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BIBB REPORT Ausgabe 15/10

Ausbildungsplatzsuche: Geringere Chancen für junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund

Ursula Beicht, Mona Granato

Beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung erfolgt eine Weichenstellung, die den künftigen Berufs- und Lebensweg junger Menschen nachhaltig bestimmt. Welche Art von Ausbildung Jugendliche bei Verlassen der allgemeinbildenden Schule anstreben und wie erfolgreich ihre Ausbildungssuche ist, hängt sehr stark vom Schulabschluss ab. Zwischen der erreichten schulischen Qualifikation der Jugendlichen und ihrer sozialen Herkunft, d.h. der Bildung und dem sozioökonomischen Status ihrer Eltern, gibt es deutliche Zusammenhänge. Auch bei den Übergangsprozessen in die Berufsausbildung spielt die soziale Herkunft eine große Rolle. So kommt es zu einer Kumulation von Benachteiligungen für Jugendliche, die unter ungünstigeren familiären Voraussetzungen ihre Schullaufbahn starteten und nun an der Schwelle zur Berufsausbildung oft mit beträchtlichen Schwierigkeiten konfrontiert sind. Auf Basis der Übergangsstudie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wird dies analysiert für junge Frauen und Männer mit und ohne Migrationshintergrund.

Einführung

Vor zehn Jahren machten die Ergebnisse der ersten von der OECD durchgeführten internationalen Schulleistungsuntersuchung 15-jähriger Schülerinnen und Schüler (PISA-Studie 2000, vgl. BAUMERT/SCHÜMER 2001) darauf aufmerksam, dass die Bildungschancen in Deutschland stärker als in vergleichbaren Ländern von der sozialen Herkunft und der nationalen oder ethnischen Zugehörigkeit abhängen. Seitdem stehen die Disparitäten der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs erneut im Blickpunkt von Bildungspolitik und -wissenschaft (vgl. u.a. BAUMERT/STANAT/WATERMANN 2006, BECKER/LAUTERBACH 2007, KRÜGER u.a. 2010). In welcher Weise sich die Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem zeigen, verdeutlichen folgende zwei Beispiele aus dem aktuellen Bildungsbericht (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2010): So ist bei hochschulberechtigten Jugendlichen die Wahrscheinlichkeit, ein Studium zu beginnen, auch bei gleichen Abiturnoten deutlich größer, wenn zumindest ein Elternteil bereits ein Hochschulstudium abgeschlossen hat. Und Kinder mit Migrationshintergrund(01) münden beim Übergang vom Primar- zum Sekundarbereich I, d.h. von der Grundschule in eine weiterführende Schule, selbst bei gleichem sozioökonomischem Status erheblich häufiger in eine Hauptschule als Kinder aus Familien ohne Migrationsgeschichte.

Zu den Ursachen sozialer Ungleichheiten der Bildungschancen gibt es in der soziologischen Bildungsforschung eine Reihe unterschiedlicher Erklärungsansätze (vgl. BECKER 2009). Einigkeit besteht darüber, dass die Übergänge im Bildungsverlauf hierbei eine entscheidende Rolle spielen (MAAZ/BAUMERT/TRAUTWEIN 2009). An den verschiedenen Schnittstellen des Bildungssystems, insbesondere beim Wechsel von der Primar- zur Sekundarstufe sowie beim Übergang von der allgemeinbildenden Schule zur Berufsausbildung, sind wichtige Entscheidungen über den weiteren Bildungsweg zu treffen. Diese hängen von den schulischen Leistungen der Kinder bzw. Jugendlichen, den Selektionsmechanismen der jeweiligen Bildungsinstitutionen sowie der familiären Bewertung von Bildung ab. Werden entscheidungs- und handlungstheoretische Modelle des individuellen Bildungsverhaltens herangezogen, so sind die zwischen den Sozialschichten variierenden Bildungsentscheidungen damit zu erklären, dass die Eltern - und später auch die Jugendlichen selbst - die Vor- und Nachteile langfristiger Bildungsinvestitionen je nach sozialem Status unterschiedlich einschätzen (vgl. BECKER 2009).

Bei der Erklärung sozialer Bildungsungleichheit wird häufig zwischen primären und sekundären Effekten der sozialen Herkunft unterschieden.(02) Als primärer Herkunftseffekt wird dabei der Einfluss bezeichnet, den die Sozialschichtzugehörigkeit unmittelbar auf die Kompetenzentwicklung der Kinder bzw. Jugendlichen hat und der sich in schichtspezifischen Unterschieden in den schulischen Leistungen niederschlägt (vgl. MAAZ/BAUMERT/TRAUTWEIN 2009). "So erlangen Kinder aus höheren Sozialschichten infolge der Erziehung, Ausstattung und gezielten Förderung im Elternhaus eher Fähigkeiten und Motivationen, die in der Schule und Ausbildung vorteilhaft sind" (BECKER 2009, S. 106). Infolgedessen weisen sie im Vergleich zu Kindern aus Familien mit geringerem Sozialstatus eher bessere Schulleistungen auf, ihre Erfolgswahrscheinlichkeit im schulischen und später im beruflichen Bildungsweg ist wesentlich höher.

Als sekundärer Herkunftseffekt wird die nach Sozialschicht differierende subjektive Bewertung von Kosten und Nutzen alternativer Bildungsmöglichkeiten angesehen, auf der die Entscheidung für einen bestimmten Bildungsweg basiert (vgl. BECKER 2009). Hierbei spielt eine zentrale Rolle, dass Eltern den von ihnen erreichten Sozialstatus für ihre Kinder erhalten wollen. Vor allem Eltern mittlerer und höherer Sozialschichten müssen demnach sehr stark in Bildung investieren, um einen Statusverlust ihrer Kinder zu vermeiden. Sie schätzen daher aber gleichzeitig auch den Nutzen dieser Bildungsinvestitionen sehr hoch ein. Für untere Sozialschichten erfordert der Statuserhalt dagegen nicht unbedingt, dass die Kinder eine höhere Bildung erhalten. Diese würde aus ihrer Sicht überproportional hohe Kosten verursachen, deren spätere Rendite keineswegs sicher wäre. Zudem ist bei weniger gebildeten Eltern öfter eine relativ große Distanz zur Gymnasial- und Hochschulbildung zu beobachten. Sie fürchten häufig eine Entfremdung von ihren Kindern, wenn diese einen solchen Bildungsweg einschlagen. Für die Bildungsentscheidungen bedeutet dies zusammengefasst: Je höher der Sozialstatus des Elternhauses ist, desto eher wird für die Kinder eine höhere Bildungslaufbahn angestrebt. Selbst bei gleichen schulischen Leistungen der Kinder unterscheiden sich die Bildungsentscheidungen in dieser Weise (vgl. BECKER 2009).

Im deutschen Bildungssystem gilt der Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe als eine der wichtigsten Weichenstellungen im Bildungsverlauf. Diese wird - neben den schulischen Leistungen - sehr stark vom Elternwillen bestimmt, weniger von den Wünschen des Kindes (vgl. KLEINE/PAULUS/BLOSSFELD 2009). Für die späteren Bildungsentscheidungen, insbesondere beim Übergang in eine Berufsausbildung oder ein Studium, gewinnen zwar die Schulleistungen und die Motivation des Jugendlichen an Bedeutung. Aber auch hier ist noch von relativ starken Einflüssen des Elternhauses auszugehen.(03)

Aus der Lebensverlaufsperspektive betrachtet entwickeln sich die sozialen Ungleichheiten der Bildungschancen langfristig (vgl. HILLMERT 2009). Sie beginnen mit den unterschiedlichen Ausgangsbedingungen, die vom Sozialstatus des Elternhauses abhängen und bereits bei Eintritt ins schulische Bildungssystem vorhanden sind (primäre Herkunftseffekte). Dann kommen die Ungleichheiten hinzu, die durch die abhängig vom sozialen Status getroffenen unterschiedlichen Bildungsentscheidungen während der Verweildauer im Bildungssystem verursacht werden (sekundäre Herkunftseffekte).(04) Soll eine bestimmte Schnittstelle im Bildungsverlauf - wie hier der Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung - untersucht werden, so ist nach HILLMERT immer eine entsprechende Unterscheidung sinnvoll: "Die primäre soziale Differenzierung besteht in den jeweiligen ‚Ausgangsbedingungen' (Kompetenzen, formale Bildungsabschlüsse), also den jeweils bis zu dieser Stufe auftretenden Unterschieden, während die sekundäre Differenzierung die Unterschiede beim Übergang zur nächsten Stufe beschreibt" (HILLMERT 2009, S. 227f.).

