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Bewerbereinmündungsquote (BEQ)

Systematische Indikatorenbeschreibung

Name

Bewerbereinmündungsquote (BEQ)

Kernaussage (am Beispiel des Berichtsjahres 2009)

Von den bei den Beratungs- und Vermittlungsdiensten gemeldeten Ausbildungsstellenbewerbern münden im Berichtsjahr 2009 46,0 % in eine Berufsausbildungsstelle ein.

Zugang zu den aktuellen Daten

Aktualität

Das Berichtsjahr erstreckt sich vom 1. Oktober bis 30. September und orientiert sich am Berufsbildungsgesetz. Die Daten, auf denen der Indikator basiert, stellt die Bundesagentur für Arbeit bereits im ersten Monat nach Ende des Berichtsjahres zur Verfügung. Die BEQ zum Abschluss des Berichtsjahres ist somit bereits im Oktober bekannt.
Darüber hinaus ist es möglich, die BEQ-Werte unterjährig und monatsweise zu berechnen, da die Bundesagentur für Arbeit die Eckgrößen ihrer Ausbildungsmarktstatistik monatlich aktualisiert. Allerdings handelt es sich hierbei - solange das Berichtsjahr noch läuft - um Zwischenergebnisse.

Bedeutung für die berufliche Bildung

Indikator zum Grad der Einmündung der bei den Beratungs- und Vermittlungsdiensten registrierten Ausbildungsstellenbewerber/ innen in duale Berufsausbildung.

Zu beachten ist, dass die Inanspruchnahme der Beratungs- und Vermittlungsdienste freiwillig ist. Deshalb finden bei der BEQ-Berechnung nur jene Personen Berücksichtigung, welche die Agenturen für Arbeit, Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) oder zugelassenen kommunalen Träger (zkT) um Unterstützung gebeten hatten und als (zur Aufnahme einer Ausbildung befähigte) Ausbildungsstellenbewerber registriert worden waren. Die Vergleichbarkeit im Zeitverlauf (sowohl jährlich als auch monatlich) sowie zwischen Regionen, Berufs- und Bewerbergruppen ist möglich. 

Bezugsgrößen

Zähler:
Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellenbewerber/ innen im Berichtsjahr, die als "einmündende Bewerber" verbucht werden.
Nach der Definition der Bundesagentur für Arbeit zählt zu den "einmündenden Bewerbern" jeder registrierte Bewerber, der "im Laufe des Berichtsjahres oder später eine Ausbildung aufnimmt" (Bundesagentur für Arbeit 2010, S. 5).

Nenner:
Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellenbewerber/-innen im Berichtsjahr.
Wie die Bundesagentur für Arbeit erläutert, zählen als Bewerber/ innen für Berufsausbildungsstellen "diejenigen gemeldeten Personen, die im Berichtsjahr individuelle Vermittlung in eine betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildungsstelle in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem BBiG wünschen und deren Eignung dafür geklärt ist bzw. deren Voraussetzung dafür gegeben ist. Hierzu zählen auch Bewerber für eine Berufsausbildungsstelle in einem Berufsbildungswerk oder in einer sonstigen Einrichtung, die Ausbildungsmaßnahmen für behinderte Menschen durchführt" (BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT 2010, S. 5).

Berechnungsformel

Berechnungsformel: (einmündende Bewerber)/(gemeldete Ausbildungsstellenbewerber)*100

(einmündende Bewerber)/(gemeldete Ausbildungsstellenbewerber)*100

Die für die Berechnung erforderlichen Zahlen lassen sich aus den Internetseiten der Bundesagentur für Arbeit entnehmen (siehe unten).

Variante 1:

Berechnungsformel: (in ungeförderte Berufsausbildung einmündende Bewerber)/(gemeldete Berufsausbildungsstellenbewerber )*100

(in ungeförderte Berufsausbildung einmündende Bewerber)/(gemeldete Berufsausbildungsstellenbewerber )*100

Variante 1 informiert darüber, wie hoch der Anteil unter den gemeldeten Bewerbern ist, der in eine ungeförderte Berufsausbildung ("betriebliche" Berufsausbildung) einmündet.

Variante 2:

Berechnungsformel: (in geförderte Berufsausbildung einmündende Bewerber)/(gemeldete Berufsausbildungsstellenbewerber )*100

(in geförderte Berufsausbildung einmündende Bewerber)/(gemeldete Berufsausbildungsstellenbewerber )*100

Variante 2 gibt an, wie hoch der Anteil unter den gemeldeten Bewerbern ist, der in eine geförderte Berufsausbildung ("außerbetriebliche" Berufsausbildung) einmündet.

