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Vier innovative betriebliche Modelle zur Förderung sozialer Kompetenzen in der Aus- und Weiterbildung ausgezeichnet

Verleihung des "Hermann-Schmidt-Preises 2015"

Bild: Gruppenfoto aller Preisträger
Gruppenfoto aller Preisträger

„Grüßen statt Mathe“ – so lautete unlängst eine Schlagzeile in der „Süddeutschen Zeitung“. Betriebe, so der Tenor des Artikels, achteten bei der Auswahl ihrer Bewerberinnen und Bewerber verstärkt auf Aussagen und Noten zum Arbeits- und Sozialverhalten in den Zeugnissen. Die Bedeutung der „Soft Skills“ in der beruflichen Bildung wächst.

Die Bedeutung der sogenannten „Soft Skills“ in der beruflichen Bildung nimmt zu. Begriffe wie Kommunikations-, Kooperations-, Kritik- und Teamfähigkeit fehlen in fast keiner Stellenausschreibung mehr. Über die fachliche Kompetenz hinaus ist soziale Kompetenz zu einem mitentscheidenden Faktor für den beruflichen Erfolg geworden. Gerade in Nichtroutine-Situationen wird das „zwischenmenschliche Können“ in der betrieblichen Praxis immer wichtiger. Hier zeigt sich, ob Teams wirklich funktionieren und wie sie gemeinsam auftretende Probleme lösen beziehungsweise Unvorhergesehenes regeln. „Innovative betriebliche Modelle zur Förderung sozialer Kompetenzen in der Aus- und Weiterbildung“ lautete daher das Thema des diesjährigen Wettbewerbs um den „Hermann-Schmidt-Preis“. Der Verein „Innovative Berufsbildung“ identifizierte und prämierte damit gezielt Projekte und Initiativen, die beispielhafte Modelle zu diesem Thema entwickelt und nachweislich umgesetzt haben.   

Ziel des Vereins – der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn sowie dem W. Bertelsmann Verlag (wbv) in Bielefeld getragen wird – ist es, mit dem jährlich verliehenen Preis auf innovative Ansätze in der Berufsbildungspraxis aufmerksam zu machen, diese zu fördern und als gute Beispiele zur Nachahmung zu empfehlen. Namensgeber ist der frühere Präsident des BIBB, Prof. Dr. Hermann Schmidt, der das Institut von 1977 bis 1997 leitete. Die Preisverleihung fand am 2. November 2015 anlässlich einer Fachtagung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin statt.

Aus den zum Wettbewerb eingereichten 22 Initiativen gingen als Sieger hervor:

v.l.n.r. Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, , Heiko Herzog, Norbert de Wolf, Max Naeckel, W. Arndt Bertelsmann

Hermann-Schmidt-Preisträger 2015 (3.000 Euro): „Geselle trifft Gazelle – Farben verbinden
Kulturen“ – Geselle trifft Gazelle e.V., Mainz

Junge Malergesellen und -gesellinnen sowie Auszubildende im dritten Lehrjahr reisen einmal im Jahr für zehn Tage im Rahmen eines sozialen Projekts nach Ruanda. In Zusammenarbeit mit einem Zentrum für körperlich behinderte Kinder und Jugendliche sowie einer Berufsschule renovieren sie vor Ort unter Nutzung heimischer Materialien und Farben Klassen- und Schlafräume sowie Kantinen und Krankensäle. So werden nach Auffassung der Jury Empathie und Motivation sowie soziale, interkulturelle und fachliche Kompetenzen der Teilnehmenden nachhaltig gefördert.
Der gemeinnützige Verein plant eine Ausweitung des Projekts auf andere Regionen in Deutschland sowie eine Einbindung von Teilnehmenden aus Frankreich.
Kontakt: Norbert de Wolf / Heiko Herzog, Geselle trifft Gazelle e.V., Göttelmannstraße 13b,
55130 Mainz, Tel.: 0160 97810625 (Herr de Wolf), 0170 7865970 (Herr Herzog),
E-Mail: mail@geselle-trifft-gazelle.de, Internet: www.geselle-trifft-gazelle.de

v.l.n.r. Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Leon Kiwall, Michael Kiwall, W. Arndt Bertelsmann

