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Stellen-Bewerber-Relation (SBR)

Systematische Indikatorenbeschreibung

Name

Stellen-Bewerber-Relation (SBR)

Kernaussage (am Beispiel des Berichtsjahres 2009)

Zugang zu den aktuellen Daten

Das Verhältnis zwischen der Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen und der Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellenbewerber/-innen beträgt im Berichtsjahr 2009 85,6 %.
Mit anderen Worten: Rechnerisch stehen 2009 jeweils 100 gemeldeten Ausbildungsstellenbewerbern 85,6 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber.

Aktualität

Das Berichtsjahr erstreckt sich vom 1. Oktober bis 30. September und orientiert sich am Berufsbildungsgesetz. Die Daten, auf denen der Indikator basiert, stellt die Bundesagentur für Arbeit schon im ersten Monat nach Ende des Berichtsjahres zur Verfügung. Die SBR zum Abschluss des Berichtsjahres kann somit bereits im Oktober ausgewiesen werden. Darüber hinaus ist es möglich, die Werte unterjährig und monatsweise zu berechnen, da die Bundesagentur für Arbeit die Eckgrößen ihrer Ausbildungsmarktstatistik monatlich aktualisiert. Die Stellen-Bewerber-Relation (SBR) wird in der Übersichtstabelle der monatlichen Veröffentlichungen der Bundesagentur für Arbeit regelmäßig ausgewiesen.

Bedeutung für die berufliche Bildung

Ausbildungsmarktindikator, der die Perspektive der Beratungs- und Vermittlungsdienste widerspiegelt. Er gibt an, im welchem Verhältnis der Umfang der den Beratungs- und Vermittlungsdiensten zur Vermittlung angebotenen Ausbildungsstellen zur Zahl der Ausbildungsstellenbewerber/-innen steht, die eine Vermittlung in duale Berufsausbildung wünschen. Zu beachten ist, dass die Inanspruchnahme der Beratungs- und Vermittlungsdienste freiwillig ist. Deshalb können bei der SBR-Berechnung nur jene Ausbildungsstellen und Ausbildungsstellenbewerber/-innen berücksichtigt werden, für die den Agenturen für Arbeit, den Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) oder den zugelassenen kommunalen Trägern (zkT) ein Vermittlungsauftrag erteilt wurde. Vergleichbarkeit im Zeitverlauf (sowohl jährlich als auch monatlich), zwischen Regionen und Berufsgruppen bzw. Einzelberufen.

Bezugsgrößen

Zähler:
Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen im Berichtsjahr.
Wie die Bundesagentur für Arbeit definiert, zählen als Berufsausbildungsstellen "alle mit einem Auftrag zur Vermittlung gemeldeten und im Berichtsjahr zu besetzenden betrieblichen und außerbetrieblichen Berufsausbildungsstellen für anerkannte Ausbildungsberufe nach dem BBiG, einschließlich der Ausbildungsplätze in Berufsbildungswerken und sonstigen Einrichtungen, die Ausbildungsmaßnahmen für behinderte Menschen durchführen. Als betriebliche Berufsausbildungsstellen zählen gemeldete Berufsausbildungsstellen abzüglich Berufsausbildungsstellen in außerbetrieblichen Einrichtungen, abzüglich Berufsausbildungsstellen für Rehabilitanden mit Ausnahme der nach § 241 Abs. 2 SGB III geförderten Ausbildungsstellen" (Bundesagentur für Arbeit 2010, S. 6).

Nenner:
Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellenbewerber/-innen im Berichtsjahr.
Wie die Bundesagentur für Arbeit erläutert, zählen als Bewerber/ innen für Berufsausbildungsstellen "diejenigen gemeldeten Personen, die im Berichtsjahr individuelle Vermittlung in eine betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildungsstelle in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem BBiG wünschen und deren Eignung dafür geklärt ist bzw. deren Voraussetzung dafür gegeben ist. Hierzu zählen auch Bewerber für eine Berufsausbildungsstelle in einem Berufsbildungswerk oder in einer sonstigen Einrichtung, die Ausbildungsmaßnahmen für behinderte Menschen durchführt" (BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT 2010, S. 5).

Berechnungsformel

Berechnungsformel: (gemeldete Berufsausbildungsstellen)/(gemeldete Ausbildungsstellenbewerber)*100

(gemeldete Berufsausbildungsstellen)/(gemeldete Ausbildungsstellenbewerber)*100

Die Daten lassen sich aus den Internetseiten der Bundesagentur für Arbeit entnehmen (siehe unten).

Variante 1:

Berechnungsformel: (gemeldete betriebliche Berufsausbildungsstellen)/(gemeldete Ausbildungsstellenbewerber )*100

(gemeldete betriebliche Berufsausbildungsstellen)/(gemeldete Ausbildungsstellenbewerber )*100

Variante 1 zeigt an, wie viele gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen rechnerisch jeweils 100 Ausbildungsstellenbewerbern gegenüberstanden.

Variante 2:

Berechnungsformel: (gemeldete außerbetriebliche Berufsausbildungsstellen)/(gemeldete Ausbildungsstellenbewerber )*100

(gemeldete außerbetriebliche Berufsausbildungsstellen)/(gemeldete Ausbildungsstellenbewerber )*100

Variante 2 gibt wieder, wie viele registrierte außerbetriebliche Ausbildungsstellen rechnerisch jeweils 100 Ausbildungsstellenbewerbern gegenüberstanden.

