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Berufsbildung - Generalschlüssel für die Zukunft

UNEVOC Global Forum „Skills for Work and Life – Post 2015"

Teilnehmende am UNEVOC Global Forum zum Thema „School-to-work transitions – perspectives from the formal and informal sectors“

Die Beschäftigungsfähigkeit Jugendlicher und nachhaltige Entwicklung standen vom 14. bis 16. Oktober 2014 beim UNEVOC Global Forum „Skills for Work and Life – Post 2015“ in Bonn im Mittelpunkt.

An der von UNEVOC, GIZ und BIBB organisierten Konferenz nahmen mehr als 200 Delegierte aus über 70 Ländern teil. Das Forum zeigte, wie wichtig berufliche Bildung angesichts globaler Herausforderungen ist.

Übergang Schule-Beruf: Frühzeitig informieren unabdingbar

Wie kann der Übergang vom Bildungssystem in den formellen Arbeitsmarkt erleichtert werden? Wo gibt es Verbesserungspotenzial? Und inwiefern ist der große Anteil von Beschäftigung im informellen Sektor in vielen Entwicklungsländern ein Indiz für das Scheitern von Übergangsprozessen? Diese Fragen diskutierte BIBB-Abteilungsleiterin Birgit Thomann in der Panel-Diskussion „School-to-work transitions – perspectives from the formal and informal sectors“ mit Diego Rei (International Labour Organization – ILO), Christian Bryzinsky-Fay vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB), John Simiyu von der University of Eldoret (Kenia) und Marie-Josee Fortin von International Partnerships, Colleges and Institutes aus Kanada.

In der Diskussion wurden die Anerkennung informellen Lernens sowie die geteilte Verantwortung von öffentlichem und privatem Sektor als wichtigste Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren für einen gelungenen Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt herausgestellt. Ein weiterer wichtiger Faktor sei der rechtzeitige Start in die berufliche Orientierung, damit diese nicht erst dann beginnt, wenn der Zeitpunkt des Übergangs in die Beschäftigung schon da ist: „Aufgrund der zahlreichen Herausforderungen beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt ist eine frühzeitige Berufsinformation und Berufsorientierung unabdingbar“, so Birgit Thomann vom BIBB.

„Aufgrund der zahlreichen Herausforderungen beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt ist eine frühzeitige Berufsinformation und Berufsorientierung unabdingbar.“ (Birgit Thomann, BIBB)

Unterstützung bei der Berufswahl: Das Berufsorientierungsprogramm des BIBB

Auditorium beim UNEVOC Global Forum
Auditorium beim UNEVOC Global Forum
(Bild: UNESCO-UNEVOC)

Das seit 2008 laufende und vom BIBB begleitete Berufsorientierungsprogramm (BOP) soll Schülerinnen und Schülern dabei helfen, berufliche Perspektiven zu entwickeln und so Schulmüdigkeit und Ausbildungsabbrüchen präventiv entgegenwirken. Angelika Puhlmann vom BIBB demonstrierte anhand vielversprechender Praxisbeispiele wie die Einstiegschancen für Jugendliche ins Erwerbsleben verbessert und diese so unter verschiedenen regionalen und nationalen Kontexten an eine berufliche Qualifizierung herangeführt werden könnten. Berufsorientierung in Deutschland sei ein wichtiger Bestandteil der Allgemeinbildung. Alle Schülerinnen und Schüler sollten Kompetenzen erwerben, um ihnen die Entscheidung für einen passenden Beruf zu erleichtern. So könne ein erfolgreicher Übergang von der Schule in die Ausbildung und später in die Erwerbstätigkeit möglich werden.

Green Technical Vocational Education and Training (TVET): Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit?

Im Workshop „Teaching, learning and training green TVET“ tauschten sich die Teilnehmenden über Möglichkeiten aus, durch nachhaltiges Wirtschaften die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu erhöhen und die Arbeitsmarktperspektiven, insbesondere von Jugendlichen, zu verbessern. Kann nachhaltiges Wirtschaften einen Beitrag zur Senkung der weltweiten Jugendarbeitslosigkeit leisten? Ja, waren sich die Experten einig. Voraussetzung hierfür seien genügend ausgebildete Fachkräfte. Ziel müsse es daher sein, das Thema nachhaltige Entwicklung in Lehre, lebenslanges Lernen und in die Ausbildung zu integrieren.

Green TVET-Expertin Dagmar Winzier (BIBB/UNEVOC) stellte die Aktivitäten von UNESCO-UNEVOC zu diesem Thema vor. In ihrem Vortrag zeigte sie, wie nachhaltiges Handeln auf der ganzen Welt in die berufliche Bildung integriert werden könnte. Anhand konkreter Beispiele, unter anderem abgeleitet aus den BIBB-Modellversuchen „Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“, erläuterte sie, wie die Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft mit neuen Beschäftigungsmöglichkeiten gelingen könnte und welche Kompetenzen dazu benötigt werden.

UNEVOC-Konferenz wichtiger Beitrag zur Vernetzung der Berufsbildung

Mit der Teilnahmen von mehr als 200 Vertretern von Bildungsorganisationen aus über 70 Ländern war die „Skills for Work and Life – Post 2015“ ein wichtiger Beitrag zur weltweiten Vernetzung von Berufsbildungsexperten.

„Die Berufsbildung ist nicht nur der Schlüssel, sondern sie ist der Generalschlüssel, um den Herausforderungen des demographischen Wandels, einer nachhaltigen Entwicklung und der Jugendbeschäftigungsfähigkeit weltweit zu begegnen.“
(Prof. Dr. Reinhold Weiß, BIBB)

Prof. Weiß, BIBB
Prof. Reinhold Weiß beim Global Forum
in Bonn (Bild: UNESCO-UNEVOC)

Der stellvertretende Präsident und Forschungsdirektor des BIBB, Prof. Dr. Reinhold Weiß, brachte das Ergebnis der Konferenz in seinem Schlusswort auf den Punkt: „Die Berufsbildung ist nicht nur der Schlüssel, sondern sie ist der Generalschlüssel, um den Herausforderungen des demographischen Wandels, einer nachhaltigen Entwicklung und der Jugendbeschäftigungsfähigkeit weltweit zu begegnen.“ Auch Shyamal Majumdar, Leiter von UNESCO-UNEVOC zeigte sich hochzufrieden mit der Veranstaltung. „Coming together is the beginning, planning together is progress and working together is success. Nun ist es an der Zeit, die Vision in konkrete Interventionen und Taten für die Entwicklung der beruflichen Bildung weltweit umzusetzen“, so Majumdar.