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Mehr Praxisbezug in der serbischen Berufsausbildung

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen Martin Knapp, AHK, und Ann-Kathrin Hentschel, GIZ, in Serbien, im Oktober 2016 in Belgrad, Serbien.
Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen Martin Knapp, AHK, und Ann-Kathrin Hentschel, GIZ, im Oktober 2016 in Serbien.
© GIZ

Die deutsch-serbische Wirtschaftskammer (AHK) und die GIZ haben eine Vereinbarung zur Berufsbildungszusammenarbeit unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist es, ein kooperatives Ausbildungsmodells in Serbien einzuführen, um Berufsausbildung näher am Arbeitsmarkt zu gestalten.

Die Zusammenarbeit zwischen der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer (AHK) und der GIZ in Serbien gliedert sich ein in den zwischen DIHK, AHK und GIZ ausgeloteten Kooperationsansatz zu „Kooperationen von AHKs und GIZ im Themenfeld Berufliche Bildung“. In dem gleichnamigen Orientierungspapier wird hervorgehoben, dass das Themenfeld Berufliche Bildung besonders für eine Zusammenarbeit geeignet ist, da das Thema Fachkräftequalifizierung mehr denn je an Bedeutung gewinnt. Dies trifft auch auf Serbien als Investitionsstandort, u.a. für deutsche Unternehmen, aber auch bei der Unterstützung der Reform der serbischen Wirtschaftskammer zu.

Aus diesem Grund haben die AHK und das von der GIZ implementierte Projekt zur Reform der beruflichen Bildung im Oktober eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ziel der Zusammenarbeit ist es, eine konstruktive Kommunikation und Kooperation zwischen der AHK und der GIZ herzustellen, um eine erfolgreiche Einführung des kooperativen Ausbildungsmodells in Serbien sicherzustellen.
Das kooperative Ausbildungsmodell basiert auf Elementen des dualen Systems. Praxisbezogenes Lernen und aktive Beteiligung von Unternehmen sind hierbei von entscheidender Bedeutung. Das Modell wird anhand modernisierter, dreijähriger technischer Profile mit Beschäftigungspotential getestet. Angestrebt wird eine Verbesserung beruflicher Kompetenzen und Stärkung der Beschäftigungsperspektiven von Absolventinnen und Absolventen beruflicher Sekundarschulen, wodurch Arbeitgeber einen direkten Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften erhalten.

Der Schwerpunkt der mit der Vereinbarung geplanten Kooperation liegt auf einer stärkeren Beteiligung der Mitgliedsunternehmen der AHK am Projekt sowie einer aufeinander abgestimmten Beratung der Berufsbildungsabteilung in der serbischen Wirtschaftskammer. Als ein Instrument der offiziellen deutschen Außenhandelsförderung wird die AHK das kooperative Ausbildungsmodell bewerben, wobei in erster Linie die Mitgliedsunternehmen der AHK und zukünftige deutsche Investoren im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Ferner sollen jedoch auch die breite Öffentlichkeit sowie staatliche und wirtschaftliche Institutionen, wie Kammern und Verbände, in Belgrad und anderen Regionen Serbiens für die Vorteile des Modells sensibilisiert werden.

Seit September 2016 wird der gemeinsame Beratungsansatz durch einen integrierten Experten im Rahmen des ExperTS-Programms (ehemals CIM-AHK-Programm) in der AHK Serbien unterstützt. Dieser ist u.a. mit der Aufgabe des Kapazitätsaufbaus der serbischen Wirtschaftskammer zur Übernahme bestimmter Verantwortlichkeiten innerhalb des kooperativen Modells (bspw. Ausbildung von Ausbildern) betraut. Hierbei wird der integrierte Experte eng mit dem EZ-Projekt „Reform der beruflichen Bildung“ zusammenarbeiten. Diese Dreieckskooperation zwischen AHK, serbischer Wirtschaftskammer und GIZ hat sich bisher für alle Beteiligten als äußerst erfolgsversprechender Beratungsansatz erwiesen, so dass die Zusammenarbeit in 2017 fortgesetzt wird.

Autorinnen: Marija Kostic und Ann-Kathrin Hentschel, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH