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Datenbank Berufsbildungszusammenarbeit

Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP): Berufliche Bildung in der Landwirtschaft (länderübergreifendes Projekt, s. auch Benin, Burkina Faso, Ghana, Kenia, Malawi, Namibia, Ruanda, Sierra Leone, Südafrika, Togo und Tunesien)
Land: Uganda
Region: Keine Angaben
Themenschwerpunkt: Berufliche Bildung in der Landwirtschaft
Auftragnehmer: Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Unterauftragnehmer: GFA Consulting Group
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner vor Ort: New Partnership for Africas Development (NEPAD), Afrikanische Union Kommission, nationale Strukturen in 12 Ländern
Aktuelle Laufzeit: 01.01.2016 - 31.12.2019
Zielgruppe: Bauern und Agripreneurs
Beschreibung:

Für viele afrikanische Länder ist die Landwirtschaft der wichtigste Sektor zur Bekämpfung von Armut und zur Sicherung der Ernährung. Im südlichen Afrika trägt Landwirtschaft im Durchschnitt zu 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei und beschäftigt fast zwei Drittel aller erwerbstätigen Afrikaner/innen. Vor diesem Hintergrund rief die Afrikanische Union (AU) 2003 das Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP) als Strategie für ein agrarbasiertes Wirtschaftswachstum in Afrika ins Leben. Als technischer Arm der AU-Kommission ist die NEPAD Planning and Coordinating Agency (NPCA) mit der Implementierung von CAADP beauftragt. Über die Umsetzung von im Rahmen von CAADP entwickelten Agrarinvestitionsplänen soll das Wachstum unter anderem durch die Förderung von Wertschöpfungsketten (WSK) erreicht werden. Im Juni 2014 hat die AU mit der sogenannten Malabo-Deklaration eine kontinentale landwirtschaftliche Reformagenda und Zielvision für die Jahre 2015 bis 2025 verabschiedet. Sie enthält dezidiert die Forderung nach landwirtschaftlicher Aus-und Weiterbildung von der Schule über die berufliche Bildung bis hin zu tertiärer Ausbildung an Universitäten und Polytechnikinstituten, wie sie nun auch in dem Rahmenkonzept Agricultural Education and Skill Improvement Framework 2015- 2025 (AESIF) dargestellt ist. Eine landwirtschaftliche berufliche Aus- und Weiterbildung (Agricultural Technical Vocational Education and Training, ATVET) als innovatives Konzept wird allerdings auf Länderebene noch nicht in ausreichendem Maße umgesetzt (Kernproblem). Das Modulziel des Vorhabens lautet: „Die landwirtschaftliche berufliche Aus- und Weiterbildung (ATVET), als innovatives Konzept, ist im Rahmen von CAADP in ausgewählten Pilotländern erfolgreich umgesetzt.“
Die Laufzeit des Vorhabens erstreckt sich weiterhin von 01/2017 bis 12/2019.
Das Vorhaben wird in 12 Partnerländern durchgeführt (Benin, Burkina Faso, Ghana, Kenia, Malawi, Namibia, Ruanda, Sierra Leone, Südafrika, Togo, Tunesien und Uganda). Es gliedert sich in drei Handlungsfelder. Im Handlungsfeld (1) werden auf der kontinentalen sowie der nationalen Ebene die Voraussetzungen für eine nachhaltige Verankerung des Ansatzes durch die Aufnahme in wichtige Politikdokumente geschaffen sowie die relevanten kontinentalen Institutionen (AUC, NPCA) gestärkt. Im Handlungsfeld (2) werden die Bedingungen in den kooperierenden Institutionen für eine Umsetzung des ATVET-Ansatzes geschaffen und mit der Ausbildung von Wertschöpfungskettenakteuren umgesetzt  sowie zusätzliche kompetenzbasierte Curricula entlang weiterer Wertschöpfungsketten entwickelt. Im Handlungsfeld (3) wird gemeinsam mit NPCA ein Mechanismus entwickelt, um den Ansatz entsprechend so aufzuarbeiten, dass dieser auch auf andere afrikanische Länder übertragen werden kann.
Das neue TZ Modul „CAADP Berufsbildungsvorhaben für Frauen“ (PN 2016.2251.3) baut auf diesen Maßnahmen auf. Beide Vorhaben sind inhaltlich und strukturell eng verknüpft, so dass ein einheitlicher Entwicklungsansatz im Bereich landwirtschaftliche berufliche Aus- und Weiterbildung in Afrika gewährleistet wird.

