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Anerkennung auch im Ausland bekannt machen

Frau mit Aktenmappe auf Rasen vor Universitätsgebäude

Um in Deutschland im erlernten Beruf zu arbeiten, brauchen ausländische Fachkräfte je nach Beruf oder Herkunftsland die Anerkennung ihres Abschlusses. Im Auftrag der Bundesregierung informiert das BIBB Zuwanderer vor ihrer Einreise über das Anerkennungsverfahren.

Mit ihrem rumänischen Diplom in Finanz- und Bankwesen hat Christine Schuller (31) sieben Jahre in einem großen Büro in Sibiu gearbeitet. Seit 2012 lebt sie in Deutschland. Zunächst schlug sie sich als Reinigungskraft und mit diversen Assistenzjobs durch. Erst als sie von der Möglichkeit der Anerkennung ihres rumänischen Abschlusses erfuhr, startete sie beruflich richtig durch. Heute arbeitet sie als Bürokauffrau bei einer großen Firma in Ingolstadt. "Ich bin sehr froh, dass ich hier wieder in meinem erlernten Beruf arbeiten kann", sagt Schuller.

Hätte Schuller bereits vor ihrer Einreise nach Deutschland von der Möglichkeit der Anerkennung gewusst, wäre ihr die Übergangsphase mit Gelegenheitsjobs und Arbeitslosigkeit vielleicht erspart geblieben. Um hier frühzeitig zu unterstützen, hat das Portal "Anerkennung in Deutschland" seine Öffentlichkeitsarbeit für zuwanderungsinteressierte Personen im Ausland ausgeweitet.

Im Fokus der Aktivitäten stehen Multiplikatoren in Italien, Polen, Rumänien, Spanien und der Türkei, die Kontakt zu zuwanderungsinteressierten Personen haben - zum Beispiel Auslandshandelskammern, Botschaften, Personalvermittler oder Sprachschulen. Diese werden vom Portal "Anerkennung in Deutschland" geschult und unter anderem mit landesspezifischen Landingpages und Flyern in ihrer Beratungs- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.

Die Informationen sind so aufbereitet, dass die Multiplikatoren sie direkt an Ratsuchende weitergeben können. In diesem Zusammenhang wird auch die Haupt-Website zusätzlich zur deutschen und englischen Version auf Italienisch, Polnisch, Rumänisch, Spanisch und Türkisch ausgebaut.

So können die Nutzerinnen und Nutzer sich in ihrer Muttersprache darüber informieren, ob zum Beispiel die Anerkennung ihres Abschlusses zum Arbeiten in Deutschland verpflichtend ist und welche Unterlagen sie für die Antragstellung brauchen. Einen Antrag auf Anerkennung des Berufsabschlusses können sie auch vom Ausland aus stellen.

Der praktische "Anerkennungs-Finder" leitet Ratsuchende mit wenigen Klicks zu der für die Antragstellung zuständigen Behörde oder Kammer. Denn in Deutschland gibt es keine bundesweite Stelle, die für die Bearbeitung der Anträge zuständig ist.

Seit dem 1. April 2012 ist das Anerkennungsgesetz des Bundes in Kraft. Es vereinheitlicht und erweitert die Verfahren zur Bewertung ausländischer Berufsqualifikationen auf Bundesebene. Das Gesetz umfasst die dualen Ausbildungsberufe, Meisterberufe, sonstige Fortbildungsabschlüsse und weitere in Fachgesetzen geregelte Berufe, zum Beispiel Ärzte oder Rechtsanwälte. Auch auf Landesebene regeln entsprechende Ländergesetze die Anerkennung von Berufen in Landeszuständigkeit, wie zum Beispiel bei Erzieherinnen, Sozialpädagogen oder Ingenieurinnen.

Eine der zentralen gesetzesbegleitenden Maßnahmen ist das Portal "Anerkennung in Deutschland". Die Website wird im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vom BIBB herausgegeben. Finanziert wird sie im Rahmen des Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung (IQ)".