Mögliche Differenzierungen

  • nach "betrieblicher" und "außerbetrieblicher" Berufsausbildung (siehe oben)
  • Deutschland, West- und Ostdeutschland,
  • Länder, Arbeitsagenturbezirke und weiteren Teilregionen innerhalb der Arbeitsagenturbezirke
  • nach Berufsgruppen, Berufen
  • nach vielfältigen Personenmerkmalen (u. a. Geschlecht, schulischer Vorbildung, Staatsangehörigkeit, Schulentlassjahr)
  • jeweilige Kombinationen

Datenquellen

Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit 
http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Ausbildungsstellenmarkt/Ausbildungsstellenmarkt-Nav.html [letzter Zugriff: 16.11.2011]

Stichtag / Betrachtungszeitraum

Stichtag: 30. September
Der Indikator spiegelt die Situation in einem konkreten Berichtsjahr (beginnend im Oktober des Vorjahres bis Ende September) bzw. alternativ auch monatlich wider.

Hinweise zur Güte des Indikators

Die BEQ stellt einen sehr brauchbaren Indikator dar, um auf Basis amtlicher Daten jahres- und auch monatsaktuell den Grad der Einmündung von registrierten Ausbildungsstellenbewerbern in die Berufsausbildung abzuschätzen und diese Verhältnisse mit den Vorjahreswerten, mit anderen Regionen oder mit Bewerbergruppen unterschiedlicher Merkmale zu vergleichen.
Beim Vergleich über verschiedene Jahre und Regionen hinweg ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Einschaltungsgrad der Beratungs- und Vermittlungsdienste sowohl zeitlich als auch regional schwankt. Die BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT (2010, S. 4) führt hierzu aus: "Bei wachsendem Nachfrageüberhang nutzen Ausbildungsbetriebe die Ausbildungsvermittlung seltener und später, die Jugendlichen jedoch häufiger und früher. Bei einem Angebotsüberhang verhält es sich umgekehrt." Infolge des variierenden Einschaltungsgrades sind deshalb auch "direkte Rückschlüsse auf die absoluten Zahlen von Gesamtangebot und Gesamtnachfrage nicht möglich."
Die gemeldeten Ausbildungsstellenbewerber/-innen werden insgesamt nach dem Wohnort der Bewerber (Arbeitsagenturbezirk) ausgewiesen; bei der Berechnung der Zahl der einmündenden Bewerber/-innen spielt es aber keine Rolle, wo diese Personen ihren Ausbildungsplatz gefunden haben.
Die Daten stehen sehr zeitnah unmittelbar zum oder nach Monatsende zur Verfügung. Allerdings erscheint die erste monatliche Publikation eines neuen Berichtsjahres erst im April (mit den Zwischenergebnissen für den Zeitraum Oktober des Vorjahres bis März).

Sonstige Interpretationshinweise / (Häufig gestellte Fragen)

Ist eine ausreichende Versorgung der gemeldeten Ausbildungsstellenbewerber/-innen erst dann erreicht, wenn die BEQ in den Regionen bei mindestens 100 % liegt?
Nein. Denn ein substanzieller Teil der Bewerber/-innen, der sich im Laufe des Berichtsjahres für eine Berufsausbildung interessiert zeigt, gibt sein Interesse aus freien Stücken wieder auf. Dies ist z. B. der Fall, wenn neben einer dualen Berufsausbildung auch die Alternativen einer schulischen Berufsausbildung oder eines Studiums in Betracht gezogen worden waren, denen nun tatsächlich auch der Vorzug gegeben wurde.

Wie hoch muss die BEQ dann ausfallen, bis eine ausreichende Versorgung der ausbildungsinteressierten Personen gesichert erscheint?
Dies lässt sich nicht eindeutig festlegen. Wichtige Hinweise ergeben sich aber durch den Vergleich mit den BEQ-Werten früherer Jahre (gerade auch entspannter Ausbildungsmarktjahre) bzw. durch den Vergleich mit anderen Regionen (wobei natürlich stets auch regionale Besonderheiten in Betracht zu ziehen sind).
Zudem ergeben sich Hinweise zum Versorgungsgrad der gemeldeten Ausbildungsstellenbewerber/-innen, indem der  Anteil der Personen herangezogen wird, die bis zum Ende des Berichtsjahres weiter nach einer Berufsausbildungsstelle suchen. Auch diese Daten werden in der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit regelmäßig ausgewiesen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass auch unter den Personen, die zum 30. September nicht mehr suchen, erfolglose Bewerber/-innen zu finden sind, die ihre Suche nach einer Berufsausbildungsstelle wegen des bereits begonnenen Ausbildungsjahres auf das nächste Jahr verschoben haben.

Auszug aus: Dionisius, Regina; Lissek, Nicole; Schier, Friedel [Hrsg.]: Beteiligung an beruflicher Bildung - Indikatoren und Quoten im Überblick. - Bonn, 2012
(Wissenschaftliche Diskussionspapiere / Bundesinstitut für Berufsbildung; 133)

Literaturhinweise

  • BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT: Arbeitsmarkt in Zahlen. Ausbildungsstellenmarkt. Bewerber und Berufsausbildungsstellen. Deutschland. September 2010. Nürnberg 2010