Neben den Bildungsungleichheiten, die auf die soziale Herkunft zurückgehen, sind auch die Unterschiede von Bedeutung, die im Zusammenhang mit dem Geschlecht und dem Migrationsstatus der Jugendlichen stehen. So gelten Frauen als Gewinner der ab Mitte der 1960er-Jahre stattgefundenen Bildungsexpansion. Die zuvor bildungsbenachteiligten Mädchen nutzten die durch den massiven Ausbau der Realschulen und Gymnasien geschaffenen Bildungsmöglichkeiten überproportional (vgl. HRADIL 2005). So erreichen junge Frauen inzwischen deutlich bessere Schulabschlüsse als junge Männer. Sie haben somit eigentlich klare Vorteile in den Ausgangsbedingungen beim Übergang in die berufliche Ausbildung. Allerdings ist bekannt, dass junge Frauen immer noch in wesentlich geringerem Umfang als junge Männer eine betriebliche Berufsausbildung absolvieren (vgl. GERICKE/UHLY 2010). Sie sind damit beim quantitativ bedeutendsten vollqualifizierenden beruflichen Bildungsweg weit unterrepräsentiert. Durch die von Frauen öfter als von Männern favorisierte schulische Berufsausbildung wird keine vollständige Kompensation erreicht (vgl. BEICHT/GRANATO 2010). Unklar ist, inwieweit die geringere Beteiligung von Frauen an betrieblicher Berufsausbildung auf unterschiedliche berufliche Präferenzen von Frauen und Männern oder auf geschlechtsspezifisch differierende Zugangschancen zurückzuführen ist.

Junge Menschen mit Migrationshintergrund zählen zu den Bildungsverlierern. Sie sind größtenteils Nachkommen von Arbeitsmigranten ("Gastarbeitern"), deutschstämmigen Aussiedlern, Asylbewerbern und Flüchtlingen, die ab den 1960er-Jahren in die Bundesrepublik Deutschland einwanderten. Kinder aus diesen Familien brachten häufig sehr nachteilige Voraussetzungen für den Besuch von Schulen mit und hatten dort besonders schlechte Bildungschancen (vgl. HRADIL 2005). Nach wie vor erreichen überproportional viele Jugendliche mit Migrationshintergrund entweder keinen Schulabschluss oder maximal einen Hauptschulabschluss. Die Schwierigkeiten der Jugendlichen ausländischer Herkunft setzen sich bei den Übergangsprozessen in die Berufsausbildung massiv fort, sind aber keineswegs allein auf die schlechteren Schulabschlüsse zurückzuführen (vgl. BEICHT/GRANATO 2009, DIEHL/FRIEDRICH/HALL 2009, KUHNKE/MÜLLER 2009, SKROBANEK 2009).

Vor diesem Hintergrund wird im Folgenden auf Datenbasis der BIBB-Übergangsstudie (siehe methodische Hinweise) untersucht, wie stark sich an der "Schwelle" von der Schule zur Berufsausbildung Unterschiede der sozialen Herkunft (d.h. Bildung und sozioökonomischer Status der Eltern) bemerkbar machen. In Anlehnung an HILLMERT (2009) werden dabei zunächst die Ausgangsbedingungen, d.h. die schulische Qualifikation der Jugendlichen bei Verlassen des allgemeinbildenden Schulsystems, betrachtet. Es wird festgestellt, welche statistischen Zusammenhänge zwischen erreichtem Schulabschluss der Jugendlichen und ihrer sozialen Herkunft bestehen. Dann wird in zwei Schritten analysiert, welche (statistischen) Einflüsse von der sozialen Herkunft auf die Übergangsprozesse in Berufsausbildung ausgehen. Zunächst wird der Frage nachgegangen, inwieweit die bei Schulende getroffene Entscheidung für eine betriebliche Berufsausbildung von der sozialen Herkunft der Jugendlichen abhängt, d.h., inwieweit hier (nach BECKER und HILLMERT) sekundäre Herkunftseffekte wirksam werden.(05) Dann geht es um die Frage, wie sich die soziale Herkunft auf den Übergangserfolg in vollqualifizierende Berufsausbildung auswirkt, z.B. durch die von den Eltern ausgehenden Unterstützungsleistungen.(06) In den hierzu durchgeführten multivariaten Analysen werden neben der sozialen Herkunft immer auch die schulischen Voraussetzungen der Jugendlichen mit berücksichtigt, also die Ausgangsbedingungen, die in der vorangegangenen Bildungsbiografie bereits stark durch das Zusammenspiel primärer und sekundärer Herkunftseffekte geprägt worden sind. Diese Ausgangsbedingungen unterscheiden sich relativ stark nach Geschlecht und Migrationsstatus. Um festzustellen, ob sich die schulische Qualifikation und die soziale Herkunft bei den betreffenden Personengruppen in gleicher Weise oder eventuell unterschiedlich auf die Übergangsprozesse in Berufsausbildung auswirken, werden die Analysen entsprechend differenziert durchgeführt.

Methodische Hinweise zur BIBB-Übergangsstudie
In der BIBB-Übergangsstudie wurden 7.230 Jugendliche der Geburtsjahrgänge 1982 bis 1988 befragt. Die Erhebung erfolgte von Juni bis August 2006 mittels computergestützter Telefoninterviews. Einbezogen wurden deutsche und ausländische Personen, die über hinreichende Kenntnisse der deutschen Sprache für die Teilnahme an der Befragung verfügten. Es handelt sich um eine retrospektive Längsschnitterhebung, in der die gesamte Bildungs- und Berufsbiografie beginnend mit der allgemeinbildenden Schulzeit erfasst wurde. Die Daten basieren auf einer repräsentativen Stichprobe und wurden durch Gewichtung nach zentralen Merkmalen auf Grundlage der amtlichen Statistik an die Strukturen der Grundgesamtheit angepasst (vgl. BEICHT/FRIEDRICH/ULRICH 2008).


Berücksichtigt werden bei den hier vorgestellten Analysen ausschließlich Untersuchungsteilnehmer/-innen, die die allgemeinbildende Schule bereits vor dem Jahr 2006 verlassen haben, und für die somit Informationen über den weiteren Werdegang vorliegen. Dies trifft auf rund 5.500 Befragungspersonen zu, von denen über 1.000 einen Migrationshintergrund haben.


Der Migrationshintergrund wird "indirekt" definiert: Kein Migrationshintergrund wird angenommen, wenn ein Jugendlicher die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, zudem als Kind in der Familie zuerst ausschließlich die deut­sche Sprache gelernt hat und außerdem Vater und Mutter in Deutschland geboren sind. Trifft eine dieser Bedingungen nicht zu, wird von einem Migrationshintergrund ausgegangen.


Von den in die Auswertungen einbezogenen Schulabsolventinnen/-absolventen im Alter von 18 bis 24 Jahren sind 48% weiblich und 23% haben einen Migrationshintergrund (gewichtete Ergebnisse).

Der Beitrag ist wie folgt aufgebaut: Er zeigt zunächst kurz den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft der in die Analysen einbezogenen Schulabgänger/-innen und ihrer bei Beendigung der allgemeinbildenden Schule erreichten formalen Qualifikationen auf. Dann werden die bei Schulende bestehenden Bildungspläne der Jugendlichen skizziert und untersucht, inwieweit die Entscheidung, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu suchen, von der sozialen Herkunft beeinflusst wird. Im Anschluss erfolgt eine knappe Beschreibung der Strategien bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz. Schließlich wird der Einmündungserfolg in Berufsausbildung beleuchtet und festgestellt, wie stark hier die Effekte der sozialen Herkunft sind. Der Beitrag schließt mit einer Zusammenfassung und einem Fazit.

Soziale Herkunft und schulische Qualifikation der Jugendlichen

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Die soziale Herkunft der Jugendlichen wird in den hier dargestellten Analysen mit drei verschiedenen Merkmalen der Eltern abgebildet. Neben dem beruflichen Status des Vaters(07), der Aufschluss über die sozioökonomische Positionierung der Familie gibt, wird auch der (höchste) Schulabschluss sowie der Berufsabschluss von Mutter und Vater - und damit das Humankapital der Eltern (vgl. BAUMERT/STANAT/WATERMANN 2006) - berücksichtigt. Zwischen diesen Merkmalen bestehen relativ enge Zusammenhänge, wie die in Übersicht 1 ausgewiesenen Korrelationen verdeutlichen. So gibt es z.B. eine hohe positive Korrelation zwischen einem Hochschulabschluss des Vaters und/oder der Mutter und einer hoch qualifizierten Tätigkeit des Vaters. Ebenso korrelieren beispielsweise ein fehlender Schulabschluss und ein fehlender Berufsabschluss beider Eltern relativ stark miteinander.

Der Übersicht 1 sind auch die engen Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft und Schulabschluss der Jugendlichen bei Verlassen der allgemeinbildenden Schule(08) zu entnehmen. So zeigt sich beispielsweise, dass bei einem fehlenden Schul- bzw. Berufsabschluss beider Elternteile oder einer niedrig qualifizierten Tätigkeit des Vaters die Jugendlichen überproportional häufig maximal einen Hauptschulabschluss erreicht haben. Verfügt hingegen mindestens ein Elternteil über die (Fach-)Hochschulreife oder einen (Fach-) Hochschulabschluss bzw. geht der Vater einer hochqualifizierten Beschäftigung nach, dann haben die Jugendlichen besonders häufig die Schule mit Abitur oder Fachhochschulreife beendet.

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Es zeigt sich auch, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund im Vergleich zu denjenigen ohne Migrationshintergrund aus Familien mit geringerem Sozialstatus stammen: Die Eltern haben häufiger keinen Berufsabschluss und der Vater übt öfter eine niedrig qualifizierte Tätigkeit aus. Die jungen Migrantinnen und Migranten haben auch wesentlich ungünstigere Schulabschlüsse.

