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Gendersensible Berufsorientierung

Berufsorientierung soll Mädchen und Jungen gleichermaßen ein breites Spektrum beruflicher Tätigkeiten nahebringen. Nur so können sie all ihre Talente erfahren und weiterentwickeln. Die Begrenzungen von „Männer-“ bzw. „Frauen“-Berufen müssen bei der Berufsorientierung bewusst aufgehoben werden. Interessen junger Frauen im MINT-Bereich und Interessen junger Männer im Sozialen und im Dienstleistungsbereich soll mehr Aufmerksamkeit zuteil werden.

Junge Frauen arbeiten mit Metallwerkzeugen

Vieles spricht dafür, Berufsorientierung gendergerecht und gendersensibel zu gestalten:
Die Beteiligung junger Frauen und junger Männer an der Berufsausbildung ist bei zahlreichen Berufen unterschiedlich stark. Der Datenreport zum Berufsbildungsbericht zeigt immer wieder, dass es sogar etliche Berufe gibt, die nahezu ausschließlich von Frauen bzw. Männern erlernt werden. Man spricht hier von einer geschlechtsbezogenen Segregation, also einer Trennung von männer- und frauendominierten Bereichen. Dafür gibt es unterschiedliche Erklärungen. Obwohl häufig angenommen, kann doch die Annahme, das Frauen und Männer jeweils quasi von Natur aus verschiedene berufliche Begabungen und Interessen hätten, wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Dass jedoch Sozialisations- und Bildungsprozesse geschlechtsbezogen ausgeprägt sind, ist hingegen belegt1. Das gilt auch für die Berufsorientierung. So werden etwa bei der Darstellung von Berufen und Tätigkeiten immer noch häufig Geschlechterklischees transportiert und so Berufe als ‚männlich‘ oder ‚weiblich‘ gekennzeichnet2,3. Damit kommen überholte Vorstellungen der Potenziale von Frauen und Männern weiterhin zum Tragen und engen die Berufschancen junger Menschen ein.
Dabei soll Berufsorientierung heute gerade das vermeiden. Vielmehr soll Berufsorientierung dazu beitragen, dass Mädchen und Jungen alle ihre Talente und Interessen entwickeln, erkennen und nutzen können. Dazu gehört, dass sie auch praktische Erfahrungen mit sich selbst und mit beruflichen Tätigkeiten erwerben können. Um gendergerechte Berufsorientierung umzusetzen ist in Projekten und Programmen ein breites Spektrum an Konzepten, Methoden und Werkzeugen für die Praxis entwickelt worden. Auch im Berufsorientierungsprogramm (BOP) des BMBF ist Gender ein Thema – etwa bei Workshops mit den dort aktiven Pädagoginnen und Pädagogen. Im Jahr 2013 wurde ein Wettbewerb zum Thema Gender ausgeschrieben, an dem sie sich die Bildungsträger im BOP beteiligten4.

  • 1 Abitur und was dann? Berufsorientierung und Lebensplanung junger Frauen und Männer und der Einfluss von Schule und Eltern. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009.
  • 2 Berufsbezeichnungen und ihr Einfluss auf die Berufswahl von Jugendlichen. BIBB 2006
  • 3 Berufsorientierung junger Frauen im Wandel. BIBB 2011
  • 4

    Dokumentation der 3. Jahrestagung des Berufsorientierungsprogramms (BOP) unter dem Motto „Vorteil Vielfalt“

Berufsorientierung junger Frauen im Wandel : Abschlussbericht zum Forschungsprojekt 3.4.302 (Laufzeit II/2009 - III/2011)

Puhlmann, Angelika; Gutschow, Katrin; Rieck, Andrea u.a. | 2011

Berufsbezeichnungen und ihr Einfluss auf die beruflichen Neigungen von Jugendlichen

Eberhard, Verena; Krewerth, Andreas; Ulrich, Joachim Gerd | 2010

Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik. - 106 (2010), H. 24S : Berufsforschung für eine moderne Berufsbildung - Stand und Perspektiven / Dieter Euler [Hrsg.] ; Ulrich Walwei [Hrsg.] ; Reinhold Weiß [Hrsg.]. - Stuttgart, S. 127-156. - ISBN: 978-3-515-09707-9