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RECOTVET stärkt Austausch zu Qualitätssicherung in der Aus- und Weiterbildung von Berufsbildungspersonal in ASEAN

Teilnehmer und Austausch während des Regionalen Politikdialogs in Bangkok, 10. März 2016
Teilnehmer und Austausch während des Regionalen Politikdialogs in Bangkok, 10. März 2016
© GIZ

Qualität in der Beruflichen Bildung wird je nach Akteur und vor dem Hintergrund heterogener nationaler Entwicklungen in den ASEAN-Mitgliedsländen unterschiedlich interpretiert und gefördert. Um Qualitätsmechanismen zu harmonisieren, braucht es ein gemeinsames Verständnis: Wofür steht Qualität in der Aus- und Weiterbildung von Berufsbildungspersonal - horizontal in den Ländern, als auch vertikal zwischen den Ländern ASEANs? Wo gibt es gute Ansätze, die sich übertragen lassen?

Das Regionalvorhaben RECOTVET (Regionale Kooperation zur verbesserten Aus- und Weiterbildung von Berufsbildungspersonal) hat in den ersten beiden Märzwochen 2016 in regionalen Dialog- und Trainingsformaten den Austausch zur Qualitätsentwicklung befördert. Dafür fand ein kontinuierliches Pendeln zwischen der nationalen und regionalen Perspektive statt. Denn regionale Harmonisierung nährt sich nicht nur aus nationalen Erfahrungen, sie braucht neben der regionalen Dimension unbedingt auch die Umsetzung auf nationaler Ebene. Das Pendel bewegten etwa 150 Entscheidungsträger der Beruflichen Bildung aus Politik, Wissenschaft und dem Privatsektor in fünf Veranstaltungsformaten in Ho Chi Minh City und Bangkok:

Im Workshop der Regionalen Kooperationsplattform zur verbesserten Aus- und Weiterbildung von Berufsbildungspersonal in Asien (RCP) koordinierten Universitäten, Nationale Trainingsinstitute und der regionale Partner SEAMEO VOCTECH in Ho Chi Minh City vier Studien- und Implementierungsprojekte zu Public Private Partnerships, Inklusion und der Entwicklung regionaler Standards für Berufsbildungspersonal. Allen Projekten gemein ist der Ansatz, evidenzbasierte Politikempfehlungen und konkrete Umsetzungsmodelle anzubieten, die die Qualität von Aus- und Weiterbildung in der Beruflichen Bildung in ASEAN steigern sollen. Parallel dazu fand das zweite HCD-Training für Partneruniversitäten des RCP Netzwerkes statt. Hierbei lag der Fokus auf der Kompetenzvermittlung zu modernen Konzepten, Standards und Methoden in der Berufsbildung.

Gruppe beim Besprechung

Im Rahmen der etablierten drei regionalen Arbeitsgruppen RECOTVETs verschob sich der Teilnehmerkreis, aber die Themen verschränkten sich mit weiteren Aspekten der Qualitätssicherung. Die Arbeitsgruppen beziehen Vertreter aus Bildungs- und Arbeitsministerien aus derzeit 8 ASEAN-Ländern ein. Sie werden jeweils in Kooperation mit ASEAN Sekretariat, SEAMEO VOCTECH oder UNESCO Bangkok geleitet und durch Berufsbildungsexperten aus Europa unterstützt. Zielsetzung der Arbeitsgruppen ist es, konkrete Politikempfehlungen in den regionalen Dialog mit Führungskräften aus nationalen Ministerien und regionalen Organisationen einzuspeisen. Dafür erarbeiten die Arbeitsgruppen bis Ende des Jahres unter anderem einen regionalen Standard für Berufsschullehrer und einen gemeinsamen Leitfaden für Qualitätssicherung in der Beruflichen Bildung in ASEAN. In den Arbeitsgruppen wirken zudem Teilnehmende eines Trainings zur Kompetenzentwicklung für Fach- und Führungskräfte aus Ministerien der CLMV-Länder und Indonesiens mit. Diese Zusammenstellung von Profilen sichert den ergebnisorientierten Austausch innerhalb der Arbeitsgruppe und ermöglicht den HCD-Teilnehmern direkten Praxistransfer.

All diese Ergebnisse wiederum bildeten den Unterbau für den dritten Regionalen Politikdialog zu TVET, der gemeinsam mit dem thailändischen Bildungsministerium und dem ASEAN Sekretariat organisiert wurde. Zu dem Titel der Veranstaltung „Verbesserung der Qualität in Aus- und Weiterbildung von Berufsbildungspersonal“, sprachen neben Vertretern der Bildungs- und Arbeitsministerien der ASEAN-Mitgliedsstaaten auch internationale Experten unter anderem aus dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem australischen Pendant „National Centre for Vocational Education Research“ (NCVER). Ausgehend von Impulsvorträgen zu Wirkungsorientierung, bereits existierenden regionalen Initiativen und Netzwerken der Qualitätssicherung, sowie nationalen Anstrengungen in ASEAN, entwickelten Politikvertreter in interaktiven Formaten Antworten auf die Fragen nach verbesserter Koordination und Kooperation in der Region, Umsetzung regionaler Politiken auf nationaler Ebene und intensivierter Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft.

Ab Herbst 2016 werden die Ergebnisse der unterschiedlichen Diskussions- und Trainingsformate noch besser ineinandergreifen, wenn konkrete Politikempfehlungen in den Dialog der Entscheidungsträger eingespeist werden. Schon jetzt dankt das ASEAN Sekretariat der GIZ für ihren Beitrag zur "Überbrückung‘ der bisherigen Trennung der für Berufsbildung zuständigen Einheiten in den Bildungs- und Arbeitsministerien der Länder und des ASEAN-Sekretariats.

Die GIZ ist am Runden Tisch für internationale Berufsbildungszusammenarbeit vertreten. GOVET ist die Geschäftsstelle des Runden Tisches.

Kontakt:
Dr. Nils Geissler (nils.geissler@giz.de)

Redaktion:
Konstanze Lang, Christian Bock