Übersicht 2 verdeutlicht, dass junge Frauen im allgemeinbildenden Schulsystem inzwischen erfolgreicher sind als junge Männer.(09) Sie erreichen häufiger einen mittleren Schulabschluss oder die (Fach-)Hochschulreife. Dabei sind nicht nur die Schulabschlüsse der jungen Frauen deutscher Herkunft deutlich besser als die der männlichen Vergleichsgruppe, sondern auch die weiblichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund haben inzwischen einen klaren Vorsprung vor den männlichen Migranten erreicht.(10)

Auch bei den Noten auf dem Schulabgangszeugnis sind leichte Unterschiede nach Geschlecht und Migrationsstatus feststellbar: So liegt der Notendurchschnitt der jungen Frauen bei 2,6, während er bei den jungen Männern mit 2,8 etwas schlechter ausfällt. Junge Migrantinnen kommen auf einen Schulnotendurchschnitt von 2,8, weibliche Jugendliche deutscher Herkunft auf 2,6. Männliche Migranten weisen einen Durchschnitt von 2,9, junge Männer ohne Migrationshintergrund von 2,8 auf.

Die Schulabschlüsse und Schulnoten der Jugendlichen stellen die individuellen (formalen) Qualifikationen und damit die Ausgangsbedingungen beim Übergang in eine Berufsausbildung dar (vgl. Einführung).

Bildungspläne am Ende der allgemeinbildenden Schule

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Über 80% der Jugendlichen haben bei Beendigung der allgemeinbildenden Schule die Absicht, unmittelbar eine vollqualifizierende Berufsausbildung oder ein Studium zu beginnen (vgl. BEICHT/GRANATO 2009). Die Bildungspläne unterscheiden sich vor allem zwischen Schulabsolventinnen und -absolventen mit und ohne Studienberechtigung, wie Übersicht 3 verdeutlicht. Nicht studienberechtigte Jugendliche suchen am häufigsten einen betrieblichen Ausbildungsplatz. Liegt maximal ein Hauptschulabschluss vor, ist dies noch öfter der Fall als bei einem mittleren Schulabschluss, und bei jungen Männern noch ausgeprägter als bei jungen Frauen.(11) Die Ausbildung im dualen System sieht keine formale Zugangsbeschränkung vor, unterliegt faktisch aber den Selektionsprozessen der Betriebe und damit deren Anforderungen an die schulischen Voraussetzungen. Ausschließlich eine schulische Ausbildung (einschließlich Ausbildung in einer Beamtenlaufbahn) wird weit seltener angestrebt, wobei junge Frauen hieran ein deutlich größeres Interesse als junge Männer haben. Die Ausbildung in einem Schulberuf setzt meistens einen ­mittleren Schulabschluss voraus. Studienberechtigte Jugendliche, denen alle Bildungsoptionen offenstehen, beabsichtigen meistens ein Hochschulstudium. Nur vergleichsweise selten entscheiden sie sich für eine betriebliche Ausbildung, junge Frauen allerdings häufiger als junge Männer.

Weniger als 20% der Schulabsolventinnen und -absolventen planen nicht unmittelbar den Beginn einer vollqualifizierenden Ausbildung. Nicht studienberechtigte Jugendliche erwägen dann oftmals z.B. einen teilqualifizierenden Bildungsgang an einer Berufsfachschule oder den Besuch der Fachoberschule, und zwar häufig mit der Absicht, zunächst noch einen höherwertigen Schulabschluss zu erwerben. Jugendliche mit Studienberechtigung legen nach Beendigung der Schule teilweise zunächst eine Phase der allgemeinen oder beruflichen Orientierung ein.(12)

Die Bildungspläne von jungen Frauen und Männern mit und ohne Migrationshintergrund weichen bei Verlassen der allgemeinbildenden Schule auch bei Berücksichtigung des Schulabschlusses etwas voneinander ab. Bei einem mittleren Schulabschluss suchen z.B. Migrantinnen und Migranten - im Vergleich zu Frauen und Männern deutscher Herkunft - seltener eine betriebliche Lehrstelle. Sie streben dann häufiger eine schulische Ausbildung an oder beabsichtigen noch nicht unmittelbar die Aufnahme einer Berufsausbildung.

Entscheidung zur Suche nach einer betrieblichen Ausbildungsstelle

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Inwieweit hängen die Bildungspläne bei Verlassen des allgemeinbildenden Schulsystems mit der schulischen Qualifikation sowie der sozialen Herkunft der Jugendlichen zusammen und welche Unterschiede gibt es dabei nach Geschlecht und Migrationsstatus? Die folgende Untersuchung konzentriert sich auf die Entscheidung zur Suche nach einer betrieblichen Lehrstelle. Es wurden multivariate Analysen (binäre logistische Regressionsmodelle) durchgeführt, bei denen sowohl die Merkmale der individuellen Qualifikation der Jugendlichen (Schulabschluss, Schulnoten) als auch die Merkmale der sozialen Herkunft (Schulbildung und Berufsabschluss der Eltern, beruflicher Status des Vaters) als mögliche Einflussgrößen einbezogen wurden (vgl. Übersicht 4).(13) Darüber hinaus wurde neben den Merkmalen "Geschlecht" und "Migrationshintergrund" noch die Wohnregion (West- und Ostdeutschland) als Kontrollvariable berücksichtigt.(14) Mittels logistischer Regressionen lässt sich der eigenständige Effekt jedes einzelnen Merkmals feststellen, da jeweils alle anderen einbezogenen Größen kontrolliert werden. Außer einem Gesamtmodell für alle Schulabgänger/-innen (Modell 1) wurden auch getrennte Modelle für Frauen und Männer (Modelle 2 und 3) sowie für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund (Modelle 4 und 5) gerechnet, um zu untersuchen, ob sich die Einflüsse der schulischen Qualifikation und der sozialen Herkunft nach Geschlecht oder Migrationsstatus unterscheiden.

Nach den Ergebnissen der Analysen sind bei der Entscheidung für oder gegen die Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz folgende Effekte feststellbar:

  • Hinsichtlich der individuellen Qualifikation der Jugendlichen zeigt sich, dass erwartungsgemäß der Schulabschluss einen sehr großen Einfluss hat: Liegt bei Verlassen der allgemeinbildenden Schule ein mittlerer Abschluss vor, so ist das Interesse an der Aufnahme einer betrieblichen Lehre deutlich geringer, als wenn maximal ein Hauptschulabschluss erreicht wurde. Noch erheblich schwächer ist die Neigung zu einer betrieblichen Ausbildung bei einem höheren Schulabschluss (Abitur, Fachhochschulreife). Dies gilt sowohl bei Einbeziehung aller Schulabsolventinnen und -absolventen (vgl. Modell 1), als auch, wenn junge Männer oder Jugendliche mit bzw. ohne Migrationshintergrund getrennt betrachtet werden (vgl. Modelle 3 bis 5). Eine Ausnahme bilden junge Frauen: Diese streben bei einem mittleren Abschluss ebenso stark eine betriebliche Ausbildung an wie bei einem niedrigeren Schulabschluss (vgl. Modell 2).
    Schlechtere Schulnoten begünstigen bei allen Jugendlichen - unabhängig von Geschlecht und Migrationsstatus - die Entscheidung zur Lehrstellensuche (vgl. Modelle 1 bis 5). Dies dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass bei weniger guten Schulnoten nicht studienberechtigte Jugendliche seltener zu einem weiteren Schulbesuch (z.B. höhere Handelsschule, Fachoberschule, Ausbildung in Schulberufen) und Studienberechtigte weniger zu einem Hochschulstudium tendieren als bei guten Noten, da die Erfolgsaussichten geringer eingeschätzt werden.
  • Was die soziale Herkunft anbetrifft, so zeigt sich ein deutlicher Einfluss der Schulbildung der Eltern auf die Entscheidung ihrer Kinder, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu suchen: Verfügen Vater und Mutter maximal über einen Hauptschulabschluss, so streben die Jugendlichen insgesamt viel eher eine betriebliche Lehre an, als wenn mindestens ein Elternteil den mittleren Schulabschluss besitzt (vgl. Modell 1). Dieser Effekt ist auch deutlich für junge Männer sowie für Jugendliche ohne Migrationshintergrund erkennbar (vgl. Modelle 3 und 5), nicht jedoch für junge Frauen oder Jugendliche ausländischer Herkunft (vgl. Modelle 2 und 4). Hat dagegen mindestens ein Elternteil die Studienberechtigung, so sinkt die Neigung der Jugendlichen zu einer betrieblichen Ausbildung durchgängig sehr deutlich (vgl. Modelle 1 bis 5).
    Vom Berufsabschluss der Eltern geht folgender Einfluss aus: Hat ein Elternteil eine akademische Ausbildung, so tendieren die Jugendlichen insgesamt weniger zu einer betrieblichen Lehre, als wenn Vater und Mutter eine nichtakademische Berufsausbildung absolvierten (vgl. Modell 1). Für junge Männer sowie für Jugendliche deutscher Herkunft trifft dies ebenso zu (vgl. Modelle 3 und 5), für junge Frauen oder Jugendliche mit Migrationshintergrund hingegen wiederum nicht (vgl. Modelle 2 und 4).
    Eine Rolle spielt auch der berufliche Status des Vaters: In Elternhäusern, in denen der Vater eine hoch qualifizierte Tätigkeit ausübt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Kinder für eine Lehrstellensuche entscheiden, durchgängig wesentlich geringer, als wenn der Vater einen mittleren beruflichen Status hat (vgl. Modelle 1 bis 5). Jugendliche mit Migrationshintergrund neigen besonders stark zu einer betrieblichen Lehre, wenn der Vater einer niedrig qualifizierten Tätigkeit nachgeht (vgl. Modell 4).
  • In Bezug auf die Merkmale Geschlecht und Migrationsstatus zeigen sich un­ter Kontrolle der jeweils übrigen Merkmale folgende Einflüsse:
    Junge Frauen - mit und ohne Migrationshintergrund - streben im Vergleich zu jungen Männern seltener eine betriebliche Ausbildung direkt im Anschluss an die allgemeinbildende Schule an (vgl. Modell 1, 4 und 5).(15) Dies hängt vor allem damit zusammen, dass sie häufiger eine Ausbildung in Schulberufen beabsichtigen.
    Jugendliche mit Migrationshintergrund tendieren bei Beendigung der Schule weniger zu einer betrieblichen Ausbildung als diejenigen ohne Migrationshintergrund (vgl. Modell 1). Dieser Effekt ist jedoch in den getrennten Modellen für Frauen und Männer nicht mehr signifikant (vgl. Modelle 2 und 3).