Sonderpreis (1.000 Euro): „AZUBI-Akademie“ – Malermeister Michael Kiwall, Herdecke
Die „AZUBI-Akademie“ legt neben der fachlich-praktischen und der schulisch-theoretischen Ausbildung ganz bewusst einen Schwerpunkt auf die Persönlichkeits(aus)bildung der Jugendlichen. Mittels einer Potenzialanalyse werden bereits vor Beginn der Ausbildung die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen gemessen, zum Beispiel Motivation, Eigenverantwortlichkeit und Kritikfähigkeit. Daraus abgeleitete individuelle Förder- und Coaching-Empfehlungen werden während der Ausbildung regelmäßig überprüft. Intensivkurse zum Thema „Kundenbindung/Kundenbegeisterung“, realitätsnahe Prüfungssimulationen durch einen „Azubi-Battle“ sowie eine spezielle Förderung der Fähigkeit zur Selbstreflexion mittels einer kontinuierlich eingesetzten Web-Applikation runden dieses innovative Projekt ab.
Kontakt: Michael Kiwall, Zur Windmühle 25, 58313 Herdecke, Tel.: 0171 5474494, E-Mail: info@kiwall.eu, Internet: www.kiwall.eu

v.l.n.r. W. Arndt Bertelsmann, Dr. Thomas Koppe, Isabell Schwalme, Holger Hiltmann, Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser

Sonderpreis (1.000 Euro): „Erlebnis Ausbildung bei Merck“ – Merck KGaA, Darmstadt
Ziel des Projekts ist es, die Sozialkompetenzen der Auszubildenden umfassend und während der gesamten Ausbildungszeit zu fördern. Das Projekt startet bereits ein Jahr vor Ausbildungsbeginn mit berufsvorbereitenden Praktika zur Stärkung von Selbstständigkeit und Eigeninitiative und wird zu Beginn der Ausbildung mit einer „Aktivwoche“ zur Förderung von Kreativität, Toleranz und Flexibilität fortgesetzt. Projektformate in den weiteren Ausbildungsjahren sind ein zweitägiger Teamevent, soziale Projekte wie Baumpflanzaktionen und Benefizveranstaltungen sowie Auslandsaufenthalte in Tochtergesellschaften des Unternehmens beziehungsweise im Rahmen der Aktivität „Go Africa“ in Kenia. Die Jury würdigt das gesamte außerfachliche Ausbildungskonzept des Unternehmens und betont den hohen innovativen Gehalt, der durch die Kombination der verschiedenen Projektformate erzielt wird.
Kontakt: Holger Hiltmann, Merck KGaA, Frankfurter Straße 250, 64293 Darmstadt,
Tel.: 06151 72-8440, E-Mail: holger.hiltmann@merckgroup.com, Internet: www.merckgroup.com

v.l.n.r. Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Dr. Olga Schenk, Michael Grübel, W. Arndt Bertelsmann

Sonderpreis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (1.000 Euro):
„Michael Grübel – Helfende Hände“ – Michael Grübel Trocknungsfachbetrieb, Bielefeld

Das firmeneigene, gemeinnützige Projekt „Helfende Hände“ wurde 2003 ins Leben gerufen, um gesellschaftliche Verantwortung und Vorbildfunktion zu übernehmen. Es fördert umfassend sowohl die sozialen und persönlichen wie auch die fachlichen Kompetenzen der Auszubildenden. Bestandteile für Auszubildende sind die Unterprojekte „Zeit im Alter“ (Unterhaltung und Präsentationen im Seniorenwohnheim), „Stadtglück“ (Internethandel mit Schülerkunst) sowie „DRY Art – wir trocknen schöner“ (Kombination von Kunst und Bauhandwerk). Die Jury würdigt das hohe gesellschaftliche Engagement sowie den Innovationsgehalt der jeweiligen Unterprojekte. Betont werden zudem der Vorbildcharakter des Projekts sowie seine beispielhafte regionale Einbindung.
Kontakt: Michael Grübel Trocknungsfachbetrieb GmbH & Co. KG, Elpke 106, 33605 Bielefeld,
Tel.: 0521 2383110, E-Mail: info@gruebel-kg.de, Internet: www.gruebel-kg.de