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Datenbank Berufsbildungszusammenarbeit

Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP): Berufsbildungsvorhaben für Frauen (länderübergreifendes Projekt, s. auch Burkina Faso, Ghana, Kenia, Malawi und Togo)
Land: Benin
Region: Keine Angaben
Themenschwerpunkt: Berufliche Bildung in der Landwirtschaft für Frauen
Auftragnehmer: Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Unterauftragnehmer: GFA Consulting Group
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner vor Ort: New Partnership for Africas Development (NEPAD), Afrikanische Union Kommission, nationale Strukturen in 6 Ländern
Aktuelle Laufzeit: 01.01.2016 - 31.12.2019
Zielgruppe: Weibliche Bauern und Agripreneurs; Frauen in ländlichen Gebieten
Beschreibung:

Frauen spielen eine bedeutende Rolle in der Landwirtschaft Subsahara-Afrikas. Sie produzieren rund 80 Prozent der Lebensmittel und repräsentieren fast 50 Prozent der Arbeitskräfte im Sektor. Ein Großteil der Frauen arbeitet jedoch in der Subsistenzwirtschaft in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Häufige Gründe dafür sind eine mangelnde Qualifizierung und fehlende unternehmerische Kompetenzen. Der formale Ausbildungssektor insbesondere in der Landwirtschaft ist in den meisten afrikanischen Ländern unterentwickelt und entspricht weder den Bedarfen des Arbeitsmarktes noch den spezifischen inhaltlichen sowie didaktisch-methodischen Bedarfen von Frauen. So bleibt den Frauen aufgrund ihrer oft geringen Vorbildung der Zugang zu formaler beruflicher Bildung verwehrt; non-formale Angebote, die an die Bedarfe von Frauen angepasst sind, gibt es kaum. Frauen haben keinen Zugang zu arbeitsmarktorientierten und einkommenssteigernden Qualifizierungsangeboten im Agrar- und Ernährungssektor (Kernproblem).
Das Modulziel des Vorhabens lautet: „Arbeitsmarktorientierte und einkommenssteigernde Qualifizierungsangebote für Frauen im Agrar- und Ernährungssektor werden in ausgewählten Pilotländern genutzt.“
Das Vorhaben bearbeitet drei Handlungsfelder: Das erste Handlungsfeld „Unterstützung kontinentaler Prozesse, Politikberatung und Schaffung von Rahmenbedingungen“ setzt auf der kontinentalen Ebene an und stärkt im Rahmen des Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP) zusammen mit den Partnerorganisationen Afrikanische Union (AU) und New Partnership for Africas Development (NEPAD) den Politikrahmen für Berufliche Bildung in der Landwirtschaft für Frauen in Afrika. Das zweite Handlungsfeld „Entwicklung und Umsetzung von Qualifizierungsmaßnahmen in ausgewählten Pilotländern“ setzt auf nationaler Ebene als zentrale Durchführungsebene des Vorhabens an. In sechs afrikanischen Ländern (Ghana, Kenia, Malawi, Benin, Burkina Faso, Togo) unterstützt das Vorhaben die Verbesserung von beruflichen Aus- und Weiterbildungsangeboten für Frauen, die i) das formale Berufsbildungssystem durchlaufen, ii) als Kleinbäuerinnen tätig sind und bisher keinen Zugang zu formaler oder non-formaler Aus- und Weiterbildung haben, sowie iii) Kleinst- und Kleinunternehmerinnen sind. Im Rahmen eines Mehrebenenansatzes werden zudem die Voraussetzungen für die Umsetzung gender-sensibler Berufsbildungs- und Agrarpolitiken in den Pilotländern gestärkt, mit einem speziellen Fokus auf die Rahmenbedingungen in den ausgewählten Ausbildungsinstitutionen. Das dritte Handlungsfeld „Institutioneller Austausch und gemeinsames Lernen“ zielt auf die Verbreitung von Beruflicher Bildung für Frauen. Hierzu werden nationale und länderübergreifende Austauschformate unterstützt. 
Das Vorhaben arbeitet eng zusammen mit dem TZ-Vorhaben „Förderung der beruflichen Qualifizierung in der Landwirtschaft über NEPAD/CAADP II“ (PN: 2016.2093.9). Beide Vorhaben sind inhaltlich und strukturell eng verknüpft, wodurch ein einheitlicher Entwicklungsansatz im Bereich landwirtschaftliche berufliche Aus- und Weiterbildung in Afrika gewährleistet wird.
Das Vorhaben hat eine Laufzeit von 3 Jahren (von 01/2017 bis 12/2019) mit Kosten des deutschen TZ-Beitrags von bis zu 14.000.000 EUR. 

