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Mexiko und Deutschland vertiefen die Zusammenarbeit

Frau Merkel, Frau Karliczek, Staatspräsidenten Enrique Peña Nieto
Bundesbildungsministerin Karliczek bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung.© Rickel / BMBF

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterzeichnete eine weitere gemeinsame Absichtserklärung mit Mexiko. Ziel ist es, das Thema höhere Berufsbildung und duale Hochschulbildung in die deutsch-mexikanische Kooperation aufzunehmen. Bereits seit 2015 unterstützen das BMBF und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die mexikanische Regierung bei der Einführung dualer Ausbildungsstrukturen.

Mexiko wurde als erstes lateinamerikanisches Land eingeladen, Partner der Hannover Messe zu sein. Die weltweit größte Industriemesse fand vom 23. bis 27. April 2018 statt und wurde wieder von Bundeskanzlerin Angela Merkel, diesmal gemeinsam mit dem mexikanischen Staatspräsidenten Enrique Peña Nieto, eröffnet. Mexiko steht für eine offene und freie Markwirtschaft, was durch mexikanische Freihandelsabkommen mit 46 Ländern weltweit bestärkt wird. Deutschland ist der wichtigste europäische Handelspartner.

Über 160 mexikanische Unternehmen und Institutionen nutzten die Hannover Messe, um sich und ihre Produkte der Welt vorzustellen. Ebenso waren zahlreiche mexikanische Bundesstaaten durch ihre Gouverneure vertreten. Die deutsch-mexikanische Handelskammer (AHK/CAMEXA), die ebenfalls mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten war, bewertet die Beteiligung Mexikos als großen Erfolg. Mexiko hat seine Chance, sich als offenes und innovatives Industrieland der Welt zu präsentieren, gut genutzt. Gleichzeitig wurden im Rahmen der Hannover Messe entscheidende Themen wie der Fachkräftebedarf, auf den Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Eröffnungsrede einging, diskutiert. Schließlich ist die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Fachkräften ein entscheidender Standortfaktor für Investitionsentscheidungen, für die der mexikanische Staatspräsident nachdrücklich warb.

Symbolbild mexikanisch-deutsche Verbindung
© ISTANBUL2009 – fotolia.com

Unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen hat Mexiko im Jahr 2013 begonnen, in Anlehnung an das deutsche duale Ausbildungssystem, ein „Mexikanisches Modell der dualen Berufsausbildung (MMFD)“ einzuführen. Während der Pilotphase von 2013 bis 2015 waren elf Bundesstaaten involviert. Mittlerweile wird das MMFD in 24 der insgesamt 32 Bundesstaaten angeboten. Deutschland unterstützt die mexikanischen Partner intensiv bei der Einführung und Weiterentwicklung.

Die Grundlage dafür bildet die gemeinsame Absichtserklärung von BMBF und BMZ mit dem mexikanischen Bildungs- und Außenministerium aus dem Jahr 2015. Die zentralen deutschen Akteure, die die Kooperationsaktivitäten durchführen, sind die Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation (GOVET) im Auftrag des BMBF, die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des BMZ sowie die deutsche Auslandshandelskammer (AHK/CAMEXA).

Eröffnungsrede vor Publikum
Juan Pablo Castañón Castañón, Präsident des Wirtschaftskoordinationsrat (CCE) bei der Eröffnungsrede© Rickel / BMBF

Die Hannover Messe bildete für die deutschen Akteure und ihre mexikanischen Partner, Bildungsministerium (SEP) und Wirtschaftskoordinationsrat (CCE), die ideale Plattform, um gemeinsam die bisherigen Erfolge der Zusammenarbeit vorzustellen. Gemeinsam eröffneten Alejandro Jaimes, Vertreter des mexikanischen Bildungsministeriums (SEP), Juan Pablo Castañón Castañón, Präsident des Wirtschaftskoordinierungsrats (CCE), Dr. Edmund Duckwitz, Präsident der AHK Mexiko, und Dr. Dagmar Pietz, Referentin im BMBF, die durch VETnet geförderte Veranstaltung. Anschließend stellten Alejandro Jaimes (SEP) und Juan Pablo Castañón Castañón die Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft im „Mexikanischen Modell der dualen Berufsbildung“ vor. Als Best Practice berichteten Ivan Pelayo, Siemens-Vizepräsident für Meso-Amerika, zusammen mit einem seiner Auszubildenden über die Erfolge der Ausbildung im MMFD. Für den Auszubildenden war es besonders wertvoll, direkt in die Arbeitspraxis involviert zu werden und seine eigenen Erfolge sowie die Wertschätzung beim Lernen im Unternehmen zu erleben. Anschließend moderierte Daniel Solterbeck, Projektleiter GOVET, eine Paneldiskussion zum Thema. Auf dem Podium diskutierten Torsten Klinke, Projektleiter der GIZ Mexiko, Ilona Medrikat, Projektleiterin GOVET für Mexiko, und Andreas Müller, stellvertretender Geschäftsführer der AHK Mexiko, Alejandro Jaimes sowie Xochitl Lagarda, Präsidentin der Kommission für Berufsbildung der mexikanischen Wirtschaft, über die deutsch-mexikanische Zusammenarbeit seit 2015.

Aufbauend auf dieser sehr erfolgreich verlaufenden Kooperation und auf Nachfrage der mexikanischen Partner unterzeichneten Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und der mexikanische Außenminister Luis Videgaray in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Enrique Peña Nieto eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich der höheren Berufsbildung und dualer Hochschulstudien. Ziel der Zusammenarbeit ist es, ein höheres Maß an Dualität in diesen Bereichen in Mexiko zu entwickeln. Zudem soll die Durchlässigkeit der Bildungswege verbessert werden.