Es lässt sich festhalten, dass die Entscheidung, bei Verlassen des allgemeinbildenden Schulsystems eine betriebliche Lehrstelle zu suchen, sehr stark von den Schulabschlüssen und Schulnoten der Jugendlichen abhängt, also von den Ausgangsbedingungen bei den Übergangsprozessen in Berufsausbildung (vgl. Einführung). Vor allem Schulabsolventinnen und -absolventen mit ungünstigeren schulischen Voraussetzungen streben in das duale System. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass schulische Bildungsgänge meist einen mittleren Schulabschluss und ein Studium das Abitur oder die Fachhochschulreife erfordern.

Aber auch die soziale Herkunft hat deutlichen Einfluss auf die Wahl des weiteren Bildungswegs: So ist selbst bei gleichen schulischen Voraussetzungen die Wahrscheinlichkeit, dass sich Jugendliche aus Elternhäusern mit hoher Bildung und hohem sozioökonomischem Status für die Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz entscheiden, wesentlich geringer. Damit bestätigen sich hier - allerdings in umgekehrter Richtung - die Ergebnisse anderer Studien, die belegen, dass sekundäre Herkunftseffekte, d.h. die nach Sozialschicht differierenden Bildungsentscheidungen aufgrund unterschiedlicher Nutzeneinschätzung der Bildungswege (vgl. Einführung), hochgradig den Zugang zu den Hochschulen bestimmen (vgl. BECKER/HECKEN 2007, MAAZ 2006). Demnach halten insbesondere die erwarteten Kosten eines Hochschulstudiums studienberechtigte Personen aus den Arbeiter- und unteren Mittelschichten vom Studium ab, und diese entscheiden sich dann eher für eine Berufsausbildung (vgl. BECKER/HECKEN 2007).

Strategien bei der Suche nach einer betrieblichen Ausbildungsstelle

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Jugendliche, die bei Verlassen der allgemeinbildenden Schule eine betriebliche Lehre anstreben, haben sich auf einem seit langem schwierigen Ausbildungsmarkt zu behaupten.(16) Dieser bietet vielen Schulabgängerinnen und -abgängern eher ungünstige Erfolgsaussichten (vgl. BEICHT/FRIEDRICH/ULRICH 2008, BEICHT/GRANATO 2009, 2010, EBERHARD/ULRICH 2010). Um dennoch die Chance auf einen raschen Ausbildungsbeginn zu erhalten, müssen sie bei der Suche nach einer Lehrstelle vielfältige Aktivitäten entwickeln. Im Folgenden wird ein Überblick über Art und Umfang der von den Jugendlichen angewandten Suchstrategien gegeben (vgl. Übersicht 5).(17) 

Weit über die Hälfte der Schulabgänger/-innen, die eine betriebliche Lehrstelle suchen, melden sich als ausbildungsuchend bei der für sie zuständigen Arbeitsagentur.(18)  Deren Aufgabe ist es, ausbildungsreife Jugendliche bei der Suche zu unterstützen und sie nach Möglichkeit in eine Ausbildung zu vermitteln, die ihrer Neigung, Eignung und Leistungsfähigkeit entspricht. Bei schlechteren Schulnoten nehmen Jugendliche häufiger die Hilfe der Arbeitsagentur in Anspruch, während studienberechtigte Schulabsolventinnen und -absolventen hierauf eher verzichten. Eine geringere Tendenz zur Einschaltung der Arbeitsagentur zeigt sich auch bei Jugendlichen, deren Eltern beide über eine Berufsausbildung verfügen. Junge Frauen - mit und ohne Migrationshintergrund - schalten im Vergleich zu jungen Männern deutlich häufiger die Arbeitsagentur ein. Gleiches gilt für männliche Migranten im Vergleich zu Männern deutscher Herkunft.

Fast drei Viertel der Jugendlichen suchen auf eigene Initiative in Zeitungen, im Internet oder in anderen Medien nach Ausbildungsplatzangeboten. Bei einem mittleren und insbesondere einem höheren Schulabschluss nutzen Jugendliche diese Möglichkeit wesentlich stärker, als wenn die schulische Qualifikation niedriger ist. Junge Frauen - vor allem diejenigen deutscher Herkunft - suchen häufiger in den unterschiedlichen Medien nach einer Ausbildungsstelle als junge Männer.

Etwa jeder achte Jugendliche gibt bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz selbst ein Stellengesuch in einer Zeitung oder im Internet auf. Vergleichsweise häufig tun dies Schulabsolventinnen und -absolventen mit maximal Hauptschulabschluss ebenso wie Jugendliche aus Elternhäusern, in denen Vater und Mutter über keinen Berufs- oder Hochschulabschluss verfügen. Auch junge Migrantinnen und Migranten setzen dieses Mittel relativ oft ein. Eigene Stellengesuche werden offensichtlich vor allem von Jugendlichen aufgegeben, die bei der Lehrstellensuche besondere Schwierigkeiten haben.

Mehr als 70% der Jugendlichen werden von ihren Eltern, von anderen Familienangehörigen, Bekannten oder Freunden dabei unterstützt, Kontakte zu Ausbildungsbetrieben herzustellen. Insbesondere Schulabgänger/-innen mit maximal Hauptschulabschluss oder schlechten Schulnoten nehmen eine solche Hilfe in Anspruch, während studienberechtigte Jugendliche hierauf eher verzichten (können). Jugendliche mit Migrationshintergrund - vor allem junge Frauen - erhalten verglichen mit Jugendlichen deutscher Herkunft deutlich seltener eine solche Unterstützung durch ihr privates Umfeld.

Über 90% der ausbildungsuchenden Schulabsolventinnen und -absolventen schicken schriftliche Bewerbungen an Betriebe. Bei niedriger schulischer Qualifikation erfolgt dies allerdings seltener als bei einem mittleren Schulabschluss. Im Durchschnitt versenden die Jugendlichen 28 Bewerbungen. Bei jungen Frauen ist die Zahl deutlich höher als bei jungen Männern. Liegt ein Migrationshintergrund vor, bewerben sich weibliche und männliche Jugendliche gleich oft. Viele Schulabgänger/-innen ziehen bei ihrer Ausbildungsstellensuche nicht nur einen, sondern mehrere Berufe in Betracht. Durchschnittlich bewerben sie sich für drei bis vier unterschiedliche Ausbildungsberufe, wobei es nur relativ geringe Abweichungen zwischen jungen Frauen und Männern mit und ohne Migrationshintergrund gibt.

Ein Viertel der ausbildungsuchenden Jugendlichen bewirbt sich auch auf Stellen in Betrieben, die mehr als 100 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt liegen.(19) Bei jungen Frauen ist die regionale Mobilitätsbereitschaft deutlich ausgeprägter als bei jungen Männern. Mehr als vier Fünftel der Jugendlichen nehmen an Vorstellungsgesprächen teil. Bei jungen Frauen mit Migrationshintergrund ist dieser Anteil allerdings geringer als bei den übrigen Jugendlichen. Durchschnittlich stellen sich die Jugendlichen fünf- bis sechsmal in Betrieben vor, junge Frauen insgesamt etwas häufiger als junge Männer.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Bemühungen der Schulabsolventinnen und -absolventen um eine betriebliche Ausbildungsstelle sehr groß sind.(20)  Junge Frauen sind dabei noch aktiver und flexibler als junge Männer, und Jugendliche mit Migrationshintergrund engagieren sich vielfach besonders stark. Jugendliche mit maximal Hauptschulabschluss greifen oft auf Unterstützungsleistungen ihrer Familie bzw. Freunde zurück, dagegen suchen sie seltener selbst aktiv in den Medien nach einer Lehrstelle und bewerben sich weniger häufig schriftlich als Jugendliche mit besseren schulischen Voraussetzungen.