Wirkungen:

Armutsorientierung: Die Leistungen des Vorhabens zum Aufbau eines auf die Bedürfnisse von Frauen angepassten beruflichen Aus- und Weiterbildungssystems im Agrar- und Ernährungssektor tragen zur Steigerung der Produktion und damit zur wirtschaftlichen Entwicklung und Armutsreduzierung bei. Es werden Potenziale zur wirtschaftlichen Produktivitätssteigerung bei der Zielgruppe Frauen gefördert und Partizipation an wirtschaftlicher Entwicklung ermöglicht. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur übergreifenden Armutsbekämpfung und erhält die Kennung AO-1.
Partizipative Entwicklung und Gute Regierungsführung: Das Vorhaben wirkt auf Management- und operativer Ebene kapazitäts- und kompetenzbildend durch HCD-Maßnahmen für politische Entscheidungsträger unter Einbezug des privaten Sektors. Die Stärkung der institutionellen Kapazitäten der AU und NPCA Einheiten und der zuständigen Einheiten in den Ministerien (Landwirtschaft, Erziehung, Gender, Arbeit und Soziales) für die Umsetzung gender-sensibler Berufsbildungs- und Agrarpolitiken, die Einführung kompetenzbasierter Ausbildung für Frauen in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor schaffen bessere Rahmenbedingungen für die politische Teilhabe der Beteiligten. Durch die Ausbildung, die auch lebensweltliche Fertigkeiten einschließt, werden die Frauen darüber hinaus befähigt, an den lokalen politischen Entscheidungen teilzunehmen und diese mitzugestalten. Das Vorhaben erhält die Kennung PD/GG-1
Gleichberechtigung der Geschlechter: Das Vorhaben zielt darauf ab, Frauen in ausgewählten landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten zu stärken und so zu besseren Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten für Frauen beizutragen. Mit dem Fokus auf bessere Berufsbildungsmöglichkeiten für Frauen und die Stärkung von weiblichem Unternehmertum trägt es zwei Kernanliegen des Abschlussdokuments des G7 Gipfels in Elmau Rechnung. Das Vorhaben richtet sich an Frauen, bezieht aber Männer in seine Ansätze und Aktivitäten konsequent mit ein, um mögliche Spannungen durch das Empowerment von Frauen zu vermeiden. Das Vorhaben hat die Gleichberechtigung der Geschlechter durch eine gezielte Stärkung von Frauen in Bereichen, in denen sie bislang benachteiligt sind, zum Hauptziel, daher erhält es die Kennung GG-2.
Ländliche Entwicklung: Das Vorhaben leistet Beiträge zur ländlichen Entwicklung und Ernährungssicherung, da über verbesserte landwirtschaftliche Qualifizierungen die Produktion, Produktivität und Verarbeitung gesteigert und somit die Beschäftigungs- und Einkommenssituation der ländlichen Bevölkerung verbessert werden. Es erhält die Kennung LE-2.
Menschenrechte: Das Vorhaben steht im Einklang mit dem BMZ-Konzept „Menschenrechte in der deutschen Entwicklungspolitik“ aus dem Jahr 2011. Insbesondere die Sicherung des Zugangs von Frauen zu den Angeboten der beruflichen Qualifizierung trägt zum Menschenrecht Bildung bei. Eine verbesserte Beschäftigungsfähigkeit von Frauen verbessert den Zugang zu einem Existenz sichernden Einkommen und zu einer menschenwürdigen Tätigkeit.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=0A6ymWxu2lo
Kontakt: Miriam.heidtmann@giz.de