Wirkungen:

Armutsorientierung: Die Leistungen des Vorhabens zum Aufbau bzw. zur Stärkung eines innovativen landwirtschaftlichen beruflichen Aus- und Weiterbildungsystems tragen zur Steigerung der Produktion und damit zur wirtschaftlichen Entwicklung und Armutsreduzierung bei. Es werden Potenziale zur wirtschaftlichen Produktivitätssteigerung bei den Zielgruppen gefördert und Partizipation an wirtschaftlicher Entwicklung ermöglicht. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur übergreifenden Armutsbekämpfung und erhält die Kennung AO-1.
Partizipative Entwicklung / gute Regierungsführung: Das Vorhaben wirkt auf Management- und operativer Ebene kapazitäts- und kompetenzbildend durch HCD-Maßnahmen für politische
Entscheidungsträger unter Einbezug des privaten Sektors. Insbesondere die Beteiligung an den Reformbestrebungen der Agrarbildung und die Mitwirkung in den Entscheidungsgremien stärken den Einfluss des privaten Sektors auf politische Weichenstellungen und seine Kompetenzen in der politischen Willensbildung. Die Verknüpfung der Ebenen Politik und Privatsektor unterstützen Transparenz, Effizienz und Effektivität von Politik- und Verwaltungshandeln. Das Vorhaben erhält die Kennung PD/GG-1
Gleichbehandlung der Geschlechter: Über die Auswahl, die Gestaltung und das Monitoring der Ansätze zur Qualifizierung im Agrarsektor unterstützt das Vorhaben auf der Ebene der Partner und Zielgruppe eine ausgewogene Berücksichtigung beider Geschlechter. Bei der Analyse bestehender Ansätze und Erfahrungen wird besonders auf Ansätze zur Förderung von Frauen und Jugendlichen Wert gelegt, um langfristig Qualifizierungsangebote spezifisch auf deren Bedarfe ausgerichtet zu entwickeln und Strategieempfehlungen (kontinental) für beide Geschlechter zu erarbeiten. Eine Genderanalyse wird direkt im Auftrag der NPCA CAADP-Unit durchgeführt. Dabei sollen konkrete Umsetzungsvorschläge auf Länderebene herausgearbeitet werden. Das Vorhaben erhält die Kennung GG-1.
Ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung: Das Vorhaben leistet Beiträge zur ländlichen Entwicklung und Ernährungssicherung, da über verbesserte landwirtschaftliche Qualifizierungen die Produktion und Produktivität gesteigert und somit die Beschäftigungs- und Einkommenssituation der ländlichen Bevölkerung verbessert werden. Es erhält die Kennung LE-2.
Menschenrechte: Das Vorhaben steht im Einklang mit dem BMZ-Konzept „Menschenrechte in der deutschen Entwicklungspolitik“ aus dem Jahr 2011. Insbesondere die Sicherung des gleichen Zugangs aller Bevölkerungsgruppen (Ethnien, Frauen und Männer) zu den Angeboten des Vorhabens im Rahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung trägt zum Menschenrecht Bildung bei. Eine verbesserte Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen/innen verbessert den Zugang zu einem Existenz sichernden Einkommen und zu einer menschenwürdigen Tätigkeit.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=0A6ymWxu2lo
Kontakt: Miriam.heidtmann@giz.de