Erfolg beim Übergang in die Berufsausbildung

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Trotz intensiver Suchaktivitäten gelingt es bei Weitem nicht allen ausbildungsinteressierten Jugendlichen, nach Beendigung der allgemeinbildenden Schule rasch in eine Berufsausbildung einzumünden. Der Übergang von der Schule in eine vollqualifizierende Ausbildung ist seit Mitte der 1990er-Jahre schwieriger und vor allem langwieriger geworden (vgl. EBERHARD/ULRICH 2010, BEICHT/FRIEDRICH/ULRICH 2008). Die Gründe liegen bislang vor allem in einem Mangel an Ausbildungsstellen. Einigen Jugendlichen fehlt bei Schulabgang aber auch noch die notwendige "Ausbildungsreife". Etwa ein Drittel der nicht studienberechtigten Schulabgänger/-innen nimmt zunächst an einem oder mehreren Bildungsgängen des sogenannten Übergangssystems teil, die lediglich berufliche Teilqualifikationen vermitteln und nicht zu einem vollwertigen Berufsabschluss führen (vgl. BEICHT 2009). Die Mehrzahl dieser Jugendlichen hat ursprünglich die sofortige Aufnahme einer Berufsausbildung beabsichtigt.

Wie erfolgreich sind die Schulabgänger/-in­nen bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz? Der Übergangserfolg wird im Folgenden danach bemessen, ob die Aufnahme einer Berufsausbildung überhaupt gelingt und wie lange die Übergangsprozesse dauern. Die Dauer und Wahrscheinlichkeit der Einmündung in eine Berufsausbildung wurden mithilfe der Kaplan-Meier-Methode geschätzt,(21) wobei ein Zeitraum von drei Jahren ab Verlassen des allgemeinbildenden Schulsystems beobachtet wurde. Die Analyse bezieht sich im ersten Schritt auf die Einmündung in betriebliche Berufsausbildung und schließt nur Jugendliche ein, die eine solche Ausbildung beabsichtigten. Insbesondere Frauen ziehen bei ihrer Ausbildungsplatzsuche aber auch - zusätzlich oder ausschließlich - eine Ausbildung in Schulberufen in Betracht. Daher wird im zweiten Schritt die Analyse erweitert und umfasst dann alle Jugendlichen, die eine betriebliche oder schulische Berufsausbildung anstrebten. Als Übergangserfolg zählt nunmehr, wenn eine betriebliche, außerbetriebliche(22) oder schulische Berufsausbildung aufgenommen wird.

Von den jungen Frauen, die bei Schulende einen betrieblichen Ausbildungsplatz ge­sucht haben, münden innerhalb eines Jahres lediglich 47% in eine betriebliche Ausbildung ein, bei den jungen Männern sind es dagegen immerhin 63% (vgl. Übersicht 6, linker Teil).(23) Im Laufe von drei Jahren beginnen nur 68% der weiblichen Jugendlichen eine betriebliche Ausbildung, aber 82% der männlichen. Jungen Frauen gelingt also die Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung wesentlich schlechter als jungen Männern, wobei die Unterschiede im Zeitverlauf nahezu konstant bleiben.

Wird die Einmündung in alle Formen (betrieblich, außerbetrieblich, schulisch) der Berufsausbildung betrachtet, so liegen die Übergangsquoten vor allem für die jungen Frauen deutlich höher (vgl. Übersicht 6, rechter Teil). Das ist vor allem damit zu erklären, dass weibliche Jugendliche - insbesondere auch aufgrund ihrer besseren Schulabschlüsse - sehr gute Chancen haben, einen Ausbildungsplatz im Schulberufssystem zu erhalten. Diese Ausbildungsmöglichkeit nutzen sie daher häufig auch dann, wenn sie bei der Suche nach einer betrieblichen Ausbildungsstelle erfolglos geblieben sind. Dennoch werden die schlechteren Aussichten der jungen Frauen durch die schulische Ausbildung nicht vollständig ausgeglichen. Auch nach drei Jahren ist ihre Einmündungsquote in betriebliche, außerbetriebliche oder schulische Berufsausbildung noch um fünf Prozentpunkte niedriger als die der jungen Männer.

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Bei den zusätzlich nach Migrationsstatus differenzierten Analysen zeigt sich, dass beim Übergang in betriebliche Ausbildung junge Männer deutscher Herkunft mit Abstand am erfolgreichsten sind (vgl. Übersicht 7, linker Teil). Erheblich schlechter sind die Erfolgsaussichten junger Frauen deutscher Herkunft. Am seltensten gelingt allerdings jungen Frauen mit Migrationshintergrund die Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung. Mit ihnen verglichen schneiden junge Männer mit Migrationshintergrund merklich günstiger ab.

Bei Einbeziehung aller Ausbildungsformen verbessert sich insbesondere der Übergangserfolg junger Frauen deutscher Herkunft (vgl. Übersicht 7, rechter Teil). Dennoch reichen ihre Einmündungsquoten auch hier nicht ganz an die der Männer deutscher Herkunft heran. Junge Migrantinnen und Migranten münden erheblich seltener in betriebliche, außerbetriebliche oder schulische Berufsausbildung ein, wobei es dabei jedoch kaum mehr Abweichungen nach Geschlecht gibt.

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Nachdem die Unterschiede im Übergangserfolg zwischen jungen Frauen und Männern mit und ohne Migrationshintergrund verdeutlicht wurden, wird nun untersucht, inwieweit sich auch hierbei die schulische Qualifikation der Jugendlichen auswirkt und Effekte der sozialen Herkunft nachweisbar sind. Hierzu wurden wiederum multivariate Analysen (Cox-Regressionsmodelle) durchgeführt (vgl. Übersicht 8). Diese ermöglichen es, den eigenständigen Einfluss festzustellen, den die einzelnen Merkmale auf die Übergangsraten in Berufsausbildung haben, und zwar unter Kontrolle der jeweils anderen einbezogenen Merkmale. Beobachtet wurde auch hier ein Zeitraum von drei Jahren nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule. In die Regressionsmodelle wurden wiederum neben den Merkmalen "Geschlecht" und "Migrationshintergrund" die Merkmale der individuellen Qualifikation (Schulabschluss, Schulnoten) und sozialen Herkunft (Schulbildung und Berufsabschluss der Eltern, beruflicher Status des Vaters) aufgenommen. Ergänzend wurde hier zur sozialen Herkunft noch das Gesprächsklima in der Familie berücksichtigt.(24) Darüber hinaus wurden weitere Merkmale einbezogen, die aufgrund theoretischer Vorannahmen und bereits vorliegender Analyseergebnisse einen Einfluss auf die Übergänge in die Berufsausbildung haben können (vgl. BEICHT/FRIEDRICH/ULRICH 2008). Hierbei handelt es sich um ein Merkmal der sozialen Einbindung des Jugendlichen sowie um drei ­ausbildungs­marktrelevante Merkmale (vgl. Übersicht 8).(25) Es wurden Modelle bezogen auf die Einmündung in betriebliche Ausbildung (Modelle 1 bis 3) und die Einmündung in alle Formen (betrieblich, außerbetrieblich, schulisch) der Berufsausbildung (Modelle 4 bis 6) gerechnet, zum einen für die jeweiligen ausbildungsplatzsuchenden Jugendlichen insgesamt (Modelle 1/4), zum anderen getrennt für Frauen (Modelle 2/5) und Männer (Modelle 3/6).

Nach den Analyseergebnissen sind folgende Einflüsse auf den Einmündungserfolg in Berufsausbildung zu verzeichnen:

