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Staat und Wirtschaft in Mexiko vereinbaren gemeinsame Aktivitäten in der Berufsbildung

Personen sitzen an einem Konferenztisch mit Namensschildern.

Hochrangige Vertreter des mexikanischen Berufsbildungssystems trafen sich zu Gesprächen für eine Zusammenarbeit im Projekt „Weiterentwicklung des mexikanischen Modells der dualen Berufsausbildung (MMFD)“. Dies ist ein erster Schritt eines „Dialogs von Staat und Wirtschaft auf Augenhöhe“ in der Berufsbildung in Mexiko.

Die Zuständigkeiten für die Berufsbildung in Mexiko liegen beim Nationalen System für Technische Berufsausbildung CONALEP, dem Zentrum für technologische Ausbildung „CET“ (Centros de Estudios Tecnológicos) und vielen anderen kleineren Einrichtungen. CONALEP ist mit Abstand die wichtigste Institution der beruflichen Bildung in Mexiko. Es wurde 1978 gegründet und ist heute mexikoweit mit 501 Schulen vertreten, an denen mehr als 75 Prozent aller Berufsschülerinnen und Berufsschüler Mexikos ausgebildet werden. Das Secretaría de Educación Pública (SEP) ist das politische „Sekretariat (der Regierung) für öffentliches Bildungswesen“ in Mexiko.

Hochrangige Vertreter des mexikanischen Berufsbildungssystems waren im Mai 2014 beim deutschen Botschafter in Mexiko zu Gast. Bei einem „Kaminfrühstück“ sollten sie für weitere Maßnahmen des Projekts „Weiterentwicklung des mexikanischen Modells der dualen Berufsausbildung (MMFD)“ sensibilisiert werden.

An dem Kaminfrühstück nahmen die Leitungen des mexikanischen Bildungsministeriums Secretaría de Educación Pública (SEP), des Arbeitgeberverbands Confederación Patronal de la República Mexicana (COPARMEX) sowie des BIBB-Partnerinstituts Colegio Nacional de Educación Profesional Técnica (CONALEP) teil. Von deutscher Seite waren die Leitung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), des Arbeitsbereichs Internationale Kooperation und Beratung / Zentralstelle für internationale Berufsbildungskooperation des BIBB sowie der deutsch-mexikanischen Außenhandelskammer Cámara Mexicano-Alemana de Comercio e Industria (CAMEXA) eingeladen.

Die mexikanischen Akteure zogen sich direkt im Anschluss des Kaminfrühstücks zu einer internen Diskussion zurück, um eine gemeinsame schriftliche Vereinbarung zu entwerfen. Dies ist als erster Schritt eines „Dialogs von Staat und Wirtschaft auf Augenhöhe in der beruflichen Bildung“ zu werten.

Das Projekt „Weiterentwicklung des mexikanischen Modells der dualen Berufsausbildung (MMFD)“ ist ein Kooperationsprojekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie des SEP in Mexiko. Das Projekt hat die Einführung dualer Elemente in das mexikanische Ausbildungssystem zum Ziel.

Im Rahmen des MMFD kooperiert das BIBB mit der GIZ und führt verschiedene Beratungsaktivitäten. Die Schwerpunkte der bisherigen Aktivitäten liegen

  • in der Unterstützung der mexikanischen Regierung bei der Ausbreitung des Mexikanischen Modells der dualen Berufsbildung. Im Auftrag des BMZ führten das BIBB und die GIZ im Frühjahr dieses Jahres zwei Fact Finding Missions in Mexiko durch. Dabei wurde ein Rahmenkonzept entwickelt, um die Kooperation der unterschiedlichen deutschen Berufsbildungsakteure vor Ort zielführend zu koordinieren.
  • Weiterhin wurden Ausbildungspersonal sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geschult, um die Implementierung des mexikanischen Modells der dualen Berufsausbildung weiter voran zu bringen.
  • Im Rahmen von Fachgesprächen, Workshops und Konferenzen beriet das BIBB zu den Themen
    • Rechtlicher Rahmen der Berufsbildung,
    • Gesetzgebung für die mexikanische duale Berufsausbildung – Analyse der deutschen Gesetzgebung und
    • Berufsbildungspersonal.

Im weiteren Verlauf der Kooperation mit dem BIBB sollen im Rahmen des MMFD

  • Bildungseinrichtungen befähigt werden, duale Ausbildungsgänge anzubieten,
  • Akteure bei der Entwicklung und Modernisierung von Standards unterstützt werden,
  • die Schaffung von Voraussetzungen begleitet werden, eine Einrichtung in Mexiko zu gründen, die die Aufgaben des deutschen BIBB wahrnehmen könnte sowie
  • Komponenten des ressourcenschonenden Arbeitens mit nachhaltigen Materialien („grüne“ Kompetenzen) in die Lehrpläne der Ausbildungsgänge des mexikanischen dualen Systems aufgenommen werden.

Für August und Oktober 2014 sind mit dem SEP und CONALEP erste Aktivitäten zum Thema „Standards“ vereinbart. Auf deutscher Seite sollen diese gemeinsam von GIZ, CAMEXA und BIBB geplant und implementiert werden.

Im Rahmen des internationalen Sonderforums des BIBB-Fachkongresses im September 2014 sollen die Herausforderungen unterschiedlicher Berufsbildungssysteme an Attraktivitätssteigerung bzw. Attraktivitätssicherung vorgestellt und diskutiert werden. Es ist geplant, Mexiko als Länderbeispiel auf einem Panel zu präsentieren. Bei diesem Panel sollen die Erfahrungen von staatlichen Vertretern, deutscher Bildungsanbieter, Unternehmen vor Ort sowie europäischer Sozialpartner einfließen.

Seit 2009 besteht zwischen dem BIBB und CONALEP eine Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung. CONALEP ist dem nationalen Bildungsministerium unterstellt. Der bisherige Beratungsschwerpunkt in der Kooperation bestand in der fachlichen Begleitung zum Aufbau eines institutionellen und rechtlichen Rahmens für die mexikanische (duale) Berufsbildung. Hierbei ging es um die Entwicklung einer Gesetzgebung nach dem Vorbild des deutschen Berufsbildungsgesetzes (BBiG).