.a. Erzberger/Prein 1997, Beicht/Ulrich 2008a.
  • 23 Dietrich u.a. (2009, S. 332) merken hierzu z.B. an: "Die Selbstverständlichkeit, mit der der Begriff die Praxis der Berufsberatung erobert hat, steht in einem deutlichen Kontrast zu seiner Unschärfe. So ist nach wie vor die Frage ungeklärt, inwieweit diese Merkmale tatsächlich positiv mit dem Ausbildungsverlauf und -erfolg korrelieren (...)".
  • 24 Nach Braun/Müller (2009, S. 50) stellt möglicherweise "das Bestehen solcher ,sicheren Anschlüsse' eine Erklärung für die relativ geringen Ungelerntenquoten in ­vielen ostdeutschen Regionen dar".

Weiterführende Literatur

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    Jugendliche: Die Schwächsten kamen seltener zum Zug.
    IAB Kurzbericht Nr. 2/2007
  • Autorengruppe Bildungsberichterstattung:
    Bildung in Deutschland 2008. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Übergängen im Anschluss an den Sekundarbereich I.
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    Berufsbildung im Umbruch: Signale eines überfälligen Aufbruchs.
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    Begleitforschung des Sonderprogramms des Bundes zur Einstiegsqualifizierung Jugendlicher - EQJ-Programm. Gesellschaft für Innovationsforschung und Beratung mbH.
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    In: Beicht, Ursula; Friedrich, Michael; Ulrich, Joachim Gerd (Hrsg.): Ausbildungschancen und Verbleib von Schulabsolventen. Bielefeld 2008, S. 79-99
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    Schulabsolventen auf Lehrstellensuche: Deutlich längere Dauer bis zum Ausbildungseinstieg.
    BIBB REPORT 2/07. Bielefeld 2007
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    Berufsausbildung 2015. Eine Entwicklungsperspektive für das duale System.
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    Das Konzept der Ausbildungsreife - ein ungeklärtes Konstrukt im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen.
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  • Friedrich, Werner; Schöngen, Klaus; Walden, Günter:
    Rückläufiges Ausbildungsplatzangebot im kommenden Ausbildungsjahr zu erwarten.
    Bundesinstitut für Berufsbildung. Bonn 2009
  • Galetzka, Claudia; Stein, Gerolf:
    Aktuelle Probleme - Bildungspolitischer Hintergrund des Modellprojekts "Evaluation des vollschulischen Berufsgrundbildungsjahres in Hessen" (Blickpunkt BGJ).
    In: Münk, Dieter; Rützel, Josef; Schmidt, Christian (Hrsg.): Labyrinth Übergangssystem. Bonn 2008, S. 15-28
  • Große Deters, Fenne; Ulmer, Philipp; Ulrich, Joachim Gerd: 
    Entwicklung des Nachfragepotenzials nach dualer Berufsausbildung bis 2020.
    In: Ulmer, Philipp; Ulrich, Joachim Gerd (Hrsg.): Der demografische Wandel und seine Folgen für die Sicherstellung des Fachkräftenachwuchses. Bonn 2008, S. 9-28
  • Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB):
    Handlungsvorschläge für die berufliche Qualifizierung benachteiligter junger Menschen.
    Empfehlung Nr. 124 (12/2007)
  • Konsortium Bildungsberichterstattung:
    Bildung in Deutschland. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung und Migranten.
    Bielefeld 2006
  • Kowalski, Friedhelm:
    Ausbildungsplatzgarantie für Hauptschülerinnen und Hauptschüler.
    In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 38 (2009) 2, S.18-21
  • Krekel, Elisabeth M.; Ulrich, Joachim, Gerd:
    Jugendliche ohne Berufsabschluss. Handlungsempfehlungen für die berufliche Bildung.
    Friedrich-Ebert-Stiftung. Berlin 2009
  • Kroll, Stephan:
    Quantitative Synopse zur relativen Bedeutung unterschiedlicher Bildungsgänge.
    In: Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2009. Bonn 2009, S. 93-100
  • Kühnlein, Gertrud:
    Das berufliche Übergangssystem in Bremen - Erfahrungen mit dem Instrument Einstiegsqualifizierung (EQ).
    Bremen 2009
  • Münk, Dieter:
    Berufliche Bildung im Labyrinth des pädagogischen Zwischenraums: Von Eingängen, Ausgängen, Abgängen - und von Übergängen, die keine sind.
    In: Münk, Dieter; Rützel, Josef; Schmidt, Christian (Hrsg.): Labyrinth Übergangssystem. Bonn 2008, S. 31-52
  • Nationaler Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland:
    Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife.
    Bundesagentur für Arbeit (Hrsg.) 2009
  • Neß, Harry:
    Generation abgeschoben: Warteschleifen und Endlosschleifen zwischen Bildung und Beschäftigung.
    Bielefeld 2007
  • Neubauer, Jennifer:
    Ausgleich auf dem Ausbildungsmarkt - Die Kompensationsleistungen der ausbildungsbezogenen Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit.
    Nürnberg 2006
  • Reißig, Birgit; Gaupp, Nora; Lex,Tilly:
    Hauptschüler auf dem Weg von der Schule in die Arbeitswelt.
    München 2008
  • Schmidt, Christian; Walter, Marcel:
    Teilzertifizierung von Qualifikationen als Chance für benachteiligte Jugendliche. Die teilqualifizierende Berufsfachschule in Rheinland-Pfalz.
    In: berufsbildung, 62 (2008) 112, S. 11-13
  • Ulrich, Joachim Gerd; Eberhard, Verena:
    Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes in Deutschland seit der Wiedervereinigung.
    In: Beicht, Ursula; Friedrich, Michael; Ulrich, Joachim Gerd (Hrsg.): Ausbildungschancen und Verbleib von Schulabsolventen. Bielefeld 2008, S. 13-57
  • Ulrich, Joachim Gerd:
    Jugendliche im Übergangssystem - eine Bestandsaufnahme.
    BWP@ Spezial 4, September 2008
  • Ulrich, Joachim Gerd:
    Wer ist schuld an der Ausbildungsmisere? Diskussion der Lehrstellenprobleme aus attributionstheoretischer Sicht.
    In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 33 (2004) 3, S. 15-19
  • Werner, Dirk; Neumann, Michael; Schmidt, Jörg:
    Volkswirtschaftliche Potenziale am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.).
    Gütersloh 2008
  • Zimmer, Gerhard:
    Notwendigkeiten und Leitlinien der Entwicklung des Systems der Berufsausbildung.
    In: Zimmer, Gerhard; Dehnbostel, Peter (Hrsg.): Berufsausbildung in der Entwicklung - Positionen und Leitlinien. Bielefeld 2009, S. 7-45

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3. Jahrgang, Heft 11, Oktober 2009
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