  • Was die individuelle Qualifikation anbetrifft, haben Schulabgänger/-innen mit einem mittleren Schulabschluss im Vergleich zu Jugendlichen, die maximal einen Hauptschulabschluss erreichten, deutlich bessere Chancen, rasch in eine betriebliche oder generell in eine vollqualifizierende Berufsausbildung einzumünden; dies gilt für junge Frauen ebenso wie für junge Männer (vgl. Modelle 1 bis 6). Die (Fach-)Hochschulreife erweist sich dagegen nicht unbedingt als förderlich für den Einmündungserfolg; bei jungen Männern zeigt sich im Gegenteil sogar ein negativer Effekt (vgl. Modelle 3 und 6). Dieses zunächst überraschende Ergebnis ist vor allem damit zu erklären, dass studienberechtigte junge Männer häufig nach Verlassen der Schule zunächst ihren Wehr- und Zivildienst ableisten müssen und sich hierdurch der Übergang in Ausbildung verzögert.(26) Darüber hinaus spielt wahrscheinlich auch eine Rolle, dass studienberechtigte Jugendliche, die eine betriebliche oder schulische Ausbildung anstreben, meist in anspruchsvolle Berufe drängen, in denen die knappen Ausbildungsplätze besonders stark nachgefragt werden.
    Durchgängig zeigt sich, dass schlechtere Schulnoten die Chancen auf einen raschen Übergang in betriebliche bzw. vollqualifizierende Ausbildung merklich vermindern (vgl. Modelle 1 bis 6).
  • Im Hinblick auf die soziale Herkunft der Jugendlichen ist Folgendes hervorzuheben: Im Vergleich zu Elternhäusern, in denen sowohl der Vater als auch die Mutter einen Berufsabschluss besitzen, wirkt es sich auf die Einmündungschancen in die Berufsausbildung durchgängig negativ aus, wenn kein oder lediglich ein Elternteil eine Berufsausbildung absolviert hat (vgl. Modelle 1 bis 6). Dieser Effekt ist allerdings bei jungen Frauen in Bezug auf die betriebliche Ausbildung nicht signifikant (vgl. Modell 2).
    Keine nennenswerten Einflüsse auf den Übergangserfolg in die Berufsausbildung gehen hingegen von dem Schulabschluss der Eltern und dem beruflichen Status des Vaters aus.
    Ein offenes, problemorientiertes Gesprächsklima in der Familie beeinflusst die Einmündungschancen der Jugendlichen in betriebliche bzw. alle Formen von Berufsausbildung insgesamt positiv (vgl. Modelle 1 und 4).
  • Hinsichtlich der Merkmale Geschlecht und Migrationsstatus sind folgende Effekte erkennbar:
    Junge Frauen haben im Vergleich zu jungen Männern beim Übergang in be­triebliche Ausbildung erheblich schlechtere Chancen, die nicht durch die übrigen Einflussgrößen zu erklären sind (vgl. Modell 1). Auch bei Einbeziehung aller Ausbildungsformen bleiben ihre Erfolgsaussichten geringer (vgl. Modell 4).
    Jugendliche mit Migrationshintergrund weisen selbst unter Kontrolle der übrigen Merkmale wesentlich ungünstigere Chancen als Jugendliche ohne Migrationshintergrund auf, in eine betriebliche bzw. vollqualifizierende Berufsausbildung einzumünden (vgl. Modelle 1 und 4). Dies gilt eindeutig für männliche Migranten (vgl. Modelle 3 und 6), ist für junge Migrantinnen aber in Bezug auf die betriebliche Ausbildung nicht signifikant (vgl. Modell 2).(27)

Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Einmündungserfolg in betriebliche bzw. vollqualifizierende Berufsausbildung deutlich von den Schulabschlüssen der Jugendlichen - also den Ausgangsbedingungen bei den Übergangsprozessen (vgl. Einführung) - beeinflusst wird. Besonders günstig sind die Chancen bei einem mittleren Schulabschluss und guten Schulnoten. Ein höherer Schulabschluss wirkt sich hier hingegen nicht positiv aus, da auch die studienberechtigten Schulabsolventinnen und -absolventen bei weitem nicht immer unmittelbar den Ausbildungsplatz finden, der ihren - meist anspruchsvollen - Berufsvorstellungen entspricht.

Auch von der sozialen Herkunft geht beim Übergang in die Berufsausbildung ein Effekt aus. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Eltern, die beide eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, ihre Kinder besser und effektiver beim Berufsfindungsprozess und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen können. Sind Vater und/oder Mutter dagegen ohne eine Berufsausbildung geblieben, fehlen ihnen möglicherweise oft die notwendigen Kenntnisse und Kontakte, um ihren Kindern den Zugang zu einer Berufsausbildung zu erleichtern.

Für junge Frauen sind die Einmündungschancen in Berufsausbildung geringer als für junge Männer.(28)  Die Ursachen hierfür lassen sich mit den hier für die Analysen verwendeten Daten der BIBB-Übergangsstudie nicht klären. Eine wichtige Rolle dürfte dabei spielen, dass weibliche Jugendliche in einem sehr engen Spektrum meist frauentypischer Berufe des Dienstleistungsbereichs ausgebildet werden (vgl. KROLL 2010), in denen sie sehr stark untereinander um die Ausbildungsplätze konkurrieren. Männliche Schulabsolventen, die eine Ausbildungsstelle suchen, verteilen sich demgegenüber auf eine erheblich größere Zahl von Fertigungs- und Dienstleistungsberufen, in denen insgesamt wesentlich mehr Ausbildungsangebote zur Verfügung stehen. Damit wären die schlechteren Chancen der jungen Frauen vor allem auch auf die geschlechtsspezifisch segmentierten Strukturen im dualen Ausbildungssystem zurückzuführen.

Worin die Ursachen hierfür liegen, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Untersuchungen weisen auf unterschiedliche Faktoren hin (vgl. DORSCH-SCHWEIZER 2004, GRANATO/ SCHWERIN 2008, KRÜGER 2001, PUHLMANN 2006, SCHITTENHELM 2007, SOLGA/PFAHL 2009, TRAPPE 2006). Diskutiert wird, inwieweit die "frauentypischen" Berufe den tatsächlichen Präferenzen junger Frauen bei der Berufswahl entsprechen und inwieweit es im Berufsentscheidungsprozess zu einer Anpassung an die Chancen- und Gelegenheitsstrukturen des Ausbildungsmarkts kommt (KRÜGER 2001). Ein weiterer Faktor könnte in der fehlenden Unterstützung des familiären, aber auch schulischen Umfeldes bestehen, wenn junge Frauen bei der Berufswahl einen gewerblich-technischen Ausbildungsberuf in Erwägung ziehen. Auch die in den Betrieben bei der Vergabe der Ausbildungsplätze stattfindenden Selektionsprozesse, die möglicherweise stark von bestimmten geschlechtsspezifischen Rollenzuschreibungen geprägt sind, könnten eine Rolle spielen (DIETZEN 2002).

Schulabgänger/-innen mit Migrationshintergrund haben deutlich geringere Aussichten auf einen Ausbildungsplatz als diejenigen ohne Migrationshintergrund. Ihre schlechtere schulische Qualifikation und ihre ungünstigere soziale Herkunft wirken sich hemmend auf ihren Übergangserfolg aus. Doch auch bei Berücksichtigung all dieser Faktoren bleibt noch ein eigenständiger negativer Effekt des Migrationshintergrunds bestehen. Somit sind über die berücksichtigten Merkmale hinaus offenbar weitere Einflussgrößen wirksam, die in Verbindung mit dem Migrationsstatus stehen, aber mit den hier herangezogenen Daten nicht identifiziert werden können. Wie aus anderen vorliegenden Studien hervorgeht, sind eine unzureichende Bildungsorientierung oder eine weniger intensive Ausbildungsplatzsuche als Erklärungsmöglichkeit auszuschließen, da solche Unterschiede zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund nicht nachweisbar sind (vgl. BEICHT/GRANATO 2009, DIEHL/FRIEDRICH/HALL 2009). Fehlende Netzwerkressourcen sowie schlechtere Sprachkenntnisse spielen nach Stand der Forschung ebenfalls nicht die entscheidende Rolle (vgl. DIEHL/FRIEDRICH/HALL 2009). All die früher gängigen Erklärungsmuster für die wesentlich geringeren Zugangschancen von Jugendlichen ausländischer Herkunft in die Berufsausbildung wurden somit entweder inzwischen widerlegt oder stellen als alleinige Ursachen keine hinreichende Erklärung dar. Ein entscheidender Einfluss geht möglicherweise von den Selektionsprozessen der Betriebe bei der Vergabe der Ausbildungsplätze aus. Die Entscheidungslogiken bei der Auswahl der geeigneten Bewerber/-innen können laut einer Schweizer Studie die Zugangschancen junger Menschen mit Migrationshintergrund in eine betriebliche Ausbildung erheblich negativ beeinflussen (vgl. IMDORF 2010).

Zusammenfassung und Fazit

Bei den Übergangsprozessen von der Schule in die Berufsausbildung sind deutliche Unterschiede nach der sozialen Herkunft der Jugendlichen festzustellen. Bei Verlassen der allgemeinbildenden Schule weichen die erworbenen formalen Qualifikationen, also die Ausgangsbedingungen beim Übergang in Berufsausbildung, je nach familiärem Hintergrund beträchtlich voneinander ab. So haben Jugendliche überproportional oft die (Fach-) Hochschulreife erreicht, wenn ihre Eltern über eine hohe Bildung verfügen und der Vater einen hohen beruflichen Status besitzt. Umgekehrt haben Kinder aus bildungsferneren, sozial schwächeren Familien besonders häufig nicht mehr als einen Hauptschulabschluss erlangt. Es kann angenommen werden, dass diese Unterschiede durch das Zusammenspiel primärer Herkunftseffekte (Einflüsse des Elternhauses auf die Kompetenzentwicklung) und sekundärer Herkunftseffekte (Einflüsse auf die Bildungsentscheidungen) hervorgerufen werden. An der Schwelle zur Berufsausbildung kommen nun weitere Effekte der schulischen Qualifikation und der sozialen Herkunft hinzu.

