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Govet

Grüne Jobs mit Zukunftspotenzial

sequa hat mit regionalen Partnern in Pakistan praxisnahe Ausbildungsgänge entwickelt, um Fachkräfte im Umwelt- und Arbeitsschutz gezielt zu schulen.
sequa hat mit regionalen Partnern in Pakistan praxisnahe Ausbildungsgänge entwickelt, um Fachkräfte im Umwelt- und Arbeitsschutz gezielt zu schulen.© sequa

Auch in Pakistan gewinnen grüne Themen wie Erneuerbare Energien oder Energieeffizienz an Bedeutung. Unternehmen reagieren damit zum einen auf verschärfte gesetzliche Auflagen, zum anderen auf Kundenwünsche.

Insbesondere in exportorientierten Branchen dringen die pakistanischen Behörden immer stärker darauf, Umweltstandards einzuhalten und ein Mindestmaß an Arbeitsschutz zu gewährleisten. Da das pakistanische Berufsbildungssystem jedoch bislang keine Experten auf diesen Gebieten ausbildet, mangelt es an Fachkräften.

Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat sequa in den vergangenen zweieinhalb Jahren am Standort Lahore daher eine Ausbildung zum Energieeffizienzberater in der Industrie entwickelt. sequa arbeitete dabei eng mit der Industrie- und Handelskammer Lahore sowie Branchenverbänden der Region zusammen. Die Ausbildung erfolgt praxisnah und größtenteils in den Unternehmen selbst. Darüber hinaus hat sequa „grüne“ Module für die Ausbildungsgänge Industrieelektriker und Maschinenführer entwickelt. Die Auszubildenden erwerben Kompetenzen in den Bereichen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien sowie Abfallwirtschaft und Lärmbekämpfung. Ergänzend dazu hat sequa in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) Kurse im Bereich Arbeitsschutz aufgebaut. Sie zielen vor allem auf die Textilindustrie ab, eine der führenden Branchen in Pakistan.

Auf Initiative der sequa empfing GOVET im Juni vergangenen Jahres 18 Vertreter von pakistanischen Berufsbildungsbehörden, Kammern und Verbänden im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Die pakistanischen Vertreter tauschten sich mit GOVET zur Rolle und Aufgabenverteilung der Sozialpartner (Staat und Wirtschaft) aus. Zudem ging es um die Anerkennung von Teilqualifizierung und die Entwicklung von Standards in der beruflichen Bildung.

Der kooperative Ansatz – also die Verbindung von staatlichen Berufsbildungseinrichtungen und verfasster Wirtschaft – ist für Pakistan noch komplett neu. Dabei ist die Idee dahinter so einfach wie bestechend: Da sich Unternehmen kontinuierlich an ein sich wandelndes Marktumfeld anpassen müssen, können sie Marktinformationen dazu nutzen, um gemeinsam mit Berufsschulen Lehrinhalte und notwendige Kompetenzen fortlaufend anzupassen. Im Gegenzug bilden die Schulen und Firmen gemeinsam Fachkräfte aus, die wiederum Innovationen in die heimischen Unternehmen tragen. Den Erfolg in der Pilotregion Lahore wollen die Projektpartner in den kommenden Jahren auf ganz Pakistan ausweiten.

Der sequa-Auftrag war Teil eines Programms zur Reform der technischen und beruflichen Bildung in Pakistan. Dieses Programm setzt die GIZ seit 2011 im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Europäischen Union, der Niederlande und Norwegens um. Ziel des Vorhabens ist es, Pakistan in seinem Bestreben zu unterstützen, jungen Pakistanern einen besseren Zugang zu qualitativ hochwertiger Berufsbildung zu verschaffen. Hierzu arbeitet die GIZ mit der Nationalen Kommission für Berufsbildung (NAVTTC), den Berufsbildungsbehörden (TEVTAs) sowie Kammern und Verbänden zusammen.

Quelle: sequa Forum, 2017 / 1