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Qualitätssicherung und -entwicklung im Fernlernen

Das Thema „Qualitätssicherung und -entwicklung“ hat im Fernlernen eine lange Tradition. Je nach zugrundeliegendem Qualitätsverständnis, Untersuchungsgegenstand und beteiligten Akteuren gibt es unterschiedliche Blickwinkel auf dieses vielschichtige Thema.

Produktqualität/Inputqualität
Die gesetzlich vorgeschriebene Qualitätssicherung nach dem Fernunterrichtsschutzgesetzstellt das einzelne Fernlehrangebot in den Mittelpunkt. Ausgangspunkt des Qualitätsverständnisses ist die Frage, ob der Lehrgang zum Erreichen des vom Veranstalter angegebenen Lehrgangszieles geeignet ist (§12 (2). Die Eignungsprüfung erfolgt durch unabhängige Gutachter/innen vor Lehrgangsbeginn, Gegenstand sind die Lehrgangsplanung und das in unterschiedlicher medialer Form vorliegende Lernmaterial des Lehrgangs. Dabei werden primär Inputfaktoren der Qualität in den Blick genommen, die im „Leitfaden für die Begutachtung von Fernlehrgängen“, zusammengefasst sind.

Organisationsqualität/Prozessqualität
Neben dieser gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsprüfung weisen viele Bildungsträger durch eine externe Zertifizierung freiwillig nach, dass sie ein Qualitätsmanagementsystem anwenden. Im Fokus der Qualitätsprüfung stehen dabei die Stufen des Erstellungsprozesses einer Bildungsdienstleistung. Es gibt unterschiedliche Qualitätsmanagementsysteme mit je eigener Schwerpunktsetzung, der Markt ist hier ständig in der Weiterentwicklung und Differenzierung begriffen:
Neben branchenneutralen Modellen (z.B. Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff oder EFQM), gibt es solche die eigens für den Bildungssektor entwickelt wurden (z.B. LQW). Einen besonderen Bezug zum Fernlernen weisen das Qualitätsmanagementsystem nach PAS 1032-1/2 und das „QM- Stufenmodell nach PAS 1037“ auf. Die „Qualitätsplattform Lernen“ verbindet Ansätze der Produkt- und Prozessqualität.
Internationale Gültigkeit und Relevanz haben für den Bereich E-Learning die ISO/IEC 19796-1/3 sowie die DIN ISO 29990, die wesentliche Elemente des Stufenmodells nach PAS 1037 eingeflossen sind.

Evaluation
Die Evaluation von Bildungsangeboten durch den Anbieter selbst stellt einen weiteren wichtigen Bereich der Qualitätssicherung und –entwicklung dar. Evaluationen sind ein integraler Bestandteil der Zulassung nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz und der Zertifizierung nach einem Qualitätsmanagementsystem. Sie sind aber gerade auch wichtig für Anbieter, die sich keiner Form einer externen Qualitätsprüfung oder Zertifizierung unterziehen. Übergreifende Qualitätsmaßstäbe für gelungene Evaluationen setzen die Standards der Deutschen Gesellschaft für Evaluation (Degeval). Besondere Hilfestellungen für eine Lehrgangsevaluationen im Bereich Fernlernen enthält der von BiBB und FDL gemeinsam entwickelte Leitfaden zur „Evaluation im mediengestützten Lernen“.

Qualitätskriterien für die Begutachtung und Zulassung von Lehrgängen nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz

Brandenburg, Petra | 2005

Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis : BWP. - 34 (2005), H. 2, S. 42-46. - ISSN: 0341-4515