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Welches Wissen ist was wert?

Soziale Inwertsetzung von Wissensformen, Wissensarbeit und Arbeitserfahrung in der Berufsbildung

Online-Dokumentation der Fachtagung

17. und 18. Oktober 2013 im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn

Das Bundesinstitut für Berufsbildung und die Sektion Bildung und Erziehung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie richteten gemeinsam eine Tagung zu diesem Thema aus.

Anlass waren kontroverse Diskussionen rund um die Konsequenzen, die sich aus dem Wandel von einer industriell-gewerblichen Ökonomie zu einer Wissensgesellschaft für die Berufsbildung und ihr Verhältnis zur akademischen Bildung ergeben. Die Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten des Berufsbildungssystems werden davon abhängig gemacht, inwieweit es in der Lage ist, die von einer Wissensgesellschaft nachgefragten Kompetenzen zu vermitteln.

Aber welches Wissen und welche Kompetenzen werden für die Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft gebraucht und sollen in Bildungsinstitutionen, in der Erwerbsarbeit und im weiteren Lebenszusammenhang hervorgebracht werden? In welcher Weise prägen unterschiedliche Wissenstypen die institutionellen Strukturen in schulischen bzw. hochschulischen und beruflich-betrieblichen Bildungsbereichen? Was sind die Folgen für eine Flexibilisierung von Bildungswegen und für die Durchlässigkeit der Bildungsgänge? Welche Wertsetzungen verbinden sich mit den Konzepten von Theorie- und Praxiswissen in akademischen und beruflichen Bildungsbereichen? Welches Wissen und welche Kompetenzen entwickeln Subjekte, um sich angesichts der Veränderungen im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt neu zu behaupten? Dies sind nur einige der Fragen, die Anlass für eine vertiefte Auseinandersetzung anhand konkreter Forschungsarbeiten bieten.

Die Tagung führte Bildungsforscher/-innen verschiedener Disziplinen zusammen; neben soziologischen waren auch berufspädagogische, erziehungswissenschaftliche und psychologische Perspektiven vertreten. Die über ein Peer-Review-Verfahren (siehe Call for papers) ausgewählten Vorträge bezogen sich auf Arbeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Keynotes von Fritz Böhle, Reinhold Nickolaus und Uwe H. Bittlingmayer begleiteten das Programm.


Informationen zum referierten Sammelband:

Ergebnisse der Fachtagung wurden im Juni 2015 in Form eines referierten Sammelbandes veröffentlicht.

Begrüßung und Einführung in die Tagung
Prof. Dr. Reinhold Weiß, Bundesinstitut für Berufsbildung
Prof Dr. Justin Powell, Sektion Bildung und Erziehung DGS

Einführungsreferat
Dr. Agnes Dietzen, Bundesinstitut für Berufsbildung
Einführung zur Tagung

Keynote:
Prof. Dr. Fritz Böhle, Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung München (ISF)
Erfahrungswissen - jenseits von Routine und Erfahrungsschatz

Moderation:
Dr. Agnes Dietzen, Bundesinstitut für Berufsbildung

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Forum 1:
Wissen und Wissenserwerb im Kontext der Berufsbildung

Prof. Dr. Martin Fischer, Karlsruher Institut für Technologie (IBP)
Zur Bedeutung und zum Verhältnis von Wissen und Erfahrung im Kontext beruflicher Arbeit und Ausbildung

Prof. Dr. Bernd Zinn, Universität Stuttgart
Wissen und Wissenserwerb aus der Perspektive von Auszubildenden

Moderation:
Prof. Dr. Justin Powell, Universität Luxemburg

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Forum 2:
Berufe und lebenslanges Lernen

Michael Tiemann, Bundesinstitut für Berufsbildung
Inwertsetzung von Wissensarbeit. Wissensintensität von Berufen und ihre Auswirkungen auf die Ausübenden

Prof. Dr. Ines Langemeyer, Universität Tübingen; Andreas Martin, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE)
Erwachsenenbildung: Wissensintensive Arbeit und vermarktlichte Beschäftigungsverhältnisse

Johannes Wahl, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Die Realisierung des lebenslangen Lernens als Kernaufgabe von Berufsschulen?: Die Bedeutung für das pädagogische Handeln von Berufsschullehrerinnen und -lehrern

Moderation:
Dr. Uwe Lehmpfuhl, Bundesinstitut für Berufsbildung

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Forum 3:
Theoretische Reflexionen zu Wissen, Handeln und Kompetenzen

Prof. Dr. Manfred Eckert, Universität Erfurt
Über den Zusammenhang von Wissen, Handeln und Kompetenz - theoretische Reflexionen in kritischer und konstruktiver Absicht

Prof. Dr. Bernd Dewe, Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg
Aspekte des Transformationsprozesses zwischen theoretisch-systematischem Wissen und praktischem Handlungswissen und ihre Konsequenzen für moderne Wissensarbeit und berufspädagogische Bildungspraxis