Zunächst einmal unterscheiden sich die beruflichen Bildungspläne bei Beendigung der Schule sehr stark in Abhängigkeit von der erreichten schulischen Qualifikation: So beabsichtigen Schulabsolventinnen und -absolventen mit Studienberechtigung und guten Noten weit überwiegend ein Hochschulstudium, während nicht studienberechtigte Jugendliche größtenteils eine betriebliche Berufsausbildung anstreben, insbesondere bei schlechteren Schulnoten. Dies liegt selbstverständlich vor allem an den unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen zu den verschiedenen Ausbildungswegen. Die beruflichen Bildungsentscheidungen hängen aber zusätzlich auch von der sozialen Herkunft ab: Kommen Jugendliche aus besser gebildeten, statushöheren Elternhäusern, so neigen sie selbst bei gleichen schulischen Voraussetzungen seltener zu einer betrieblichen Ausbildung als Jugendliche aus weniger günstigen sozialen Verhältnissen, und zwar auch dann, wenn sie nicht über eine Studienberechtigung verfügen. Die Ergebnisse deuten damit darauf hin, dass bei der Entscheidung über den beruflichen Bildungsweg sekundäre Herkunftseffekte (unterschiedliche Nutzeneinschätzung der Bildungswege) wirksam sind, die nochmals verstärken, dass sich das duale System der Berufsausbildung insbesondere aus mittleren und unteren Sozialschichten rekrutiert.

Trotz intensiver Such- und Bewerbungsaktivitäten gelingt es den ausbildungsuchenden Jugendlichen oft nicht, rasch in eine betriebliche oder überhaupt in eine vollqualifizierende Berufsausbildung einzumünden. Selbst drei Jahre nach Beendigung der allgemeinbildenden Schule ist einem Teil von ihnen die Aufnahme einer Berufsausbildung noch nicht gelungen. Der Übergangserfolg (Dauer und Wahrscheinlichkeit der Einmündung in Ausbildung) hängt dabei deutlich von der schulischen Qualifikation der Jugendlichen ab. Die Aussichten sind eher schlecht, wenn maximal ein Hauptschulabschluss und schlechte Schulnoten vorliegen, und besonders günstig bei einem mittleren Schulabschluss und guten Noten. Aber auch von der sozialen Herkunft geht ein Einfluss auf den Übergangserfolg aus: Verfügen Vater und Mutter über einen Berufsabschluss, so sind die Chancen für die Jugendlichen unabhängig von ihren schulischen Voraussetzungen besonders hoch. In diesen Familien kann durch die eigene Ausbildungserfahrung beider Elternteile, also deren "Nähe" zur Berufsausbildung, offensichtlich eine wirksame Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche geleistet werden. Hierzu sind Eltern, die (teilweise) keinen Berufsabschluss besitzen, erkennbar weniger gut in der Lage.

Junge Frauen erreichen im allgemeinbildenden Schulsystem bessere Abschlüsse und haben bessere Noten als junge Männer. Sie streben bei Schulende nicht ganz so oft eine betriebliche Ausbildung an wie männliche Schulabsolventen, dagegen häufiger eine schulische Berufsausbildung. Trotz günstigerer schulischer Qualifikation sind die Aussichten weiblicher Schulabsolventen, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu erhalten, erheblich geringer. Werden alle Ausbildungsformen berücksichtigt, also auch die schulische und die außerbetriebliche Berufsausbildung, so nähern sich die Übergangschancen junger Frauen zwar an die der Männer an, bleiben aber dennoch schlechter.(29) Für junge Frauen, die im allgemeinbildenden Schulsystem so erfolgreich sind, beginnen also an der Schwelle zur Berufsausbildung vielfach die Probleme. Dies betrifft vor allem Frauen ohne Studienberechtigung, die auf die nicht akademischen Ausbildungswege angewiesen sind. Es ist bekannt, dass nach Überwinden der "zweiten Schwelle" zur Erwerbstätigkeit weitere Nachteile auf die jungen Frauen zukommen, die sich in niedrigeren Verdiensten und schlechteren Aufstiegsmöglichkeiten niederschlagen. Der Erfolg der Frauen im allgemeinbildenden Schulsystem sollte daher ihre nach wie vor bestehenden Benachteiligungen im Berufsbildungs- und Erwerbssystem nicht vergessen lassen.

Junge Migrantinnen und Migranten haben bereits in der allgemeinbildenden Schule im Vergleich zu Jugendlichen deutscher Herkunft erheblich geringere Chancen, die sich in niedrigeren Schulabschlüssen und schlechteren Schulnoten niederschlagen. Die männlichen Migranten schneiden dabei noch ungünstiger ab als die weiblichen. Nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule streben Jugendliche mit Migrationshintergrund - ebenso wie diejenigen ohne Migrationshintergrund - sehr stark in die duale Berufsausbildung. Ihre Aussichten auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz sind verglichen mit Jugendlichen deutscher Herkunft jedoch wesentlich schlechter. Durch die schulischen und außerbetrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten verbessern sich die Zugangschancen der Migrantinnen und Migranten zu Berufsausbildung zwar etwas, vor allem für die jungen Frauen. Dennoch bleiben die Unterschiede zu den weiblichen bzw. männlichen Jugendlichen deutscher Herkunft beträchtlich. Der Übergang in die Berufsausbildung wird für die jungen Migrantinnen und Migranten zwar durch die schlechteren schulischen Voraussetzungen eindeutig erschwert, diese sind aber keineswegs der alleinige Grund für ihre mangelnden Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Auch die weniger günstigen sozialen Verhältnisse, d.h. die geringere Schul- und Berufsbildung der Eltern und der niedrigere Berufsstatus des Vaters bieten hierfür keine hinreichende Erklärung. Welche Faktoren es sind, die zu dem erheblich geringeren Übergangserfolg in Berufsausbildung bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund führen, konnte bislang noch nicht geklärt werden.

Fazit: Für Jugendliche, die aus sozial schwächeren Familien oder aus Familien mit einer Migrationsgeschichte stammen, kumulieren sich die Benachteiligungen im Laufe ihres Bildungsweges. Schlechtere Voraussetzungen bestehen oft bereits vor Eintritt in die allgemeinbildende Schule; Probleme und ungünstige Weichenstellungen folgen während der allgemeinbildenden Schulzeit. An der Schwelle zur Berufsausbildung sind die Ausgangsbedingungen dieser Jugendlichen vielfach sehr ungünstig. Die duale Ausbildung stellt für sie oft die einzige Möglichkeit einer beruflichen Vollqualifizierung dar, da hierfür keine formalen Zugangsbeschränkungen existieren. Die Jugendlichen müssen sich jedoch auf einem Ausbildungsmarkt behaupten, auf dem die Betriebe nach Leistungsgesichtspunkten über die Vergabe der Ausbildungsplätze entscheiden und leistungsschwächeren Jugendlichen, insbesondere bei einem Migrationshintergrund, eher selten eine Chance geben. So haben junge Erwachsene mit Migrationshintergrund in der Altersgruppe der 20- bis 30-Jährigen mit 31% derzeit mehr als doppelt so oft wie die Vergleichsgruppe ohne Migrationshintergrund (13%) keine abgeschlossene Berufsausbildung (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2010). Angesichts des künftig drohenden massiven Nachwuchsmangels an Fachkräften werden die Betriebe überdenken müssen, ob sie ihre Auswahlkriterien bei der Besetzung ihrer Lehrstellen unverändert beibehalten. Die Wirtschaft wird aufgrund der demografischen Entwicklung künftig auf das gesamte vorhandene Arbeitskräftepotenzial angewiesen sein. Daher sollte es im besonderen Interesse der Betriebe liegen, möglichst allen jungen Menschen, auch den weniger leistungsstarken, eine fundierte berufliche Qualifizierung zu ermöglichen. Die Herkunft sowie das Geschlecht der Jugendlichen sollten dabei keine Rolle spielen.

