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UN-Dekade "Bildung für eine nachhaltige Entwicklung"

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen beschloss im Dezember 2002, eine Weltdekade zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) auszurufen. Damit sollten die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in den nationalen Bildungssystemen verankert werden. Im Rahmen dieser UN-Dekade förderte das BIBB zahlreiche Modellversuche zur „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung“.

Das Ziel der beruflichen Bildung für nachhaltige Entwicklung ist es, Kompetenzen zu entwickeln, um die Arbeits- und Lebenswelt im Sinne der Nachhaltigkeit gestalten zu können. Die Arbeits- und Unternehmenswelt ist somit ein wichtiger Erfahrungs- und Gestaltungsraum von Nachhaltigkeit. Zugleich benötigt eine auf Nachhaltigkeit orientierte Wirtschaft gut ausgebildete Fachkräfte, die in der Lage sind, an beruflichem Handeln im Sinne der Leitideen nachhaltiger Entwicklungsprozesse mitzuwirken.  


BIBB-Modellversuche im Förderschwerpunkt „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung

Im Rahmen der ersten Hälfte der UN-Dekade führte das BIBB in den Jahren 2004 bis 2010 mit Fördermitteln des BMBF eine erste Modellversuchsreihe „Nachhaltige Entwicklung in der beruflichen Bildung“ durch. Zehn Wirtschaftsmodellversuche setzten sich mit den Themen Ressourceneffizienz sowie nachhaltige Managementstrategien in Industrie und Handwerk auseinander. Themen und Branchen waren unter anderem: Nachhaltige Energietechniken, Kfz-Zulieferindustrie, Sportstättenmanagement, Nachhaltiges Handeln mittlerer Führungskräfte, Innovationsmanagement in KMU.

Das BIBB förderte im Zeitraum von 2010 bis 2013 sechs Modellversuche im Förderschwerpunkt BBNE. Im Rahmen der zweiten Hälfte der UN-Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (2005–2014) stellte das BMBF dafür insgesamt drei Millionen Euro zur Verfügung. Damit unterstützte das BMBF die zentrale Forderung der UN-Dekade nach einer Verankerung des Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung in den nationalen Bildungssystemen für den Bereich der Berufsbildung. Drei Modellversuche arbeiteten zum Bereich der Erneuerbaren Energien/Energieeffizienz und drei weitere Modellprojekte entwickelten Konzepte in den Branchen Bau, Chemie und Ernährung.

Die erfolgreiche Arbeit in den Modellversuchen, die Forschung und Praxis miteinander verzahnt, wurde mit einer Auszeichnung geehrt. Durch die Auszeichnung des gesamten Förderschwerpunkts „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2010-2013“ als Dekade-Maßnahme wurde dessen strukturbildendes Potenzial gewürdigt.

Das BIBB wirkte in verschiedenen Gremien der UN-Dekade mit: im Nationalkomitee, beim Runden Tisch sowie in der AG „Berufliche Aus- und Weiterbildung“.   


Die AG „Berufliche Aus- und Weiterbildung“

Die berufliche Bildung war von Beginn an ein wichtiges Handlungsfeld im Kontext der Dekade. Dies zeigen die zahlreichen Projekte, die von der Dekade ausgezeichnet wurden. Über lange Zeit, vor allem zu Beginn der Dekade und in den Jahren 2012-2014, wurde der Dekade-Prozess durch die Arbeitsgruppe „Berufliche Aus- und Weiterbildung“ begleitet und befeuert. An dieser Arbeitsgruppe nahmen Akteure aus allen Bereichen der Berufsbildung teil: So gab es neben Vertreterinnen und Vertretern aus dem schulischen Bereich, der Wissenschaft sowie der Politik auf Bundes- und Landesebene auch Mitwirkende aus einzelnen Projekten und Initiativen. Schwieriger war es, Vertreter der Unternehmen und Kammerorganisationen sowie der Gewerkschaften in die Arbeit der AG einzubinden.