Mögliche Differenzierungen

  • nach "betrieblichen" und "außerbetrieblichen" Berufsausbildungsstellen (siehe oben)
  • Deutschland; West- und Ostdeutschland, Länder, Arbeitsagenturbezirke und Teilregionen innerhalb der Arbeitsagenturbezirke
  • nach Berufsgruppen und Berufen
  • nach jeweiligen Kombinationen

Datenquellen

Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Ausbildungsstellenmarkt/Ausbildungsstellenmarkt-Nav.html [letzter Zugriff: 16.11.2011]

Stichtag / Betrachtungszeitraum 

Stichtag: 30. September
Der Indikator spiegelt die Situation in einem konkreten Berichtsjahr (beginnend im Oktober des Vorjahres bis Ende September) bzw. alternativ auch monatlich wider.

Hinweise zur Güte des Indikators

Die SBR stellt einen sehr brauchbaren Indikator dar, um auf Basis amtlicher Daten jahres- und auch monatsaktuell die Ausbildungsmarktverhältnisse abzuschätzen (wie sich diese aus der Perspektive der Bundesagentur für Arbeit zeigen) und diese Verhältnisse mit den Vorjahreswerten bzw. mit anderen Regionen oder anderen Berufen zu vergleichen.
Beim Vergleich über verschiedene Jahre und Regionen hinweg ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Einschaltungsgrad der Beratungs- und Vermittlungsdienste sowohl zeitlich als auch regional schwankt. Die BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT (2010, S. 4) führt hierzu aus: "Bei wachsendem Nachfrageüberhang nutzen Ausbildungsbetriebe die Ausbildungsvermittlung seltener und später, die Jugendlichen jedoch häufiger und früher. Bei einem Angebotsüberhang verhält es sich umgekehrt." Infolge des variierenden Einschaltungsgrades sind deshalb auch "direkte Rückschlüsse auf die absoluten Zahlen von Gesamtangebot und Gesamtnachfrage nicht möglich."
Die gemeldeten Ausbildungsstellen und Ausbildungsstellenbewerber/-innen werden nach dem Wohnort der Bewerber/-innen (Arbeitsagenturbezirk) ausgewiesen.

Die Daten stehen sehr zeitnah unmittelbar zum oder nach Monatsende zur Verfügung. Allerdings erscheint die erste monatliche Publikation eines neuen Berichtsjahres erst im April (mit den Zwischenergebnissen für den Zeitraum Oktober des Vorjahres bis März).

Sonstige Interpretationshinweise / (Häufig gestellte Fragen) 

Ist eine ausreichende Versorgung der gemeldeten Ausbildungsstellenbewerber/-innen erst dann erreicht, wenn die SBR in den Regionen bei mindestens 100 % liegt?
Dies muss nicht so sein. Denn ein substanzieller Teil der Bewerber/-innen, der sich im Laufe des Berichtsjahres für eine Berufsausbildung interessiert zeigt, gibt sein Interesse freiwillig wieder auf. Dies ist z. B. der Fall, wenn neben einer dualen Berufsausbildung auch die Alternativen einer schulischen Berufsausbildung oder eines Studiums in Betracht gezogen worden waren, denen nun tatsächlich auch der Vorzug gegeben wurde. Andererseits muss ein hoher SBR-Wert nicht unbedingt bedeuten, dass die Versorgung der gemeldeten Ausbildungsstellenbewerber/-innnen ausreichend ist. Denn es steht den Betrieben natürlich frei, ihre gemeldeten Stellen auch mit ausbildungsinteressierten Personen zu besetzen, die nicht bei den Beratungs- und Vermittlungsdiensten registriert waren.
Eine stärkere Verzerrung entsteht in diesem Zusammenhang z. B. dann, wenn zwar in Relation zur Zahl der registrierten Bewerber/ innen viele Ausbildungsstellen gemeldet sind, es aber aus anderen Regionen eine hohe Nachfrage ausbildungsinteressierter und zugleich chancenreicher Jugendlicher gibt. Diese auswärtigen Bewerber/-innen sind in der Zahl der vor Ort registrierten Bewerber/-innen nicht enthalten (denn für die regionale Registrierung der Bewerber/-innen gilt grundsätzlich das Wohnortprinzip).

Wie hoch muss die SBR dann ausfallen, bis eine ausreichende Versorgung der ausbildungsinteressierten Personen gesichert erscheint?
Dies lässt sich nicht eindeutig festlegen. Wichtige Hinweise ergeben sich aber durch den Vergleich mit den SBR-Werten früherer Jahre (gerade auch entspannter Ausbildungsmarktjahre) bzw. durch den Vergleich mit anderen Regionen (wobei natürlich stets auch unterschiedliche Grade an Aus- und Einpendlern bzw. sonstige regionale Besonderheiten in Betracht zu ziehen sind). Zudem lässt sich der Versorgungsgrad der gemeldeten Ausbildungsstellenbewerber/-innen unmittelbar an der Zahl der Personen ablesen, die bis zum Ende des Berichtsjahres in eine Berufsausbildungsstelle einmünden (vgl. dazu die BEQ in Abschnitt 7.3) bzw. weiter nach einer Berufsausbildungsstelle suchen. Auch diese Daten werden in der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit regelmäßig ausgewiesen.

Auszug aus: Dionisius, Regina; Lissek, Nicole; Schier, Friedel [Hrsg.]: Beteiligung an beruflicher Bildung - Indikatoren und Quoten im Überblick. - Bonn, 2012
(Wissenschaftliche Diskussionspapiere / Bundesinstitut für Berufsbildung; 133)

Literaturhinweise

  • BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT: Arbeitsmarkt in Zahlen. Ausbildungsstellenmarkt. Bewerber und Berufsausbildungsstellen. Deutschland. September 2010. Nürnberg 2010