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Informationen zu Aus- und Fortbildungsberufen

Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik (Ausbildung)

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Profil der beruflichen Handlungsfähigkeit

Herstellen von Leder durch Gerben von tierischer Haut und durch verschiedene Zurichtungsmethoden, Durchführen von Eingangskontrollen der Rohware und Beurteilen und Sortieren für die weitere Bearbeitung, Separieren von kollagenen Nebenprodukten und Bereitstellen für die weitere Verwertung, Anwenden verschiedener Gerbverfahren und Gerbmittel, Neutralisieren von Leder und Anwenden von Nachgerbverfahren, Färben und Fetten von Leder, Durchführen von Trocknungsprozessen und mechanischen Verfahren zum Weichmachen und Verdichten von Leder, Durchführen von Zurichtungsprozessen und Anwenden von Applikationstechniken, Beurteilen von Leder und Einteilen in Qualitätsklassen, Beurteilen von Fertigleder und Durchführen von haptischen und visuellen Prüfungen, Einrichten und Bedienen von Maschinen und Anlagen, umweltgerechtes Durchführen von Prozessen, Planen von Arbeitsabläufen und Anwenden von produktspezifischen und berufsbezogenen Vorschriften, Beachten von Grundsätzen der Arbeitssicherheit, des Gesundheits- und Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit.

Berufliche Tätigkeitsfelder

Die Fachkräfte für Lederherstellung und Gerbereitechnik arbeiten vorwiegend in Unternehmen der Lederindustrie, der chemischen Hilfsmittelindustrie sowie in Handwerksbetrieben. In der Regel arbeiten die Fachkräfte in der Produktion, sie finden ihren Einsatz aber auch in Betriebs- und Forschungslaboratorien. Sie stellen Auto- und Möbelleder, Schuhleder sowie Leder für Sattlerwaren, Bekleidung und Sportgeräte her.

Hintergrund der Neuordnung (2015)

Fachkräfte für Lederherstellung und Gerbereitechnik wandeln die leichtverderbliche Tierhaut durch Gerben und verschiedenen Zurichtungsmethoden in das geschätzte Naturprodukt „Leder“ um. Unterschieden wird je nach Einsatzgebiet zwischen Auto- und Möbelleder (70 %), Schuhleder (20%) und Leder für Sattlerwaren, Bekleidung und Sportgeräte (10%). Die Lederherstellung ist ein aufwendiger und langwieriger Veredelungsprozess, bei dem die Haut rund 40 Verarbeitungsstufen durchlaufen muss. Fachkräfte für Lederherstellung und Gerbereitechnik richten die Maschinen und Anlagen ein, bedienen sie und führen die verschiedenen Äscher-, Gerb-, Trocknungs-, und Zurichtungsprozesse aus, überwachen die Prozessabläufe und korrigieren diese bei Bedarf. Die Kontrolle zwischen den einzelnen Bearbeitungsstufen, die Sortierung und Endkontrolle der Leder ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung.
Die Berufsausbildung zum/zur Gerber/Gerberin stammt aus dem Jahre 1981. Neben den stattgefundenen technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen haben sich in den letzten Jahren zusätzlich auch strukturelle und organisatorische Veränderungen in den Unternehmen ergeben, die sich auch auf die beruflichen Anforderungen und Tätigkeiten der Beschäftigten auswirken. U.a. handelt es sich um erhöhte Qualitäts- und Umweltanforderungen und neue Tätigkeiten, die über das „Gerben“ hinausgehen. Bei der Lederherstellung werden höchste Ansprüche an die Produktqualität und Nachhaltigkeit gestellt. Umwelt- und ressourcensparende Gerbverfahren kommen zur Anwendung und ebenso ausnahmslos ökologisch und gesundheitlich unbedenkliche chemische Hilfsmittel. Recycling, die Optimierung der Prozesse und eine effiziente Wasseraufbereitung und -nutzung sind wichtige Merkmale bei der Lederherstellung. Dem Umgang mit kollagenen Nebenprodukten (z. B. Leimleder oder Gewebereste), die bei der Lederherstellung gewonnen werden, kommt eine besondere Bedeutung zu, denn diese hochwertigen Reststoffe werden zu verschiedenen Produkten weiterverarbeitet (z. B. Gelatine, Wurstdärme, Ummantelung für Pillen).
Die neue Berufsbezeichnung „Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik“ verdeutlicht die Breite des Berufsbildes und soll auf junge Menschen attraktiver wirken.
Ebenfalls neu sind die Einführung der gestreckten Abschluss- und Gesellenprüfung und die Einführung von situativen Fachgesprächen in beiden Prüfungsteilen. Teil 1 der Prüfung fließt mit 35 % in die Abschlussnote ein.
Die Bundesfachklasse für die Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik ist in der Kerschensteinerschule in Reutlingen eingerichtet.

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