In dieser AG wurden grundlegende Strategien zur Förderung von Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung entwickelt und diskutiert. Die Arbeitsgruppe bot damit ein wichtiges Forum, um sich über verschiedene Zugänge, Herangehensweisen und Implementierungen auszutauschen und bildungsbereichsübergreifende Positionen zu erarbeiten.

Im Herbst 2014 hat die AG „Berufliche Aus- und Weiterbildung“ ein Strategiepapier veröffentlicht, in dem Perspektiven und Handlungsbedarfe aufgezeigt werden. 


Hintergrund und Politische Ziele
UN-Dekade und nationaler Aktionsplan

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen beschloss, im Dezember 2002 eine Weltdekade zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) auszurufen. Damit sollten die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in den nationalen Bildungssystemen verankert werden.

Ziel der UN-Dekade war es, allen Menschen Bildungschancen zu eröffnen, die es ermöglichen, sich Wissen und Werte anzueignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile zu erlernen, die für eine lebenswerte Zukunft und eine positive gesellschaftliche Veränderung erforderlich sind. Bildung wird als entscheidender Beitrag gewertet, nachhaltige Entwicklungspfade gesellschaftlich und wirtschaftlich einzuschlagen. Gleichzeitig wird der Anspruch der Nachhaltigkeit auch an die Bildung selbst gelegt und damit als Innovationsauftrag verstanden für ein neues, zukunftsfähiges Verständnis von Bildung, das den Erwerb von Fähigkeiten und Fertigkeiten zum partizipativen Handeln in den Mittelpunkt stellt.

Die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) entwickelte einen nationalen Aktionsplan mit Zielsetzungen zur Umsetzung in Deutschland.


Die strategischen Ziele der UN-Dekade zur Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland waren:

Erste Dekade-Hälfte

  • Weiterentwicklung und Bündelung der Aktivitäten sowie Transfer guter Praxis in die Breite.
  • Vernetzung der Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung.
  • Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung.
  • Verstärkung internationaler Kooperation.

Zweite Dekade-Hälfte

  • Herausstellen des grundlegenden Beitrags der BNE zur Bildungsqualität sowie Verankerung von BNE in allen Bereichen der formellen Bildung.
  • Steigerung der öffentlichen Sichtbarkeit von BNE.
  • Stärkung der BNE international.
  • Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft.
  • Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Kommunen.

Die DUK unterstützte diesen Prozess in allen Bildungsbereichen, in den wichtige Akteure in Politik, Wirtschaft und Bildungspraxis einbezogen waren, mit einer ganzen Reihe von Gremien, Aktivitäten, Publikationen, Materialien und Internetportalen.


Ergebnisse der UN-Dekade
Vom Projekt zur Struktur

In Deutschland wurde während der Dekade viel bewegt, das dokumentieren die zahlreichen Projekte und Aktivitäten. Bildung ist dabei der Schlüssel, um die Ziele globaler nachhaltiger Entwicklung zu erreichen. Insbesondere die Sichtbarkeit von BNE und das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung wurden gestärkt.

Zum Ende der UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung lautet die Bilanz, dass gerade in der beruflichen Bildung vielfältige, auch ausgezeichnete Aktivitäten entfaltet wurden, eine strukturelle Integration in das Berufsbildungssystem aber (noch) nicht erreicht werden konnte.


Bericht der Bundesregierung zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung 2013

Nationaler Aktionsplan für Deutschland 2011

Download (PDF, 6.3 MB)

Unesco 2005: United Nations Decade of Education for Sustainable Development 2005–2014. International Implementation Scheme (IIS). Paris 2005

Download (PDF, 328 KB)

Bonner Erklärung 2014 zum Abschluss der UN-Dekade

Download (PDF, 208 KB)

Positionspapier "Zukunftsstrategie BNE 2015+" des Deutschen Nationalkomitees

Download (PDF, 396 KB)

UN-Dekade mit Wirkung – 10 Jahre Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland

Aichi-Nagoya-Erklärung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Download (PDF, 213 KB)

UN Decade of Education for Sustainable Development 2005-2014 - Final Report

Download (PDF, 7.6 MB)