Gabriela Höhns, Bundesinstitut für Berufsbildung
Rekontextualisierung und pädagogischer Diskurs - zwei Konzepte aus dem Theoriegebäude Basil Bernsteins und ihre Manifestationen in der betrieblichen Bildung im deutschen Dualen System

Moderation:
Prof. Dr. Helmut Bremer, Universität Duisburg-Essen

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Forum 4:
Verzahnung von Wissensformen in der Berufs- und Hochschulbildung

Lukas Graf, Universität Luxemburg
Verknüpfung von Erfahrungswissen und theoretisch-systematischem Wissen durch Hybridisierung an der Schnittstelle von Berufs- und Hochschulbildung in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Prof. Dr. Rita Meyer, Maren Kreutz, Leibnitz Universität Hannover
Die Verzahnung beruflichen und wissenschaftlichen Wissens - Perspektiven für Forschung und Praxis am Beispiel des Dritten Bildungswegs

Moderation:
Prof. Dr. Regula Leemann, Pädagogische Hochschule FHNW Basel

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Abendvortrag mit Diskussion

Keynote:
Prof. Dr. Reinhold Nickolaus, Universität Stuttgart
Wissen, Kompetenzen, Handeln

Moderation:
Dr. Agnes Dietzen, Bundesinstitut für Berufsbildung

Keynote:
Prof. Dr. Uwe Bittlingmayer, Pädagogische Hochschule Freiburg
Welches Wissen ist was wert - Anmerkungen zur Verstrickung der Wissenschaft in der Wissensgesellschaft

Moderation:
Dr. Agnes Dietzen, Bundesinstitut für Berufsbildung

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Forum 5:
Prinzipien und Wissensformen beruflicher Bildungskonzepte

Prof. Dr. Regula Julia Leemann, Lorraine Birr, Pädagogische Hochschule FHNW Basel
Inwertsetzung unterschiedlicher Formen von Erfahrungswissen in der betrieblichen Ausbildung von Ausbildungsverbünden

Lisa-Marian Schmidt, Jule-Marie Lorenzen, Alice Salomon Hochschule Berlin
Wissen über Arbeit oder Wissen für den Übergang? Welches "Übergangswissen" wird in der Berufsbildung vermittelt?

Prof. Dr. Udo Hagedorn, Leibniz Universität Hannover
Leistung oder Erfolg? Bildungssoziologische Grundmuster und ihre Herausforderungen für die ausbildungspraktische Anwendung

Moderation:
Anke Bahl, Bundesinstitut für Berufsbildung

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Forum 6:
Erfassung und Anerkennung von Kompetenzen

Tanja Tschöpe, Bundesinstitut für Berufsbildung
Mentale Repräsentationen sozialer Interaktionen als Grundlage für die Messung von Sozialkompetenz

Dr. Wiebke Petersen, Universität Flensburg
Soziale und rechtliche Inwertsetzung von NIL in unterschiedlichen Erwerbstätigkeitssystemen in Europa

Miriam Mpangara, Katrin Gutschow, Barbara Lorig, Bundesinstitut für Berufsbildung
Verknüpfung von Erfahrungswissen und theoretischem Wissen in Prüfungen des Dualen Systems

Moderation: Dr. Gesa Münchhausen, Bundesinstitut für Berufsbildung

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Forum 7:
Durchlässigkeit in Bildungssystemen

Nadine Bernhard, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit in Frankreich und Deutschland - Das Verhältnis von Berufsbildung und höherer Allgemeinbildung im Wandel

Prof. Dr. Gabriele Molzberger, Universität Wuppertal
Wissenschaftliche Weiterbildung - Anerkennung, Formate, Nutzen

Moderation: Dr. Isabelle Le Mouillour, Bundesinstitut für Berufsbildung

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Forum 8:
Selbstverständnis und Habitus

Dr. Daniela Ahrens, Universität Bremen
Bildungstypen und Habitus

Eike Wolf, Leibnitz Universität Hannover
Das Dilemma der fehlenden Bildung - Das "Bildungsselbst" gering Qualifizierter. Ein mikrosoziologischer Zugriff auf das Problem der Selbstpositionierung Bildungsarmer imAus-)Bildungssystem

Cornelia Schendzielorz, Centre Marc Bloch, Berlin
Die performative Kraft des Wissens - was macht welches Wissen mit uns?

Moderation:
Anke Bahl, Bundesinstitut für Berufsbildung

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Abschluss der Tagung; Zusammenfassender Kommentar

Dr. Lorenz Lassnigg, Institut für Höhere Studien (IHS), Wien
Abschließende Reflexion

Moderation: Dr. Agnes Dietzen, Bundesinstitut für Berufsbildung