  • 1 Im vorliegenden Beitrag werden die Bezeichnungen "mit Migrationshintergrund" und "ausländischer Herkunft" synomym verwendet, ebenso die Bezeichnungen "ohne Migrationshintergrund" und "deutscher Herkunft".
  • 2 Dies geht auf den Ansatz von Raymond Boudon (Education, Opportunity, and Social Inequality) aus dem Jahr 1974 zurück.
  • 3 Nachgewiesen sind z.B. deutliche Einflüsse der sozialen Herkunft auf die Entscheidung studienberechtigter Jugendlicher für ein Hochschulstudium vgl. Becker/Hecken 2007, Maaz 2006
  • 4 Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang darauf, dass die Schulen und Lehrkräfte ebenfalls erheblich zur Reproduktion sozialer Bildungsungleichheiten beitragen (vgl. Ditton 2007).
  • 5 Mit den verwendeten Daten ist es allerdings nicht möglich, die den Entscheidungsprozessen zugrunde gelegten unterschiedlichen Kosten-Nutzen-Kalküle zu analysieren, sondern es können lediglich die hieraus resultierenden, nach sozialer Herkunft differierenden Bildungsentscheidungen aufgezeigt werden.
  • 6 Auch hierfür gilt, dass nicht die förderlichen Bedingungen von Elternhäusern als solche untersucht werden können, sondern wiederum nur die Effekte, die hiervon ausgehen.
  • 7 Es handelt sich um den beruflichen Status des Vaters zu dem Zeitpunkt, als der Jugendliche 15 Jahre alt war. Lebte der Jugendliche zu diesem Zeitpunkt nicht mit seinem Vater oder Stiefvater in einem Haushalt, wurde in der BIBB-Übergangsstudie der Berufsstatus der Mutter erfasst.
  • 8 Zugrunde gelegt ist hier immer der Schulabschluss bei erstem Verlassen des allgemeinbildenden Schulsystems mit der Absicht, einen beruflichen Bildungsweg einzuschlagen oder z.B. einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
  • 9 Der in Übersicht 2 ausgewiesene Anteil der Jugendlichen mit Studienberechtigung fällt im Vergleich zur Schulabgängerstatistik relativ niedrig aus, da vor allem jüngere Befragungspersonen, die ein Gymnasium besuchten, zum Erhebungszeitpunkt die allgemeinbildende Schule teilweise noch nicht beendet hatten und daher in den Angaben nicht mit berücksichtigt sind.
  • 10 Ähnliche Unterschiede wie in Übersicht 2 werden auch im Deutschen Bildungsbericht 2010 ausgewiesen, wobei dort allerdings auch die später in beruflichen Schulen noch erworbenen Schulabschlüsse berücksichtigt sind (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2010, S. 270, Tabelle D7-4A).
  • 11 Rund ein Drittel der Jugendlichen, die eine betriebliche Ausbildungsstelle suchen, erwägt gleichzeitig auch eine schulische Ausbildung (einschließlich Ausbildung in einer Beamtenlaufbahn). Dies trifft bei allen Schulabschlussniveaus zu, wobei allerdings junge Frauen häufiger (45%) parallel eine schulische Ausbildung in Betracht ziehen als junge Männer (24%).
  • 12 Sie absolvieren häufig ein Praktikum, leisten einen Freiwilligendienst oder sind erwerbstätig, bevor sie ein Studium aufnehmen (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2010).
  • 13 Wie sich im vorangehenden Abschnitt zeigte, korrelieren die drei Variablen zur sozialen Herkunft der Jugendlichen relativ stark untereinander. Damit könnte bei den vorgenommenen Regressionsschätzungen das Problem einer Multikollinearität gegeben sein (unzuverlässigere Schätzwerte aufgrund einer starken Korrelation der Variablen). Da jedoch die soziale Herkunft im Mittelpunkt der durchgeführten Analysen stand und alle drei Merkmale hierfür sehr bedeutsam sind, stellte ein Verzicht auf eine oder sogar zwei dieser Variablen keine befriedigende Lösung dar. Es erfolgten verschiedenste Alternativrechnungen mit unterschiedlichen Variablenkombinationen, die darauf hindeuteten, dass die Wirkung der Multikollinearität hier nicht unvertretbar groß ist (vgl. hierzu auch Backhaus 2003, S. 91).
  • 14 Ostdeutsche Schulabsolventinnen und -absolventen streben noch stärker als westdeutsche eine betriebliche Ausbildung an (vgl. Beicht/Friedrich/Ulrich 2008). Dies bestätigt sich auch in den hier durchgeführten Regressionsschätzungen.
  • 15 Dieser Effekt ist bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund - wahrscheinlich wegen der geringeren Fallzahlen - allerdings nicht signifikant.
  • 16 Obwohl sich vor allem in Ostdeutschland die Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt inzwischen entspannt hat (vgl. Ulrich u.a. 2010), deutet z.B. die hohe Zahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Bewerber/-innen, die im Jahr 2009 keine Ausbildungsstelle erhalten haben, sondern in Alternativen verblieben sind, auf nach wie vor bestehende relativ große Engpässe hin (vgl. Beicht/Eberhard/Schöngen 2010).
  • 17 Ergänzend erfolgten wiederum logistische Regressionen, bei denen als mögliche Einflussgrößen die gleichen Merkmale der Jugendlichen wie in den Analysen zuvor (vgl. vorangehenden Abschnitt) berücksichtigt wurden. Relevante Ergebnisse sind in den folgenden Text mit eingeflossen. Betrachtet werden hier ausschließlich die Suchaktivitäten bei Beendigung der allgemeinbildenden Schule, eventuelle weitere Aktivitäten zu späteren Zeitpunkten sind nicht berücksichtigt.
  • 18 d.h. den Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) bzw. den zugelassenen kommunalen Trägern (zkT).
  • 19 Hierbei ist zu beachten, dass die Mobilitätsbereitschaft in Ostdeutschland vor allem aufgrund der erheblich größeren Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsmarkt im betrachteten Zeitraum wesentlich stärker war als in Westdeutschland. Da Jugendliche mit Migrationshintergrund größtenteils im Westen leben, sollte sich ein Vergleich mit Jugendlichen ohne Migrationshintergrund eher nur hierauf beziehen: Im Westen bewarben sich 20,9% der Migrantinnen und 19,2% der Frauen deutscher Herkunft überregional, sowie 15,8% der Migranten und 10,9% der Männer deutscher Herkunft.
  • 20 In Ostdeutschland waren die Bemühungen der Schulabgängerinnen und -abgänger um einen betrieblichen Ausbildungsplatz besonders groß, was wiederum mit der sehr schwierigen Lage auf dem dortigen Ausbildungsmarkt im Untersuchungszeitraum zusammengehangen haben dürfte.
  • 21 Bei diesem Verfahren können auch Befragungspersonen in die Berechnungen eingehen, die zum Befragungszeitpunkt noch nicht den gesamten Beobachtungszeitraum von 36 Monaten nach Schulende durchlaufen haben (zensierte Fälle), vgl. auch Beicht/ Friedrich/Ulrich 2008.
  • 22 Außerbetriebliche Ausbildungsplätze werden öffentlich finanziert. Sie werden zum einen für "marktbenachteiligte" Jugendliche bereitgestellt, die allein aufgrund von Engpässen auf dem Ausbildungsmarkt keinen Ausbildungsplatz erhalten haben, zum anderen für Jugendliche, die einer besonderen pädagogischen Betreuung bedürfen und deshalb außerhalb realer Arbeitsabläufe ausgebildet werden müssen. Die außerbetriebliche Ausbildung hatte im Untersuchungszeitraum vor allem in Ostdeutschland große Bedeutung.
  • 23 Die Einmündung in eine andere Ausbildungsform einschließlich Studium wird hierbei als sogenanntes "konkurrierendes Ereignis" gewertet, d.h., die betreffenden Jugendlichen gehen ab diesem Zeitpunkt nicht weiter in die Wahrscheinlichkeitsberechnungen ein.
  • 24 Die Anwendung der unterschiedlichen Suchstrategien (vgl. vorigen Abschnitt) wurde im Modell nicht berücksichtigt. Der Grund hierfür ist, dass bei schwieriger Ausbildungsplatzsuche die Anstrengungen der Jugendlichen meist immer mehr zunehmen. Somit gibt es in der Regel eine negative Korrelation zwischen Intensität der Bemühungen und Übergangserfolg.
  • 25 Diese Merkmale wurden hier lediglich als Kontrollvariablen aufgenommen (vgl. auch Fußnote 27).
  • 26 Sollte der Wehr- und Zivildienst tatsächlich in Zukunft ausgesetzt werden, wie es derzeit in Planung ist, dürfte sich dieser Effekt deutlich abschwächen.
  • 27 Von den übrigen, als Kontrollvariablen einbezogenen Merkmalen gehen folgende Einflüsse aus: Eine gute soziale Einbindung der Jugendlichen, hier ausgedrückt durch ihre aktive Mitarbeit bei Feuerwehr u.a., hat insgesamt einen förderlichen Einfluss auf die Übergangschancen in Berufs­ausbildung (vgl. Modelle 1 und 4). Die ausbildungsmarktrelevanten Merkmale haben vor allem Auswirkungen auf die Übergangsprozesse in betriebliche Ausbildung: Ist die Ausbildungsmarktlage besonders ungünstig - dies traf im Untersuchungs­zeitraum ab 2002 zu, ebenso wie für die ostdeutschen Länder sowie für großstädtische Regionen - so verschlechtern sich die Übergangschancen (vgl. v.a. Modell 1).
  • 28 Dies gilt allerdings nur bei einer auf die betriebliche, außerbetriebliche und schulische Berufsausbildung begrenzten Betrachtung. Wird auch das Studium als Ausbildungsmöglichkeit mit eingeschlossen und die Analyse auf alle Jugendlichen erweitert, so sind die Übergangschancen junger Frauen insgesamt gesehen nicht schlechter als die junger Männer (vgl. Beicht/Granato 2010).
  • 29 Erst wenn auch das Studium als vollqualifizierende Ausbildungsmöglichkeit mit eingeschlossen und die Analyse entsprechend auf alle Jugendlichen erweitert wird, lassen sich für Frauen beim Übergang in Ausbildung keine schlechteren Chancen mehr nachweisen (vgl. Beicht/Granato 2010). Für junge Frauen ohne Studienberechtigung, die auf die nicht akademischen Ausbildungswege angewiesen sind, ist der Übergang in eine berufliche Vollqualifizierung jedoch deutlich schwieriger als für vergleichbare junge Männer (vgl. ebenda).

Weiterführende Literatur

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    Im Zeichen von Wirtschaftskrise und demografischem Einbruch. Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes im Jahr 2009.
    Bonn

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4. Jahrgang, Heft 15, November 2010
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