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Datenbank Berufsbildungszusammenarbeit

Mehr Jobchancen für palästinensische Jugendliche (MJO)
Land: Palästinensische Autonomiegebiete
Region: Palästinensische Gebiete
Themenschwerpunkt: Beschäftigungsförderung
Auftragnehmer: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner vor Ort: Ministerium für Hochschulbildung; Al-Quds Universität, Jerusalem; Ministerium für Arbeit
Aktuelle Laufzeit: 01.01.2015 - 31.03.2023
Zielgruppe: palästinensische Jugendliche
Beschreibung:

Das Vorhaben „Mehr Jobchancen für palästinensische Jugendliche“ ist Teil der Sonderinitiative des BMZ zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost. Mit den Projekten der Sonderinitiative trägt das Ministerium dazu bei, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Menschen in der Region zu schaffen.

Das Vorhaben setzt sowohl im Bereich arbeitsmarktorientierter Hochschulbildung als auch beruflicher Bildung an. So werden in der Region erstmals duale Studiengänge eingeführt, welche die Lernorte Hochschule und Unternehmen verbinden. Das heißt, junge Leute absolvieren eine betriebliche Ausbildung in einem lokalen Unternehmen und erwerben zeitgleich einen Hochschulabschluss. Derzeit werden die vier dualen Bachelor-Studiengänge Elektrotechnik, Betriebswirtschaftslehre, Informationstechnologie und Wirtschaftsingenieurwesen an der Al-Quds Universität, der einzigen arabischen Universität in Jerusalem, aufgebaut. Sowohl die theoretischen als auch die praktischen Phasen werden in Zusammenarbeit mit den Unternehmen bedarfs- und kompetenzorientiert entwickelt und umgesetzt. Das Programm setzt dabei auf die enge Kooperation zwischen der Al-Quds Universität und der palästinensischen Privatwirtschaft. Der Aufbau der dualen Studiengänge wird gemeinsam von der GIZ und KfW Entwicklungsbank durchgeführt. Ein Teil der Umsetzung erfolgt durch ein Konsortium der deutschen Consultingwirtschaft, das aus der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, der Steinbeis Transfergemeinschaft und der GFA Consulting Group besteht.

Zusätzlich werden arbeitsmarktorientierte Kurzzeitqualifizierungsmaßnahmen von bis zu drei Monaten in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft entwickelt. Diese Kurzzeitqualifizierungsmaßnahmen sollen den Zugang zum Arbeitsmarkt für benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene erleichtern. Unternehmen spezifizieren zunächst die benötigten Qualifikationen. Darauf aufbauend konzipieren palästinensische Träger beruflicher Bildung entsprechende Kurse und führen sie durch. Weiterhin werden zielgruppenspezifische Kurse zum Erwerb von Soft Skills und individuelle Beratungsgespräche durchgeführt. Diese sollen die Integration der benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Arbeitsmarkt erleichtern.

Wirkungen:

  • Derzeit werden 344 Studierende (189 männlich; 155 weiblich) in den vier dualen Bachelor-Studiengängen Elektrotechnik, Betriebswirtschaftslehre, Informationstechnologie und Wirtschaftsingenieurwesen ausgebildet.
  • Die Al-Quds Universität hat mit 226 Betrieben eine Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Ausbildung der Studierenden getroffen. Während der Praxisphasen zahlen die Betriebe eine Aufwandsentschädigung von mindestens 200 USD pro Monat an die Studierenden.
  • Im Studiengang Informationstechnologie haben im Herbst 2019 12 Studierende (5 männlich; 7 weiblich) ihr Studium erfolgreich abgeschlossen. Im Januar 2020 werden weitere 27 Studierende (23 männlich; 4 weiblich) ihr Studium in Elektrotechnik abschließen.
  • Derzeit haben 1210 Jugendliche junge Erwachsene erfolgreich eine Kurzzeitqualifizierung absolviert. Davon haben etwa 43 % eine ihrer Qualifikation entsprechende Beschäftigung gefunden.

Link: https://www.giz.de/de/weltweit/33363.html
Kontakt: Kirsten Freimann, Email: kirsten.freimann@giz.de